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Quechua

Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Quechua (BegriffsklĂ€rung) aufgefĂŒhrt.
Kichwa, Ketschua
(Runa Simi)

Gesprochen in

Argentinien, Brasilien, Bolivien, Chile, Kolumbien, Ecuador und Peru
Sprecher geschĂ€tzt 10 Millionen
Offizieller Status
Amtssprache von Bolivien, Peru, Ecuador
Sprachcodes
ISO 639-1:

qu

ISO 639-2:

que

ISO 639-3:

que

Quechua (auch Ketschua, in Ecuador Kichwa oder Quichua) ist eine Gruppe eng miteinander verwandter indigener SprachvarietĂ€ten, die im Andenraum SĂŒdamerikas gesprochen werden. Es existieren unterschiedliche Ansichten dazu, inwiefern man hier von einer einzigen dialektal stark differenzierten Sprache oder einer Sprachfamilie aus mehreren Sprachen, und wenn ja wie vielen, sprechen sollte; dies ist auch abhĂ€ngig davon, ob man dabei von sprachimmanenten strukturellen oder von soziolinguistischen und im weitesten Sinne identitĂ€ren Kriterien ausgeht.

Inhaltsverzeichnis

Glottonym

Das Wort Quechua an sich (auf Quechua je nach Dialekt und Schreibweise: Qhichwa, Qichwa, Qiĉwa oder Qheswa) bezeichnet im Quechua „Tal“ oder eine Höhenlage inklusive ihrer Bewohner. Die Quechua-Sprecher selbst nennen ihre Sprache Runa Simi bzw. Runasimi (von runa „Mensch“ und simi „Mund, Wort, Sprache“, also „Menschenwort“). In manchen Quechua-Texten wird die Bezeichnung Qhichwa Simi oder Qheswa Simi („Quechua-Sprache“) verwendet.

Sprachverwandtschaft

Eine genetische Verwandtschaft der Quechua-Sprachen mit Sprachen außerhalb dieser Gruppe ist bisher nicht nachgewiesen worden.

Auf Grund des großen gemeinsamen Wortschatzes mit dem Aymara wurden Quechua und Aymara (bzw. die Aru-Sprachen) in eine gemeinsame Sprachfamilie (Quechumaran) gestellt. Neuere Untersuchungen (Sprachvergleich) weisen jedoch darauf hin, dass das gemeinsame Vokabular auf gegenseitige Entlehnungen auf Grund des jahrtausendelangen Kontakts zurĂŒckzufĂŒhren ist.

Verbreitung

Geographische Verbreitung

Der Sprachraum des Quechua erstreckt sich vom SĂŒden Kolumbiens ĂŒber große Teile von Ecuador, Peru und Bolivien bis in den Norden von Chile und Argentinien. Den grĂ¶ĂŸten Anteil an den Sprechern hat dabei Peru, gefolgt von Bolivien und Ecuador, wĂ€hrend in den anderen LĂ€ndern nur kleine Minderheiten die Sprache beherrschen.

Heute ist Quechua mit wahrscheinlich mehr als 7 Millionen Sprechern (die SchĂ€tzungen variieren allerdings stark) die meistgesprochene indigene Sprache SĂŒdamerikas und nimmt somit in SĂŒdamerika hinsichtlich der Sprecherzahl Rang 3 hinter Spanisch und Portugiesisch ein.

FĂŒr den grĂ¶ĂŸten Teil des Sprachgebiets, nĂ€mlich Peru, Ecuador und Bolivien, liegen VolkszĂ€hlungsangaben zur Sprecherzahl vor (Peru: 1993, Bolivien: 2001, Ecuador: 2001). FĂŒr Kolumbien, Argentinien und Chile fehlen solche Daten völlig; es gibt lediglich SchĂ€tzungen, die, wie oben erwĂ€hnt, sehr stark variieren. Zu den VolkszĂ€hlungsergebnissen ist anzumerken, dass Kinder im Vorschulalter nicht erfasst werden. Mindestens in Peru und Ecuador dĂŒrfte die tatsĂ€chliche Sprecherzahl deutlich ĂŒber den durch die VolkszĂ€hlungen ermittelten Zahlen liegen. In Peru wurde 1993 die weitverbreitete Mehrsprachigkeit nicht berĂŒcksichtigt, indem nur nach der Muttersprache gefragt wurde. Zudem ist der RĂŒckgang der Sprecherzahl gegenĂŒber der VolkszĂ€hlung von 1981 so drastisch, dass er unter anderem dadurch erklĂ€rt werden muss, dass Personen, die 1981 angaben, Quechua zu beherrschen, 1993 Spanisch als Muttersprache nannten. In Ecuador wurden 2001 nur rund 500.000 Quechuasprachige (Ein- und Zweisprachige) gezĂ€hlt. Alle in der Literatur genannten SchĂ€tzungen liegen jedoch deutlich höher. Bei VolkszĂ€hlungen und Befragungen wird schon seit langem eine Tendenz beobachtet, die Kenntnis einer als minderwertig empfundenen Sprache nicht anzugeben (underreporting). Allerdings muss auch beachtet werden, dass ein nicht unerheblicher Teil der Sprecher sich aus unterschiedlichen GrĂŒnden im Alltag des Spanischen bedient. Insbesondere die Quechuasprecher in den großen StĂ€dten dĂŒrften die Sprache kaum benutzen.

Die Verteilung der Sprecher auf die LĂ€nder:

  • Peru: 3,2 Millionen (laut VolkszĂ€hlung von 1993; SchĂ€tzungen bis ĂŒber 6 Millionen)
  • Bolivien: 2,1 Millionen (laut VolkszĂ€hlung von 2001; SchĂ€tzungen bis ĂŒber 3 Millionen)
  • Ecuador: 500.000 (laut VolkszĂ€hlung von 2001; SchĂ€tzungen bis ĂŒber 2 Millionen)
  • Argentinien: 50.000–120.000 (SchĂ€tzungen)
  • Kolumbien: 5.000–20.000 (SchĂ€tzungen)
  • Chile: wenige
  • Brasilien: unbekannt

Quechua ist neben Spanisch und Aymara Amtssprache in Bolivien und in Peru, in letztgenanntem jedoch laut Verfassung nur in den „Gebieten, wo sie [Quechua und Aymara] vorherrschen“. In Ecuador ist Kichwa (wie auch die anderen indigenen Sprachen) Amtssprache „in seinen Gebieten“.

In den meisten großen UniversitĂ€ten des spanischsprachigen SĂŒdamerika wird Quechua als Fremdsprache gelehrt.

VarietÀten

VarietÀten des Quechua

Überblick

Die VarietĂ€ten des Quechua bilden ein Dialektkontinuum. Sie lassen sich in zwei große Gruppen einteilen, die nach dem peruanischen Sprachforscher Alfredo Torero als Quechua I und Quechua II bezeichnet werden. Die Einteilung in die HauptĂ€ste Quechua I (Waywash) und Quechua II (Wampuy) sowie die Unterteilung des Quechua II in drei UnterĂ€ste (Quechua II a, Quechua II b und Quechua II c) geht auf jeweils unabhĂ€ngige Untersuchungen von Alfredo Torero und Gary Parker in den 1960er Jahren zurĂŒck.

