Als Jüdische Studentenverbindungen bezeichnet man Studentenverbindungen, die in Deutschland und Österreich als Reaktion auf zunehmende antisemitische Übergriffe und Ausgrenzungsversuche seit den 1880er Jahren von jüdischen Studenten gegründet wurden und bis 1933 (in Deutschland) bzw. bis 1938 (in Österreich) bestanden. Die Zielsetzung war dabei recht unterschiedlich, die äußeren Merkmale (Couleur) wurden meist von den traditionellen Studentenverbindungen im deutschsprachigen Raum übernommen. Erste von Juden nur für Juden gegründete Verbindung war die Viadrina, gestiftet am 23. Oktober 1886 an der Universität Breslau.
Die Juden, die seit der Römerzeit in Europa siedelten, waren hier jahrhundertelang in den religiös geprägten Zeitaltern verfolgt und diffamiert worden. Im Zeitalter der Aufklärung kam zuerst der Gedanke der Gleichberechtigung der Staatsbürger unabhängig von ihrer Religion auf. Diese Ideen manifestierten sich weltpolitisch in der Amerikanischen und der Französischen Revolution. Nach den Umwälzungen der napoleonischen Zeit war es dann auch Juden erlaubt, deutschsprachige Universitäten zu besuchen, was von der jüdischen Bevölkerung als Mittel zur sozialen Integration und zum gesellschaftlichen Aufstieg intensiv genutzt wurde.
Artikel lesen...