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PrÀsident der Vereinigten Staaten

Siegel des PrÀsidenten
Der amtierende PrÀsident Barack Obama

Der PrĂ€sident der Vereinigten Staaten von Amerika (engl. amtl. President of the United States of America) ist sowohl Staatsoberhaupt als auch Regierungschef der Vereinigten Staaten und ferner Oberbefehlshaber der amerikanischen StreitkrĂ€fte. Eine Wahlperiode betrĂ€gt vier Jahre, eine Wahl in das Amt ist in Folge höchstens zweimal zulĂ€ssig. Aktueller Amtsinhaber und 44. PrĂ€sident ist seit dem 20. Januar 2009 der Demokrat Barack Obama, welcher als erster Afroamerikaner im Amt des PrĂ€sidenten gilt.[1][2][3]

Der jeweilige Amtsinhaber ist stets eine der bekanntesten öffentlichen Personen ĂŒberhaupt. Vor allem wĂ€hrend des Kalten Krieges wurde der amerikanische PrĂ€sident auch als Leader of the Free World (FĂŒhrer der freien Welt) bezeichnet.[4]

Inhaltsverzeichnis

Verfassungsrechtliche Stellung

Die Position des PrÀsidenten wird in Artikel II der Verfassung beschrieben. Vorschriften zu seiner Wahl und Amtszeit sind durch den 12., 20., 22., 23. und 25. Verfassungszusatz geregelt.

Der PrĂ€sident ist Staatsoberhaupt, Regierungschef und Oberbefehlshaber zugleich. Damit verkörpert er die Exekutive, die ausfĂŒhrende Gewalt, der amerikanischen Bundesebene. Ihn kontrollieren jedoch der Kongress (Legislative, das Parlament) und die Bundesgerichte (Judikative).

Dem Gedanken der Gewaltenteilung entsprechend darf der PrĂ€sident daher auch nicht Mitglied des Kongresses oder eines Bundesgerichts sein. Trotzdem sind die Bereiche nicht vollstĂ€ndig voneinander getrennt, sonst wĂŒrde die Kontrolle nicht funktionieren. So kann der PrĂ€sident beispielsweise einzelne KongressbeschlĂŒsse durch sein Veto zeitweilig verhindern, und zum Regieren bedarf der PrĂ€sident oftmals der Zusammenarbeit mit dem Kongress. In den USA spricht man von checks and balances, von der Austarierung, Balance, die zwischen den Staatsorganen herrscht, damit keines ĂŒbermĂ€chtig wird.

Staatsoberhaupt

Siegel des PrĂ€sidenten auf Half-Dollar-MĂŒnze

Der PrĂ€sident ist als Staatsoberhaupt der Vereinigten Staaten Inhaber des höchsten Staatsamts. Er schließt im Namen der Vereinigten Staaten VertrĂ€ge, die vom Senat mit Zweidrittelmehrheit ratifiziert werden mĂŒssen; er entsendet â€“ mit Zustimmung des Senats â€“ Diplomaten der Vereinigten Staaten und empfĂ€ngt Gesandte anderer Staaten offiziell.

Er ernennt â€“ wiederum mit Zustimmung des Senats â€“ die Richter der Bundesgerichte, insbesondere die Richter des Obersten Gerichtshofs, und alle sonstigen Bundesbeamten. Die Ernennung der obersten Richter erfolgt auf Lebenszeit.

Die Befugnis zur Ernennung der sonstigen Bundesbeamten ist vom Kongress mit Ausnahme der wichtigsten Positionen weiterdelegiert worden. Der PrĂ€sident kann, wenn der Senat nicht versammelt ist, eine Person ernennen, selbst wenn dafĂŒr die Senatszustimmung erforderlich wĂ€re (recess appointment). Diese Ernennung gilt jedoch nur bis zum Ende der jeweiligen Sitzungsperiode des Senates.

Die Vereinigten Staaten verwendeten als eine der ersten modernen Demokratien die Bezeichnung „PrĂ€sident“ (an Stelle eines Monarchen) fĂŒr das Staatsoberhaupt. Die meisten republikanischen Staaten haben diese Amtsbezeichnung seither in Anlehnung an das amerikanische Vorbild ĂŒbernommen.

Regierungschef

Der PrĂ€sident ist auch der Regierungschef der Vereinigten Staaten: Er fĂŒhrt das von ihm â€“ mit Zustimmung des Senats â€“ ernannte Kabinett. Zwar ist der PrĂ€sident in der Zusammenstellung frei, doch ein Regierungsmitglied kann erst mit finanziellen Mitteln etwas bewirken, und fĂŒr diese ist wiederum die Zustimmung des Kongresses vonnöten.

Gleichzeitig hat der PrĂ€sident weitere wichtige politische Berater, die dem Kabinett nicht angehören und im Executive Office zusammengefasst sind. Der PrĂ€sident besitzt im Kabinett eine vollstĂ€ndige Richtlinienkompetenz, da er einen Minister (secretary) jederzeit entlassen kann. Der PrĂ€sident hat dem Kongress von Zeit zu Zeit Bericht ĂŒber die Lage der Nation zu erstatten. Das geschieht meist in der jĂ€hrlichen State of the Union Address.

Oberbefehlshaber

Der PrĂ€sident ist Oberbefehlshaber der StreitkrĂ€fte und auch der Nationalgarde der Bundesstaaten, sofern sich diese im Einsatz fĂŒr den Bund befinden. Obwohl das Recht zur KriegserklĂ€rung nach Artikel I Abschnitt 8 der Verfassung dem Kongress zusteht, kann der PrĂ€sident den Truppen selbstĂ€ndig nahezu alle Befehle erteilen, sofern er gewisse parlamentarische Kontrollrechte wahrt und nicht formal einen Krieg erklĂ€rt.

Über den Einsatz von Atomwaffen entscheidet die National Command Authority (NCA), die vom PrĂ€sidenten und dem Verteidigungsminister gemeinsam gebildet wird. Beide mĂŒssen unabhĂ€ngig voneinander fĂŒr einen Einsatz stimmen, jeder der beiden hat also ein Vetorecht.