Quechua I (Waywash) wird in den meisten quechuasprachigen Gebieten der zentralen und nördlichen peruanischen Anden gesprochen. Die wichtigsten Dialekte sind Ankash (Ancashino) (im Departamento Ancash), Shawsha in der Provinz Jauja (im Departamento JunĂ­n) sowie Wanka (Huanca) in den Provinzen Huancayo und ConcepciĂłn (ebenfalls im Departamento JunĂ­n), außerdem gibt es diverse Dialekte in den Departamentos HuĂĄnuco (Huallaga-Quechua), Cerro de Pasco, Tarma (Nord-JunĂ­n) und im Norden des Departements Lima (Dialekt Yaru).

Quechua II (Wampuy) umfasst alle im SĂŒden Perus sowie in Bolivien, Argentinien, Chile, Ecuador und Kolumbien gesprochenen VarietĂ€ten sowie einen kleinen Teil der VarietĂ€ten des ĂŒbrigen Perus. Es gliedert sich in drei Untergruppen. Die Yunkay-Gruppe (Quechua II a) umfasst die relativ wenigen VarietĂ€ten des Quechua II im zentralen und nördlichen Peru (Untergruppe Kashamarka-Kañaris in den Departements Cajamarca und Lambayeque sowie die Dialekte von Yauyos im Departement Lima, die fast ausgestorben sind), die Chinchay-Gruppe (Quechua II b, auch als nördliches Quechua bezeichnet) die VarietĂ€ten Ecuadors und Kolumbiens (Kichwa), die eine ganz eigene Sprachentwicklung genommen haben, wie auch einige Dialekte Nordperus (Kichwa-Sprachinseln in Amazonien). Das sĂŒdliche Quechua (Quechua II c) umfasst alle VarietĂ€ten des sĂŒdlichen Perus (Dialekte Chanka in den Departamentos Ayacucho, Huancavelica und dem nördlichen ApurĂ­mac sowie Qusqu-Qullaw im sĂŒdlichen ApurĂ­mac und den Departamentos Cusco und Puno), Boliviens, Argentiniens und Chiles.

Unterschiede zwischen den beiden Hauptgruppen bestehen in vielen Teilen der Grammatik und des Wortschatzes, so dass eine VerstĂ€ndigung zwischen muttersprachlichen Sprechern von VarietĂ€ten des Quechua I und des Quechua II ohne Kenntnis weiterer VarietĂ€ten nur schwer möglich ist. Die VarietĂ€ten des Quechua I unterscheiden sich trotz ihres geringen Verbreitungsgebietes auch erheblich untereinander, wĂ€hrend das Quechua II im Vergleich dazu verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig einheitlich ist. Die Unterschiede zwischen den Dialekten des sĂŒdlichen Quechua II in Peru und Bolivien, die zahlenmĂ€ĂŸig die grĂ¶ĂŸte Gruppe der Quechuasprecher umfassen, sind relativ gering und beschrĂ€nken sich vor allem auf den Bereich der Phonetik.

Die Reichssprache des Inka-Reiches, die Sprache der meisten erhaltenen Ă€lteren Schriftzeugnisse und die Sprache der Mehrzahl der modernen Publikationen auf Quechua aus Peru und Bolivien beruht auf diesen sĂŒdlichen Dialekten des Quechua II. Viele andere VarietĂ€ten des Quechua sind hingegen lediglich in der modernen linguistischen Fachliteratur beschrieben worden.

Klassifikation

SIL International listet folgende 46 Sprachen mit entsprechenden Sprachcodes auf[1] (die dritte Gliederungsebene stammt nicht von SIL, sondern Alain Fabre [2005][2]):

  • Quechua-Sprachen (46)
    • Quechua I = Waywash (17)
      • Wanka-Quechua (Quechua Huanca)
        • Quechua, Huaylla Huanca [qvw] (Peru): Waylla Wanka, Waycha Wanka
        • Quechua, Jauja Huanca [qxw] (Peru): Shawsha Wanka
      • Ancash-Quechua (Quechua Ancashino)
        • Quechua, Corongo Ancash [qwa] (Peru)
        • Quechua, Huaylas Ancash [qwh] (Peru)
        • Quechua, Sihuas Ancash [qws] (Peru)
        • Quechua, ChiquiĂĄn Ancash [qxa] (Peru)
        • Quechua, Northern Conchucos Ancash [qxn] (Peru)
        • Quechua, Southern Conchucos Ancash [qxo] (Peru)
      • HuĂĄnuco (Alto Pativilca – Alto Marañón – Alto Huallaga)
        • Quechua, Panao HuĂĄnuco [qxh] (Peru)
        • Huallaga-HuĂĄnuco-Quechua (Huallaga-Quechua) [qub] (Peru)
        • Quechua, Ambo-Pasco [qva] (Peru)
        • Quechua, HuamalĂ­es-Dos de Mayo HuĂĄnuco [qvh] (Peru)
        • Quechua, Margos-Yarowilca-Lauricocha [qvm] (Peru)
      • Yaru
        • Quechua, North JunĂ­n [qvn] (Peru)
        • Quechua, Yanahuanca Pasco [qur] (Peru)
        • Quechua, Santa Ana de Tusi Pasco [qxt] (Peru)
        • Quechua, Cajatambo North Lima [qvl] (Peru)
        • TomĂĄs-Alis/Huancaya-Vitis (ausgegliedert aus SIL-Yauyos [qux])
      • HuangĂĄscar-AzĂĄngaro-ToparĂĄ (ausgegliedert aus SIL-Yauyos [qux])
    • Quechua II = Wampuy (29)
      • Quechua II a = Yunkay (5)
        • Yunkay-Quechua von Lima (auch „Quechua III“)
          • Pacaraos-Quechua [qvp] (Peru) (von manchen zu Quechua I gestellt)
          • Yauyos-Quechua [qux] (Peru): ApurĂ­-Chocos-Madean-Viñac, Cacra-Hongos, Tana-Lincha, Laraos
          • Quechua, Chincha [qxc] (Peru) (mit Huacarpana, Provinz Yauyos)
        • Cajamarca-Cañaris
      • Quechua II b = Chinchay (Kichwa) (14)
        • Chachapoyas-Quechua [quk] (Peru)
        • Kichwa von Nordperu (Peru)
          • Quechua, Napo Lowland [qvo] (Peru)
          • Quechua, Southern Pastaza [qup] (Peru)
          • Quechua, San MartĂ­n [qvs] (Peru) (Lamas-Quechua, mit Ucayali-Quechua)
        • Kichwa von Ecuador und Kolumbien (Kreol-Quechua)
          • Inga [inb] (Kolumbien): siehe Inga-Kichwa
          • Inga, Jungle [inj] (Kolumbien): siehe Inga-Kichwa
          • Quichua, Tena Lowland [quw] (Ecuador)
          • Quichua, Northern Pastaza [qvz] (Ecuador)
          • Quichua, CalderĂłn Highland [qud] (Ecuador)
          • Quichua, Chimborazo Highland [qug] (Ecuador)
          • Quichua, Imbabura Highland [qvi] (Ecuador)
          • Quichua, Loja Highland [qvj] (Ecuador): Saraguro
          • Quichua, Salasaca Highland [qxl] (Ecuador)
          • Quichua, Cañar Highland [qxr] (Ecuador)
      • Quechua II c = SĂŒdliches Quechua (10)

Wortbeispiele

Standard des
sĂŒdlichen Quechua
Ayacucho Cusco Bolivien Ecuador Cajamarca San MartĂ­n JunĂ­n Ancash
„zehn“ chunka chunka chunka chunka chunga trunka chunka trunka chunka
„sĂŒĂŸâ€œ misk'i miski misk'i misk'i mishki mishki mishki mishki mishki
„er gibt“ qun qun qun qun kun qun kun un qun
„eins“ huk huk huq uh shuk suh suk huk huk
„weiß“ yuraq yuraq yuraq yuraq yurak yuraq yurak yulaq yuraq

Sprache oder Sprachfamilie – Wie viele Schriftsprachen?

