Suche im Lexikon
Lexikon auf Ihrer Homepage Lexikon als Lesezeichen hinzufügen

Ray Bradbury

Ray Bradbury 1975

Ray Douglas Bradbury (* 22. August 1920 in Waukegan / Illinois) ist ein US-amerikanischer Schriftsteller und Drehbuchautor, zu dessen Schwerpunkten Science-Fiction, Horror und Phantastik zählen.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Ray Bradbury wurde in Waukegan in Illinois als Sohn von Leonard Spaulding Bradbury und Esther Marie Moberg, einer Schwedin, geboren. 1934 zog seine Familie nach Los Angeles. Bereits in seiner Schulzeit wurde sein Schreibtalent erkannt, und er trat 1937 in die „Los Angeles Science Fiction League“ und den „Poetry Club“ ein. 1938 erfolgte sein schulischer Abschluss an der Los Angeles High School. Im selben Jahr veröffentlichte Bradbury in der Zeitschrift Imagination! seine erste Erzählung.[1]

Bradbury entlieh regelmäßig Bücher aus der Bibliothek und war in dieser frühen Phase von Science-Fiction-Helden wie Flash Gordon und Buck Rogers beeindruckt. Als seine Kurzgeschichten sich als erfolgreich herausstellten, schlug er die Laufbahn eines freien Schriftstellers ein und schrieb zunächst für Zeitungen und Zeitschriften.

1947 heiratete er Marguerite McClure (1922–2003), mit der er vier Töchter hat, und veröffentlichte sein erstes Buch.

Ray Bradbury 1976

Der literarische Durchbruch gelang Bradbury mit der 1950 veröffentlichten Erzählung „Die Mars-Chroniken“. Dieses sozialkritische Werk, in dem es um die Kolonialisierung des Planeten Mars geht, reflektiert die Ängste der Amerikaner in den 1950er Jahren. Sein berühmtester RomanFahrenheit 451“ (1953) gehört zu den prominentesten Dystopien des 20. Jahrhunderts.

Bradbury ist privat eng befreundet mit dem Trickfilmspezialisten Ray Harryhausen und dem durch das fantastische Kinogenre bekanntgewordenen Schauspieler Christopher Lee.

Durch seinen eigenen Werdegang geprägt, engagiert sich Bradbury auch noch im hohen Alter persönlich für die Erhaltung öffentlicher Bibliotheken, speziell für die Ventura County Public Libraries, zum Beispiel durch Fundraising-Veranstaltungen und regelmäßige Gespräche mit Kindern in Bibliotheken.[2]

Neben seiner Arbeit als Schriftsteller war er auch an Spielfilmen und Fernsehserien beteiligt, teilweise unter den Pseudonymen William Elliott und Douglas Spaulding. Weitere von ihm verwendete Pseudonyme sind Edward Banks, D.R. Banat, Leonard Douglas, Leonard Spaulding und Brett Sterling.

Auszeichnungen und Ehrungen

Ray Bradbury, 1990

Werke (in Auswahl)

Romane

  • 1950 The Martian Chronicles, (dt. Die Mars-Chroniken), Roman in Erzählungen
  • 1953 Fahrenheit 451
  • 1955 Switch on the Night, Kinderbuch
  • 1957 Dandelion Wine, (dt. Löwenzahnwein)
  • 1962 Something Wicked this Way Comes, (dt. Das Böse kommt auf leisen Sohlen)
  • 1972 The Halloween Tree, (dt. Halloween)
  • 1985 Death Is A Lonely Business, (dt. Der Tod ist ein einsames Geschäft)
  • 1990 A Graveyard for Lunatics, (dt. Friedhof für Verrückte)
  • 1992 Green Shadows, White Whale
  • 1998 Ahmed and the Oblivion Machines, Erzählung
  • 2001 From the Dust Returned, (dt. Vom Staub kehrst du zurück)
  • 2002 Let's All Kill Constance, (dt. Bringen wir Constance um!)
  • 2006 Farewell Summer