Zusammenarbeit mit dem Kongress

Der PrĂ€sident wird nicht vom Kongress (dem Parlament) gewĂ€hlt und kann von diesem nicht entlassen werden. Oftmals gehört der PrĂ€sident einer anderen Partei an als die Mehrheit der Abgeordneten. Allerdings sollte sich ein PrĂ€sident möglichst um die UnterstĂŒtzung des Parlamentes bemĂŒhen, denn das Parlament ist wichtig zur Gesetzgebung, ohne die man praktisch kaum regieren kann.

Der PrĂ€sident hat als Verkörperung der Exekutive zum Beispiel formal keine Möglichkeit, dem Kongress Gesetzesvorhaben vorzulegen. In der Praxis werden daher vom PrĂ€sidenten geförderte GesetzentwĂŒrfe von dem PrĂ€sidenten nahestehenden Abgeordneten in die zustĂ€ndige Kammer eingebracht. Außerdem kann der PrĂ€sident durch informelle Einflussnahme, unter anderem auch durch seine Rede zur Lage der Nation, Entscheidungen des Kongresses in die von ihm gewĂŒnschte Richtung zu lenken versuchen. Stimmt er mit der Linie des Kongresses ĂŒberhaupt nicht ĂŒberein, so kann er gegen ein Gesetz ein Veto einlegen, das vom Kongress nur mit Zweidrittelmehrheit in beiden Kammern zurĂŒckgewiesen werden kann. Der PrĂ€sident kann jedoch unter keinen UmstĂ€nden den Kongress auflösen.

Der Kongress kann durch ein bestimmtes Verfahren, das Amtsenthebungsverfahren (Impeachment), den PrĂ€sidenten von seinem Amt entheben. Zu beachten ist hierbei, dass das Impeachment kein politisches, sondern ein strafrechtliches Verfahren darstellt. Es kann nur eingeleitet werden, wenn dem PrĂ€sidenten GesetzesverstĂ¶ĂŸe vorzuwerfen sind. Wenn durch das ReprĂ€sentantenhaus in einfacher Mehrheit ein Beschluss zum Impeachment gefasst wurde, wird vom Senat nach einem gerichtsartigen Verfahren ein Urteil gefĂ€llt – der PrĂ€sident kann mit einer Zweidrittelmehrheit des Amtes enthoben werden.

Wahl

Die Wahl des PrĂ€sidenten ist relativ kompliziert. Sie besteht aus Vorwahlen (primaries) zur Bestimmung der PrĂ€sidentschaftskandidaten einer Partei, der Volkswahl sowie der anschließenden Wahl durch die WahlmĂ€nner. Schließlich erfolgt die ZĂ€hlung der WahlmĂ€nnerstimmen.

Voraussetzungen

Ein Kandidat, fĂŒr die PrĂ€sidentschaft wie fĂŒr die VizeprĂ€sidentschaft, muss in den USA geboren und mindestens 35 Jahre alt sein. Ferner muss er seit mindestens 14 Jahren seinen Wohnsitz in den Vereinigten Staaten haben.

Insbesondere die Vorschrift, dass der PrĂ€sident gebĂŒrtiger US-Amerikaner sein muss, wird durchaus hinterfragt, da Einwanderer einen großen Teil der Bevölkerung ausmachen. Hintergrund der Vorschrift war ursprĂŒnglich das Bestreben, Briten vom PrĂ€sidentenamt fernzuhalten. Der gebĂŒrtige Österreicher Arnold Schwarzenegger, von 2003 bis 2011 Gouverneur von Kalifornien, galt als einer der bekanntesten Kandidaten im Falle der Aufhebung dieser Vorschrift, zu der allerdings eine VerfassungsĂ€nderung notwendig wĂ€re.

Vorwahlen

Jeder PrĂ€sidentschaftskandidat der beiden großen Parteien, also der Demokraten und der Republikaner, benötigt die BestĂ€tigung durch den Parteitag. Die Delegierten einer Partei fĂŒr diesen Parteitag werden in Vorwahlen (primaries) bestimmt.

WĂ€hrend ein amtierender und wieder antretender PrĂ€sident in der Regel unangefochten wieder von seiner Partei nominiert wird, ist das Auswahlverfahren in der Partei des Herausforderers deutlich spannender. Die Delegiertenmandate werden entsprechend der BevölkerungsgrĂ¶ĂŸe in den einzelnen Bundesstaaten vergeben. Dadurch kann der Sieg in mehreren großen Bundesstaaten in Verbindung mit der Tatsache, dass dem Kandidaten alle Delegiertenstimmen des Staates zufallen, fĂŒr einen Kandidaten bereits die Parteinominierung bedeuten. Deshalb wird schon in diesen Vorwahlen, die je nach Bundesstaat nur fĂŒr Parteimitglieder oder fĂŒr alle der Partei nahestehenden WĂ€hler offen sind, mit großem Aufwand Wahlkampf gemacht. Die dafĂŒr notwendigen Mittel werden neben dem Eigenanteil des Kandidaten wesentlich ĂŒber Spenden beschafft.

Nach Abschluss der Vorwahlen werden auf großen Parteitagen der jeweiligen Parteien die entsprechenden Kandidaten formal bestĂ€tigt. Gleichzeitig gibt der PrĂ€sidentschaftskandidat an, wen er als Kandidaten fĂŒr die VizeprĂ€sidentschaft nominiert. Auch dieser Kandidat wird in der Regel vom Parteitag bestĂ€tigt.

Wahltag

Barack Obama am 4. November 2008, als das Volk gewÀhlt hat

Die Wahl zum PrĂ€sidenten findet stets am ersten Dienstag nach dem ersten Montag im November â€“ also dem Dienstag zwischen dem 2. und dem 8. November â€“ in einem Jahr statt, das durch vier ohne Rest teilbar ist (2000, 2004, 2008 usw.). Dieser Tag hat folgenden Hintergrund: Zum einen sollte die Wahl nach der Ernte stattfinden. Zum anderen sollten die Wahllokale aufgesucht werden können, ohne auf den sonntĂ€glichen Kirchgang zu verzichten. Da in der GrĂŒnderzeit die Wahllokale hĂ€ufig weit entfernt waren, erschien der Dienstag als sinnvoller Tag, um die Lokale nach dem Kirchgang erreichen zu können. Die WĂ€hler stimmen dabei fĂŒr eines der möglichen aus PrĂ€sidentschaftskandidat und VizeprĂ€sidentschaftskandidat bestehenden tickets. HĂ€ufig stehen mehr als die zwei VorschlĂ€ge der beiden großen Parteien auf dem Wahlzettel, obwohl diese in aller Regel keine Chancen auf den Wahlsieg haben.

