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| Namen von Ramses III. | |||||||||
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Ramses III. mit einem Weihrauchopfer, Grabmalerei aus KV11
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| Horusname |
K3-nḫt-ˁ3-nsyt Starker Stier, mit großem Königtum | ||||||||
| Nebtiname |
Wr-ḥˁb.w-sd-mj-T3-ṯnn Groß an Sedfesten wie (Ptah-)Tatenen | ||||||||
| Goldname |
Wsr-rnp.wt-mj-Jtm Reich an Jahren wie Atum | ||||||||
| Thronname |
Wsr-m3ˁt-Rˁ-mrj-Jmn Stark ist die Wahrheit des Re, Geliebter des Amun | ||||||||
| Eigenname |
(Ra mes su heqa Iunu) Rˁ msj sw ḥq3 Jwnw Re ist der, der ihn geboren hat, Herrscher von Heliopolis | ||||||||
Ramses III. (* um 1221 v. Chr.; † 7. April 1156 v. Chr.) war ein altägyptischer König (Pharao) der 20. Dynastie (Neues Reich), der am 17. Peret III (18. Dezember) 1188 v. Chr. die Regentschaft übernahm,[1] am 26. Schemu I (25. Februar) 1187 v. Chr. gekrönt wurde[1] und bis 1156 v. Chr. regierte.[2]
Inhaltsverzeichnis |
Ramses III. war der Sohn und Nachfolger von Sethnacht[3]. Seine Große königliche Gemahlin war Isettahemdjert, die Tochter einer Fremden mit akkadischem Namen, Habasillatu. Zusätzlich hatte er wenigstens eine Nebenfrau, deren Name jedoch nicht belegt ist.[A 1] Als Söhne gelten unter anderem die Prinzen Amunherchepeschef (der spätere Ramses VI.), Chaemwaset, Sethherchepeschef (der spätere Ramses VIII.), Ramses Meriatum und der Nachfolger als Pharao, Ramses IV.. Bis auf die drei Nachfolger wurden alle Prinzen im Tal der Königinnen bestattet.
Eine Nebenfrau, Teje, gebar ihm einen namentlich nicht weiter bekannten Sohn, der in den Prozessakten der Haremsverschwörung (s. u.) als „Pentawer“ bezeichnet wird.
Die Datierung der Regierungszeit von Ramses III. beruht auf einer Inschrift aus dem siebten Regierungsjahr: Am 9. Schemu III ruhte Amun-Re, der Götterkönig, im Haus der Millionen von Jahren von Ramses III. im Tempel des Amun im Westen von Theben. Der Ägyptologe Rolf Krauss verweist in diesem Zusammenhang auf den Festkalender und die zugehörige Verbindung zum altägyptischen Mondkalender. Das Ruhen des Amun-Re ist im zweiten und dritten Monat der Jahreszeit Schemu traditionsgemäß an einen Neumondtag gebunden, weshalb für das Datum des 9. Schemu III nur 1181 v. Chr. als siebtes Regierungsjahr in Frage kommt. In Addition der verstrichenen sechs Regierungsjahre ergibt sich 1187 v. Chr. als Zeitpunkt der Krönung, die Ramses III. am 26. Schemu I als Vereinigungs- und Krönungsfest feierte.[4]
Ägypten war in der Zeit seiner Regentschaft von auswärtigen Kräften bedroht. Einerseits durch wiederholte Vorstöße libyscher Stämme (darunter die Isabaten), wobei allerdings zu berücksichtigen ist, dass die Schilderung eines Libyen-Kriegs im 5. Jahr der Herrschaft sehr starke Parallelen zum Libyerkrieg des Merenptah aufweist und die Darstellung in Medinet Habu demnach vom Tempel des Merenptah kopiert sein könnte.
Die sogenannten „Seevölker-Attacken“ haben sich in der Zeit Ramses III. ereignet. Demnach griff im 8. Jahr seiner Regierung ein Bündnis von Völkern Ägypten an, die ursprünglich „auf den Inseln inmitten des Meeres“ lebten. Zuvor sollen diese von der modernen Forschung als „Seevölker“ bezeichneten Aggressoren nach ägyptischer Schilderung eine Reihe von Ländern im östlichen Mittelmeer bezwungen haben, darunter Arzawa, die Hethiter, Karkemisch und Amurru. Ausführlich wird eine Seeschlacht geschildert, in der die Seevölker im Nildelta in die Falle gelockt und geschlagen wurden. Ob die aufgezählten Völker tatsächlich alle beteiligt waren, ist zweifelhaft, da Ramses III. Siege über Völkerschaften schildert, die schon längst von der historischen Bühne verschwunden waren und nicht selten auf Berichte von Ramses II. zurückgriff [5].
Der Große Papyrus Harris, der kurz nach dem Tode Ramses III. entstand, erwähnt ebenfalls Kämpfe gegen Seevölker und berichtet von einem Versuch dieser Völker, zu Lande in Ägypten einzudringen. Die unmittelbare Gefahr für Ägypten konnte Ramses III. zwar abwenden, trotzdem büßte sein Land an Macht ein. Sowohl Palästina, wo er die beiden Seevölker, die Peleset (Philister) und Tjeker ansiedelte, wie auch Syrien gingen in der Folge verloren.
