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Die Quadratwurzel (umgangssprachlich: "Wurzel", engl. "Square Root" (kurz sqrt)) einer nicht negativen Zahl <math>y</math> ist die nicht negative Zahl, deren Quadrat gleich der gegebenen Zahl <math>y</math> ist. Das Symbol für die Quadratwurzel aus <math>y</math> ist <math>\sqrt{y}</math>. Dabei wird die Zahl beziehungsweise der Rechenausdruck unter der Wurzel als Radikand bezeichnet. Weniger verbreitet ist die ausführlichere Schreibweise <math>\sqrt[2]{y}</math>. Außerdem kann man die Quadratwurzel als Potenz ausdrücken. <math>y^{\frac{1}{2}}</math> ist gleichwertig mit <math>\sqrt{y}</math>. Zum Beispiel ist wegen <math>3^2 = 3 \cdot 3 = 9</math> die Quadratwurzel von 9 gleich 3.
Da die Gleichung <math>x^2=y</math> für <math>y > 0</math> zwei Lösungen hat, definiert man üblicherweise die Quadratwurzel als die nicht negative der beiden Lösungen, d. h. es gilt immer <math>\sqrt{y}\geq 0</math>. Damit erreicht man, dass der Begriff der Quadratwurzel eindeutig ist. Die beiden Lösungen der Gleichung sind somit <math>x_1=\sqrt{y}</math> und <math>x_2=-\sqrt{y}</math>.
Inhaltsverzeichnis |
Bei der formalen Definition der Quadratwurzel sind zwei Probleme zu berücksichtigen:
Das Symbol für die Quadratwurzel wurde zum ersten Mal während des 16. Jahrhunderts benutzt. Es wird vermutet, dass das Zeichen eine modifizierte Form des kleinen r ist, das als Abkürzung für das lateinische Wort "radix" (Wurzel) steht. Ursprünglich wurde das Symbol dem Radikanden vorangestellt; die waagerechte Verlängerung fehlte. Noch Carl Friedrich Gauß verwendete daher Klammern für kompliziertere Wurzelausdrücke und schrieb zum Beispiel <math>\sqrt{}(b^2-4ac)</math> anstelle von <math>\sqrt{b^2-4ac}</math>.
Im Englischen wird die Quadratwurzel als "square root" bezeichnet, weshalb in vielen Programmiersprachen die Bezeichnung "sqrt" für die Quadratwurzelfunktion verwendet wird.
Definition: Die Quadratwurzel <math>\sqrt{x}</math> einer nicht-negativen reellen Zahl <math>x</math> ist diejenige nicht-negative reelle Zahl <math>r</math>, deren Quadrat <math>r^2 = r \cdot r</math> gleich <math>x</math> ist.
Gleichwertig dazu kann die reelle Quadratwurzel als Funktion so definiert werden: Sei
q:\; [0;\infty{[} &\rightarrow [0;\infty{[}\\
x&\mapsto y=x^2
\end{align}</math> die Einschränkung der Quadratfunktion auf die Menge der nichtnegativen reellen Zahlen. Die Umkehrfunktion dieser Funktion q heißt Quadratwurzelfunktion <math>y \mapsto x=\sqrt{y}</math>.