Bei der Entscheidung, wer zum PrĂ€sidenten (und zum VizeprĂ€sidenten) gewĂ€hlt ist, zĂ€hlt jedoch nicht, wer bundesweit die meisten WĂ€hlerstimmen erhalten hat. Vielmehr wird diese Entscheidung einem WahlmĂ€nnerkollegium ĂŒberlassen. Das WahlmĂ€nnerkollegium besteht aus 538 Personen, die von den WĂ€hlern in den einzelnen Bundesstaaten und im Bundesdistrikt gewĂ€hlt werden. Diese Zahl entspricht der Gesamtzahl der Abgeordneten im ReprĂ€sentantenhaus (435) und im Senat (100) sowie dreier WahlmĂ€nner fĂŒr den sonst im Kongress nicht vertretenen Regierungsbezirk Washington D.C.

Es entfallen alle WahlmĂ€nner aus einem Bundesstaat auf den Vorschlag, der in jenem Bundesstaat die meisten Stimmen erhalten hat. Somit kann es vorkommen, dass ein PrĂ€sidentenkandidat zwar von mehr Amerikanern gewĂ€hlt worden ist als sein Konkurrent, dass der Konkurrent jedoch mehr WahlmĂ€nner bekommen hat und von diesen zum PrĂ€sidenten gewĂ€hlt wird. Das ist beispielsweise im Jahre 2000 dem Demokraten Al Gore passiert, der mehr WĂ€hlerstimmen, aber weniger WahlmĂ€nner hinter sich hatte als der Republikaner George W. Bush. (Weitere Beispiele siehe unten unter Verschiedenes.) Der offensichtliche Gewinner am Wahltag wird, wenn er seine erste Amtsperiode antritt, als President-elect (deutsch: „gewĂ€hlter PrĂ€sident“) tituliert. Verschiedene Gesetze sind darauf ausgerichtet, dem President-elect die Einarbeitung in das Amt zu erleichtern, und enthalten Nachfolgeregelungen fĂŒr den Fall seiner NichtwĂ€hlbarkeit durch das WahlmĂ€nnerkollegium.

WahlmÀnnerkollegium

→ Hauptartikel: Electoral College

Von der Öffentlichkeit weitgehend unbeachtet, treffen sich die WahlmĂ€nner der Staaten in den einzelnen Bundesstaaten im Dezember nach der Wahl zur Stimmabgabe: Das 538-köpfige WahlmĂ€nnerkollegium tritt als solches also nie zusammen. Die WahlmĂ€nner geben ihre Stimmen fĂŒr PrĂ€sident und VizeprĂ€sident getrennt ab. Sie sind zwar gehalten, die Stimme demjenigen Kandidaten zu geben, auf dessen Konto sie gewĂ€hlt wurden; das wird jedoch durch die geheime Wahl oder durch sehr niedrige Strafen im Falle des Nichteinhaltens nicht verhindert. Aus diesem Grund kommt es regelmĂ€ĂŸig vor, dass einzelne WahlmĂ€nner entgegen dem WĂ€hlerauftrag stimmen. Allerdings hat ein solcher faithless elector (untreuer Wahlmann) noch nie dazu gefĂŒhrt, dass der andere Kandidat gewĂ€hlt wurde.

Bis 1800 wurden PrĂ€sident und VizeprĂ€sident nicht getrennt gewĂ€hlt, sondern der Erstplatzierte wurde PrĂ€sident, der zweite VizeprĂ€sident. Nachdem die Wahl 1800 zu einem Gleichstand zwischen Thomas Jefferson und Aaron Burr gefĂŒhrt hatte, wurde diese Regel durch den 1804 in Kraft getretenen 12. Verfassungszusatz geĂ€ndert.

AuszÀhlung und Vereidigung

Die vielleicht berĂŒhmteste Vereidigung: Lyndon B. Johnson legt am 22. November 1963 den Eid ab, zwei Stunden nachdem sein VorgĂ€nger John F. Kennedy ermordet wurde. Rechts neben Johnson an Bord des PrĂ€sidentenflugzeugs steht die Witwe Kennedys.

Anfang Januar nach der Wahl werden die Stimmabgaben der WahlmĂ€nner in den 51 Gebietseinheiten dann in einer seltenen gemeinsamen Sitzung von Senat und ReprĂ€sentantenhaus ausgezĂ€hlt. Diese Aufgabe kommt dem PrĂ€sidenten des Senats, also dem noch amtierenden VizeprĂ€sidenten, zu. Nach Ende der AuszĂ€hlung verkĂŒndet dieser, wer zum PrĂ€sidenten und zum VizeprĂ€sidenten gewĂ€hlt worden ist. Hat keiner der Kandidaten eine absolute Mehrheit der WahlmĂ€nnerstimmen (also 270) auf sich vereinigt, so wĂ€hlt gegebenenfalls das ReprĂ€sentantenhaus den PrĂ€sidenten und der Senat den VizeprĂ€sidenten. Ein solcher Fall ist jedoch angesichts der meist eindeutigen Zweiteilung des amerikanischen Parteiensystems seit rund zweihundert Jahren nicht mehr vorgekommen. Der letzte PrĂ€sident, der durch das ReprĂ€sentantenhaus gewĂ€hlt wurde, war John Quincy Adams im Jahr 1824, nachdem die damalige Wahl keine eindeutige Mehrheit der WahlmĂ€nnerstimmen erbracht hatte.