Berühmt ist der Totentempel des Ramses III. in Medinet Habu. Er wurde noch zu Lebzeiten des Königs errichtet und zeugt in Inschriften wie Bildern von seinen Taten. Allerdings wurde dabei offenbar viel von älteren Monumenten kopiert. So ist von einem Feldzug die Rede, der über Syrien bis nach Kleinasien geführt haben soll. Dieser kann unmöglich in der Zeit dieses Königs stattgefunden haben.
Das Baumaterial für den Totentempel stammte aus den großen Sandsteinbrüchen in Dschabal as-Silsila. Nach Fertigstellung ließ Ramses III. dort zwei Stelen aufstellen, die ihn wahlweise mit Amun-Re und Hapi sowie mit Amun, Mut und Chons zeigen. In diesem Zusammenhang vermerkte Ramses III. in seinem Festkalender den 15. und 16. Schemu III als zusätzliche Festtage, an denen sowohl in Dschabal as-Silsila als auch im Karnak-Tempel Opferfeste für Amun-Re, Hapi und Mut gefeiert werden sollten.[6]
Bei der Errichtung des Grabes von Ramses III. im Tal der Könige und den Prinzengräbern im Tal der Königinnen[7] kam es zum ersten dokumentierten Streik in der Geschichte der Menschheit (Streik von Deir el-Medineh). Im 29. Regierungsjahr von Ramses III., am 10. Peret II (4. November) 1159 v. Chr.,[A 2] legten einige hungrige Arbeiter ihre Bautätigkeit nieder. Zu dieser Zeit wurden die Arbeiter auf der Basis von Getreideeinheiten, also mit Lebensmitteln, bezahlt. Der Schlachtruf dieses Streiks Wir sind hungrig! ist in einem Papyrus des Schreibers Neferhotep dokumentiert und wird gegenwärtig im Museo delle antichità egizie di Torino unter der Inventarisierungsnummer p1880 aufbewahrt.
Als Wesire während der Regierung Ramses III. sind Hori und Ta bekannt, Vizekönig von Kusch (Nubien) war Hori III., Bürgermeister von Theben war Paser und Hohepriester des Amun in Theben waren Bakenchons, Usermaatrenacht und Ramsesnacht.
Abgesehen von den umfangreichen Schenkungen zugunsten der Götter, deren Mitwirken es dem König ermöglicht, das Böse (Isfet) abzuwehren und Maat zu verwirklichen[A 3], ist die Innenpolitik nur bruchstückhaft dokumentiert.
Seine Großzügigkeit sicherte Ramses III. die Unterstützung einer mächtigen Priesterschaft. Vor allem die großen Tempelbezirke in Karnak und Medinet Habu, in Heliopolis und Memphis wurden reich mit Ländereien, Landarbeitern und Handwerkern, Lebensmittellieferungen, Edelmetallen, Kupfer und Steuereinnahmen bedacht. Laut dem Papyrus Harris I des British Museum[8], der eine detaillierte Liste der königlichen Geschenke enthält, besaß allein der Amuntempel in Karnak am Ende der Regierungszeit 86 486 Leute, 433 Gärten, 83 Transportschiffe, 46 Werften, 65 Städte und Dörfer, davon 9 in Palästina, 421 362 Rinder, sowie einen Bodenbesitz von 864 168 Aruren[9], was einem Zehntel des fruchtbaren Ackerlandes entsprach.[10]
Unter den schwachen Nachfolgern vergrößerte sich der Besitzstand des Amun-Re noch erheblich durch weitere reguläre Zuwendungen, Immunitätsdekrete und Sonderstiftungen, so dass gegen Ende der 21. Dynastie die Domäne des Gottes nahezu deckungsgleich mit Oberägypten war[11]. Zu diesem Zeitpunkt war der Hohepriester des Amun-Re faktisch Herrscher von Theben, während der in Tanis oder Memphis residierende Pharao nur noch nominell als König von Ober-und Unterägypten galt.
Mehrere Dokumente [12] aus der Zeit des Nachfolgers Ramses IV. schildern ein Gerichtsverfahren, bei dem es um eine Verschwörung ging, an der Mitglieder der königlichen Familie, Konkubinen des Königs, sowie hohe Würdenträger des Hofes, der Armee und der Haremsverwaltung beteiligt waren.
Als Urheber der Verschwörung gelten eine Nebenfrau des Königs, Teje, und deren Sohn (in den Urkunden als Pentawer bezeichnet). Umstritten ist, ob Ramses III. im 32. Jahr seiner Regierung dieser Intrige zum Opfer fiel[13] : man kann nämlich nicht ausschliessen, dass die Verschwörer nicht etwa planten, den ohnehin schwerkranken König (er litt an einer fortgeschrittenen Arteriosklerose) zu ermorden, sondern seinen natürlichen Tod nutzen wollten, den Sohn Tejes auf den Thron zu bringen [14].