| Radikand | Radix Quadratwurzel | Radikand | Radix Quadratwurzel | |
|---|---|---|---|---|
| 1 | 1 | 121 | 11 | |
| 4 | 2 | 144 | 12 | |
| 9 | 3 | 169 | 13 | |
| 16 | 4 | 196 | 14 | |
| 25 | 5 | 225 | 15 | |
| 36 | 6 | 256 | 16 | |
| 49 | 7 | 289 | 17 | |
| 64 | 8 | 324 | 18 | |
| 81 | 9 | 361 | 19 | |
| 100 | 10 | 400 | 20 |
Die Eigenschaften der Quadratwurzelfunktion ergeben sich aus den Eigenschaften der Quadratfunktion für nichtnegative reelle Zahlen:
Selbst dann, wenn die Quadratwurzel aus einer natürlichen Zahl gezogen werden soll, ist das Ergebnis häufig eine irrationale Zahl, deren Dezimalbruchentwicklung also ein nicht-periodischer, nicht abbrechender Dezimalbruch ist (nämlich genau dann, wenn das Ergebnis nicht natürlich ist). Die Berechnung einer Quadratwurzel, die keine rationale Zahl ist, besteht also darin, einen Näherungswert ausreichender Genauigkeit zu bestimmen. Dazu gibt es eine Reihe von Möglichkeiten:
\sqrt{1+x} = \sum_{n=0}^\infty \binom{1/2}{n}\,x^n
&= \sum_{n=0}^\infty \binom{2n}{n}\,
\frac{ (-1)^n }{ (1-2n)\, 4^n }\,x^n\\
&= 1 + \frac{1}{2}x - \frac{1}{8}x^2 + \frac{1}{16} x^3 - \frac{5}{128} x^4 \pm \dots
\end{align}</math>
Eine Möglichkeit bietet der Kathetensatz:
Die Zahl <math>n</math>, deren Quadratwurzel gesucht ist, wird auf einer Zahlengeraden von Null aus aufgetragen. Über der Strecke zwischen <math>0</math> und <math>n</math> wird ein Halbkreis mit Radius <math>r=\tfrac{n}{2}</math> gezeichnet (Thaleskreis). Bei <math>1</math> wird ein Lot zur Grundlinie errichtet, das den Halbkreis schneidet (Höhe eines rechtwinkligen Dreiecks). Der Abstand dieses Schnittpunkts zum Nullpunkt ist die Quadratwurzel von <math>n</math> (Kathete).
Die komplexe Funktion „Quadriere z“, <math>q: z\mapsto z^2</math> besitzt genau wie die reelle Quadratfunktion keine Umkehrfunktion, denn sie ist nicht injektiv, aber im Gegensatz zu den reellen Zahlen surjektiv, das heißt, jede komplexe Zahl kann sich als Quadrat einer komplexen Zahl darstellen lassen. Man kann daher analog zu den reellen (nicht-negativen) Quadratwurzeln komplexe Quadratwurzelfunktionen definieren, indem man eine Einschränkung des Definitionsbereichs von q auf eine Teilmenge D der komplexen Zahlen vornimmt, auf der q injektiv ist. Je nachdem, welche Teilmenge man dafür auswählt, erhält man als Umkehrung unterschiedliche Zweige der Quadratwurzelfunktion.
Der Hauptzweig der komplexen Quadratwurzelfunktion ergibt sich, wenn man als Definitionsbereich von q
zugrundelegt, dies ist die rechte Halbebene der komplexen Zahlenebene, wobei von deren Rand nur die Zahlen mit nichtnegativem Imaginärteil zu DH gehören. Die Einschränkung von q auf DH ist eine bijektive Abbildung von DH auf die komplexen Zahlen, daher ist ihre Umkehrfunktion, der Hauptzweig der Quadratwurzel auf ganz <math>\C</math> definiert. Den Wert dieser Umkehrfunktion, <math>\sqrt{z}</math> nennt man den Hauptwert der Quadratwurzel von z.
Ist <math>z</math> in kartesischen Koordinaten gegeben, also <math>z=x+iy</math>, dann ist der Hauptwert der Quadratwurzel gegeben durch
\sqrt{z} = \sqrt{x+iy} = \sqrt\tfrac{|z|+x}{2} + i\operatorname{sign}(y) \cdot\sqrt\tfrac{|z|-x}{2} </math> wobei die Funktion sign(<math>y</math>) für negative <math>y</math> den Wert −1 und ansonsten, abweichend von der sonst üblichen Definition (sgn) auch für <math>y=0</math>, den Wert 1 hat. Der einzige Nebenzweig von <math>q</math> ist <math>-\sqrt{z}</math>.
