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| Strukturformel | |||||||||
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| L-Prolin (links) bzw. D-Prolin (rechts) | |||||||||
| Allgemeines | |||||||||
| Name | Prolin | ||||||||
| Andere Namen |
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| Summenformel | C5H9NO2 | ||||||||
| CAS-Nummer |
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| PubChem | 8988 | ||||||||
| ATC-Code | |||||||||
| DrugBank | NUTR00047 | ||||||||
| Kurzbeschreibung |
farbloser Feststoff mit aminartigem Geruch[1] | ||||||||
| Eigenschaften | |||||||||
| Molare Masse | 115,13 g·molâ1 | ||||||||
| Aggregatzustand |
fest | ||||||||
| Dichte |
1,35â1,38 g·cmâ3 (25 °C)[1] | ||||||||
| Schmelzpunkt |
Zersetzung: 220â222 °C (D- und L-Form)[1] | ||||||||
| pKs-Wert | |||||||||
| Löslichkeit |
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| Sicherheitshinweise | |||||||||
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| LD50 |
> 5110 mg·kgâ1 (Ratte, oral) [1] | ||||||||
| Soweit möglich und gebrÀuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen. | |||||||||
L-Prolin, abgekĂŒrzt Pro oder P, [systematischer Name: (S)-Pyrrolidin-2-carbonsĂ€ure] ist eine nichtessentielle proteinogene heterocyclische sekundĂ€re α-AminosĂ€ure und wird wegen seiner Biosynthese aus Pyrrolin-2-carbonsĂ€ure (genauer: (S)- 3,4-Dihydro- 2H-pyrrol- 2-carbonsĂ€ure) manchmal fĂ€lschlich als IminosĂ€ure (eine heute obsolete Klassifizierung) bezeichnet.
Innerhalb von Proteinen kommt es sowohl in cis- als auch in trans-gebundener Konfiguration vor. L-Prolin hat erheblichen Einfluss auf die Faltung von Proteinen, da es wie Glycin aufgrund der hĂ€ufig vorkommenden cis-Amidbindung α-Helices und ÎČ-FaltblĂ€tter unterbrechen kann. Es kann auch eigene Motive bilden, die hĂ€ufig als Signalsequenz fĂŒr andere Proteine wirken.
Inhaltsverzeichnis |
Der Name Prolin stammt von Emil Fischer und leitet sich vom Pyrrolidin ab.
FĂŒr die Biosynthese inklusive Strukturformeln siehe Abschnitt Weblinks
L-Prolin wird biochemisch aus L-Glutamat hergestellt. HierfĂŒr werden insgesamt ein MolekĂŒl ATP sowie zwei MolekĂŒle ReduktionsĂ€quivalente in Form von NADPH benötigt.
L-Prolin ist die Vorstufe des L-Hydroxyprolins, das unter Beteiligung des Vitamins C nach Einbau in Kollagen entsteht und dessen mechanischen Eigenschaften bestimmt (Mangelerkrankung: Skorbut). Katalysiert durch eine Hydroxylase werden Prolylreste, je nach ihrer Position im Protein, entweder am ÎČ- oder am Îł-Atom des Tetrahydropyrrolringes modifiziert.
Prolin liegt ĂŒberwiegend als âinneres Salzâ bzw. Zwitterion vor, dessen Bildung dadurch zu erklĂ€ren ist, dass das Proton der Carboxygruppe an das einsame Elektronenpaar des Stickstoffatoms der Aminogruppe wandert.
Im elektrischen Feld wandert das Zwitterion nicht, da es als Ganzes ungeladen ist. Genaugenommen ist dies am isoelektrischen Punkt (einem bestimmten pH-Wert) der Fall, bei dem das Prolin auch seine geringste Löslichkeit in Wasser hat.
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Dadurch, dass das Stickstoffatom des Prolins in der Peptidgruppe nicht mit einem H-Atom verbunden ist, kann keine WasserstoffbrĂŒckenbindung ausgebildet werden. An solchen Stellen einer Polypeptidkette tritt eine Störung der SekundĂ€rstruktur (Knick oder KrĂŒmmung) auf. Weitere Eigenschaften:
L-Prolin wird im menschlichen Körper z.B. fĂŒr die Bildung von Kollagen, dem Protein, aus dem Bindegewebe und Knochen bestehen, benötigt. Ferner wird es als âHelixbrecherâ bezeichnet und findet sich oft am Ăbergang einer Alpha-Helix zu einer anderen SekundĂ€rstruktur (hĂ€ufig Random Coil) wieder. L-Prolin wird in der Ăkotoxikologie als Biomarker verwendet, z. B. fĂŒr Trockenstress, Salzstress, da es von Pflanzen vermehrt produziert wird, wenn der Wasserhaushalt unter Stress gerĂ€t. L-Prolin als zyklische AminosĂ€ure wirkt als Puffer gegen manche Ionen, die ansonsten die EnzymtĂ€tigkeiten im Cytoplasma einschrĂ€nken könnten.
Enantiomerenreines Prolin ist als Element des chiralen Pools Ausgangssubstanz fĂŒr die Synthese des Evans-Auxiliars, des CBS-Reagenz, des Enders-Reagenzes (RAMP/SAMP) und ist ein vielbenutzter Katalysator in der Organokatalyse. Die Literatur ĂŒber die Verwendung von (S)- oder (R)-Prolin und deren Derivate in der stereoselektiven Synthese ist umfangreich.[4] Ein L-Prolin-Derivat dient als chiraler Selektor in der enantioselektiven DĂŒnnschichtchromatographie[5]. Der therapeutisch und wirtschaftlich bedeutende Arzneistoff Captopril wird aus L-Prolin synthetisiert.
Alanin | Arginin | Asparagin | AsparaginsÀure | Cystein | Glutamin | GlutaminsÀure | Glycin | Histidin | Hydroxylysin | Isoleucin | Leucin | Lysin | Methionin | Phenylalanin | Prolin | Pyrrolysin | Selenocystein | Selenomethionin | Serin | Threonin | Tryptophan | Tyrosin | Valin