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Polygon (von altgriechisch πολυγώνιον polygṓnion ‚Vieleck‘; zurückzuführen auf πολύς polýs ‚viel‘ und γωνία gōnía ‚Winkel‘)[1] oder auch Vieleck ist ein Begriff aus der Geometrie und dabei insbesondere der Planimetrie. Ein Polygon ist eine geometrische Figur, die man erhält, indem man mindestens drei voneinander verschiedene Punkte in einer Zeichenebene durch Strecken miteinander verbindet, sodass durch den entstandenen Linienzug eine zusammenhängende Fläche umschlossen wird. Auch diese so entstandene Fläche wird oft Polygon genannt. Dreiecke, Vierecke und Sechsecke sind aus dem Alltag bekannte Beispiele für Polygone.
Inhaltsverzeichnis |
Ein Polygon ist eine Figur, die durch ein Tupel <math>P := \left( P_1, P_2, \ldots , P_n \right), P_i \in \mathbb{R}^2, 1 \le i \le n </math> von <math>n</math> Punkten (die Eckpunkte oder kurz Ecken genannt werden) eindeutig definiert wird.
Die Strecken <math>\overline {P_i P_{i+1}} \left(i=1, \ldots, n-1 \right)</math> und <math>\overline { P_n P_1 }</math> bezeichnet man als Seiten oder Kanten des Polygons, alle anderen Verbindungsstrecken <math>\overline { P_i P_j }</math> zweier Polygon-Eckpunkte als Diagonalen.
Meist werden noch weitere Bedingungen vorausgesetzt:
In einem nicht überschlagenen, ebenen <math>n</math>-Eck ist die Summe der Innenwinkel
Sind darüber hinaus alle Innenwinkel gleich groß, so haben diese den Wert
Für konvexe Polygone gilt zur Berechnung der Anzahl der Diagonalen folgende Überlegung:
Also hat ein konvexes <math>n</math>-Eck genau <math>\tfrac{n \cdot (n-1)}{2} - n</math> Diagonalen.
Wenn die Eckpunkte eines ebenen einfachen (s. u.) Polygons durch kartesische Koordinaten <math>(x_i, y_i)</math> gegeben sind, kann man die Fläche des Polygons nach der Gaußschen Trapezformel berechnen:
Wobei die Indizes, die größer als <math>n</math> sind, immer modulo <math>n</math> betrachtet werden müssen, d. h. mit <math>x_{n+1}</math> ist <math>x_1</math> gemeint.
In der Informatik wichtige Approximationen komplexer Polygone sind die konvexe Hülle und das minimal umgebende Rechteck. In Algorithmen wird oft erst anhand der Approximation auf einen möglichen nichtleeren Schnitt mit einem anderen geometrischen Objekt getestet (oder dieser ausgeschlossen), erst anschließend das ganze Polygon in den Speicher geladen und ein exakter Schnitt berechnet.
Unter den beliebig vielen möglichen Polygonen stellen die nachstehend aufgelisteten Klassen von Polygonen etwas Besonderes dar. Einige von ihnen können entweder unerwarteterweise exakt (Beispiel 65537-Eck) oder in sehr guter Näherung (Beispiel Siebeneck) mit Zirkel und Lineal konstruiert werden. Andere haben neben der geometrischen eine Bedeutung als Form in der Architektur (Beispiel Pentagon) oder in der Symbolik (Beispiel Pentagramm).
Vielecke können gleichseitig oder gleichwinklig sein. Hat ein Vieleck gleiche Seiten und gleiche Innenwinkel, dann wird es als reguläres oder regelmäßiges Vieleck bezeichnet. Reguläre Vielecke sind isogonal, d. h. seine Ecken liegen gleichabständig, also unter gleichem Zentriwinkel, auf einem Kreis.