Ist <math>z</math> in Polarkoordinaten gegeben, <math>z=|z| \cdot \mathrm e^{\mathrm i\cdot (\arg(z)+2n\pi)}</math>, dann haben die Quadratwurzeln (alle Zweige) die Darstellungen
\sqrt{z} = \sqrt{|z|} \mathrm e^{ \mathrm i\left(\arg(z)/2+n\pi\right)},
</math> wobei <math>n</math> die Werte 0 oder 1 annehmen kann und <math>\sqrt{|z|}</math>, die reelle (nichtnegative) Quadratwurzel ist. Für n=0 ergibt sich der Hauptwert von <math>\sqrt{z}</math>, der Hauptwert <math>w= _H\sqrt{z}</math> ist also diejenige Lösung von <math> w^2=z</math> mit dem kleinsten Argument. Wenn mit <math>\sqrt{z}</math> eine bestimmte komplexe Zahl gemeint ist, dann ist es dieser Hauptwert.
Der Betrag der beiden Wurzeln ergibt sich demnach als die Wurzel aus dem Betrag der komplexen Zahl. Beim Hauptwert, der Lösung mit <math>n = 0</math> wird das Argument <math>\arg(z)</math>(„der Winkel von z“, s.u.) halbiert. Die andere Lösung (für <math>n = 1</math>) ergibt sich geometrisch durch Punktspiegelung dieses Hauptwerts am Ursprung.
Das Argument einer komplexen Zahl <math>z=x+\mathrm i\, y</math> ist der orientierte Winkel <math>\angle(EOZ)</math> in der komplexen Zahlenebene, die Punkte sind <math>E(1|0)</math>, <math>O(0|0)</math> und <math>Z(x|y)</math> in reellen Koordinaten. Im Bild zum folgenden Beispiel sind das Argument von z und das Argument von w1 farbig gekennzeichnet.
Die Riemannsche Fläche der Quadratwurzel lässt erkennen, wie die beiden Zweige in einander übergehen.
(Quadratwurzeln aus <math>z = -1+\mathrm i\,\sqrt{3}</math>):
Weil <math>z</math> in kartesischen Koordinaten gegeben ist, verwendet man am einfachsten die Wurzeldarstellung für diese Koordinaten. Zunächst wird der Betrag des Radikanden ermittelt:
Damit ergibt sich der Hauptwert der Quadratwurzel zu
w_1 &= \sqrt{\tfrac{2+(-1)}{2}}
+ \mathrm i \operatorname{sign}(\sqrt{3})\cdot\sqrt{\tfrac{2-(-1)}{2}}
\\[0.3em] &= 1\cdot \sqrt{\tfrac{1}{2}} + \mathrm i \cdot \sqrt{\tfrac{3}{2}} = \sqrt{2} \cdot \left(\tfrac{1}{2} + \mathrm i \cdot \tfrac{1}{2}\sqrt{3} \right) \end{align}</math>
Die andere Wurzel erhält man durch Vorzeichenumkehr:
<math>w_2 = -w_1 = \sqrt{2} \cdot \left( -\tfrac{1}{2} - \mathrm i \cdot \tfrac{1}{2}\sqrt{3} \right)</math>
Auch im Restklassenring <math>\mathbb{Z} / n \mathbb{Z}</math> lassen sich Quadratwurzeln definieren. Ganz analog zu den reellen und komplexen Zahlen heißt <math>q</math> eine Quadratwurzel von <math>x</math>, wenn gilt:
Allerdings muss man sich zur Berechnung von Quadratwurzeln modulo n anderer Methoden bedienen als beim Berechnen reeller oder komplexer Quadratwurzeln.
