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| Pro Tools | |
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| Hauptfenster von Pro Tools 10 unter Mac OS X | |
| Basisdaten | |
| Entwickler | Avid |
| Aktuelle Version | 10.0.1 / 9.0.6 / 8.0.5 (11. Oktober 2011) |
| Betriebssystem | Mac OS X / Windows |
| Kategorie | Musiksoftware |
| Lizenz | Proprietär |
| Deutschsprachig | nein |
| Avid | |
Pro Tools ist eine Software zur Musikproduktion des amerikanischen Unternehmens Avid, welches das Programm 1995 von Digidesign aufkaufte. Seit Version 9 wird Pro Tools erstmals auch als reiner Sequenzer vertrieben, nachdem das Produkt viele Jahre lediglich als hochintegrierte DAW erhältlich war, d.h. Pro Tools konnte nur in Verbindung mit entsprechender Hardware erworben werden. Die aktuelle Version 10 ist für Mac OS X und Windows verfügbar und besonders in professionellen Tonstudios verbreitet.
Inhaltsverzeichnis |
Prinzipiell ähnelt die Handhabe von Pro Tools – wie bei anderen Digital Audio Workstations auch – der Kombination von Mehrspurrekorder und Mischpult, wobei die Besonderheit in den zusätzlich an die Hand gegebenen Werkzeugen liegt, die sich so nur digital verwirklichen lassen. Entsprechend finden sich im Programm zwei Haupt-Ansichten; die des Edit-Fensters und die des Mix-Fensters. Neben standardmäßig beinhalteten Funktionen zum Aufnehmen von MIDI und Audio, zum Schneiden, Nachbearbeiten und Mischen kann das Programm modular um Plug-ins für EQ, Hall, Tonhöhenkorrektur, Sampling oder Ampmodeling erweitert werden, jedoch muss hier oft auf Fremdanbieter zurückgegriffen werden. Bedientechnische Eigenart ist u.a. das so genannte Smart Tool, was es ermöglicht, mit ein und demselben Werkzeug zu trimmen, zu markieren, zu verschieben und Fades zu setzen.
Pro Tools unterstützt Sampleraten von bis zu 192 kHz und Auflösungen von 16 oder 24 Bit. Akzeptierte Medienformate sind WAV-, AIFF-, MP3- und SDII-Audiodateien, sowie QuickTime-Videos.
Die Software ist in verschiedenen Versionen erhältlich:
Ehemals gab es folgende fünf Varianten, welche nur mit Hardware des Unternehmens Avid benutzt werden konnten:
Pro Tools wurde ursprünglich von Peter Gotcher und Evan Brooks entwickelt, welche an der Universität Berkeley ein Studium der Elektrotechnik und Informatik absolvierten. Die Anfänge von Pro Tools liegen im Jahr 1984, als beide mit der Programmierung der Software Sound Designer begannen, deren Verwendungszweck darin lag, Samples für das Keyboard E-MU Emulator editieren zu können.[1] Ihre Software wuchs an Funktionalität und wurde nach einiger Zeit entsprechend in Sound Tools umbenannt. Als deren Integration in das 1987 veröffentlichte Emulator III-Keyboard jedoch von E-MU abgelehnt wurde, gründeten Gotcher und Brooks die Firma Digidesign, um ihr Programm eigenmächtig zu vertreiben.[2] Der erste offizielle Release von Sound Tools folgte am 20. Januar 1989 auf der amerikanischen Musikmesse NAMM.
Die erste Veröffentlichung von Pro Tools war 1991. Zu diesem Zeitpunkt kostete das Programm etwa 6000$ (USD) und es konnten bis zu vier Spuren gleichzeitig bearbeitet werden.[3]
Pro Tools war zu Beginn eine reine Audiosoftware und wurde schrittweise um MIDI-Funktionen erweitert. Alternative Programme wie Cubase, Logic und Digital Performer begannen dagegen als MIDI-Software, die um Audiofunktionen erweitert wurde. Daraus resultieren unterschiedliche Stärken und Schwächen im Bedienungskonzept. Pro Tools gilt bis heute als vorbildlich für Audiobearbeitung, jedoch bis Erscheinen der Version 8 als weniger praktisch für MIDI-Editing. Viele Musikproduzenten (u.a. Just Blaze, Firzt Play) kombinieren Pro Tools deshalb mit Logic oder Digital Performer, zumal beide die Digidesign-TDM-Hardware direkt unterstützen.
