Puerto Montt-41.4722222222-72.9402777778 Koordinaten: 41° 28′ S, 72° 56′ W
Puerto Montt ist eine Hafenstadt in Chiles Süden. Sie hat 175.938 Einwohner (Stand: 2002)[1], eine Fläche von 1.673 Quadratkilometern und ist das Verwaltungszentrum der Región de los Lagos und der Provinz Llanquihue. Hier leben 16,39 Prozent der Bevölkerung dieser Provinz.
GeographiePuerto Montt liegt etwa 1.100 Kilometer südlich der Hauptstadt Santiago. 30 Kilometer östlich der Stadt liegt der Vulkan Calbuco mit 2003 Metern Höhe. Er ist einer der aktivsten Vulkane in Chile, die letzte Eruption fand 1961 statt. KlimaDie Temperaturen schwanken zwischen einer mittleren Temperatur von 6,6 °C im Juni und 14,5 °C im Januar. Die Region ist regenreich (Jahresniederschlagsmenge um 1.700 mm), wobei der Südsommer trockener ist. GeschichteDatei:Plano de Puerto Montt 1859.jpg Puerto Montt 1859. Datei:Puerto Montt Panorama 1862 Lithografie.jpg Puerto Montt 1862. Panorama Datei:Puerto Montt 1896 Plano Nicanor Bolona.jpg Puerto Montt 1896. Stadtplan Hafen von Puerto Montt, vermutlich um 1899. Aufgenommen auf einer der Expeditionen des Geographen Hans Steffen. Westlich von Puerto Montt liegt der archäologische Fundort Monte Verde, der als eine der ältesten menschlichen Siedlungsspuren auf dem amerikanischen Kontinent gilt. Bereits vor 12.000–14.000 Jahren lebten Jäger und Sammler in der Region. Die Interpretation von 25.000–30.000 Jahre altem verkohltem Holz in der Fundstätte als ebenfalls menschlichen Ursprungs ist nicht allgemein anerkannt. Anfang 1552 erreichten die spanischen Konquistadoren unter Pedro de Valdivia erstmals das südliche Extrem des chilenischen Zentraltals im Bereich des heutigen Puerto Montt.[2] Die ausdauernde und heftige Gegenwehr der indigenen Bevölkerung, der von den Spaniern so genannten Araukaner, führte dazu dass keine beständige Kolonisierung gelang. Nach dem Tod von Valdivia konnten die Araukaner die Spanier sogar erfolgreich zurückdrängen. Es ist überliefert, dass Anfang des 17. Jahrhunderts im heutigen Stadtgebiet von Puerto Montt eine Siedlung der Huilliche existierte, an der Mündung des Estero Cayenel in den Golf von Reloncaví, wo sich heute die Straße Lota befindet. Deren Kazike Cayenel soll 1603 den letzten vernichtenden Angriff auf die spanische Kolonie Osorno ausgeführt haben.[3][4] Aufgrund der von Präsident Manuel Montt und seinem Berater Bernhard Philippi ab dem europäischen Revolutionsjahr 1848 geförderten Einwanderung aus Deutschland, die zur territorialen Integration der Seenregion in den chilenischen Staat beitrug, wurden deutsche Kolonisten angesiedelt. Am 12. Februar 1853 wurde von Vicente Pérez Rosales die Siedlung Melipulli gegründet, was in der Sprache der Mapuche etwa Vier Hügel bedeutet. Der Grundriss wurde in der für koloniale Gründungen typischen schachbrettartigen Form angelegt, sodass geradlinige Straßen von 20m Breite quadratische Blöcke mit 50m Seitenlänge umschlossen. Am 22. Oktober 1861 wurde die Siedlung zur Stadt erklärt und zu Ehren des Präsidenten Manuel Montt Torres in Puerto Montt (Montt-Hafen) umbenannt. Im Jahr 1885 hatte die Stadt 3.480 Einwohner[5], darunter viele Deutsche, die eine eigene protestantische Kirche und Schule hatten. Auch in der Umgebung gab es mehrere deutsche Kolonien[6]. Am 22. Mai 1960 wurde die Stadt von einem schweren Erdbeben stark zerstört. SehenswürdigkeitenVor allem die Seenregion um Puerto Montt ist sehenswert. Die Stadt selbst bietet einen kunsthandwerklichen Markt und Fischspezialitäten im Hafengebiet Angelmo. Puerto Montt ist Station und Ausgangspunkt diverser Kreuzfahrten (v. a. Patagonien und Chiloé) und auch bei Trekking-Freunden als Ausgangspunkt für Touren beliebt. Vor Puerto Montt liegt die kleine Insel Tenglo. Nördlich der Stadt liegt der riesige Llanquihue-See, ein sehr beliebtes Ausflugsziel. Wirtschaft und VerkehrDer Schwerpunkt des Wirtschaftslebens liegt im Handel und Verkehr, daneben spielen der Fischfang und die Fischverarbeitung sowie die Verschiffung von Holz aus den Urwäldern eine Rolle. Flughafen und Hafen der Stadt bilden den Ausgangspunkt für die Versorgung des chilenischen Südens (Patagonien); außerdem ist Puerto Montt der primäre Anlaufpunkt des Verkehrs von der Insel Chiloé. Faktisch endet der ausgebaute Teil der Panamericana in Puerto Montt. Richtung Süden führt die Fernstraße Carretera Austral. Söhne und Töchter der Stadt
Städtepartnerschaften
Weblinks
Einzelnachweise
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