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Mit Praxeologie wird in Philosophie, Wirtschaftswissenschaft oder Soziologie eine allgemeine Theorie des menschlichen Handelns bezeichnet. Der Begriff wird auf Alfred Espinas zurückgeführt.[1]
In der Philosophie ist sie die Lehre von den Erfahrungsregeln und beschreibt, wie man bestimmte Handlungsweisen ausgestalten und ethisch rechtfertigen kann. In der Wirtschaftswissenschaft ist mit dem Begriff Praxeologie eine Auffassung von der reinen Theorie verknüpft, die wie im apriorischen Denkansatz von Ludwig von Mises denknotwendige, streng allgemeine Sätze aus den Begriffen des zweckrationalen Entscheidungshandelns logisch ableitet. In der Soziologie bezieht man sich damit häufig auf den Ansatz von Pierre Bourdieu.
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Für Ludwig von Mises ist Praxeologie die Lehre vom menschlichen Handeln schlechthin. Sie steht als Wissenschaftsdisziplin eigenständig neben Ethik, Naturwissenschaft und Geschichte. Die subjektivistische Nationalökonomie erweitert mit der Theorie der Wahlakte das von der klassischen Nationalökonomie bearbeitete Forschungsgebiet. Mit dem Problem der Wirtschaftlichkeit besitzt die Ökonomie ihr autonomes Untersuchungsfeld. Alles Handeln ist schon vom Begriff her rational, weil es nicht anders von der Theorie zu erfassen ist.[2]
Hans Albert kritisiert die Verquickung von normativer (ordnungspolitischer) Problemstellung und dem Erklärungsproblem von wirtschaftlichen Verhaltensweisen und Institutionen (wie etwa zu lösen versucht durch eine Marktsoziologie) als politische Ideologie. Sie werde mittels der Begriffskonfusion hinsichtlich von "Rationalität" logisch erschlichen. [3] Insbesondere sei es logisch nicht möglich, die ethische Bewertung von Mitteln durch die Neutralisierung der Ziele auszuschalten; denn dies liefe auf die Regel hinaus, der Zweck heilige jedes Mittel.[4]
Pierre Bourdieu entwickelte in den frühen 1970er Jahren in seiner Studie Entwurf einer Theorie der Praxis auf der ethnologischen Grundlage der kabylischen Gesellschaft[5] die Praxeologie als Theorie der Praxis.