Ankläger war der bereits verstorbene Ramses III.[15] Grund dafür ist der Glaube der Ägypter, der zum Gott gewordene König lenke auch nach seinem Tod das Geschehen im Diesseits. Der Tote beauftragte also das Gericht, die Schuldigen ausfindig zu machen und zu verurteilen. Zwei Richter standen später selbst vor Gericht, da sie mit den Ehefrauen einiger Angeklagten an einem Gelage teilgenommen hatten[A 4].
Bis auf einen Angeklagten wurden alle Verschwörer schuldig gesprochen. Die Strafen reichten vom Abschneiden der Nase und der Ohren bis zur Hinrichtung oder, bei einigen hohen Würdenträgern, dem Befehl zum Selbstmord. Auch Pentawer wurde für schuldig erklärt: „[die Richter] liessen ihn [allein] in seinem Raum; er nahm sich das Leben.“[16] Welche Strafe über Teje verhängt wurde geht aus den erhaltenen Dokumenten nicht hervor.
Das Todesdatum 15. Schemu III (7. April) 1156 v. Chr.[17][18] fiel auf den ersten Feiertag des Opferfestes für die Gottheiten Amun-Re und Hapi.[6] Verschiedene Ägyptologen vermuteten dennoch einen Zusammenhang mit den Feierlichkeiten des Talfestes, da es das letzte protokollierte Fest in zeitgenössischen Quellen war:
„Mögest du hervorkommen und eintreten in die Totenstadt von Theben, ohne dass dein Schritt auf ihrem Friedhof behindert wird. Mögest du im Gebiet des Westens Thebens stehen an jenem Tage der Wasserfahrt. Mögest du den König der Götter in seinem großen Geheimnis, den Vater der Götter in seiner herrlichen Gestalt erblicken. Mögest du im Tempel unter den Seligen zum Herrn der Götter gehen am Talfest.“
– Texte Medinet-Habu[19]
Das Talfest war von Ramses III. als zweitägige Feier für den zweiten Monat der Jahreszeit Schemu angesetzt. Um einen Zusammenhang zum Talfest herzustellen, entwarfen James H. Breasted und Hans Goedicke die These, dass Ramses III. die Palastintrige 21 Tage schwer verletzt überlebt habe. Demnach wäre der Anschlag am 23./24. Schemu II erfolgt, was einen Talfesttermin um den 21. Schemu II voraussetzt. Belege oder Hinweise für diese Annahme konnten weder Breasted noch Goedicke nennen. Erik Hornung und Wolfgang Helck lehnen aufgrund der langen Zeitspanne zwischen Festbeginn und dem Tod von Ramses III. sowie wegen der fehlenden Hinweise die Theorie einer Talfest-Palastintrige im 32. Regierungsjahr ab.
Rolf Krauss sieht die Möglichkeit eines Talfest-Zusammenhangs nur dann gegeben, falls das einen Monat zuvor stattfindende Minfest gemeinsam mit dem Talfest verschoben wurde.[18] Das Minfest war wie das Talfest an den Mondkalender gebunden, weshalb eine Verschiebung unter diesen Umständen ausgeschlossen werden kann.[18] Außerdem verweist Rolf Krauss auf den Inhalt eines Graffitos aus dem siebten Regierungsjahr von Ramses III. mit den dort für den 9. Schemu III. belegten Opfergaben an Amun-Re. Da sich im ägyptischen Mondkalender nach jeweils 25 Jahren die Monddaten wiederholen, muss im 32. Regierungsjahr von Ramses III. entgegen der Annahme von Breasted und Goedicke der 9. Schemu III. erneut als Feiertag in Verbindung der Gottheit Amun-Re Bestandteil eines Festaktes gewesen sein. In den Angaben des siebten Regierungsjahres wird das Talfest aber nicht erwähnt[20].
Die Mumie des Königs wurde nach 74 Tagen am 24. Achet I (20. Juni) 1156 v. Chr.[21] in Grab (KV11) im Tal der Könige beigesetzt.[22] Untersuchungen seiner Mumie zeigen, dass Ramses III. etwa 65 Jahre alt wurde. Aufgrund der Aktivitäten von Grabräubern betteten Priester in der 22. Dynastie unter Scheschonq I. die Mumie um in die Cachette von Deir el-Bahari. Sie befindet sich heute im Ägyptischen Museum (Kairo). Die Wanne des Sarkophages ist im Pariser Louvre ausgestellt, während sich der Deckel in Cambridge[23] befindet.
| Vorgänger | Amt | Nachfolger |
| Sethnacht | Pharao von Ägypten 20. Dynastie |
Ramses IV. |
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Ramses III. |
| KURZBESCHREIBUNG | ägyptischer Pharao |
| GEBURTSDATUM | um 1221 v. Chr. |
| STERBEDATUM | 7. April 1156 v. Chr. |