Rabbinische LiteraturRabbinische Literatur im weitesten Sinne kann das gesamte Spektrum der Schriften jüdischer Rabbiner im Lauf der ganzen Geschichte des Judentums bedeuten. Allerdings wird der Ausdruck oft als genaue Entsprechung des hebräischen Begriffes Sifrut Chasal (ספרות חז"ל; „Literatur [unserer] Weisen, gesegneten Angedenkens“) verwendet, was sich speziell auf die Literatur der talmudischen Ära bezieht. In diesem spezifischeren Sinne wird der Begriff normalerweise in mittelalterlichen und modernen rabbinischen Schriften benutzt (wo Chasal sich in der Regel nur auf die Weisen der talmudischen Ära bezieht), und auch in zeitgenössischen akademischen Schriften (wo mit „rabbinischer Literatur“ der Talmud, Midraschim und verwandte Schriften gemeint sind, aber kaum jemals spätere Werke). Dieser Artikel behandelt rabbinische Literatur in beiden Bedeutungen. Er beginnt mit der klassischen rabbinischen Literatur der talmudischen Ära (Sifrut Chasal) und fügt dann einen breiten Überblick über die rabbinischen Schriften späterer Perioden hinzu. Die Begriffe Meforschim oder Parschanim werden auch in modernen Jeschiwot (Talmudhochschulen) verwendet und bedeuten dort „rabbinische Kommentare der Kommentatoren“, siehe unten für nähere Erläuterung.
Das mündliche GesetzDie Mischna und die Tosefta (zusammengestellt aus Material vor dem Jahr 200) sind die frühesten ausführlichen Werke der rabbinischen Literatur und erklären das mündliche Gesetz des Judentums. Mischna und Gemara bilden zusammen den Talmud, der in zwei Versionen überliefert ist:
Der MidraschMidrasch (pl. Midraschim) ist ein hebräisches Wort für die Auslegung biblischer Texte. Der Begriff Midrasch kann auch verwendet werden für eine Kompilation von Midrasch-Lehren in Form von juristischen, exegetischen oder homiletischen Kommentaren der hebräischen Bibel. Spätere Werke nach KategorienJüdisches RechtHalacha bezeichnet die rechtlichen Regelungen des jüdischen Lebens (siehe den Artikel Halacha). Wichtige Werke dieser Kategorie beinhalten:
Jüdisches Denken und Ethik
LiturgieSpätere Werke nach historischen PeriodenWerke der GeonimDie Geonim sind die Oberhäupter der Talmudischen Akademien von Sura und Pumbedita, in Babylonien (650–1250)
Werke der Rischonim (die „frühen“ rabbinischen Kommentatoren)Die Rischonim sind die Rabbiner des frühen Mittelalters (1250–1550)
Werke der Acharonim (die „späten“ rabbinischen Kommentatoren)Die Acharonim sind die Rabbiner von 1550 bis heute.
MefarschimMefarschim ist ein hebräisches Wort und bedeutet klassische (rabbinische) Kommentatoren, Exegeten; es wird als Ersatz verwendet für das korrekte Wort Peruschim, das „Kommentare“ bedeutet. Im Judentum wird dieser Begriff für die Kommentare der Tora, des Tanach, der Mischna, des Talmud, der Responsen, des Siddur u. a. verwendet. Klassische Tora- und/oder Talmud-Kommentare wurden verfasst von:
Klassische Talmud-Kommentare wurden von Raschi geschrieben. Nach Raschi entstand der Tosafos, ein allgemeiner Talmud-Kommentar von den Schülern und Nachfolgern Raschis; die Grundlage dieses Kommentars waren Diskussionen in den rabbinischen Akademien Deutschlands und Frankreichs. Zu den modernen Tora-Kommentaren, die in der jüdischen Gemeinschaft breite Zustimmung finden, zählen: Orthodox:
konservatives Judentum:
Moderne Siddur-Kommentare wurden geschrieben von:
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