Der Streit, ob es sich beim Quechua um eine Sprache mit vielen unterschiedlichen Dialekten oder um eine Sprachfamilie handelt, und wie viele Sprachen diese Sprachfamilie gegebenenfalls umfasst, ist aufgekommen, als durch die Feldforschungen des 20. Jahrhunderts deutlich wurde, dass sich die VarietÀten des Quechua teilweise sehr stark voneinander unterschieden.

Die Beurteilung dieser Frage ist auch abhĂ€ngig davon, ob man von sprachimmanenten strukturellen oder von soziolinguistischen und im weitesten Sinne identitĂ€ren Kriterien ausgeht und welchen Standpunkt man zur Kodifizierung von StandardvarietĂ€ten des Quechua einnimmt. Es gibt dazu höchst unterschiedliche Standpunkte, die von der Position der Academia Mayor de la Lengua Quechua in Cusco, dass es nur eine Sprache Quechua gebe und alle Sprecher derselben das heutige Quechua der Stadt Cusco (also keine Ausgleichsvariante wie etwa das SĂŒdliche Quechua) mit all seinen regionalen, neu entstandenen Besonderheiten als Schriftsprache akzeptieren sollten, bis zur Position des Summer Institute of Linguistics (SIL International) reichen, das 46 eigenstĂ€ndige Sprachen innerhalb der Quechua-Sprachfamilie unterscheidet.

Auf Grund der Tatsache, dass sich Sprecher zum Beispiel von Wanka und Qusqu-Qullaw nicht in ihren eigenen Sprachen verstĂ€ndigen können, wird der Ein-Sprachen-Standpunkt nur von sehr wenigen vertreten. Mit seiner Auffassung, so nahe miteinander verwandte Dialekte wie zum Beispiel „Quechua, Cusco“ [quz] und „Quechua, Eastern ApurĂ­mac“ [qve] als eigenstĂ€ndige Sprachen voneinander zu trennen, steht allerdings auch SIL International praktisch allein da und wird darum von Vertretern indigener Organisationen, insbesondere der ecuadorianischen ECUARUNARI, heftig angegriffen mit dem Vorwurf, es wolle die indigenen Völker spalten.

Das peruanische Erziehungsministerium legte 1975 sechs regionale Varianten fest und ließ fĂŒr diese WörterbĂŒcher und Grammatiken anfertigen: Cusqueño bzw. Cusco-Collao (Qusqu-Qullaw), Ayacuchano (Chanka), Huanca (Wanka), Ancashino (Ankash), Cajamarca-Cañaris und San MartĂ­n (Lamas-Quechua). Man weiß heute allerdings, dass die Abweichungen zwischen Qusqu-Qullaw und Chanka geringer sind als die Unterschiede etwa innerhalb des Ancashino, zwischen Waylla Wanka und Shawsha Wanka oder zwischen Cajamarca und Cañaris. JĂŒngste Entwicklungen bei der Verschriftung laufen auf die Entstehung einiger weniger Schriftsprachen hinaus.

Drei Schriftsprachen bzw. orthographische Regionalstandards mit mehr als nur lokaler Bedeutung haben sich schon mehr oder weniger etabliert:

  • Kichwa von Ecuador (fĂŒr ganz Ecuador, auch in Kolumbien verstĂ€ndlich) – gehört zu Quechua II b.
  • SĂŒdliches Quechua (Chanka, Qusqu-Qullaw in Peru und Bolivien, theoretisch auch Argentinien) – das gesamte Quechua II c. In der Praxis existieren derzeit drei einander sehr Ă€hnliche Sprachvarianten: Chanka (Peru), Qusqu-Qullaw (Peru) und Bolivien.
  • Quechua Ancashino (in Zentral-Peru) – gehört zu Quechua I.

Alle weiteren Quechua-Schriftsprachen betreffen ausschließlich Peru. Einige kleinere, lokale schriftsprachliche Quechua-Varianten werden zumindest ansatzweise bereits im Schulbereich verwendet oder ihre EinfĂŒhrung liegt nahe:

  • Kichwa von Nordperu (San MartĂ­n, Loreto) – gehört zu Quechua II b
  • Cajamarca-Quechua (stark bedrohte Variante) – gehört zu Quechua II a
  • Inkawasi-Kañaris (Lambayeque) – gehört zu Quechua II a (mit einigen Elementen von Quechua I)
  • Wanka (in SĂŒd-JunĂ­n) – gehört zu Quechua I

Es könnten sich auch noch weitere Schriftsprachen bzw. Standards entwickeln, zum Beispiel Shawsha Wanka (Jauja; gehört zu Quechua I) oder Huånuco-Quechua (gehört zu Quechua I). Möglich ist aber auch die Integration dieser Varianten in die vorgenannten Standards.