Am auf die Wahl folgenden 20. Januar schließlich wird zunĂ€chst der VizeprĂ€sident, dann der PrĂ€sident um genau 12.00 Uhr Ortszeit in der Bundeshauptstadt vereidigt. Zwischen Volkswahl im November und Vereidigung liegen also ĂŒber zwei Monate. Das ist nicht nur sinnvoll, weil es noch WahlmodalitĂ€ten gibt und der GewĂ€hlte seine Regierungsmannschaft noch zusammenstellen muss. In frĂŒheren Zeiten dauerte das Reisen noch wesentlich lĂ€nger als heute, darum fand vor 1933 die Vereidigung sogar erst am 4. MĂ€rz statt.

Der Eid lautet:

„I (Name) do solemnly swear (or: affirm) that I will faithfully execute the office of President of the United States, and will, to the best of my ability, preserve, protect, and defend the Constitution of the United States.“

deutsch: „Ich, (Name), schwöre (oder: gelobe) feierlich, dass ich das Amt des PrĂ€sidenten der Vereinigten Staaten getreulich ausĂŒben und die Verfassung der Vereinigten Staaten nach besten KrĂ€ften erhalten, schĂŒtzen und verteidigen werde.“

Traditionellerweise legt der PrĂ€sident den Eid auf eine Bibel ab und fĂŒgt die Worte „so help me God“ („so wahr mir Gott helfe“) hinzu; das gehört aber nicht zur verfassungsmĂ€ĂŸig vorgeschriebenen Eidesformel.[5] Mit der Vereidigung tritt der PrĂ€sident in die Rechte und Pflichten seines Amtes ein.

Amtszeit

Gruppenbild der PrÀsidenten Gerald Ford, Richard Nixon, George Bush Sr., Ronald Reagan und Jimmy Carter am 4. November 1991
Gruppenbild der PrÀsidenten George Bush Sr., Barack Obama, George W. Bush, Bill Clinton und Jimmy Carter am 7. Januar 2009

Die Amtszeit des PrĂ€sidenten betrĂ€gt vier Jahre. Sie beginnt am 20. Januar um 12:00 Uhr und endet nach vier Jahren wieder um dieselbe Zeit. Scheidet der PrĂ€sident durch Tod, RĂŒcktritt, Amtsenthebung oder AmtsunfĂ€higkeit vorher aus dem Amt aus, so wird der VizeprĂ€sident sofort neuer PrĂ€sident. Dessen Amtszeit endet mit dem ursprĂŒnglichen Ende der Amtszeit des VorgĂ€ngers. Scheidet der VizeprĂ€sident vorher aus dem Amt, so findet der 25. Verfassungszusatz Anwendung, demzufolge der PrĂ€sident mit Zustimmung von Senat und ReprĂ€sentantenhaus einen neuen VizeprĂ€sidenten ernennen kann. Gibt es zum Zeitpunkt der Vakanz des PrĂ€sidentenamtes trotzdem keinen VizeprĂ€sidenten, so regelt der Presidential Succession Act, dass der Vorsitzende des ReprĂ€sentantenhauses PrĂ€sident wird. Steht dieser nicht zur VerfĂŒgung, sind ein bestimmtes Senatsmitglied und dann die Kabinettsmitglieder die nĂ€chsten in der Reihe.

GrundsĂ€tzlich darf seit 1951 jeder PrĂ€sident nur einmal wiedergewĂ€hlt werden, unabhĂ€ngig davon, ob die Wiederwahl anschließend an die erste Amtsperiode oder spĂ€ter erfolgt. Hat ein VizeprĂ€sident die ĂŒbrige Amtszeit seines VorgĂ€ngers als PrĂ€sident ausgefĂŒllt, so gilt dies nur als Amtsperiode, wenn er lĂ€nger als zwei Jahre PrĂ€sident war. Eine Person kann also höchstens zehn Jahre PrĂ€sident sein, zweimal vier Jahre als gewĂ€hlter PrĂ€sident und zusĂ€tzlich zwei Jahre als Nachfolger eines verstorbenen oder zurĂŒckgetretenen VorgĂ€ngers.

Demzufolge hĂ€tte Lyndon B. Johnson 1968 erneut kandidieren dĂŒrfen. Der VizeprĂ€sident Kennedys wurde nach dessen Ermordung im November 1963 PrĂ€sident. Im Januar 1965 wurde Johnson nach gewonnener Wahl erneut vereidigt, verzichtete aber 1968 auf eine erneute Wiederwahl und schied 1969 aus dem Amt. Gerald Ford hingegen wurde im August 1974 Nachfolger des im Januar 1973 erneut vereidigten Richard Nixon. WĂ€re Ford 1976 gewĂ€hlt worden, hĂ€tte er 1980 nicht mehr kandidieren können, da er von Nixons Amtszeit mehr als zwei Jahre lang das Amt des PrĂ€sidenten bekleidete.

Vor der Verabschiedung des 22. Verfassungszusatzes 1951 gab es noch keine formelle BeschrĂ€nkung der Wiederwahl. Allerdings hatte der erste PrĂ€sident, George Washington, auf eine dritte Amtszeit verzichtet und dies auch seinen Nachfolgern empfohlen. Daran hielten sich fast alle, bis auf Theodore Roosevelt, der 1912 (vergeblich) fĂŒr eine dritte Amtszeit kandidierte, und Franklin D. Roosevelt. Dieser kandidierte erfolgreich 1940 fĂŒr eine dritte und 1944 fĂŒr eine vierte Amtszeit, starb aber im April 1945 wenige Monate nach Beginn seiner vierten Amtsperiode im Amt. Der Nachfolger von Franklin D. Roosevelt, Harry S. Truman, initiierte 1951 den Verfassungszusatz, der nur noch die einmalige Wiederwahl zulĂ€sst.

Entlohnung und Privilegien

Dem ersten PrĂ€sidenten, George Washington, stand ein jĂ€hrliches Gehalt in Höhe von 25.000 US-Dollar zu, das er als wohlhabender Mann nicht annahm. Seit 2001 erhĂ€lt der PrĂ€sident ein Gehalt in Höhe von 400.000 $ pro Jahr. Traditionell dient das Gehalt des PrĂ€sidenten, des höchsten AmtstrĂ€gers in den Vereinigten Staaten, als Obergrenze fĂŒr die Bezahlung von Regierungsangestellten. Daher musste 2001, als sich das Gehalt von hohen Beamten dem des PrĂ€sidenten immer weiter annĂ€herte, die Entlohnung des PrĂ€sidenten angehoben werden, um diese Beamten weiterhin nach diesem Muster bezahlen zu können.

Die heutigen PrĂ€sidenten können im Weißen Haus leben und arbeiten, allerdings wird ihnen die private Nutzung der KĂŒche in Rechnung gestellt − es sei denn, es handelt sich um ein offizielles Staatsbankett. Sie können an Bord der Air Force One und anderer dem PrĂ€sidenten zur VerfĂŒgung stehender Verkehrsmittel alle Dinge erledigen, die zur ErfĂŒllung ihrer Aufgaben notwendig sind. Ferner steht dem Amtsinhaber der Landsitz des PrĂ€sidenten in Camp David zur VerfĂŒgung, auf den auch auslĂ€ndische WĂŒrdentrĂ€ger hĂ€ufig eingeladen werden.

Der PrĂ€sident und seine Familie werden jederzeit vom Secret Service beschĂŒtzt. Bis 1997 stand dieses Privileg auch allen frĂŒheren PrĂ€sidenten und ihren Familien bis zum Tod des PrĂ€sidenten zu. Seither gilt das nur noch fĂŒr höchstens zehn Jahre nach dem Ausscheiden aus dem Amt.

Hinzu kommen Privilegien wie ein kostenloses BĂŒro, ein Diplomatenpass und Haushaltsmittel fĂŒr BĂŒrohilfe und Assistenten. Jedoch erhalten PrĂ€sidenten erst seit 1958 eine Pension, nachdem sie das Amt verlassen haben. Im Jahr 2008 betrug die Pension 191.300 US-Dollar pro Jahr.[6] Seit Herbert Hoovers PrĂ€sidentschaft (1929-1933) bauen frĂŒhere PrĂ€sidenten regelmĂ€ĂŸig eine eigene PrĂ€sidentenbibliothek auf, die vornehmlich der Bewahrung und Erforschung der NachlĂ€sse der jeweiligen PrĂ€sidenten dient.

Amtssitz

Das Weiße Haus, Amtssitz des PrĂ€sidenten

Der PrĂ€sident hat seinen traditionellen Amtssitz im Weißen Haus in Washington. Das Haus, mit dessen Grundsteinlegung 1792 die Stadtbebauung der heutigen amerikanischen Hauptstadt begann, steht seit 1800 dem amerikanischen PrĂ€sidenten und seiner Familie zur VerfĂŒgung. Es wurde 1814 im Britisch-Amerikanischen Krieg zerstört und 1819 wiederaufgebaut.

Das Oval Office im WestflĂŒgel des Weißen Hauses, das Arbeitszimmer des US-PrĂ€sidenten, wird durch umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen geschĂŒtzt. Ein Bunker unter dem OstflĂŒgel des Weißen Hauses, das Presidential Emergency Operations Center, schĂŒtzt den PrĂ€sidenten und seinen Stab in NotfĂ€llen.

Protokollarische Ehren

Der PrĂ€sident der Vereinigten Staaten fĂŒhrt keine weiteren Titel − die protokollarisch korrekte Anrede ist schlicht The President bzw. Mr. President. Die Frage, mit welchen protokollarischen Ehren und Titeln der PrĂ€sident zu bedenken sei, war eine der ersten Fragen, die den ersten Kongress im FrĂŒhjahr und Sommer 1789 beschĂ€ftigten. Insbesondere VizeprĂ€sident John Adams sowie die Mehrheit der Senatoren sprachen sich fĂŒr die EinfĂŒhrung von Titeln aus. So schlug ein Senatskomitee die Anrede „His Highness the President of the United States of America, and Protector of their Liberties“ vor, und einer verbreiteten, aber wohl unwahren Legende zufolge soll Washington selbst die Anrede „His High Mightiness“ favorisiert haben. Die Mehrheit des ReprĂ€sentantenhauses weigerte sich jedoch, jegliche Titel einzufĂŒhren, die nicht von der Verfassung vorgesehen waren, so dass bis heute die bloße Amtsbezeichnung auch die korrekte Anrede darstellt.

Bei öffentlichen Auftritten des PrĂ€sidenten erklingt - wie vom Verteidigungsministerium 1952 festgelegt - als PrĂ€sidialsalut nach vier ruffles and flourishes (Trommelwirbel und Fanfaren) die Melodie, selten das Lied „Hail to the Chief“. Stattdessen kann auch das Abspielen der Nationalhymne „The Star-Spangled Banner“ erfolgen.[7]

Transportmittel

Um auch wĂ€hrend der Abwesenheit vom Amtssitz die AmtsgeschĂ€fte wahrnehmen zu können, kann der PrĂ€sident unter anderem auf zwei besonders ausgestattete Flugzeuge vom Typ Boeing 747 zurĂŒckgreifen. Sie sind im Volksmund als „Air Force One“ bekannt. Allerdings ist diese Bezeichnung nicht diesen zwei Flugzeugen fest zugewiesen. Vielmehr erhĂ€lt jedes Luftfahrzeug der amerikanischen LuftstreitkrĂ€fte den Rufnamen „Air Force One“, sobald sich der PrĂ€sident an Bord befindet. Luftfahrzeuge des Marine Corps erhalten den Rufnamen „Marine One“. Diesen Rufnamen erhĂ€lt derzeit der Hubschrauber, welchen der PrĂ€sident hauptsĂ€chlich fĂŒr den Transport vom Weißen Haus zur Andrews Air Force Base (Heimatflugplatz der Regierungsflugzeuge) verwendet. Der vorher fĂŒr diesen Zweck verwendete Hubschrauber des Heeres trug analog den Rufnamen „Army One“. „Navy One“ und „Coast Guard One“ sind die entsprechenden Rufnamen fĂŒr Luftfahrzeuge der Marine und der KĂŒstenwache. „Navy One“ wurde erstmalig verwendet, als George W. Bush 2003 den FlugzeugtrĂ€ger „USS Abraham Lincoln“ mit einem DĂŒsenflugzeug der Navy besuchte. „Coast Guard One“ wurde bislang noch nicht verwendet. „Executive One“ ist der Rufname fĂŒr Zivilflugzeuge, bei denen sich der PrĂ€sident an Bord befindet.

Als Dienstwagen steht dem PrĂ€sidenten ein Cadillac DTS der Version 2006 zur VerfĂŒgung, inoffiziell auch als „Cadillac One“ bezeichnet. Der neue Cadillac von PrĂ€sident Obama trĂ€gt auch den Spitznamen „The Beast“.[8]

Verschiedenes

Wahl

  • Aufgrund des WahlmĂ€nnersystems kann es vorkommen, dass ein Kandidat PrĂ€sident wird, obwohl sein Gegenkandidat mehr Stimmen erhalten hat:
  • Gerald Ford war vom 9. August 1974 bis zum 20. Januar 1977 PrĂ€sident, ohne je vom amerikanischen Volk als PrĂ€sident oder VizeprĂ€sident gewĂ€hlt worden zu sein. PrĂ€sident Richard Nixon hatte Ford fĂŒr das Amt des VizeprĂ€sidenten nominiert, nachdem Spiro Agnew am 10. Oktober 1973 aufgrund von KorruptionsvorwĂŒrfen zurĂŒckgetreten war. Ein knappes Jahr spĂ€ter, als Nixon aufgrund der Watergate-AffĂ€re selbst zurĂŒckgetreten war, rĂŒckte Ford ins PrĂ€sidentenamt auf. Er kandidierte dann 1976 fĂŒr eine zweite Amtszeit, verlor jedoch diese Wahlen und der Demokrat Jimmy Carter zog ins Weiße Haus ein.
  • Als erste Frau kandidierte 1872 â€“ lange bevor Frauen in den USA auf Bundesebene das aktive Wahlrecht hatten â€“ Victoria Woodhull fĂŒr die PrĂ€sidentschaft.
  • 14 PrĂ€sidenten waren zuvor VizeprĂ€sident. Acht (Tyler, Fillmore, A. Johnson, Arthur, T. Roosevelt, Coolidge, Truman, L. Johnson) ĂŒbernahmen das Amt aufgrund des Todes des PrĂ€sidenten, einer (Ford), weil der PrĂ€sident wĂ€hrend der Amtszeit zurĂŒcktrat. Vier amtierende VizeprĂ€sidenten (J. Adams, Jefferson, van Buren, G. Bush) wurden in einer regulĂ€ren Wahl unmittelbar zum PrĂ€sidenten gewĂ€hlt, bei einem PrĂ€sidenten (Nixon) lagen zwischen dem Ende der Amtszeit als VizeprĂ€sident und dem Beginn der PrĂ€sidentschaft acht Jahre.
  • Nur ein einziges Mal - unter PrĂ€sident John Adams (einem Föderalisten) - gehörten PrĂ€sident und VizeprĂ€sident unterschiedlichen politischen Lagern an, da Adams' VizeprĂ€sident Thomas Jefferson den Republikaner-Demokraten angehörte. Abraham Lincoln (ein Republikaner) und Andrew Johnson (ein Demokrat des FlĂŒgels seiner Partei, der fĂŒr die Fortsetzung des BĂŒrgerkriegs plĂ€dierte) gehörten ebenfalls unterschiedlichen Parteien an, waren aber gemeinsam im Rahmen der Wahlplattform der National Union Party angetreten.
  • Nur zwei PrĂ€sidenten wurden bislang ohne die Stimmen ihres Heimatstaats gewĂ€hlt: James K. Polk (er gewann 1844 weder North Carolina, wo er geboren wurde, noch Tennessee, wo er lebte und Gouverneur gewesen war) und Woodrow Wilson (New Jersey, bei seiner Wiederwahl 1916).

Amtszeiten

  • 13 PrĂ€sidenten gewannen zwei aufeinanderfolgende Wahlen, Franklin D. Roosevelt gewann als einziger vier (aufeinanderfolgende) Wahlen (1932, 1936, 1940 und 1944). Grover Cleveland gewann als einziger PrĂ€sident in der Geschichte der USA zwei nicht direkt aufeinanderfolgende Wahlen: Er war von 1885 bis 1889 und erneut von 1893 bis 1897 PrĂ€sident und wird deshalb auch zweimal gezĂ€hlt, nĂ€mlich als 22. und 24. PrĂ€sident.
  • 12 PrĂ€sidenten waren zwei (aufeinanderfolgende) Amtszeiten im Amt.
  • George W. Bush war seit 1820 der erste PrĂ€sident mit zwei vollen Amtszeiten, der auf einen PrĂ€sidenten mit zwei vollen Amtszeiten (Bill Clinton) folgte. 1820 wurde James Monroe wiedergewĂ€hlt, dessen VorgĂ€nger James Madison ebenfalls wiedergewĂ€hlt worden war. Auch James Madisons VorgĂ€nger Thomas Jefferson war wiedergewĂ€hlt worden. Geht man allerdings davon aus, dass der VorgĂ€nger des wiedergewĂ€hlten William McKinley - Grover Cleveland - trotz seiner zwei getrennten Amtszeiten als wiedergewĂ€hlt gilt, so ist die Wiederwahl von William McKinley als die letzte (vor der Wahl George W. Bushs) anzusehen, in der zwei wiedergewĂ€hlte PrĂ€sidenten aufeinander folgten.
  • Mit einem Monat die kĂŒrzeste Amtszeit hatte 1841 der im Amt verstorbene William Henry Harrison; mit zwölf Jahren am lĂ€ngsten amtierte 1933–1945 der im Amt verstorbene Demokrat Franklin D. Roosevelt, der als einziger viermal gewĂ€hlt (dreimal wiedergewĂ€hlt) wurde (1932, 1936, 1940 und 1944).
  • „KurzzeitprĂ€sidentschaften“ oder „PrĂ€sidenten fĂŒr einen Tag“ gibt es nicht und hat es nie gegeben. David Rice Atchison wird nachgesagt, einen Tag lang als Stellvertreter des SenatsprĂ€sidenten PrĂ€sident gewesen zu sein, da zwischen dem Ende der Amtszeit James K. Polks und der Vereidigung Zachary Taylors ein Tag lag (vom 4. auf den 5. MĂ€rz 1849) und auch die Amtszeiten der VizeprĂ€sidenten bereits beendet waren bzw. noch nicht begonnen hatten. Es handelt sich jedoch um eine Legende. Auch der 25. Verfassungszusatz von 1967 lĂ€sst - anderslautenden GerĂŒchten zum Trotz - dergleichen nicht zu. Dieses Amendment sieht vor, dass der PrĂ€sident sich selbst fĂŒr vorĂŒbergehend amtsunfĂ€hig erklĂ€ren und seine Befugnisse auf den VizeprĂ€sidenten ĂŒbertragen kann, was bisher dreimal geschehen ist, 1985, 2002 und 2007 (in allen drei FĂ€llen jeweils wegen einer Darmspiegelung). Das bedeutet aber nur, dass seine „Befugnisse und Obliegenheiten vom VizeprĂ€sidenten als amtierendem PrĂ€sidenten wahrgenommen“ werden, nicht aber, dass - wie es im Falle des Todes des PrĂ€sidenten wörtlich bestimmt ist - dass „der VizeprĂ€sident PrĂ€sident [wird]“. Es gab also 1985 nicht stundenweise einen PrĂ€sidenten George Bush, und es gab 2002 und 2007 keinen PrĂ€sidenten Dick Cheney.
  • Dass jedoch der VizeprĂ€sident nach dem Tode des PrĂ€sidenten selbst als PrĂ€sident gilt, nicht etwa lediglich als amtierender PrĂ€sident, ist auf den ersten nachrĂŒckenden VizeprĂ€sidenten ĂŒberhaupt - John Tyler - zurĂŒckzufĂŒhren, der nach dem Tode William Henry Harrisons darauf bestand, dass er selbst PrĂ€sident sei, eine Interpretation, die er entscheidend beförderte und die vom 25. Verfassungszusatz zuletzt ausdrĂŒcklich anerkannt wurde.