Um die Quadratwurzeln von <math>x</math> modulo <math>n</math> zu bestimmen, geht man folgendermaßen vor:
Zuerst bestimmt man die Primfaktorzerlegung
und anschließend die Lösungen modulo der jeweiligen Primpotenzen <math>p^m</math>. Diese Lösungen setzt man schließlich mit dem Chinesischen Restsatz zur gesuchten Lösung zusammen.
Für Primzahlen <math>p</math> ungleich 2 geschieht das Berechnen der Quadratwurzeln zu <math>x</math> so:
Um zu testen, ob <math>x</math> überhaupt eine Quadratwurzel in <math>\mathbb Z/p \mathbb Z</math> hat, verwendet man das Legendre-Symbol
denn es gilt
\left(\frac xp\right) = \begin{cases}
-1, & \text{wenn }x \text{ kein quadratischer Rest modulo }p \text{ ist}\\
0, & \text{wenn }x \text{ und }p \text{ nicht teilerfremd sind }\\
1, & \text{wenn }x \text{ ein quadratischer Rest modulo }p \text{ ist}
\end{cases}</math>.
Im ersten Falle besitzt <math>x</math> keine Quadratwurzel in <math>\mathbb Z/p \mathbb Z</math> und im zweiten Fall nur die Quadratwurzel 0. Der interessante Fall ist also der dritte Fall, und daher nehmen wir im folgenden an, dass <math>\bigl(\tfrac{x}{p}\bigr) = 1</math> ist.
Ist das Legendre-Symbol <math>\bigl(\tfrac{x}{p}\bigr) = 1</math>, dann sind
die 2 Quadratwurzeln von <math>x</math> modulo <math>p</math>.
Ist das Legendre-Symbol <math>\bigl(\tfrac{x}{p}\bigr) = 1</math>, dann sind
die 2 Quadratwurzeln von <math>x</math> modulo <math>p</math>. Hierbei wählt man r dergestalt, dass das Legendre-Symbol
ist. Dazu einfach verschiedene Werte von r durchprobieren. Die Folge <math>W_n</math> ist rekursiv definiert:
W_n = \begin{cases} r^2/x-2, & \text{ wenn }n = 1\\ W_{n/2}^2-2, & \text{ wenn }n \text{ gerade}\\ W_{(n+1)/2}W_{(n-1)/2}-W_1, & \text{ wenn }n > 1 \text{ ungerade} \end{cases} </math>.
Rechenbeispiel für <math>x=3</math> und <math>p=37</math>:
Nach obiger Formel sind die Quadratwurzeln von <math>x</math> gegeben durch
Für <math>r</math> findet man durch Probieren den Wert <math>r = 2</math>, denn es ist
\left(\frac{r^2-4x}{p}\right) \equiv (r^2-4x)^\frac{p-1}2 \equiv (-8)^{18} \equiv 36 \equiv -1\,\bmod\,37. </math> Die Werte für <math>W_9</math> und <math>W_{10}</math> ergeben sich zu
W_1 &\equiv& r^2/x - 2 &\equiv& 4/3 -2 &\equiv& 24 & \bmod\,37 \\ W_2 &\equiv& W_1^2-2 &\equiv& 24^2-2 &\equiv& 19 & \bmod\,37 \\ W_3 &\equiv& W_1 W_2 - W_1 &\equiv& 24\cdot 19 - 24 &\equiv& 25 & \bmod\,37 \\ W_4 &\equiv& W_2^2-2 &\equiv& 19^2-2 &\equiv& 26 & \bmod\,37 \\ W_5 &\equiv& W_2 W_3 - W_1 &\equiv& 19\cdot 25 - 24 &\equiv& 7 & \bmod\,37 \\ W_9 &\equiv& W_4 W_5 - W_1 &\equiv& 26\cdot 7 - 24 &\equiv& 10 & \bmod\,37 \\ W_{10}&\equiv& W_5^2-2 &\equiv& 7^2-2 &\equiv& 10 & \bmod\,37 \\ \end{matrix}</math>
Einsetzen dieser Werte ergibt
q \equiv \pm \frac{x}{2r}\left(W_9 + W_{10} \right)
\equiv \pm \frac{3}{4}(10 + 10)
\equiv \pm 15 \mbox{ mod } 37</math> das heißt 15 und 22 sind die beiden Quadratwurzeln von 3 modulo 37.