Geschichte

Untersuchungen der Sprachwissenschaftler Torero und Parker in den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts zeigten, dass es im Raum Lima den grĂ¶ĂŸten Variationsreichtum an Dialekten gibt bzw. gab. Deshalb wird dort, im Gegensatz zu frĂŒheren Annahmen, der Ursprung der Quechua-Sprache vermutet. In mehreren Wellen im Laufe des vergangenen Jahrtausends breitete sie sich aus, in das Gebiet von Cuzco und Bolivien wohl sogar erst im 15. und 16. Jahrhundert. Dabei wurden Sprachen der Aru-Sprachfamilie (wozu Aymara gehört und die ebenfalls ihren Ursprung im Raum Lima haben) verdrĂ€ngt. Bereits vor ĂŒber tausend Jahren spaltete sich das Proto-Quechua zunĂ€chst in zwei Sprachen (s. g. zentrales und peripheres Quechua oder Quechua I und II), spĂ€ter in viele Varianten bzw. verwandte Sprachen auf. Quechua – genauer gesagt vermutlich eine Variante, die dem heutigen Quechua von Ayacucho stark Ă€hnelte – war zumindest in der Zeit vor der Conquista Staatssprache im Inka-Reich (lengua general), bis ins 15. Jahrhundert war dies jedoch wahrscheinlich Aymara gewesen. Seine grĂ¶ĂŸte Verbreitung erlangte das Quechua zwischen 1500 und 1700, als es in vielen verschiedenen Varianten zwischen Zentralargentinien und dem sĂŒdlichen Kolumbien mit Unterbrechungen im gesamten Andenraum gesprochen wurde. Es gab allerdings einige Gebiete der Anden, in denen es sich nie durchsetzte: so im noch heute vorhandenen Aymara-Sprachgebiet am Titicaca-See und sĂŒdlich davon sowie in Teilen Nordperus (Nord-Ancash, La Libertad, Teile des Departements Cajamarca, wo bis ins 20. Jahrhundert unter anderem Culli gesprochen wurde). An der KĂŒste wurde Quechua insbesondere im Raum Lima gesprochen, jedoch nie an der nordperuanischen KĂŒste, wo sich Varianten des Mochica bis Anfang des 20. Jahrhunderts hielten. Auch die MissionstĂ€tigkeit begĂŒnstigte die Ausbreitung des Quechua, das in der frĂŒhen Kolonialzeit noch die Rolle der „Lengua general“ innehatte. Erst mit dem Ende der Kolonialzeit, stĂ€rker noch ab der Zeit der unabhĂ€ngigen Republiken, die von Kreolen (Weißen) regiert wurden, sank das Prestige der Sprache, die seitdem durch das Spanische immer mehr aus dem öffentlichen Leben verdrĂ€ngt wurde. Heute besteht eine Situation, in der viele Quechua-Dialekte, insbesondere im Norden Perus, vom Aussterben bedroht sind und Quechua, genauer gesagt die „großen“ Varianten Qusqu-Qullaw, Chanka (Ayakuchu) und Ankash, nur noch im lĂ€ndlichen Raum der Anden sĂŒdlich ab Huancavelica bis zur bolivianisch-argentinischen Grenze, in Teilen von Ancash sowie (nördliche Dialektgruppe „Kichwa“) in einigen Sprachinseln in Amazonien und den ecuadorianischen Anden allgemeine Alltagssprache ist.

Verwendung in der Schule

Seit der Einrichtung eines breit angelegten Schulwesens durch die Staaten Lateinamerikas war das erklĂ€rte Ziel der Regierungen, die indigene Bevölkerung zu hispanisieren (castellanizaciĂłn). Spanisch war deshalb die einzige Unterrichtssprache. Quechua diente entweder nur als Hilfssprache zu bloßen VerstĂ€ndigung, oder es war in manchen Regionen sogar in der Schule verboten. Unter Juan Velasco Alvarado in Peru wurde erstmals Quechua in Schulen eingefĂŒhrt, dies jedoch zunĂ€chst als Zweit- bzw. Fremdsprache fĂŒr Spanischsprachige in Lima, wo es auf starken Widerstand und rassistische Vorbehalte stieß. Nach dem Sturz Velascos endeten zunĂ€chst praktisch alle Quechua-Schulversuche. Anfang der 1980er Jahre kam es zu einem regionalen Projekt zur Verwendung von Quechua und Aymara im peruanischen Departement Puno mit UnterstĂŒtzung der deutschen Gesellschaft fĂŒr Technische Zusammenarbeit (GTZ), welches jedoch nur auf Druck der deutschen Seite weitergefĂŒhrt wurde.

Seit den 1990er Jahren gibt es auf internationaler Ebene Vereinbarungen lateinamerikanischer LĂ€nder zur so genannten Interkulturellen zweisprachigen Erziehung (EducaciĂłn Intercultural BilingĂŒe) EIB. In Ecuador und Bolivien, seit wenigen Jahren auch in Peru, ist die EIB in der Primarstufe ein fester Bestandteil des Erziehungswesens geworden, ohne jedoch bisher auch nur die indigene Bevölkerung flĂ€chendeckend zu versorgen. Sie beschrĂ€nkt sich derzeit noch – von Ausnahmen abgesehen – auf die lĂ€ndliche quechua- und aymarasprachige Bevölkerung und bezieht nicht in umgekehrter Weise die Spanischsprachigen bzw. die StĂ€dte mit ein. Dies gilt auch fĂŒr die weitergehende Förderung des Quechua als gleichberechtigte Sprache in der Mittel- und Oberstufe. TatsĂ€chlich kann das Quechua auch in der Schule nur dann erfolgreich sein, wenn seine Verwendung im modernen Berufsleben notwendig und selbstverstĂ€ndlich ist. Vielfach soll es Vorbehalte der Eltern geben, die fĂŒrchten, dass ihre Kinder nicht gut genug Spanisch lernen (welches sie spĂ€ter im Beruf brauchen), wenn sie in ihrer Muttersprache alphabetisiert werden. Wissenschaftliche Untersuchen zeigen, dass das Gegenteil der Fall ist. Dieser tatsĂ€chliche bessere Erfolg der SchĂŒler wie auch das subjektive bessere Empfinden haben derartige Vorbehalte teilweise verstummen lassen.

Bei der EIB wird im ersten Schuljahr Lesen und Schreiben nur in der indigenen Sprache gelehrt. Im zweiten Schuljahr kommt das Erlernen der spanischen Rechtschreibung dazu. Ab dem dritten Schuljahr nimmt der Anteil des spanischsprachigen Unterrichts zu, und die FĂ€cher werden sowohl auf Quechua als auch auf Spanisch unterrichtet. Interkulturell soll der Unterricht in der Hinsicht sein, dass er inhaltlich auf die indigene Kultur ausgerichtet ist und zusĂ€tzlich Aspekte der europĂ€ischen („weißen“) Kultur gelernt werden, es also keine einfache „Übersetzung“ des traditionellen eurozentrischen Bildungskonzepts ist.

AnfĂ€ngliche AnsĂ€tze zweisprachigen Unterrichts in Lateinamerika waren in erster Linie auf eine Optimierung des Spanischlernens ausgerichtet. Die EIB soll jedoch zum Ziel haben, die Quechua-Sprache wie die indigene Kultur ĂŒberhaupt aufzuwerten und so ihren Bestand zu sichern. In einigen FĂ€llen geht es auch um das Wiedererlernen des Quechua, so etwa bei den Quechuas Lamistas in Peru oder den Saraguros in Ecuador.

In Ecuador gibt es eine Reihe zweisprachiger Schulen mit Kichwa, die in eigener Verantwortung der indigenen Gemeinden gefĂŒhrt werden.

In Bolivien ist der „Bildungsrat der Quechua-Nation“ (Consejo Educativo de la NaciĂłn Quechua, CENAQ) auf nationaler Ebene fĂŒr den Quechua-Unterricht zustĂ€ndig. Die EIB erfasst hier bisher etwa die HĂ€lfte der Quechua-Bevölkerung.

In Peru wurden inzwischen – neben anderen indigenen Sprachen – im Auftrag des Bildungsministeriums Schulmaterialien in der amtlichen Rechtschreibung fĂŒr folgende Varianten des Quechua erarbeitet, die auch in der EIB verwendet werden:

Die EinfĂŒhrung der EIB fĂŒr andere Quechua-Varianten, darunter in ihrem Bestand bedrohte wie Wanka und Cajamarca-Quechua, steht noch aus.

In Argentinien gibt es bisher – trotz vieler Diskussionen darum – keine EIB mit Quechua an öffentlichen Schulen.