Trivia

  • Barack Obama ist der dritte afroamerikanischer Politiker (nach Jesse Jackson und Shirley Chisholm), der sich fĂŒr das Amt des PrĂ€sidenten beworben hat, und der erste, der in dieses Amt gewĂ€hlt wurde.
  • Der Ă€lteste PrĂ€sident war Ronald Reagan, der das Amt im Alter von 69 Jahren antrat. Der jĂŒngste PrĂ€sident war Theodore Roosevelt, der im Alter von 42 Jahren vereidigt wurde. Da Roosevelt als VizeprĂ€sident ohne Wahl ins Amt aufrĂŒckte, war John F. Kennedy mit 43 der jĂŒngste direkt ins Amt gewĂ€hlte PrĂ€sident.
  • Alle US-PrĂ€sidenten, die zwischen 1840 und 1960 in einem auf 0 endenden Jahr gewĂ€hlt wurden, verstarben im Amt oder wurden ermordet. Dieser Zufall ist als „Tecumsehs Fluch“ bekannt, da William Henry Harrison, der 1840 gewĂ€hlt wurde, die von Tecumseh gefĂŒhrten Indianer besiegt hatte. Der 1980 gewĂ€hlte Ronald Reagan entging diesem Schicksal, hatte jedoch einen Attentatsversuch zu ĂŒberstehen.
  • 88 Prozent der US-PrĂ€sidenten waren ĂŒberdurchschnittlich groß. Die beiden grĂ¶ĂŸten Amtsinhaber waren Abraham Lincoln und Lyndon B. Johnson mit einer KörpergrĂ¶ĂŸe von 193 cm. Der kleinste PrĂ€sident, James Madison war nur 163 cm groß. Barack Obama, der aktuelle Amtsinhaber ist 185 cm groß und liegt damit u.a. auf Rang 8.[9][10][11]
  • Herbert Hoover konnte den Ruhestand nach Ende seiner Amtszeit am lĂ€ngsten genießen. Er starb 11.554 Tage, also ĂŒber 31 Jahre, spĂ€ter. Nur wenige PrĂ€sidenten nahmen nach ihrer Amtszeit noch politische Ämter wahr, wie John Quincy Adams (im ReprĂ€sentantenhaus), William Howard Taft (als Oberster Richter) oder Andrew Johnson, der kurz vor seinem Tode 1875 nochmals zum US-Senator gewĂ€hlt wurde.
  • Acht PrĂ€sidenten sind im Amt verstorben. Die HĂ€lfte von ihnen starb durch Mord mit einer Schusswaffe; drei dieser vier waren Republikaner. George W. Bush war der achte PrĂ€sident in Folge, der nicht im Amt verstorben ist. Das kam bisher nur bei den ersten acht PrĂ€sidenten vor.
  • Durchschnittlich (wie derzeit auch im Falle Barack Obamas) sind drei oder vier ExprĂ€sidenten bei Amtsantritt eines neuen PrĂ€sidenten noch am Leben. Als Abraham Lincoln sein Amt antrat, waren mit fĂŒnf die bisher meisten ExprĂ€sidenten am Leben - Martin Van Buren, John Tyler, Millard Fillmore, Franklin Pierce und James Buchanan. Diese Anzahl konnten erst Bill Clinton (Richard Nixon, Gerald Ford, Jimmy Carter, Ronald Reagan, George H. W. Bush) und nach ihm George W. Bush wieder erreichen (bei dessen Amtsantritt lebten Gerald Ford, Jimmy Carter, Ronald Reagan, sein eigener Vater George Bush und Bill Clinton). Nach dem Tode Lyndon B. Johnsons im Jahr 1973 ergab es sich wĂ€hrend der PrĂ€sidentschaft Richard Nixons, dass kein ExprĂ€sident mehr am Leben war.
  • Außergewöhnlich viele PrĂ€sidenten wurden entweder in Virginia (acht) oder Ohio (sieben) geboren. Erster PrĂ€sident, der bereits in den USA und nicht noch in den britischen Kolonien geboren worden war, war Martin Van Buren. Barack Obama ist der erste PrĂ€sident, der außerhalb des amerikanischen Kontinents geboren wurde, nĂ€mlich auf Hawaii.
  • Vom militĂ€rischen Standpunkt ranghöchster PrĂ€sident war George Washington als General of the Armies (der Rang wurde ihm allerdings lediglich postum verliehen). Ihm folgen Dwight D. Eisenhower als General of the Army mit 5 Sternen und Ulysses S. Grant als General of the Army mit 4 Sternen. Abgesehen von den PrĂ€sidenten, die nicht in den StreitkrĂ€ften dienten, war der rangniederste PrĂ€sident James Buchanan im Rang eines Private (Gemeiner) wĂ€hrend des Kriegs von 1812.
  • Nach US-PrĂ€sidenten wurden u. a. naturwissenschaftliche PhĂ€nomene (Coolidge-Effekt), Inseln (Roosevelt-Insel) und Berge benannt (unter anderem eine Reihe von Bergen in verschiedenen US-Bundesstaaten nach Thomas Jefferson; Mount Jefferson in Oregon ist nur einer davon).
  • Am Mount Rushmore sind die vier PrĂ€sidenten George Washington (1. US-PrĂ€sident), Thomas Jefferson (3.), Abraham Lincoln (16.) und Theodore Roosevelt (26.) abgebildet.
  • Bei Proben zu ReprĂ€sentationsveranstaltungen wird fĂŒr die Position des PrĂ€sidenten die AbkĂŒrzung POTUS (President of the United States) verwendet.
  • Im Jahr 2008 kĂ€mpften mit Barack Obama und John McCain zwei LinkshĂ€nder um die PrĂ€sidentschaft. In diesem Zusammenhang richtete sich die Aufmerksamkeit der Medien hĂ€ufig darauf, dass fĂŒnf der sieben PrĂ€sidenten seit 1974 (Gerald Ford, Ronald Reagan, George Bush sen., Bill Clinton und Barack Obama) LinkshĂ€nder waren und sind, und dass seit 1977 kein LinkshĂ€nder das PrĂ€sidentenamt gegen einen RechtshĂ€nder verloren hat.
  • Martin Van Buren war der erste und bisher einzige PrĂ€sident, dessen Muttersprache nicht Englisch war. In seinem Elternhaus wurde NiederlĂ€ndisch gesprochen.
  • Seit Franklin Roosevelt (Amtszeit: 1933–1945) unterzeichnen manche PrĂ€sidenten bedeutende Gesetze mit mehreren FĂŒllfedern, um diese dann als Dank und Erinnerung an wesentliche UnterstĂŒtzer beim Zustandekommen des Gesetzes zu ĂŒbergeben. So wurde beispielsweise der Civil Rights Act von 1964 mit 75 FĂŒllern unterschrieben. Andere, wie beispielsweise George W. Bush, unterzeichneten dagegen mit einem FĂŒllhalter und ĂŒbergaben ungebrauchte Andenken. Oft ist in den betreffenden FĂŒllfedern ein Schriftzug eingraviert. Manche FĂŒller werden von den Beschenkten fĂŒr Unterschriften genutzt, die fĂŒr sie bedeutend sind, oder spĂ€ter in Museen ausgestellt.[12]