Als Wurzel einer quadratischen Matrix <math>A</math> bezeichnet man alle Matrizen <math>B</math>, die mit sich selbst multipliziert <math>A</math> ergeben:
<math>A = B B</math> <math>\Leftrightarrow</math> <math>B</math> ist Wurzel von <math>A</math>
(Anmerkung: man findet auch Quellen, in denen <math>B</math> die Wurzel von <math>A</math> ist, wenn <math>A = B B^T</math>)
Man schreibt die Wurzel von <math>A</math> auch als <math>A^\frac{1}{2}</math>.
Wie auch bei der Wurzel aus reellen oder komplexen Zahlen ist die Wurzel aus Matrizen nicht unbedingt eindeutig. So besitzt die Einheitsmatrix <math>I = \bigl( \begin{smallmatrix} 1 & 0 \\ 0 & 1 \end{smallmatrix} \bigr) </math> unendlich viele Wurzeln, nämlich unter anderem <math>I^\frac{1}{2} = \bigl( \begin{smallmatrix} 1 & a \\ 0 & -1 \end{smallmatrix} \bigr) </math> für <math>a \in\Bbb C</math>.
Zudem gilt wie bei den reellen oder komplexen Zahlen: Wenn <math>A^\frac{1}{2}</math> eine Wurzel aus <math>A</math> ist, dann ist <math>- A^\frac{1}{2}</math> dies ebenfalls.
Betrachtet man die Matrix <math>A</math> als lineare Transformation, das heißt, als eine Transformation, die Punkte <math>\vec{x_i}</math> im Vektorraum in andere Punkte <math>\vec{x_i}'</math> überführt, dann kann man die Wurzel <math>A^\frac{1}{2}</math> als die Transformation interpretieren, die man zweimal durchführen muss, um <math>\vec{x_i}</math> in <math>\vec{x_i}'</math> zu transformieren.
Beispiel:
<math>A</math> sei die zweidimensionale Rotationsmatrix mit dem Winkel <math>\alpha</math>:
<math>A = \begin{pmatrix} \cos \alpha & -\sin \alpha \\ \sin \alpha & \cos \alpha \end{pmatrix} </math>
Dann ist eine Wurzel von <math>A</math> die Rotationsmatrix mit dem Winkel <math>\alpha/2</math> (oder auch mit dem Winkel <math>(360^\circ +\alpha)/2</math>). Mit der ersten Multiplikation von <math>\vec{x}</math> mit <math>A^\frac{1}{2}</math> erreicht man eine Drehung um den halben Winkel und mit der zweiten Multiplikation noch einmal.
Man kann zwei Wurzeln einer Matrix <math>A</math> der Größe <math>n \times n</math> leicht bestimmen, wenn <math>A</math> eine Diagonalmatrix ist oder sich zumindest in eine Diagonalform überführen lässt (siehe Diagonalisierung).
Fall 1: Diagonalmatrix
Im ersten Fall ist eine Wurzel einfach zu bestimmen, indem von jedem Element auf der Diagonalen die Wurzel bestimmt wird: <math> A^\frac{1}{2} =
\begin{pmatrix}
\sqrt{a_{11}} & 0 & \cdots & 0 \\
0 & \sqrt{a_{22}} & \cdots & 0 \\
\vdots & \vdots & \ddots & \vdots \\
0 & 0 & \dots & \sqrt{a_{nn}}
\end{pmatrix}
</math>
Für jedes der <math>n</math> Diagonalelemente kann man das Vorzeichen beliebig wählen, sodass man <math>2^n</math> verschiedene Lösungen erhält.