Lautsystem (Phonologie)

Unter den verschiedenen Quechua-Varianten gibt es einige bedeutende Unterschiede in der Phonologie. ZunÀchst werden die VerhÀltnisse bei der meist verbreiteten Variante Qusqu-Qullaw (gesprochen in Cusco, Puno, Teilen von Apurímac und in Bolivien) beschrieben, im Anschluss Unterschiede bei anderen Varianten.

Vokale

Quechua hat nur drei Vokale im Sinne von Phonemen: [a], [i] und [u] (Ă€hnlich wie klassisches Arabisch). Einsprachige sprechen diese in der Regel aus als [ĂŠ ÉȘ ʊ], obwohl sie auch wie die spanischen Vokale [a i u] ausgesprochen werden können. In Nachbarschaft zu den uvularen Konsonanten [q], [q'] und [qh] werden sie mehr wie [ɑ], [ɛ] und [ɔ] gesprochen. Diese nur von den Uvularen bedingten Allophone wurden in der inzwischen nicht mehr offiziellen 5-Vokal-Orthographie mit „e“ und „o“ wiedergegeben, was in GrenzfĂ€llen zu erheblicher Verwirrung fĂŒhrte. Heute wird darum (außer in Lehnwörtern) nur noch „a, i, u“ geschrieben.

Konsonanten

Labial Alveolar Palatal Velar Uvular Glottal
Plosiv p t tʃ k q
Frikativ s h
Nasal m n ÉČ
Lateral l ʎ
Vibrant ÉŸ
Halbvokal w j

Die Buchstaben des nunmehr in Peru offiziellen Alphabets entsprechen dem Internationalen Phonetischen Alphabet, abgesehen von den Palatalen [tʃ ÉČ ÊŽ j], die als „ch ñ ll y“ geschrieben werden.

Die Plosive und Frikative sind immer stimmlos; Stimmhaftigkeit ist im Stammvokabular des Quechua nicht phonemisch. In der Variante Qusqu-Qullaw – anders als in allen anderen Quechua-Varianten, jedoch so wie in Aymara, von woher diese Besonderheit wahrscheinlich stammt – hat jeder Plosiv drei Formen: einfach, ejektiv und aspiriert (gehaucht), zum Beispiel:

einfach ejektiv aspiriert
p pâ€Č ph
t tâ€Č th
tʃ tʃâ€Č tʃh
k kâ€Č kh
q qâ€Č qh

In sĂ€mtlichen zentralen und nördlichen Varianten des Quechua (vom Departement JunĂ­n an nördlich) gibt es zudem den postalveolaren Frikativ [ʃ] (geschrieben „sh“, von Linguisten auch [ĆĄ], entspricht deutschem sch), der in den sĂŒdlichen Varianten mit [s] zusammengefallen ist. Der Laut [ʃ] taucht auch in manchen Gegenden des Qusqu-Qullaw wieder auf, hat sich dort jedoch aus [tʃk] („chk“) bzw. [sj] („sy“) entwickelt (so wird er auch im offiziellen Alphabet wiedergegeben) und hat somit etymologisch nichts mit dem ursprĂŒnglichen Quechua-Laut [ʃ] zu tun.

In den Dialekten von JunĂ­n, Cajamarca und Lambayeque gibt es außerdem noch das retroflexe [ĉ] (gesprochen Ă€hnlich wie ein englisches „tr“), ein ursprĂŒnglicher Quechua-Laut, der in den anderen Varianten mit [tʃ] („ch“) zusammengefallen ist.

Einfluss des Spanischen

Etwa 30% des modernen Quechua-Wortschatzes stammen aus dem Spanischen, und einige spanische Laute (zum Beispiel f, b, d, g) dĂŒrften phonemischen Charakter bekommen haben, auch bei einsprachigen Quechua-Sprechern. Dasselbe gilt zunehmend fĂŒr die Unterscheidung der Vokale o-u und e-i bei spanischen Lehnwörtern (so zum Beispiel: karo aus dem Spanischen caro = „teuer“, Quechua karu = „weit“).

Schrift und Schreibweise

Vor der Ankunft der EuropĂ€er existierte keine Buchstabenschrift fĂŒr das Quechua. Inwieweit die zur Zeit des Inkareiches gebrĂ€uchlichen Quipu (Khipu, KnotenschnĂŒre), die in erster Linie Inventarlisten von Vorratslagern oder Ă€hnliches darstellten, als eine Vorform einer Ganz-Wort-Schrift aufgefasst werden können, ist umstritten.

Seit der spanischen Kolonialzeit wurde das lateinische Alphabet zur Wiedergabe des Quechua verwendet, wobei sich der Lautwert der Buchstaben zunĂ€chst meist am spanischen Vorbild orientierte. 1560 schrieb Domingo de Santo TomĂĄs die erste Grammatik fĂŒr eine Quechua-Variante an der KĂŒste bei Lima, auf deren Grundlage lange Zeit an der UniversitĂ€t von Lima gelehrt wurde. 1607 und 1608 veröffentlichte Diego GonzĂĄlez HolguĂ­n Wörterbuch und Grammatik fĂŒr das Quechua (von ihm „Quichua“ genannt) von Cuzco, die fĂŒr die nachfolgenden kolonialen Quechua-Texte maßgeblich waren.

Eine einheitliche Rechtschreibung gab es bis ins 20. Jahrhundert nicht. Geschrieben wurde nach spanischer Orthographie, die die Lautwerte des Quechua nur sehr unvollkommen wiedergab. Im Laufe des 20. Jahrhunderts wurden mehrere konkurrierende EntwĂŒrfe fĂŒr eine Rechtschreibung des Quechua in lateinischen Buchstaben vorgelegt.

In Peru legte 1975 die Regierung von Juan Velasco Alvarado ein amtliches Alphabet (Alfabeto Oficial) mit sechs regionalen Varianten fest, welches als neue Buchstaben unter anderen w, k und q enthielt, so dass die Laute des Quechua [w], [k] und [q] erstmals exakt wiedergegeben werden konnten. Gehauchte Plosive wurden durch AnhĂ€ngen von h, ejektive Plosive durch AnhĂ€ngen von Apostroph ausgedrĂŒckt. Im Wesentlichen gilt dieses Alphabet bis heute. In Anlehnung an die spanische Schreibweise wurden jedoch noch die fĂŒnf Vokale a, e, i, o, u verwendet. Diese Form des Alphabets wird bis heute von der Academia Mayor de la Lengua Quechua (AMLQ) in Cusco propagiert. In Bolivien wurde parallel ein sehr Ă€hnlicher offizieller Standard entwickelt, bei dem jedoch „j“ an Stelle von „h“ sowie von „k“ und „q“ am Silbenende verwendet wurde. In Argentinien etablierten sich gleich zwei verschiedene Schreibweisen: die von TucumĂĄn / Jujuy und die von Santiago del Estero.

