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Die Prolyl-4-Hydroxylase (4-PH) (auch: Procollagenprolin-Dioxygenase) ist ein Enzymkomplex in Wirbeltieren, der die Hydroxylierung von Prolylresten in Proteinen katalysiert. Dabei handelt es sich um eine posttranslationale Modifikation. Sie ist essentiell für die Biosynthese des Kollagens.[1]
Inhaltsverzeichnis |
Mithilfe molekularen Sauerstoffs (O2) werden bestimmte Prolylreste des physiologischen Substrats Kollagen hydroxyliert. Dabei geht jeweils ein Sauerstoffatom auf α-Ketoglutarat, welches (durch Decarboxylation) zum Succinat wird, das andere auf den Prolylrest, welcher zum 4-Hydroxyprolyl wird. Dabei können gleichzeitig zwei verschiedene Reaktionen ablaufen:[2]
Bei der ersten Reaktion werden also nicht beide Atome eines Sauerstoffmoleküls auf dasselbe Substrat übertragen, sondern auf zwei verschiedene.
Es handelt sich um ein Tetramer aus zwei α- und zwei β-Untereinheiten. Die α-Untereinheit kann beim Menschen von drei möglichen paralogen Genen codiert sein, wobei es jeweils noch Isoformen durch alternatives Spleißen gibt. Bei der zweiten Untereinheit handelt es sich um eine Proteindisulfid-Isomerase, die, an der posttranslationalen Modifikation von Proteinen teilnehmend, in hoher Konzentration als Chaperon fungieren kann. Sie ist außerdem Untereinheit des MTTP-Proteins.[3]
| Name | Gen | Protein-Größe (aa) |
UniProt | OMIM | Kommentar |
|---|---|---|---|---|---|
| 4-PH α-1 | P4HA1 | 534 | P13674 | 176710 | ER-Lumen. Isoformen 1,2. EC 1.14.11.2 |
| 4-PH α-2 | P4HA2 | 514 | O15460 | 600608 | ER-Lumen. Isoformen IIa, IIb. EC 1.14.11.2 |
| 4-PH α-3 | P4HA3 | 525 | Q7Z4N8 | 608987 | ER-Lumen, Plazenta, Leber, fetales Gewebe. Isoformen 1,2. EC 1.14.11.2 |
| PDI | P4HB | 491 | P07237 | 176790 | ubiquitär, multifunktionell, EC 5.3.4.1 |
Die Prolylhydroxylase ist eine mischfunktionelle Hydroxylase oder Dioxygenase.
In ihrem aktiven Zentrum befindet sich reduziertes Eisen (Fe2+), welches kurzfristig ein Elektron abgeben kann.
Kofaktoren: Zur Aktivität benötigt es α-Ketoglutarat, zur Regeneration Ascorbat (siehe Ascorbinsäure#Physiologische Bedeutung). Außerdem sind für die Aktivität das Substrat und molekularer Sauerstoff sowie Abwesenheit spezifischer Inhibitoren erforderlich.
Prolylhydroxylasen sind bei der Biosynthese von Kollagen erforderlich, kommen also in allen Wirbeltier-Fibroblastenzellen und Bindegewebezellen sowie vielen anderen Zellen vor, werden aber nicht in allen Körperzellen exprimiert.
Die Enzymaktivität kann durch Bleomycin[4] stimuliert werden.
Prolylhydroxylasen können durch Poly(L-Prolin)[5], durch Poly(ADP-Ribose)[6] oder durch Erythropoetin (EPO, siehe Erythropoietin#Induktoren der EPO-Synthese) spezifisch inhibiert werden.