Da die Matrix <math>A</math> auch negative Werte auf der Diagonalen besitzen kann, können die Wurzeln dementsprechend komplexe Zahlen beinhalten. Diagonalmatrizen mit negativen Diagonaleinträgen können jedoch auch reelle Wurzeln besitzen; diese sind dann selbst jedoch keine Diagonalmatrizen, zum Beispiel ist
Fall 2: Diagonalisierbare Matrix
Ist die Matrix <math>A</math> keine Diagonalmatrix, kann man sie ggf. in Diagonalform überführen:
Man bestimmt die Matrizen <math>T</math> und <math>D</math> mit <math>A = T D T^{-1}</math>. Die Matrix <math>T</math> besteht aus den Eigenvektoren der Matrix <math>A</math> als Spalten. Die Matrix <math>D</math> ist eine Diagonalmatrix mit den zugehörigen Eigenwerten auf der Diagonalen.
Eine Wurzel der Matrix <math>A</math> berechnet sich dann wie folgt:
<math>A = A^\frac{1}{2} A^\frac{1}{2} = T D T^{-1} = T D^\frac{1}{2} D^\frac{1}{2} T^{-1} = (T D^\frac{1}{2} T^{-1}) (T D^\frac{1}{2} T^{-1})
\Rightarrow A^\frac{1}{2} = T D^\frac{1}{2} T^{-1}</math>
Da <math>D</math> eine Diagonalmatrix ist, lässt sich ihre Wurzel wie oben beschrieben berechnen. Auch hierbei ist zu beachten, dass die Diagonalmatrix negative Eigenwerte beinhalten kann, wodurch die Wurzel komplex wird. Da man auch hier wie in Fall 1 für jedes der <math>n</math> Diagonalelemente der Matrix <math>D</math> das Vorzeichen beliebig wählen kann, erhält man auch hier <math>2^n</math> verschiedene Lösungen.
Fall 3: Nicht diagonalisierbare Matrix
Ist die Matrix <math>A</math> nicht diagonalisierbar, lässt sich mit dem gezeigten Verfahren keine Wurzel berechnen. Dies bedeutet nicht, dass <math>A</math> keine Wurzel besitzt: So ist beispielsweise die Scherungs-Matrix <math> A = \bigl( \begin{smallmatrix} 1 & 2 \\ 0 & 1 \end{smallmatrix} \bigr) </math> nicht diagonalisierbar, besitzt jedoch die Wurzel <math> \bigl( \begin{smallmatrix} 1 & 1 \\ 0 & 1 \end{smallmatrix} \bigr) </math>.
Falls die nicht diagonalisierbare Matrix <math>A</math> komplexe Zahlen beinhalten darf, ist sie auf jordansche Normalform transformierbar.
Man bestimmt Matrizen <math>Q</math>, ihre Inverse <math>Q^{-1}</math> und <math>J</math> mit <math>J=Q^{-1}AQ</math>, wobei <math>J</math> in der folgenden Blockdiagonalform ist :
<math> J= \begin{pmatrix} J_1 & & 0 \\
& \ddots & \\
0 & & J_k \end{pmatrix} .</math>
Die <math> J_i</math> sind Jordan-Blöcke der Form :
<math> J_i= \begin{pmatrix} \lambda_i & 1 & & & 0 \\ & \lambda_i & 1 & & \\ && \ddots{} & \ddots{}\\ &&& \lambda_i & 1 \\ 0 & & & & \lambda_i \end{pmatrix} .</math>
Eine Wurzel aus <math>A</math> berechnet sich gemäß :
<math>A = A^\frac{1}{2} A^\frac{1}{2} = Q J Q^{-1} = Q J^\frac{1}{2} J^\frac{1}{2} Q^{-1} = (Q J^\frac{1}{2} Q^{-1}) (Q J^\frac{1}{2} Q^{-1})
\Rightarrow A^\frac{1}{2} = Q J^\frac{1}{2} Q^{-1}</math>
Die Wurzel aus <math>J</math> ist aus jedem Jordan-Block <math>J_i</math> einzeln zu ziehen.