Die amtlichen Rechtschreibungen Perus und Boliviens wurden einander in den achtziger Jahren angeglichen, außerdem wurde offiziell in beiden LĂ€ndern die 5-Vokal-Schreibweise 1985 durch die 3-Vokal-Schreibweise abgelöst, da diese der Phonologie des Quechua nĂ€her kommt. Statt „e“ und „o“, welche immer nur in Nachbarschaft von „q“ vorkamen, wird nunmehr „i“ bzw. „u“ geschrieben. Als Unterschied zwischen beiden LĂ€ndern bleibt noch das Zeichen fĂŒr den Lautwert [h], der in Peru mit „h“ und Bolivien mit „j“ wiedergegeben wird. In Ecuador wurde die am Spanischen orientierte Rechtschreibung gleichfalls durch eine an Peru und Bolivien angelehnte Schreibweise ersetzt, wobei die Phonetik des ecuadorianischen Kichwa deutlich von Peru und Bolivien abweicht. In Argentinien steht allerdings eine Übernahme des neuen Quechua-Alphabets noch aus.

Die moderne Quechua-Rechtschreibung wird bis heute von einigen Einrichtungen, darunter der AMLQ und Vertretern von SIL International, mit dem Argument kritisiert, dass das offizielle Alphabet fĂŒr Personen, die auf Spanisch lesen und schreiben lernten, schwerer zu begreifen sei. Dem wird allerdings entgegengehalten, dass die moderne Schreibung die Quechua-Phonologie perfekt wiedergibt, und es wird auf Studien verwiesen, die zeigen, dass Alphabetisierung in Quechua mit dem 5-Vokal-System spĂ€ter sogar zu stĂ€rkeren Leseschwierigkeiten im Spanischen fĂŒhrt als bei Alphabetisierung mit dem 3-Vokal-System.

Zu beachten ist, dass in der Öffentlichkeit, besonders bei geographischen Namen auch Ă€ltere, an der spanischen Orthographie orientierte Schreibweisen noch bis heute ĂŒblich sind. So werden bekanntere Namen wie Wayna Pikchu, Saksaywaman und Qurikancha auch als Huayna Picchu, Sacsayhuaman und Coricancha bzw. Qorikancha geschrieben.

Der peruanische Linguist Rodolfo CerrĂłn Palomino, der Wanka-Quechua als Muttersprache spricht, schlĂ€gt einen einheitlichen Rechtschreibstandard vor fĂŒr alle sĂŒdlichen Quechua-Dialekte (d. h. ganz SĂŒdperu ab Huancavelica sĂŒdwĂ€rts, Bolivien und Argentinien), den er SĂŒdliches Quechua (Quechua sureño) nennt. Dieser Standard wird inzwischen von vielen Einrichtungen Perus akzeptiert. Er beinhaltet ursprĂŒngliche Strukturen der beiden meist gebrauchten Dialekte: Chanka (Ayakuchu, Quechua ayacuchano) und Qusqu-Qullaw (gesprochen ab Cusco sĂŒdlich, in Bolivien und Argentinien). Beispiele:

Ayacucho Cuzco Quechua sureño Übersetzung
upyay uhyay upyay „trinken“
utqa usqha utqha „schnell“
llamkay llank'ay llamk'ay „arbeiten“
ñuqanchik nuqanchis ñuqanchik „wir (inklusiv)“
-chka- -sha- -chka- (Suffix: unvollendete Handlung)
punchaw p'unchay p'unchaw „Tag“

Buchstaben des offiziellen Quechua-Alphabets

Im seit 1985 offiziellen Quechua-Alphabet in Peru kommen allgemein folgende 18 Buchstaben fĂŒr den ererbten Quechua-Wortschatz sowie fĂŒr Entlehnungen aus dem Aymara zur Anwendung:
a, ch, h, i, k, l, ll, m, n, ñ, p, q, r, s, t, u, w, y.

Im Qusqu-Qullaw werden zusĂ€tzlich folgende Buchstaben (auch fĂŒr Aymara-Lehnwörter) verwendet, was insgesamt 28 Zeichen ergibt:
chh, ch', kh, k', ph, p', qh, q', th, t'.

In Bolivien steht „j“ an Stelle von „h“.

In den nördlichen und zentralen Varianten gibt es außerdem das sh [ĆĄ] (IPA: [ʃ]). In den Varianten von JunĂ­n, Cajamarca und Lambayeque gibt es auch noch das ĉ (inoffiziell „tr“ geschrieben), was 20 Zeichen ergibt.

Die Buchstaben e und o werden nicht fĂŒr ererbte Quechua-Wörter verwendet, da es sich bei den entsprechenden Lauten um Allophone von i und u handelt, die in Nachbarschaft zu q, qh, q' auftreten.

Folgende Buchstaben werden nur in Lehnwörtern aus dem Spanischen und anderen Sprachen (nicht aus dem Aymara) verwendet:
b, d, e, f, g, o.

Nur in Eigennamen oder direkt ĂŒbernommenen spanischen AusdrĂŒcken treten auf:
c, v, x, z; j (in Peru; in Bolivien steht es an Stelle von h).

Grammatik

Quechua ist eine agglutinierende Sprache wie TĂŒrkisch und Finnisch, d.h. die Bedeutung eines Wortes wird durch das AnhĂ€ngen von Silben (Suffixe) an einen unverĂ€nderlichen Wortstamm angepasst, nicht durch Beugung (VerĂ€nderung des ganzen Wortes je nach Zeit, Person, Geschlecht und Fall) wie beispielsweise im Deutschen.

Die Reihenfolge der Suffixe ist streng geregelt, wie das Beispiel des Wortes chakra (Feld) illustriert:

  • Die Bedeutung „klein“ drĂŒckt man durch AnfĂŒgen des Suffixes -cha aus.
  • Die Besitzanzeige „mein“ wird durch AnfĂŒgen des Suffixes -y erreicht.
  • Den Plural erhĂ€lt man durch AnhĂ€ngen des Suffixes -kuna.
  • Der Ausdruck „meine kleinen Felder“ lautet auf Quechua folglich: chakrachaykuna.

Wie die meisten agglutinierenden Sprachen ist das Quechua eine Sprache vom Typ SOP (Subjekt-Objekt-PrÀdikat), d. h. im Normalfall gilt eine Wortfolge wie in diesem Satz:

Michiqkunaqa wayñutam takichkanku = Die Hirten [michiqkuna] singen [takiy] (gerade) [-chka-] einen Wayñu [Art Gesang/Tanz].

Substantiv

Das Substantiv im Quechua kennt zwei Numeri: Singular und Plural. Letzterer wird durch AnhĂ€ngen von -kuna ausgedrĂŒckt. Seine Verwendung ist nicht zwingend und wird in eindeutigen FĂ€llen oft weggelassen.

Das Substantiv wird durch eine Reihe von Suffixen „dekliniert“, die an Stelle von PrĂ€positionen verwendet werden. Hierzu gehören -p(a) (Genitiv), -ta (Akkusativ), -nta („durch“), -man („zu“), -manta [Quechua I: -piqta] („von, aus“), -paq („fĂŒr“), -pi [Quechua I: -ĉaw] („in“), -wan („mit“). Diese Suffixe sind zum Beispiel auch dadurch sehr produktiv, dass sie Adverbien bilden (chaypi, dort; kunanmanta, ab jetzt, 
).

