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| Strukturformel | |||||||
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| Allgemeines | |||||||
| Name | Purin | ||||||
| Andere Namen |
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| Summenformel | C5H4N4 | ||||||
| CAS-Nummer | 120-73-0 | ||||||
| PubChem | 1044 | ||||||
| Kurzbeschreibung |
Farblose Nadeln [1] | ||||||
| Eigenschaften | |||||||
| Molare Masse | 120,11 g·molâ1 | ||||||
| Aggregatzustand |
fest | ||||||
| Schmelzpunkt | |||||||
| Löslichkeit |
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| Sicherheitshinweise | |||||||
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| LD50 | |||||||
| Soweit möglich und gebrÀuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen. | |||||||
Purin (R) ist eine heterobicyclische aromatische organische Verbindung mit vier Stickstoffatomen. Purine sind neben Pyrimidinen wichtige Bausteine der NukleinsĂ€uren. Sie sind nicht essentiell, sondern werden vom menschlichen Körper selbst gebildet. Tierische Lebensmittel enthalten viele Purine, da diese in Haut und Innereien in hoher Konzentration enthalten sind. Beim Menschen werden sie zu HarnsĂ€ure abgebaut und ĂŒber die Nieren ausgeschieden; bei verschiedenen anderen Tierarten erfolgt ein weitergehender Abbau (beispielsweise zu Allantoin bei Rindern). Daher leitet sich auch der Name von lat. purus = rein und acidum uricum = HarnsĂ€ure ab, da es das âreineâ GrundgerĂŒst der HarnsĂ€ure ist, die 1898 von Emil Fischer erstmals synthetisiert wurde.
Inhaltsverzeichnis |
Das MolekĂŒl kann als kondensiertes Ringsystem, zusammengesetzt aus den beiden Heterocyclen Pyrimidin (rot) und Imidazol (grĂŒn), aufgefasst werden. Deshalb lautet sein systematischer Name 7H-Imidazol[4,5-d]pyrimidin.
Das 7H-Purin steht mit seinem Isomer, dem 9H-Purin, in einem tautomeren Gleichgewicht.
Werden die Wasserstoffatome in den Positionen 2, 6 und 8 durch andere Reste ersetzt, ergeben sich verschiedene substituierte Purine:
| Name | Grundstruktur | R6 | R2 | R8 |
|---|---|---|---|---|
| Purin | |
âH | âH | âH |
| Adenin | âNH2 | âH | âH | |
| Guanin | âOH | âNH2 | âH | |
| HarnsĂ€ure | âOH | âOH | âOH | |
| Hypoxanthin | âOH | âH | âH | |
| 6-Purinthiol | âSH | âH | âH | |
| 6-Thioguanin | âSH | âNH2 | âH | |
| Xanthin | âOH | âOH | âH |
Auf Grund der MolekĂŒl-Abschnitte mit dem Grundmuster N=CâXâH (mit X = O, S oder NH) besteht die Möglichkeit der Tautomerie (siehe Lactam-Lactim-, Thiolactam-Thiolactim- und Ketimin-Enamin-Tautomerie):
Vom GrundgerĂŒst des Xanthins leiten sich auch einige Alkaloide, die Purinalkaloide, ab:
| Name | Grundstruktur | R1 | R2 | R3 |
|---|---|---|---|---|
| Koffein | |
âCH3 | âCH3 | âCH3 |
| Theobromin | âH | âCH3 | âCH3 | |
| Theophyllin | âCH3 | âCH3 | âH |
Purine binden an spezifische Rezeptoren in der Zellmembran, sog. purinerge Rezeptoren. Es gibt ionotrope und metabotrope purinerge Rezeptoren. Der physiologische Agonist dieser Rezeptoren ist ATP.
Die Purine werden im Organismus nicht als freie MolekĂŒle synthetisiert, sondern stets als Nukleotide. AusgangsmolekĂŒl ist das α-D-Ribose-5-phosphat, ein Zwischenprodukt des Pentosephosphatzyklus. Darauf wird das GrundgerĂŒst des Purins schrittweise aufgebaut, wobei verschiedene MolekĂŒle die einzelnen Bestandteile liefern:
Das Endprodukt dieser Synthesekette ist das Inosinmonophosphat (IMP), das Nukleotid des Hypoxanthins, welches in weiteren Schritten zu den Nukleotiden des Xanthinosins, Adenosins oder Guanosins umgebaut wird.
Beim Abbau der RNA entstehen neben den Mononukleotiden auch freie Basen und Nukleoside. Die Mononukleotide können dadurch wieder zurĂŒckgewonnen werden, dass die Purinbasen mit phosphorylierter Ribose und die Nucleoside durch Kinasen ihre Phosphatgruppe wieder erhalten.
Um als Bausteine der DNA dienen zu können, muss die Ribose (Zucker) der Nukleotide am C-2-Atom reduziert werden, die Hydroxy-Gruppe wird durch ein Wasserstoffatom ersetzt (nun heiĂt die Ribose Desoxy-Ribose) und es entstehen die Desoxy-Ribonukleotide. Bei RNA hingegen wird Ribose und nicht Desoxyribose als Zucker verwendet. RNA kommt gewöhnlich nicht als doppelstrĂ€ngiges MolekĂŒl (wie DNA) vor.
Von den Nucleosiden und Nucleotiden werden als erstes die Basen abgespalten. Diese werden zu HarnsĂ€ure oxidiert. Diese ist bei Landreptilien, Vögeln, vielen Insekten und Primaten das Endprodukt, das ĂŒber den Harn ausgeschieden wird. Andere Tiere bilden aus der HarnsĂ€ure Allantoin, Harnstoff oder Ammoniak.
Je nach Ort der Störung im Purin-Stoffwechsel ergeben sich verschiedene Krankheitsbilder:
Purin-Derivate und Purin-Analoga spielen als Antimetaboliten eine Rolle: Azathioprin unterdrĂŒckt das Immunsystem, 8-Azaguanin, 6-Purinthiol und 6-Thioguanin werden gegen bestimmte Krebsformen eingesetzt, Allopurinol gegen Gicht. N-Hydroxy-Purin und Purin-N-Oxide wirken karzinogen (krebserregend).