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Die Rüstungsindustrie in Afrika ist in verschiedenen Staaten Afrikas vertreten. Unter den afrikanischen Herstellerländern von leichten Waffen befinden sich Südafrika, Simbabwe, Nigeria, Namibia, Uganda, Kenia, Tansania und Ägypten.
Inhaltsverzeichnis |
Das größte Herstellerland ist Südafrika, das vom Apartheid-Regime eine fortschrittliche und vielschichtige Waffenindustrie geerbt hat. Gegenwärtig gibt es in Südafrika rund 700 Rüstungsunternehmen mit 22.500 Beschäftigten (Ende der 1980er Jahre waren es sogar 160.000). Bei den meisten handelt es sich um kleine und mittlere Betriebe. Der zwar offiziell privatisierte und in eine Aktiengesellschaft umgewandelte Konzern Denel ist noch immer im Staatseigentum und hat mit seinen fast 11.000 Mitarbeitern in Südafrika einen Marktanteil von über 50 % im Verteidigungssektor.
Die größeren Hersteller von Rüstungsgütern sind in der South African Aerospace Maritime & Defence Industries Association (AMD) organisiert. Hierzu gehören:
Weitere Waffenhersteller:
Nach offiziellen Angaben exportiert das Land Rüstungsprodukte in 61 verschiedene Länder, vorwiegend im Nahen Osten und in Afrika. Der wichtigste Kunde ist Algerien.
Weitere Kunden sind:
Im Jahr 2001 gingen insgesamt 32 % der südafrikanischen Waffenexporte nach Afrika, wobei 28 % der Exporte in Afrika auf Algerien entfielen, an das Südafrika unter anderem so genannte UAV-Flugzeuge (unbemannte Aufklärungsflugzeuge) und Kampfhubschrauber des Typs Mil Mi24 Hind sowjetischer Herkunft verkauft. Die restlichen Exporte teilten sich wie folgt auf: 15 % Nahost, 16 % Südasien, 15 % restliches Asien, 16 % Europa, 5 % Amerika und 1 % die Vereinten Nationen (Ausrüstung der Blauhelme).
Nicht alle Länder werden mit demselben System der südafrikanischen Rüstungsindustrie beliefert. Die Exportgesetze für Rüstungsgüter unterscheiden vier Kategorien, die verschiedenen Kontrollbedingungen bei der Ausfuhr unterliegen:
Einige Länder können nur Systeme der beiden letzten Kategorien (also nicht tödliche Systeme) kaufen, wie zum Beispiel Simbabwe, das bei der letzten Lieferung im Jahr 2000 nur mit Systemen der Kategorie D beliefert wurde.
Auch Simbabwe hat vom vorherigen Regime (unter dem das Land noch Rhodesien hieß) eine Rüstungsindustrie im Anfangsstadium geerbt. Auf dieser Grundlage entwickelte sich 1984 die Zimbabwe Defence Industries (ZDI). Dieses Unternehmen stellt leichte Waffen, Munition und Minen her. Das Know-how für die Produktion von Sprengstoff und Granaten wurde von Frankreich geliefert, während China im Land eine Waffenfabrik für Infanteriewaffen baute. Zu den Kunden der ZDI gehören Angola (reguläre Streitkräfte und Rebellen der UNITA), sudanesische Rebellen und die Demokratische Republik Kongo. Im Kongo, wo die Truppen Mugabes den kongolesischen Präsidenten Kabila im Tausch gegen die Lieferungen der ZDI unterstützen, ist es Harare gelungen, Konzessionen für den Kauf von 37,5 % der Gécamines, der staatlichen kongolesischen Bergbaugesellschaft, zu erwirken. Vor Ende des Krieges in Angola gab es Gespräche zwischen Luanda und Harare über die Gründung eines gemeinsamen Betriebs zur Herstellung von Waffen. Mit Ende des Krieges scheint die angolanische Regierung das Interesse an dem Unternehmen jedoch verloren zu haben.
