Postojna
Postojna (deutsch: Adelsberg, italienisch: Postumia) ist eine Stadt und eine Gemeinde im Südwesten Sloweniens bzw. des ehemaligen Kronlandes Krain mit 8.513 Einwohnern (2002). Die gesamte Gemeinde, bestehend aus 40 Ortschaften, hat 15.561 Einwohner. Die Stadt liegt ungefähr 50 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Ljubljana (Laibach) auf halbem Weg Richtung Adriaküste. Aufgrund seiner Lage ist Postojna eine Zwischenstation auf dem Weg in die weiter südlich gelegenen Urlaubsgebiete. Es liegt direkt an der Autobahn A1 (mit eigener Ausfahrt) und an der historischen Südbahn Wien–Triest bzw. Rijeka. Infolge seiner Seehöhe hat Postojna etwas kühleres Klima als die Adriaküste.
Grotten und KarstforschungBekannt ist Postojna vor allem wegen seiner 20 Kilometer langen Grotten Postojnska Jama (Adelsberger Grotte) und Predjamski Grad (Höhlenburg Lueg). Die berühmten Grotten brachten viele prominente Gäste nach Postojna: Kaiser Franz Joseph I. besuchte sie zweimal, beim ersten Mal, 1857, mit 2.500 ausgesuchten Schaulustigen; die Staatsoberhäupter von Schweden, Griechenland, Brasilien und Japan waren ebenfalls zu Gast. Als Postumia italienisches Gebiet war, kam 1922 König Viktor Emanuel III.. Marschall Tito besichtigte die Grotten 1945 zweimal. In engem Zusammenhang damit steht das Karstinstitut Postojna, eine Abteilung der Slowenischen Akademie der Wissenschaften. Untergebracht in einem historischen Gebäude am Marktplatz von Postojna, ist es eines der wenigen und das bestausgestattete Institut, das allein der Karstforschung gewidmet ist. Die Publikation „Acta Carsologica“ hat Weltrang. Auch das 1947 gegründete Notranjski muzej Postojna (das Innerkrainer Museum) steht mit dem Karst in Verbindung. Es handelt sich um eine Sammlung von historischen, archäologischen und geologischen Funden, zudem eine interessante Sammlung an historischen Büchern und Unterlagen. Die Sammlungen sind derzeit nicht zu besichtigen. GeschichteBis 1918 war die Stadt Teil des Herzogtums Krain (Österreich-Ungarn). Sie lag an der Verbindung Wien-Marburg-Laibach-Triest, die den einzigen Zugang der Donaumonarchie zum Meer darstellte. Die Weltoffenheit und auch der Wohlstand des Vielvölkerstaats wirkten sich in besonderem Maße auf Postojna aus. Die Höhle, die schon lange bekannt war, wurde ab 1820 durch die Entdeckung neuer Teile schnell ein Anziehungspunkt für Touristen. Mit dem Bau der Eisenbahn von Wien nach Triest erhielt Postojna einen Bahnhof, der die Besucherzahlen vervielfachte. So ist die Stadt bereits seit fast 200 Jahren auf Tourismus ausgerichtet. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde der westlichste Teil Sloweniens italienisches Staatsgebiet, so dass Postojna 1918 bis 1945 zu Italien gehörte. In dieser Zeit lag Postumia nahe der Grenze zu Slowenien bzw. Jugoslawien, einer Grenze, die lange eine Art „Front“ darstellte. Die italienische Armee baute in der Umgebung viele militärische Anlagen wie Bunker und Stollen, und auch viele Höhlenteile wurden damals erschlossen bzw. durch Tunnel verbunden. Der Versuch, durch einen Stollen die Pivka Jama, einen Teil der Postojnska Jama mit der Planinska Jama zu verbinden, scheiterte jedoch. Dieser Tunnel hätte die Grenze unterquert und man hätte die Höhle mehrere Kilometer jenseits der Grenze wieder verlassen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Postojna Teil der neugegründeten jugoslawischen Teilrepublik Slowenien. Schnell wurde die Stadt erneut zum Touristenziel. Die Adelsberger Grotte, die Höhlen von Postojna, erreichte in den 1980er Jahren Besucherzahlen von 1 Million pro Jahr. Nachdem Slowenien 1991 seine Unabhängigkeit erklärte, kam es zum militärischen Konflikt zwischen Slowenien und Rest-Jugoslawien. Obwohl der Krieg nach 10 Tagen beendet war, brach der Tourismus ein. Dies war für Postojna wirtschaftlich schwierig, da die Besucherzahlen dramatisch zurückgingen. Erst mit dem Ende des Krieges in Kroatien erreichten die Besucherzahlen wieder ihr vorheriges Niveau. In der Nähe von Postojna, bei der Pivka Jama (Poikhöhle), besteht ein großer Campingplatz. Persönlichkeiten
Siehe auchLiteratur
Weblinks
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