Falls <math> \lambda_i \,\neq\, 0</math> gilt, ist die Wurzel aus einem Jordan-Block <math>J_i</math> gegeben durch :
<math> J_i^\beta= \begin{pmatrix} \alpha_{i0} & \alpha_{i1} & \alpha_{i2} & \alpha_{i3} \\ 0 & \alpha_{i0} & \alpha_{i1} & \alpha_{i2} \\ 0 & 0 & \alpha_{i0} & \alpha_{i1} \\ 0 & 0 & 0 & \alpha_{i0} \end{pmatrix} </math>
mit <math> \alpha_{ij}=\frac{\Gamma(\beta+1)\lambda_i^{\beta-j}}{\Gamma(j+1)\Gamma(\beta-j+1)} </math>
und <math>j=0,1...(m_i-1)</math>
wobei die Größe des Jordan-Blocks <math>J_i</math> mit <math>m_i</math> (in der Darstellung <math>m_i</math>=4), die Subdiagonalen mit j (j=0 ist die Diagonale) und die Gammafunktion mit <math>\Gamma</math> bezeichnet sind. Die Potenz <math>\beta</math> ist mit <math>\tfrac{1}{2}</math> einzusetzen.
Falls <math> \lambda_i </math> = 0 und gleichzeitig <math>m_i</math> > 1 gilt, existiert die Wurzel aus dem Jordan-Block <math>J_i</math> nicht.
Außerhalb der Jordan-Blöcke stehen lauter Nullen.
Weil die Potenz <math>\lambda_i^\frac{1}{2}</math> im Allgemeinen zwei Lösungen besitzt, kann jeder Jordan-Block <math>J_i</math> zwei verschiedene Lösungen haben. So entstehen durch Kombination <math>2^k</math> Lösungen, wobei k die Anzahl der Jordan-Blöcke <math>J_i</math> bezeichnet.
Beweis der Formel durch Einsetzen der Zahlen und Potenzieren.
Betrachtet man nur positiv definite symmetrische Matrizen, so ist die Wurzelbildung eindeutig: Jede positiv definite symmetrische Matrix <math>A</math> besitzt eine eindeutig bestimmte positiv definite symmetrische Wurzel <math>A^\frac{1}{2}</math>. Man erhält sie, indem man <math>A</math> mithilfe einer orthogonalen Matrix diagonalisiert (dies ist nach dem Trägheitssatz von Sylvester stets möglich) und dann wie oben die Diagonalelemente durch ihre Wurzeln ersetzt; dabei ist jedoch stets die positive Wurzel zu wählen. Siehe auch Cholesky-Zerlegung. Die Eindeutigkeit folgt daraus, dass die Exponentialabbildung ein Diffeomorphismus vom Vektorraum der symmetrischen Matrizen auf die Teilmenge der positiv definiten symmetrischen Matrizen ist.
Man kann die bestimmte Integral-Funktion <math>G, g_i:=g(x_i)</math> von 0 bis <math>x_i</math> mit <math>x_i=i\Delta x </math> und <math>i = 0,1...(n-1)</math> einer vorgegebenen Funktion <math>F, f_i:=f(x_i)</math>, die an den äquidistanten Stützstellen <math>x_i</math> die Werte <math>f_i</math> annimmt, als Matrizen-Multiplikation <math>G=FI</math> wie folgt numerisch nähern (für <math>n=4</math>) :
<math> G = F I = \begin{pmatrix}
g_0 & g_1 & g_2 & g_3 \\
0 & g_0 & g_1 & g_2 \\
0 & 0 & g_0 & g_1 \\
0 & 0 & 0 & g_0
\end{pmatrix}
=
\begin{pmatrix}
f_0 & f_1 & f_2 & f_3 \\
0 & f_0 & f_1 & f_2 \\
0 & 0 & f_0 & f_1 \\
0 & 0 & 0 & f_0
\end{pmatrix} \begin{pmatrix}
\Delta x & \Delta x & \Delta x & \Delta x \\
0 & \Delta x & \Delta x & \Delta x \\
0 & 0 & \Delta x & \Delta x \\
0 & 0 & 0 & \Delta x
\end{pmatrix} . </math>
Es ist anschaulich klar, dass man diese Operation wiederholen kann und damit das Doppel-Integral <math>H, h_i:=h(x_i)</math> erhält : <math>H = G I = F I I = F I^2 </math>.