Die ZDI stellt leichte Waffen (eine Kopie der israelischen Maschinenpistole vom Typ Uzi und der tschechischen Maschinenpistole Typ CZ Sa 25) und vor allem Munition für diese Waffen (9 mm und 20 mm) und für Granatwerfer (60, 81 und 120 mm), Antipersonen- und Antipanzergranaten her. Zu den offiziellen Kunden Simbabwes gehörten Südafrika, Malawi, Botswana, Tansania und Sambia.
Ebenfalls in Ostafrika verfügt auch Uganda über eine kleine Rüstungsindustrie. In diesem Land, gibt es mindestens drei Unternehmen, die Waffen herstellen. Die größte, die Nakasongola Arms Factory, hat chinesische Besitzer (und ist eine so genannter Joint-venture-Betrieb, an dem die Regierung in Peking sowie Fachkräfte und Unternehmer aus China, Nordkorea und Südafrika beteiligt sind). Die Fabrik befindet sich im Verwaltungsbezirk Gulu (wo seit Jahren die Rebellen der Lord's Resistance Army aktiv sind) und stellt leichte Waffen und Minen her, die dann an die burundischen Streitkräfte und an die angolanischen Rebellen der UNITA verkauft werden. Eine weitere Waffenfabrik namens Saracen, die die ugandische Armee beliefert, ist Besitz der Strategic Resources Corporation, hinter der sich die berühmte Executive Outcomes (EO) verbirgt, die es offiziell seit 1999 nicht mehr gibt, von der man aber vermutet, dass sie unter anderem Namen agiert. Ein weiterer Rüstungsbetrieb, die Ottoman Engineering Ltd. ist auf die Herstellung leichter Waffen spezialisiert. Zu den Kunden der ugandischen Rüstungsindustrie gehört die Demokratische Republik Kongo.
In Kenia stellt die Kenya Ordnance Factories Corporation Munition für Pistolen und Sturmgewehre (20.000-60.000 Teile pro Tag) her. Die Fabrik wurde mit Zustimmung der belgischen FN gebaut und im Jahr 2000 eröffnet. Nach Angaben der kenianischen Regierung werden Waffen nur für die eigenen Streitkräfte hergestellt, weshalb keine Exportlizenzen vergeben werden sollen.
Der einzige Kriegswaffenhersteller in Westafrika ist Nigeria. Die Defence Industries Corporation of Nigeria (DICON) wurde 1964 mit einem entsprechenden Gesetz namens Defence Industries Corporation of Nigeria Act gegründet. Diese Rüstungsindustrie spielte im Sezessionskrieg um Biafra (1968-70) eine wichtige Rolle. Das Unternehmen, das von einem ausländischen Management verwaltet wurde, meldet 1972 Konkurs an, wonach der deutsche Generaldirektor des Landes verwiesen wurde. Danach machte das Unternehmen in den darauf folgenden Jahren mehrere Höhen und Tiefen durch. Ende der 90er Jahre beschloss die neue Regierung, erneut in die Rüstungsindustrie zu investieren. Deshalb bekam die DICON einen neuen Vorstand und es wurden Verhandlungen mit Russland im Zusammenhang mit dem Technologietransfer eingeleitet.
Das nigerianische Unternehmen beschäftigt derzeit 700 Menschen in Kaduna, wo leichte Waffen und Munition hergestellt werden, während in einer weiteren Fabrik in Bauchi leichte Panzerfahrzeuge gebaut werden, Offiziell sind die hergestellten Waffen ausschließlich für die nigerianische Armee und Polizei bestimmt.
Hergestellt werden unter anderem:
Der größte Waffenhersteller in Nordafrika ist Ägypten. Das nordafrikanische Land exportiert auch Waffen in die afrikanischen Länder südlich der Sahara. 1992 wurde zwei Jahre vor dem Völkermord des Jahres 1994 ein Verkaufsvertrag für ägyptische Waffen an die ruandische Regierung unterzeichnet. Der Vertrag, dessen Bezahlung von einer französischen Bank garantiert wurde, umfasste Granatwerfer von 60 bis 82 mm; 16.000 Granaten; Raketenwerfer; Plastiksprengstoff, Anti-Personen-Minen und 3 Millionen Schuss für Handfeuerwaffen.[2]
Zu den Herstellern leichter Waffen in Ägypten gehören: