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Ein RĂ€uber ist eine Person, die einen Raub begeht oder begangen hat. Im juristischen Sprachgebrauch wendet der RĂ€uber im Unterschied zum Dieb Gewalt an oder droht diese an.
Inhaltsverzeichnis |
RĂ€uber gab es zu allen Zeiten. Grabdiebe, sogenannte GrabrĂ€uber, waren bereits in pharaonischer Zeit in Ăgypten bekannt, und MenschenrĂ€uber sind aus römischer Zeit mit dem legendĂ€ren Raub der Sabinerinnen bekannt. Im Neuen Testament ist vom barmherzigen Samariter die Rede, der einem Menschen half, der unter die RĂ€uber fiel. Auch der anstelle von Jesus zum Pessachfest freigelassene Barrabas war ein RĂ€uber.
Auch SeerÀuber oder Piraten gab es seit dem Altertum, die schon damals von griechischen und römischen Flotten bekÀmpft wurden.
BerĂŒhmtester deutscher SeerĂ€uber war Klaus Störtebeker.
Durch Staaten legalisierte SeerÀuber, die sogenannten Freibeuter wie Francis Drake, wurden zur Aufbesserung der Staatsfinanzen eingesetzt.
Bis ins SpĂ€tmittelalter hinein waren RĂ€uber oft in RĂ€uberbanden organisiert. Diese stellten oftmals autoritĂ€r gefĂŒhrte Gemeinschaften dar, die auch noch im 17. und bis ins 18. Jahrhundert bestanden. Eine derartige RĂ€uberbande bestand meist aus einem RĂ€uberhauptmann und dessen Gefolgsleuten, die durch einen Schwur auf den Tod miteinander verbunden waren. Die Mitglieder der RĂ€uberbande waren zuvor meist AussĂ€tzige, AusgestoĂene oder Deserteure und Vogelfreie. Oft waren diese RĂ€uber Verzweifelte, die keinen anderen Ausweg sahen, um zu ĂŒberleben.
Diese Struktur der RĂ€uberbanden verĂ€nderte sich mit der Zeit. SpĂ€ter kann unter dem Begriff RĂ€uberbande mehr eine lose Gemeinschaft verstanden werden, die sich fĂŒr eine Aktion, wie zum Beispiel einem StraĂenraub, zusammentat und sich danach wieder auflöste. Im 19. Jahrhundert fand man meist nur noch diese Art von RĂ€uberbanden vor. AnfĂŒhrer war meistens derjenige, der durch seine Taten oder sein Können sich besonders hervorhob oder den auszuraubenden Ort oder Person am besten kannte oder diese ausbaldowert (erkundet) hat.[1]
Auch heute noch gibt es in Ă€rmeren LĂ€ndern RĂ€uberbanden und PiratenĂŒberfĂ€lle, wie in Ostafrika (Somalia) und in SĂŒdostasien (StraĂe von Malakka).
Bis ins 19. Jahrhundert gab es fĂŒr die Klassifizierung von RĂ€ubern und Dieben zahlreiche Spezialbegriffe, die gröĂtenteils aus dem Verbrechermilieu stammten. So waren Jomakener RĂ€uber, die die Dörfer zur Erntezeit ĂŒberfielen, SchrĂ€nker Diebe die nachts lautlos in die HĂ€user eindrangen, StĂ€nkerer Gelegenheitsdiebe, auch RĂ€uber, in Wohngebieten. Stratekehrer (auch StrĂ€hlekehrer) waren StraĂenrĂ€uber und als Serfer ( auch RezoirsĂ€rfner) wurden Diebe/RĂ€uber bezeichnet, die ihre Straftaten im Zusammenhang mit Brandstiftung begingen.[2]
Bekannte RĂ€uber und RĂ€uberbanden waren:
Im 19. und 20 Jahrhundert wurden vor allem PostkutschenĂŒberfĂ€lle und spektakulĂ€re BankrĂ€uber durch Presse und audiovisuelle Medien bekannt. Zu nennen sind hier Verbrecher wie die bankraubenden Dalton-BrĂŒder, John Dillinger oder das RĂ€uber-PĂ€rchen Bonny und Clyde. Auch der legendĂ€re Postraub, der in den 60er Jahren in England verĂŒbt wurde, fĂ€llt darunter.
In Deutschland erregten die KassenbotenrĂ€uber Aufsehen. In SĂŒddeutschland war Johannes BĂŒckler, der âSchinderhannesâ aus dem HunsrĂŒck des spĂ€ten 18. Jahrhunderts, das Vorbild fĂŒr Bernhard Kimmel und seine nach ihm benannte Kimmel-Bande, die von 1957 bis 1961 im PfĂ€lzerwald RaubzĂŒge und EinbrĂŒche unternahmen.
Handtaschenraub ist in vielen GroĂstĂ€dten im Zuge der BeschaffungskriminalitĂ€t nahezu alltĂ€glich.
Im Ausgang des 18. Jahrhunderts entstand eine sich rasch verbreiternde Gattung des Unterhaltungsromans, der sogenannte RĂ€uberroman. Hervorgerufen wurde das Interesse einmal durch die neuerwachte BeschĂ€ftigung mit dem Mittelalter, zum anderen durch die Dramen von Goethe (Götz von Berlichingen, die Figur eines Raubritters) und Schiller (Die RĂ€uber). Die RĂ€uberromane jener Zeit hoben das in Schillers Karl Moor angelegte Bild vom groĂen Kerl und Ideal des edlen Verbrechers noch hervor und lieĂen ihre RĂ€uber und RĂ€uberbanden zwar gegen die Gesetze, aber fĂŒr die Gerechtigkeit handeln. Zu nennen sind hier vor allem Heinrich Zschokkes Roman AbĂ€llino, der groĂe Bandit (1793) und Christian August Vulpius Buch Rinaldo Rinaldini, der RĂ€uberhauptmann (1798).
Zu den RÀubern als literarische Gestalten zÀhlen vor allem:
Belegt ist, dass zumindest die von Hauff erwĂ€hnten SpessartrĂ€uber existierten und vor allem HĂ€ndler auf dem sogenannten Eselsweg und der Birkenhainer StraĂe, die Salz und andere GĂŒter transportierten, ausraubten und fĂŒr die Kaufleute ein Lösegeld verlangten.
Im 20. Jahrhundert wurde die RĂ€uberromantik oftmals fĂŒr Kinder wieder verharmlosend dargestellt und in manchen Werken auch pĂ€dagogisch relativiert.
Filme:
Umgangssprachlich ist eine Reihe von Redewendungen gebrÀuchlich, z. B.
Im politischen Leben gerne zitiert wird Augustinus' Vergleich von Staaten ohne Rechtsstaatlichkeit mit RĂ€uberbanden: Remota itaque iustitia quid sunt regna nisi magna latrocinia? Quia et latrocinia quid sunt nisi parva regna? (De Civitate Dei, Liber IV,4); sinngemĂ€Ăe Ăbersetzung "Nimm die Rechtsstaatlichkeit weg, was sind Staaten wenn nicht groĂe RĂ€uberbanden? Denn was sind RĂ€uberbanden anderes als Staatswesen im Kleinen?"
Als RÀuber bezeichnet man in der Biologie auch ein Tier, das sich ein anderes zum Opfer macht, siehe oben BegriffserklÀrung, RÀuber-Beute-Beziehung, Raubtier.
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