Suche im Lexikon
Lexikon auf Ihrer Homepage Lexikon als Lesezeichen hinzufügen

Randerath

Dieser Artikel beschreibt den Stadtteil Randerath der Stadt Heinsberg.
  • Für die deutsche Journalistin Astrid Randerath (* 1965) siehe Astrid Randerath.
  • Für den deutschen Humanmediziner Winfried Randerath (* 1961) siehe Winfried Randerath.
Randerath
Stadt Heinsberg
Koordinaten: 51° 1′ N, 6° 10′ O51.018026.1747552Koordinaten: 51° 1′ 5″ N, 6° 10′ 29″ O
Höhe: 52 m Ã¼. NN
Fläche: 13,45 km²
Eingemeindung: 1. Jan. 1972
Postleitzahl: 52525
Vorwahl: 02453
Karte

Lage von Randerath (rot umrandet) im Stadtgebiet Heinsberg

Die bis Dezember 1971 eigenständige Gemeinde Randerath ist ein Stadtteil von Heinsberg im Kreis Heinsberg im westlichen Nordrhein-Westfalen und liegt an der Wurm. Randerath ist ein Haufendorf und bildet zusammen mit Himmerich den Stadtbezirk Randerath.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Im Nordwesten des Stadtteils befinden sich Heinsberg und Dremmen; im Norden schließt Porselen an, im Nordosten Hückelhoven. Südlich von Randerath liegt Würm, südöstlich liegen Lindern und Brachelen.

Geschichte

Zahlreiche siedlungsgeschichtliche Spuren aus der Steinzeit (Artefakte) und aus römischer Zeit (Trümmerfelder, Scherben, Gräber) belegen die frühe Besiedlung des Ortsgebietes.[1]

Der Gründung des heutigen Ortes Randerath ist im engen Zusammenhang mit der Errichtung der Burg Randerath zu sehen. Im Jahre 1084 wird ein Harper von Randerath erstmals erwähnt. Dessen Sohn muss bei Streitigkeiten mit den Herren von Heinsberg die Zerstörung seiner Burg hinnehmen. Im Jahre 1225 erhält Gerhard von Randerath die Stadt von Herzog Walram von Limburg als Lehen. Das Jahr 1239 bringt die erneute Zerstörung der Burg durch den Herzog von Brabant. Im 14. Jahrhundert gewinnen die Herren von Heinsberg mehr Einfluss auf Randerath, 1310 wird die Burg Offenhaus der Herren von Heinsberg. Mit Arnold von Randerath stirbt das Geschlecht 1384 aus. Sein Schwiegersohn Wilhelm von Horn erbt den Besitz, welcher von seiner Gattin im Jahre 1392 an das Herzogtum Jülich verkauft wird. Die Burg Randerath war in der Folgezeit Sitz eines jülichen Amtmannes.Im Jahre 1542 wird Randerath während der Jülicher Fehde durch Soldaten der Kaisers Karl V. zerstört. In den Jahren 1670 und 1717 wüteten große Brände in Randerath und 1675 wurde Randerath durch lauenburgische Truppen geplündert. Teile der Befestigungsanlagen des 14. Jahrhunderts wurden 1762 niedergelegt. Die Befestigung des Ortes erfolgte wahrscheinlich im 14. Jahrhundert und beinhaltete mehrere Türme und Stadttore.

Burg

Die Burg Randerath war ehemals Stammsitz des Edelherrengeschlechtes derer von Randerath. Die Burg ging aus einer mittelalterlichen Motte (Turmhügelburg) hervor. Die Herren von Randerath zählten zu den bedeutenden Adelsgeschlechtern der Region mit weit verzweigten Besitzungen, zu denen auch Linnich gehörte. Daher ist noch heute im unteren Teil des Wappens der Stadt Linnich das (geminderte) Randerather Schach in rot und gold zu sehen; es bestand ursprünglich aus 25 Plätzen. Nach Übernahme durch die Herzöge von Jülich im Jahre 1392 wurde die Anlage stark befestigt. Die Reste der Burg wurden 1762 bis auf den Hauptturm abgebrochen und im Jahre 1766 das bestehende Kellnereigebäude errichte. Aufgrund Baufälligkeit musste der Turm dann aber doch um 1830 ebenfalls niedergelegt werden. Heute befindet sich die Burg in Privatbesitz und ist von Grund auf restauriert.

Kirchen und Religion

Evangelische Kirche
katholische Kirche

Der ehemalige neugotische Kirchenbau der katholischen Pfarrkirche St. Lambertus wurde nach Kriegszerstörung in vereinfachter Form unter Errichtung eines neuen Westturmes wiederhergestellt. Von der Vorgängerkirche ist noch ein Seitenchor aus dem Jahre 1500 erhalten. Seit dem 16. Jahrhundert besteht in Randerath eine evangelische Gemeinde. Die in einer Nebenstraße gelegene evangelische Kirche wurde 1717 erbaut. In ihrer Nachbarschaft befand sich von 1790 bis 1900 die Synagoge der kleinen jüdischen Gemeinde Randeraths.

→ Jüdischer Friedhof (Randerath)

Eingemeindung

Am 1. Januar 1972 wurde Randerath nach Heinsberg eingemeindet. 475 Einwohner wurde nach Geilenkirchen umgegliedert.[2]

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

ÖPNV

Durch Randerath verläuft die Buslinie 493, welche auf unterschiedlichen Linienführungen zwischen der Stadt Heinsberg und dem Bahnhof Lindern eine Verbindung herstellt. Bedient werden dabei die Ortsteile Schafhausen, Eschweiler, Oberbruch, Hülhoven, Uetterath, Dremmen, Porselen, Horst und Randerath. Außerdem gibt es mit der Buslinie 407 Verbindungen nach Ratheim , Hückelhoven und Geilenkirchen.

Bahn

Randerath liegt an der Schienenstrecke Heinsberg-Lindern mit eigenem Bahnhof und Empfangsgebäude. Die landläufig benannte Wurmtalbahn, die derzeit nur dem Güterverkehr dient, wird voraussichtlich ab 2013 wieder in den öffentlichen Nahverkehr integriert.

Bahnhof Randerath im 19. Jahrhundert

Freizeit

Landdiskothek in Himmerich

Diskothek Himmerich

Haus Waldesruh in Himmerich gilt als älteste Diskothek Deutschlands mit ein und demselben Besitzer: Die Gaststätte wurde 1950 erbaut um den Fuhrleuten und Spaziergängern eine Erfrischungsmöglichkeit zu bieten. 1952 wurde es dann zu einem Tanzlokal (heute: Disco) umgebaut. Die im weiten Umkreis als Himmerich bekannte Landdiskothek befindet sich seither im Familienbesitz.

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ vgl. Wilhelm Piepers, Archäologie im Kreis Heinsberg, Selbstverlag Kreis Heinsberg 1989
  2. ↑  Martin Bünermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X.</span>

Weblinks

 Commons: Randerath â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Impressum AGB Datenschutz KundenserviceMediadatenfreenet AGJobsSitemap
gekennzeichnet mit
JUSPROG e.V. - Jugendschutz
freenet ist Mitglied im JUSPROG e.V.