So kann man die Matrix <math>I</math> als numerisch genäherten Integral-Operator auffassen.
Die Matrix <math>I</math> ist nicht diagonalisierbar und ihre jordansche Normalform lautet :
<math> \begin{pmatrix}
\Delta x & 1 & 0 & 0 \\
0 & \Delta x & 1 & 0 \\
0 & 0 & \Delta x & 1 \\
0 & 0 & 0 & \Delta x
\end{pmatrix} . </math>
Um eine Quadratwurzel daraus zu ziehen, könnte man so vorgehen wie bei den nicht diagonalisierbaren Matrizen beschrieben. Es gibt jedoch in diesem Fall eine direktere formale Lösung wie folgt :
<math>
I^\beta =
\begin{pmatrix}
\alpha_0 & \alpha_1 & \alpha_2 & \alpha_3 \\
0 & \alpha_0 & \alpha_1 & \alpha_2 \\
0 & 0 & \alpha_0 & \alpha_1 \\
0 & 0 & 0 & \alpha_0
\end{pmatrix}
</math>
mit <math>\alpha_0 = (\Delta x)^\beta </math>,
<math>\alpha_k=\sum_{j=1}^{k} \frac{\Gamma(\beta + 1)(-1)^{j+1}\alpha_{k-j}} {\Gamma(j+1)\Gamma(\beta-j+1)}</math>
und <math>k=1,2...(n-1)</math>.
Darin bezeichnen die Indizes von <math>\alpha</math> die Subdiagonalen (0 ist die Diagonale) und der Exponent <math>\beta</math> ist gleich <math>\tfrac{1}{2}</math>. Setzt man <math>\Delta x</math> als reell und positiv voraus, so ist <math>(\Delta x)^\frac{1}{2}</math> reell und definitionsgemäß positiv.
Damit kann man ein "halbes" bestimmtes Integral <math>L, l_i:=l(x_i)</math> von 0 bis <math>x_i </math> der Funktion <math>f(x)</math> wie folgt numerisch nähern :
<math> L = F I^\beta = \begin{pmatrix}
l_0 & l_1 & l_2 & l_3 \\
0 & l_0 & l_1 & l_2 \\
0 & 0 & l_0 & l_1 \\
0 & 0 & 0 & l_0
\end{pmatrix}
=
\begin{pmatrix}
f_0 & f_1 & f_2 & f_3 \\
0 & f_0 & f_1 & f_2 \\
0 & 0 & f_0 & f_1 \\
0 & 0 & 0 & f_0
\end{pmatrix} \begin{pmatrix}
\alpha_0 & \alpha_1 & \alpha_2 & \alpha_3 \\
0 & \alpha_0 & \alpha_1 & \alpha_2 \\
0 & 0 & \alpha_0 & \alpha_1 \\
0 & 0 & 0 & \alpha_0
\end{pmatrix} </math>
Sucht man alle Operatoren, die mit sich selbst multipliziert den angenäherten Integral-Operator <math>I</math> ergeben, so muss man zusätzlich das negative Vorzeichen einsetzen, das heißt es gibt zwei Lösungen <math>\pm I^\frac{1}{2} </math>.
Zum Herleiten der Formel kann man zunächst <math>I</math> invertieren, das Resultat hoch <math>\beta</math> rechnen und zuletzt nochmals invertieren.