Verwandtschaftliche Beziehungen

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Spitznamen

FĂŒr alle PrĂ€sidenten wurden vor, wĂ€hrend oder nach ihrer Amtszeit Spitznamen geprĂ€gt, welche in der Presse und im allgemeinen Sprachgebrauch Verwendung fanden. So wurden z.B. einfache AbkĂŒrzungen wie JFK fĂŒr John F. Kennedy, und Bezeichnungen wie Ike (Dwight D. Eisenhower), Tricky Dick (Richard Nixon) oder Dubya (George W. Bush) hĂ€ufig verwendet[13].

Siehe auch

Literatur

  • Presidential Studies Quarterly. 1977-heute (vierteljĂ€hrlich erscheinende Fachzeitschrift)
  • Lewy, Leonard W.(Hrsg.), Louis Fischer (Hrsg.): Encyclopedia of the American Presidency. 4 BĂ€nde, New York 1994.
  • Weiss, Christine Der US-PrĂ€sident als Inszenierung: Ehe, Familie und Privates in der politischen Kommunikation. Nomos Verlag. September 2008. ISBN 978-3-83293872-7

Weblinks

 Commons: PrĂ€sident der Vereinigten Staaten â€“ Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Obama bezeichnet sich selbst als „African American“: New York Times: Racism and Obama's Census Form. Letzter Abruf: 7. Januar 2011.
  2. ↑ Seine Wahl wurde aufgrund seiner Hautfarbe als historisch angesehen: MSNBC: Barack Obama elected 44th president. The Guardian: Barack Obama to be America's first black president. Letzter Abruf: 7. Januar 2011.
  3. ↑ Es gibt eine öffentliche Debatte um seine Selbstbezeichnung: Time: Is Obama Black Enough? Letzter Abruf: 7. Januar 2011. New York Times: Our First Black President? Letzter Abruf: 7. Januar 2011.
  4. ↑ Als Beispiel des heutigen Gebrauchs dieser Redewendung Daring to Believe, Blacks Savor Obama Victory, Diane Cardwell, New York Times vom 5. Januar 2008.
  5. ↑ Die Library of Congress fĂŒhrt eine Liste der Bibeln, auf die die verschiedenen PrĂ€sidenten ihren Eid abgelegt haben.
  6. ↑ Former Presidents Act (FPA). U.S. Senate (1958). Abgerufen am 5. Januar 2007.
  7. ↑ Music.tv.edu.
  8. ↑ http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,601388,00.html
  9. ↑ Braden, Waldo W., Abraham Lincoln, LSU Press, 1993. ISBN 0-8071-1852-4
  10. ↑ Robert Dallek: Lyndon B. Johnson: Portrait of a President, Oxford University Press S.11
  11. ↑ Phillips, Louis, Ask Me Anything About the Presidents, HarperCollins, 1992. ISBN 0-380-76426-1
  12. ↑ Claire Suddath: Why Did Obama Use So Many Pens to Sign the Health Care Bill?, Time.com, 23. MĂ€rz 2010
  13. ↑ Liste der Nicknames aller PrĂ€sidenten
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