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Pied-noir

Nicht-muslimische Bevölkerungsgruppen in Algerien nach Départements (administrative Gliederungen von 1957).
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  • Mit Pied-noir (französisch pied-noir „Schwarzfuß“) bezeichnete man seit den 1950er Jahren die Algerienfranzosen, weiße europäische Siedler in Algerien, die sich seit dem Beginn der Eroberung Algeriens durch Frankreich 1830 in dem nordafrikanischen Land angesiedelt hatten. Vorher war für diese Bevölkerungsgruppe der Begriff colons üblich. Ungefähr 40 % der Siedler stammten aus dem Mutterland Frankreich, namentlich Korsika, dem Elsass und Lothringen, die meisten übrigen aus Malta, Italien und Spanien. Dazu kamen einheimische sephardische Juden, die schon länger im Maghreb ansässig waren und die französische Staatsangehörigkeit im 19. Jahrhundert mit dem „Décret Crémieux“ erhalten hatten. Im weiteren Sinne werden auch die europäischstämmigen oder jüdischen Bewohner Tunesiens oder Marokkos, die die Länder nach der Unabhängigkeit in Richtung Frankreich verließen, als pied-noirs bezeichnet.

    Unter der französischen Herrschaft galten nur Weiße als Algerier mit vollen Bürgerrechten, während die Einheimischen als „Araber“ (arabes) oder „Moslems“ (musulmans) bezeichnet wurden und benachteiligt waren. Nach dem Ende des Algerienkriegs, als Algerien seine Unabhängigkeit erhielt, siedelten die meisten der ca. 1,4 Mio. Pieds-noirs in das französische Mutterland um. Der Terror der OAS 1961/62, mit dem viele Pied-noirs und eine Reihe französischer Militärs sympathisierten, wenn sie ihn nicht aktiv unterstützten, hatte die algerische Unabhängigkeit nicht verhindern können.

    Viele Pied-noirs waren seit Generationen in Algerien ansässig gewesen oder hatten gar keine Wurzeln in Frankreich, da ihre Familie als Einwanderer in Algerien das französische Bürgerrecht erworben hatten. Sie mussten aber notgedrungen dorthin übersiedeln, da sie von Seiten der algerischen Unabhängigkeitsbewegung FLN mit dem Tode für den Fall bedroht wurden, dass sie Algerien nach der Unabhängigkeit nicht verlassen würden. „La valise ou le cercueil“ – es blieb ihnen nur die Wahl zwischen dem Koffer (la valise) oder dem Sarg (le cercueil). Drohungen, die im Fall einiger im Land verbliebener Pied-noirs, vor allem aber der sogenannten Harkis, auf grausame Weise wahrgemacht wurden. Tausende Angehörige dieser Gruppe (muslimische Algerier, die während des Unabhängigkeitskampfes loyal zu Frankreich gestanden und in dessen Militär gekämpft hatten), massakrierte die FLN zusammen mit ihren Familien.

    Bekannte Pieds-Noirs

    Literatur

    • Marie Cardinal, Les Pieds-Noirs, Place Furstenberg éditeurs, Paris, 1994.
    • Raphaël Delpard, L'Histoire des Pieds-Noirs d'Algérie (1830-1962), Michel Lafon, Neuilly-sur-Seine, 2002.
    • Pierre Goinard: Algérie, l'œuvre française. ISBN 2-906431-29-X, 2001
    • Marcel Gori, L'Algérie illustrée, Éditions Campanile, Sophia-Antipolis, 2005.
    • Jean-Jacques Jordi, 1962: L'arrivée des Pieds-Noirs, Autrement, Paris, 2002.
    • Jean-Jacques Jordi, De l'Exode à l'Exil: Rapatriés et pieds-noirs en France: l'exemple marseillais, 1954-1992, L'Harmattan, Paris, 2000.
    • Daniel Leconte, Les Pieds-Noirs, Histoire et portrait d'une communauté, Le Seuil, Paris, 1980.
    • Cécile Mercier, les Pieds-Noirs et l'exode de 1962, à travers la presse française, L'Harmattan, Paris, 2003.
    • Jean-Pax Méfret, Bastien-Thiry: Jusqu’au bout de l’Algérie française, Pygmalion
    • Pierre Nora, les Français d'Algérie, Julliard, Paris, 1961.
    • Jeannine Verdès-Leroux, Les Français d'Algérie, de 1830 à aujourd'hui, ISBN 2-213-60968-3 2001
    • Jean-Jacques Viala, Pieds Noirs en Algérie après l'indépendance, ISBN 2-7475-0890-0 2001


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