Kurzgeschichtensammlungen

  • 1947 Dark Carnival
  • 1951 The illustrated Man, (dt. Der illustrierte Mann)
  • 1953 The Golden Apples of the Sun, (dt. Die goldenen Äpfel der Sonne)
  • 1956 The October Country, (dt. Familientreffen)
  • 1959 A Medicine for Melancholy, (dt. Medizin für Melancholie)
  • 1962 R is for Rocket
  • 1964 The Machineries of Joy, (dt. Die Mechanismen der Freude)
  • 1965 The Autumn People
  • 1966 S is for Space
  • 1969 I Sing the Body Electric!, (dt. Gesänge des Computers / Die vergessene Marsstadt / Das Kind von morgen)
  • 1972 The Wonderful Ice Cream Suit and Other Plays, (dt. Der wunderbare Eiskrem-Anzug)
  • 1976 Long After Midnight, (dt. Lange nach Mitternacht)
  • 1983 Dinosaur Tales, (dt. Saurier-Geschichten)
  • 1984 A Memory of Murder, (dt. Der Tod kommt schnell in Mexico)
  • 1988 The Toynbee Convector, (dt. Die Laurel-&-Hardy-Liebesgeschichte und andere Erzählungen)
  • 1996 Quicker Than The Eye, (dt. Schneller als das Auge)
  • 1997 Driving Blind, (dt. Geisterfahrt)
  • 2002 One More for the Road
  • 2003 It Came from Outer Space
  • 2004 The Cat's Pajamas, (dt. Der Katzenpyjama)

Gedichtbände

  • 1977 Where Robot Mice and Robot Men Run Round in Robot Towns. New Poems, Both Light and Dark
  • 1981 The Haunted Computer and the Android Pope

Sachbuch

  • 1973 Zen in the Art of Writing, (dt. Zen in der Kunst des Schreibens)

Verfilmungen

Geplant

  • Fahrenheit 451 (dt. Fahrenheit 451) (USA, 2010), unter der Regie von Frank Darabont

Literatur

  • Wilhelm Aletter: The Bradbury chronicles. The life of Ray Bradbury. New York: William Morrow 2005. ISBN 0-06-054581-X
  • Harold Bloom: Ray Bradbury, New York, NY 2010, ISBN 978-1-604-13805-4
  • Jonathan R. Eller u. William F. Touponce: Ray Bradbury. The life of fiction. Kent, Ohio u.a.: Kent State Univ. Press 2004. ISBN 0-87338-779-1
  • Ben P. Indick: Ray Bradbury. Dramatist. San Bernardino, Calif.: Borgo Pr. 1989. (= Essays on fantastic literature; 3) ISBN 0-89370-540-3
  • Wayne L. Johnson: Ray Bradbury. New York: Ungar 1980. ISBN 0-8044-2426-8
  • David Mogen: Ray Bradbury. Boston, Mass.: Twayne 1986. (= Twayne's United States authors series; 504) ISBN 0-8057-7464-5
  • Thomas Nöske: Clockwork Orwell. Über die kulturelle Wirklichkeit negativ-utopischer Science Fiction. ISBN 3-928300-70-9. (dort: „Fahrenheit 451“)
  • Reiner Poppe: Erläuterungen zu Ray Bradbury, Fahrenheit 451, Aldous Huxley, Schöne neue Welt (Brave new world). 5., verb. Aufl. Hollfeld: Bange 1999. (= Königs Erläuterungen und Materialien; 338) ISBN 3-8044-1603-9
  • Robin Anne Reid: Ray Bradbury. A critical companion. Westport, Conn. u.a.: Greenwood Pr. 2000. ISBN 0-313-30901-9
  • Jerry Weist: Bradbury. An illustrated life. A journey to far metaphor. New York, NY: William Morrow 2002. ISBN 0-06-001182-3
  • Stefanie Zech: Warnung vor dem übermächtigen Staat. Die Zerstörung von Sprache und Literatur in Orwells „Nineteen eighty-four“ und Bradburys „Fahrenheit 451“. Wetzlar: Förderkreis Phantastik in Wetzlar 1995. (= Schriftenreihe und Materialien der Phantastischen Bibliothek Wetzlar; 11)

Dokumentationen

  • Omnibus: "Ray Bradbury - The Illustrated Man" (R.: David Wheatley, GB 1980, dt. Titel: Das Böse kommt auf leisen Sohlen, ausgestrahlt auf NDR am 24. Juli 1986.

Einzelnachweise

  1. Daniel Keel, Daniel Kampa (Hrsg.): Ray Bradbury. Ausgewählte Erzählungen. Diogenes, Zürich 2008, ISBN 978-3-257-06654-8, S. 651.
  2. A Literary Legend Fights for a Local Library (Eine literarische Legende kämpft für eine öffentliche Bibliothek; in engl.)

Weblinks

 Commons: Ray Bradbury – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Impressum AGB Datenschutz KundenserviceMediadatenfreenet AGJobsSitemap
gekennzeichnet mit
JUSPROG e.V. - Jugendschutz
freenet ist Mitglied im JUSPROG e.V.