Die Funktion des bestimmten Artikels wird teilweise vom s.g. „Topic Marker“ -qa ĂŒbernommen: runaqa = der Mann.

Durch Aneinanderreihen von Substantiven werden sehr einfach und hĂ€ufig zusammengesetzte Wörter gebildet, wobei das vorangestellte Nomen das Attribut ist: hatun = groß, yachay = wissen, lernen, wasi = Haus, hatun yachay wasi = Hochschule, UniversitĂ€t.

Das Quechua kennt kein grammatisches Geschlecht, jedoch spielt in manchen FĂ€llen das natĂŒrliche Geschlecht eine Rolle: so ist zum Beispiel churi immer das Kind eines Mannes, wawa das Kind einer Frau. Ähnlich ist es auch bei Geschwisterbezeichnungen.

Pronomen

Numerus
Singular Plural
Person Erste Ñuqa Ñuqanchik (inklusiv)

Ñuqayku (exklusiv)

Zweite Qam Qamkuna
Dritte Pay Paykuna

In Quechua gibt es sieben Personalpronomina. FĂŒr die erste Person Plural („wir“) hat Quechua zwei unterschiedliche Pronomina. Eines, das inklusive, wird benutzt, wenn der Sprecher den Angesprochenen mit einschließt („wir und du“, „ich und du“). Das exklusive Pronomen wird benutzt, wenn der Angesprochene nicht einbezogen wird („wir ohne dich“).

Besitz oder Zugehörigkeit wird im Quechua durch Possessivsuffixe ausgedrĂŒckt:

wasi = Haus; wasiy = mein Haus; wasiyki = dein Haus; wasin = sein/ihr Haus; wasinchik = unser (auch dein) Haus; wasiyku = unser (nicht dein) Haus; wasiykichik = euer Haus; wasinku = ihr Haus.

Der Genitiv -p(a) fordert im zugehörigen Nomen, das den Besitz ausdrĂŒckt, eine Possessivendung: intip churin = Sohn der Sonne.

Die wichtigsten Demonstrativpronomen (auch mit Adjektivfunktion) im Quechua sind kay (dies), chay (das) und wak (jenes).

Adjektive

Die Adjektive stehen im Quechua vor den Substantiven. Es gibt kein grammatisches Geschlecht, und sie werden nicht mit den Substantiven mitdekliniert.

Adverbien

Adverbien werden zum einen durch AnhĂ€ngen von -ta, manchmal auch -lla an ein Adjektiv gebildet: allin – allinta („gut“), utqay – utqaylla („schnell, rasch“). Zum anderen bildet man sie durch Suffixe an Demonstrativpronomen: chay („das“) – chaypi („dort“), kay („dies“) – kayman („hierher“). DarĂŒber hinaus gibt es zahlreiche selbstĂ€ndige Adverbien. AuffĂ€llig ist hierbei, dass das Adverb qhipa sowohl „hinten“ als auch „zukĂŒnftig“, ñawpa dagegen „vorn“ und „vergangen“ bedeutet. RĂ€umliche und zeitliche Konzepte der Adverbien im Quechua sind somit – Ă€hnlich wie im Aymara – genau umgekehrt verknĂŒpft wie in den europĂ€ischen Sprachen.

Zahlwörter (Numeralia)

  • Kardinalzahlen. ch'usaq (0), huk (1), iskay (2), kimsa (3), tawa (4), pichqa (5), suqta (6), qanchis (7), pusaq (8), isqun (9), chunka (10), chunka hukniyuq (11), chunka iskayniyuq (12), iskay chunka (20), pachak (100), waranqa (1000), hunu (1 000 000), lluna (1 000 000 000 000).
  • Ordinalzahlen werden durch AnhĂ€ngen des Wortes ñiqin an die entsprechende Kardinalzahl gebildet (zum Beispiel iskay ñiqin = „zweite“). An Stelle von huk ñiqin („erste“) kann allerdings auch ñawpaq gesagt werden, was auch „vorderste, Ă€lteste“ bedeutet.

Verben

Der Infinitiv wird gebildet durch das Suffix -y (much'a= „Kuss“; much'a-y = „kĂŒssen“). Der Imperativ Singular lautet gleich; im Plural wird -ychik angehĂ€ngt. Das Infix -wa- drĂŒckt „mir/mich“ aus (Much'ay! = „KĂŒsse!, Much'away! = „KĂŒsse mich!“).

Die Endungen des Verbs im Indikativ sind:

Gegenwart Einfache Vergangenheit Zukunft Narrative Vergangenheit
Ñuqa -ni -rqa-ni -saq -sqa-ni
Qam -nki -rqa-nki -nki -sqa-nki
Pay -n -rqa-n -nqa -sqa
Ñuqanchik -nchik -rqa-nchik -sun -sqa-nchik
Ñuqayku -yku -rqa-yku -saq-ku -sqa-yku
Qamkuna -nki-chik -rqa-nki-chik -nki-chik -sqa-nki-chik
Paykuna -n-ku -rqa-nku -nqa-ku -sqa-ku

Wenn das Subjekt in der Mehrzahl steht, darf das Verb in der Einzahl stehen: Runakunaqa llaqtakunapim kawsan. = Die Menschen leben in Dörfern/StÀdten.

Verschiedene Interfixe und Suffixe dienen der VerĂ€nderung der Bedeutung, so zum Beispiel das kausative -chi- (Beispiel: wañuy = „sterben“; wañuchiy = „töten“); das reflexive -ku- (Beispiel: sipiy = „morden, schlachten“; sipikuy = „Selbstmord begehen“); das reziproke -naku- (Beispiel: marq'ay= „umarmen“; marq'anakuy= „einander umarmen“), das progressive -chka- (e.g., mikhuy = „essen“; mikhuchkay = „beim Essen sein“).

Im Quechua gibt es die objektivische Konjugation, was bedeutet, dass es nicht nur fĂŒr verschiedene Subjekte, sondern auch fĂŒr verschiedene Objekte unterschiedliche Verb-Endungen gibt (Transition). Beispiel:

Rikuni. Ich sehe.
Rikuyki. Ich sehe dich.
Rikunki. Du siehst.
Rikuwanki. Du siehst mich.
Rikun. Er/Sie sieht.
Rikuwan. Er/Sie sieht mich.
Rikusunki. Er/Sie sieht dich.

FĂŒr das Futur gibt es eigene Verb-Endungen der Transition.

Partikeln

Partikeln, also Worte, an die niemals Suffixe angehĂ€ngt werden, gibt es nur wenige. Hierzu gehören zum Beispiel das Wort arĂ­ („ja“), yaw („hallo!“, „he!“) und bestimmte Lehnwörter aus dem Spanischen, wie piru (von Spanisch pero „aber“) und sinuqa (von sino „sondern“). Das Verneinungswort mana („nein“) ist keine Partikel, da auch Suffixe angehĂ€ngt werden (manam, „nein, nicht“; manas, „nein, sagen die Leute“, manapunim, keineswegs; manaraq, „noch nicht“; manaña, „nicht mehr“).

