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Der Poetische Realismus entstand im französischen Kino und war geprägt durch die wirtschaftliche Krise Anfang der 1930er Jahre. Angetrieben vom Drang nach mehr Realitätsnähe und Sozialkritik, kehrten einige junge Regisseure bewusst der französischen Avantgarde den Rücken. Trotz der widrigen Umstände der damaligen Zeit und einer brachliegenden Filmindustrie gelang es diesen Filmregisseuren in Zusammenarbeit mit dem Drehbuchautor Jacques Prévert und dem Szenenbildner Alexandre Trauner, Filmgeschichte zu schreiben. Der Poetische Realismus bereitete den später in Italien entstandenen Neorealismus maßgeblich vor.
"Etwa um 1935 traten mehrere Regisseure, die freilich schon keine Unbekannten mehr waren, mit Filmen hervor, die eine neue Epoche des französischen Films einleiteten: Carné, Duvivier und Renoir. Ihre Werke kennzeichnete eine gemeinsame Grundhaltung, die mit Realismus nur ungefähr umschrieben ist: Bevorzugung der düsteren Seiten des Lebens, Sympathie für die Benachteiligten, Aufmerksamkeit gegenüber sozialen Problemen, speziell dem Konflikt zwischen Individuum und Gesellschaft, Situierung der Personen in einem spezifischen Milieu. Einige Filme dieser Schule, namentlich die Carnés, offenbarten ein unüberwindliches pessimistisches Lebensgefühl." Ulrich Gregor, Enno Patalas: Geschichte des Films (1973)
35millimeter.de - Texte, Regisseure, Filme zum Thema Poetischer Realismus