Ein reguläres <math>n</math>-Eck hat stets einen Umkreis mit Radius <math>r_\mathrm u</math> und einen Inkreis mit Radius <math>r_\mathrm i</math>. Die Länge jeder Seite wird mit <math>a</math> bezeichnet, die Seitenanzahl mit <math>n</math>. Daraus ergeben sich folgende Formeln für reguläre, nicht-überschlagene Polygone:
A = n \frac{\, a\, r_i }{2} = \frac{n}{2}\, r_u^2 \, \sin { \frac{2 \pi }{n}} = \frac{1}{4} n a^2 \cot \frac{180^\circ}{n} = \frac{n\cdot a^2}{4\cdot\tan \left( \frac{180^\circ}{n} \right)} </math>
=\frac{a} {2\cdot\tan \left( \frac{180^\circ}{n} \right)} </math>
| Polygon | Seitenlänge <math>a</math> |
Zentriwinkel <math>\alpha</math> |
Umfang <math>u</math> |
Fläche <math>A</math> |
|---|---|---|---|---|
| Dreieck | <math> a = r \cdot \sqrt{3}</math> | <math> 120^\circ</math> | <math> u = r \cdot 3 \sqrt{3}</math> | <math> A = r^2 \cdot \frac{3 \sqrt{3}}{4}</math> <math>A \approx r^2 \cdot 1{,}299038</math> |
| Quadrat | <math> a = r \cdot \sqrt{2}</math> | <math> 90^\circ</math> | <math> u = r \cdot 4 \sqrt{2}</math> | <math> A = r^2 \cdot 2</math> |
| Fünfeck | <math> a = r \cdot \sqrt{\frac{5 - \sqrt{5}}{2}}</math> | <math> 72^\circ</math> | <math> u = r \cdot 5 \sqrt{\frac{5 - \sqrt{5}}{2}}</math> | <math> A = r^2 \cdot \frac{5}{8} \sqrt{10 + 2\sqrt{5}}</math> <math>A \approx r^2 \cdot 2{,}377641 </math> |
| Sechseck | <math>a = r \,</math> | <math>60^\circ</math> | <math>u = r \cdot 6 </math> | <math> A = \frac{3}{2} r^2 \sqrt{3} </math> <math>A \approx r^2 \cdot 2{,}598076 </math> |
| Siebeneck | <math>a \approx r \cdot 0{,}867767 </math> | <math>51 \tfrac{3}{7}^\circ</math> | <math>u \approx r \cdot 6{,}074372 </math> | <math>A \approx r^2 \cdot 2{,}736410 </math> |
| Achteck | <math>a = r \cdot \sqrt{2 - \sqrt{2}}</math> | <math>45^\circ</math> | <math>u = r \cdot 8 \sqrt{2 - \sqrt{2}}</math> <math>u \approx r \cdot 6{,}122935</math> |
<math>A = r^2 \cdot 2 \sqrt{2}</math> <math>A \approx r^2 \cdot 2{,}828427 </math> |
| Neuneck | <math>a \approx r \cdot 0{,}68404029 </math> | <math>40^\circ</math> | <math>u \approx r \cdot 6{,}15636258 </math> | <math> A \approx r^2 \cdot 2{,}892544</math> |
| Zehneck | <math> a = r \cdot \frac{1}{2}\left(\sqrt{5}-1 \right) </math> <math>a \approx r \cdot 0{,}618034</math> |
<math> 36^\circ</math> | <math> u = r \cdot 5 \left(\sqrt{5}-1 \right) </math> <math>u \approx r \cdot 6{,}180340</math> |
<math> A = r^2 \cdot \frac{5}{4} \sqrt{10- 2\sqrt{5}}</math> <math> A \approx r^2 \cdot 2{,}938926</math> |
| Zwölfeck | <math> a = r \cdot \sqrt{ 2 - \sqrt{3}}</math> <math> a \approx r \cdot 0{,}517638</math> |
<math> 30^\circ</math> | <math> u = r \cdot 12 \sqrt{ 2 - \sqrt{3}}</math> <math>u \approx r \cdot 6{,}211657 </math> |
<math> A = r^2 \cdot 3</math> |
| <math>n</math>-Eck | <math> a = 2 \cdot r \cdot \sin \frac{180^\circ}{n} </math> | <math> \frac{360^\circ}{n}</math> | <math> u = 2 \cdot n \cdot r \cdot \sin \frac{180^\circ}{n}</math> | <math> A = \frac{r^2 \cdot n}{2} \cdot \sin \frac{360^\circ}{n} </math> |
| Grenzwert <math>n \to \infty</math> (Kreis) | <math> \to 0 </math> | <math> \to 0 </math> | <math>u = r \cdot 2 \pi </math> <math>u \approx r \cdot 6{,}283185 </math> |
<math>A = r^2 \cdot \pi</math> <math>A \approx r^2 \cdot 3{,}141593</math> |
In der 3D-Computergrafik werden beliebige (auch gekrümmte) Oberflächen als Polygonnetz modelliert. Insbesondere Dreiecksnetze eignen sich besonders gut zur schnellen Darstellung von Oberflächen.
Zur Speicherung von polygonalen Netzen gibt es eine Reihe bekannter Datenstrukturen.