EvidentialitÀt

Die meisten SĂ€tze im Quechua werden durch ein EvidentialitĂ€ts-Suffix markiert, welches anzeigt, wie sicher sich der Sprecher ĂŒber seine Aussage ist bzw. woher er die Information hat. -mi drĂŒckt Wissen aus eigener Erfahrung aus (Tayta Wayllaqawaqa chufirmi, „Herr Huayllacahua ist Chauffeur, ich weiß es, ich habe es gesehen“); -si gibt Wissen vom Hörensagen wieder (Tayta Wayllaqawaqa chufirsi, „Herr Huayllacahua ist Chauffeur, hat man mir gesagt“); -cha drĂŒckt Wahrscheinlichkeit aus (Tayta Wayllaqawaqa chufircha, „Herr Huayllacahua ist wahrscheinlich – oder: vielleicht – Chauffeur“). Nach einem Vokal wird -m, -s, -ch angehĂ€ngt.

Fragen

Im Quechua gibt es sehr viele Fragewörter, die aus den Wurzeln ima (was), pi (wer) und may (wo) durch AnhÀngen von Nominalsuffixen gebildet werden. Meist wird noch ein Evidentialsuffix oder -taq angehÀngt:

Maypitaq kachkan? = Wo ist er/sie?
Imatam rurachkanki? = Was tust du (gerade)?
Pitaq karqan? = Wer war es?
Yaw, imatataq munanki? = Hallo, was willst du?
Runasimita qillqaytam munani. = Ich will Quechua schreiben lernen.

Entscheidungsfragen werden immer mit -chu gebildet.

Munawankichu? = Liebst du mich? (Antwort: ArĂ­ = ja / Manam = nein)

Verneinung

Das Suffix -chu dient auch der Verneinung, und zwar mit mana bei Aussagen und ama bei Befehlen:

Mikhunaqa manas allinchu karqan. = Das Essen soll nicht gut gewesen sein.
Ama waqaychu! = Weine nicht!

NebensÀtze

Als agglutinierende Sprache verwendet Quechua an Stelle von NebensĂ€tzen mit Konjunktionen VerbalausdrĂŒcke mit entsprechenden Suffixen:

Hamunaykitam munani. = Ich will, dass du kommst.
Inkaqa quri tawnanpa chayamusqanpi Qusqu llaqtatas kamasqa. = Wo sein goldener Stab auftraf, grĂŒndete der Inka die Stadt Cusco.
Mamaypa chiqnisqan runata rikurqanim. = Ich sah den Mann, den meine Mutter hasste.
Churiyta munaq warmita rikurqanim. = Ich sah die Frau, die meinen Sohn liebte.
Runakunaqa ayninakuyta qunqachkan. = Die Menschen vergessen, einander zu helfen.

An Stelle der deutschen Bindewörter wenn, als, wĂ€hrend, weil und obwohl werden die Infixe / Suffixe -pti- (bei unterschiedlichen Subjekten) und -spa- oder -stin (bei gleichem Subjekt) verwendet, wobei zusĂ€tzliche Suffixe (zum Beispiel -qa, -m(i), -s(i) und -pas) fĂŒr Bedeutungsnuancen dazukommen können:

Hamuptiykiqa kusikusaq. = Wenn du kommst, werde ich mich freuen.
Kutispay kasarasqaykim. = Wenn ich wiederkehre, werde ich dich heiraten.
Takistin tusurqankim. = WĂ€hrend du sangst, tanztest du.

Einen Sonderfall hinsichtlich NebensÀtzen bildet das Quechua in Bolivien, da es auch Bindewörter (gebildet aus Fragewörtern und -chus) aufweist, mit denen es neben den hier genannten Ausdrucksmöglichkeiten auch echte NebensÀtze bilden kann.

Lehnwörter im Deutschen

Die deutsche Sprache hat eine Reihe von Lehnwörtern aus dem Quechua ĂŒbernommen, in der Regel ĂŒber Vermittlung durch das Spanische. Hier einige Beispiele:

Literarische Werke auf Quechua

Siehe Hauptartikel: Quechua-Literatur

Musik auf Quechua

Quechuasprachige Lieder sind das Medium, durch welches man außerhalb des Quechua-Sprachgebiets die grĂ¶ĂŸte Chance hat, Quechua zu hören. Es gibt eine Reihe von peruanischen, bolivianischen und ecuadorianischen Musikern und Bands, die teilweise oder auch ĂŒberwiegend auf Quechua singen. Zu diesen Musikern gehörte etwa die peruanische SĂ€ngerin Yma Sumac. Die bolivianische SĂ€ngerin Luzmila Carpio singt sogar fast ausschließlich auf Quechua. Kennzeichen der meisten dieser Musiker bzw. Musikgruppen ist, dass sie auf traditionelle andine Musikformen zurĂŒckgreifen. Neue Wege beschreitet dagegen die 1991 gegrĂŒndete peruanische Rock-, Blues- und Grunge-Band Uchpa, die traditionelle Elemente mit modernen Ausdrucksformen und Musikinstrumenten verbindet und auf Ayacucho-Quechua singt. Auch die peruanische Meditationsmusik- und Folklore-Band Alborada singt ĂŒberwiegend auf Quechua.

Siehe auch

Literatur

  • Serafin M. Coronel-Molina: Quechua Phrasebook. 2nd Edition. Lonely Planet, Footscray u. a. 2002, ISBN 1-86450-381-5.
  • Winfried Dunkel: Quechua fĂŒr Peru-Reisende. 4. Auflage. Reise-Know-How-Verlag Rump, Bielefeld 2003, ISBN 3-89416-078-0 (Kauderwelsch 36).
  • Eva Gugenberger: IdentitĂ€ts- und Sprachkonflikt in einer pluriethnischen Gesellschaft. Eine soziolinguistische Studie ĂŒber Quechua-Sprecher und -Sprecherinnen in Peru. WUV-UniversitĂ€ts-Verlag, Wien 1995, ISBN 3-85114-225-X (Dissertationen der UniversitĂ€t Wien 17), (Zugleich: Wien, Univ., Diss., 1994).
  • Roswith Hartmann (Hrsg.): „Rimaykullayki“. Unterrichtsmaterialien zum Quechua Ayacuchano – Peru. Zusammengestellt nach Clodoaldo Soto Ruiz „Quechua – manual de enseñanza“ Lima 1979 und ergĂ€nzt von Sabine Dedenbach-Salazar SĂĄenz. Aktualisierte, erweiterte und ĂŒberarbeitete Neuauflage. 3. Auflage. Reimer, Berlin 1994, ISBN 3-496-02520-4.
  • Kendall A. King (Hrsg.): Quechua sociolinguistics. Mouton de Gruyter, Berlin u. a. 2004, (International journal of the sociology of language 167, ISSN 0165-2516).

Weblinks

 Commons: Quechua â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

WörterbĂŒcher

Wissenschaftliche Veröffentlichungen online

Einzelnachweise

  1. ↑ Ethnologue-Eintrag zu Quechua
  2. ↑ Diccionario etnolingĂŒĂ­stico y guĂ­a bibliogrĂĄfica: Quechua. Alain Fabre, 2005
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Dieser Artikel wurde am 5. September 2006 in dieser Version in die Liste der lesenswerten Artikel aufgenommen.
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