Große Bedeutung hat Pro Tools in der Filmindustrie im Bereich Postproduktion erlangt und gilt dort neben Nuendo als Quasi-Standard für Tonschnitt und Sounddesign. Im Jahr 2004 erhielt der Hersteller Avid (damals noch unter dem Namen Digidesign) einen Oscar (die Sonderauszeichnung Academy Award of Merit) für sein Produkt Pro Tools.[4]
Die HD-Systeme benutzen zu ihrer Berechnung den TDM-Bus (Time Division Multiplexing). Hierbei wird die Berechnung von TDM-Plugins, anders als bei den LE-Systemen nicht von der/den CPU(s) übernommen, sondern von vielen DSPs die sich auf einer oder mehreren speziellen Erweiterungskarten des Computers befinden. Es gibt verschiedene Ausbaustufen des HD-Systems.
Das HD 1 besitzt entweder nur eine sogenannte "HD Core"-PCI(e)-Karte, an der ein Interface angeschlossen werden kann oder eine "Accel Core"-PCI(e)-Karte (von eng. accelerated, beschleunigt), auf der die DSPs zur Audioberechnung sind.
Das HD 2 besitzt zusätzlich zu einer "HD-Core"-Karte noch eine "Accell Core"-Karte.
Ein HD 3-System beinhaltet eine "HD-Core"-Karte und noch 2 zusätzliche "Accell Core"-Karten.
In der Regel sind bei einem HD 3-System alle PCI(e)-Slots eines Rechners schon belegt. Mittels Magma Chassis lassen sich Computer um weitere externe PCI-Steckplätze erweitern. So kann das HD-System noch um weitere "Accel Core"-Karten erweitert werden.
Pro Tools erlaubt das modulare Einbinden von Plug-ins für die Realisierung verschiedenster Audio-Effekte. Dabei bedient man sich zur digitalen Kommunikation eines eigenen Standards: Real Time Audio Suite, kurz RTAS, ist eine proprietäre Plug-in-Schnittstelle, die von Digidesign entwickelt wurde. Die Schnittstelle ist im Gegensatz zu VST nicht offengelegt. Im Gegensatz zu der ebenfalls von Pro Tools verwendeten TDM-Schnittstelle wird die Rechenleistung nativ (auf der Rechner-CPU) und nicht auf der externen Pro-Tools-Hardware durchgeführt.
Für den Datentransfer zwischen Aufnahmegeräten und Pro Tools benötigt man spezifische Hardware, je nach System kann dies eine interne Soundkarte, ein externes Audio-Interface oder auch ein DAW-Mischpult sein. Diese werden je nach Version und Preiskategorie über FireWire, USB oder Ethernet angeschlossen. Neben einem AD-Wandler kann solche Hardware auch Vorverstärker für Mikrofon- und Kopfhörerbuchsen, sowie DSPs zur Auslagerung von Rechenprozessen für die Signalverarbeitung beinhalten.
Seit November 2011 ist das Pro Tools-System offen und unterstützt somit Hardware von Fremdherstellern. Zuvor war ausschließlich Hardware von Digidesign und M-Audio (beides Marken von Avid) zugelassen, die neben dem iLok-USB-Key wie eine Art Dongle fungierten.
Die Entwicklung von neuen Features und Implementierung bei der Hardware benötigte durch die proprietäre Hardware, mangels Wettbewerb, länger als bei Konkurrenzprodukten. Diesen Umstand nutzten Unternehmen, wie Solid State Logic aus, um eigene Interfaces mit offiziell nicht unterstützten Features zu entwickeln und zu vertreiben. Auf diese Weise konnte MADI mittels Pro Tools genutzt werden. Die Fremdhardware simulierte in Pro Tools vier virtuelle "192 I/O"-Interfaces von Digidesign. Auf diese Weise konnten bis zu 64 Ein- und Ausgänge über Lichtwellenleiter genutzt werden.
Ein Controller ist eine Hardware, die als Bedienhilfe für die Software eingesetzt wird; er erleichtert die Steuerung von Pro Tools: Statt nur mit Computer-Tastatur und Maus, können mit seiner Hilfe visuelle Elemente der Pro Tools-Oberfläche – wie etwa Schaltflächen, Schiebe- und Drehregler – real bedient und haptisch erfasst werden.
Erhältliche Modelle für Pro Tools sind: