|
|
Lexikon auf Ihrer Homepage |
|
Lexikon als Lesezeichen hinzufügen |
Inhaltsverzeichnis |
Ein Regiment besteht aus zwei bis vier Bataillonen oder aus mehreren Kompanien, in der Kavallerie ĂŒblicherweise fĂŒnf Eskadrons (oder Schwadronen), die zur selben Waffengattung gehören. Kommandeur ist meist ein Oberst. Das taktische Zeichen auf der NATO-Signatur sind drei senkrechte Striche. Der ĂŒbergeordnete GroĂverband eines Regiments kann die Brigade sein, in der Bundeswehr ist es meist die Division.
Bis 1945 war das Regiment der wichtigste Truppenverband des deutschen Heeres. In der Bundeswehr hatte das Regiment zunĂ€chst nur mehr administrative Aufgaben, die Bataillone wurden taktisch unabhĂ€ngig voneinander eingesetzt und grundsĂ€tzlich direkt einer Brigade unterstellt. Regimenter existierten aber weiterhin als Verband mit Bataillonen und/oder Kompanien nur einer Waffengattung wie bei den Divisionstruppen mit dem Pionierregiment, dem Instandsetzungsregiment und dem Transportregiment der Logistiktruppe, dem Artillerieregiment oder dem Lazarettregiment. In der Heeresstruktur 6 âNeues Heer fĂŒr neue Aufgabenâ waren den Divisionen Regimenter der FĂŒhrungs- und KampfunterstĂŒtzungstruppe unterstellt. In der Heeresstruktur 7 âHeer der Zukunftâ gibt es nach der Auflösung der Truppengattungsbrigaden wieder einzelne Regimenter. Neu seit 1. Juli 2006 ist das JĂ€gerregiment 1 in der Luftbeweglichen Brigade 1.
Die Schweizer Armee schaffte mit der Reform Armee XXI per Beginn 2004 die Stufe Regiment ab. Neu sind die, wie bei der Bundeswehr, direkt den Brigaden unterstellten Bataillone. Das Ăsterreichische Bundesheer stellte bereits mit der Strukturanpassung 1998 von Regimentern auf den Brigaden unterstellte Bataillone um.
In vielen Armeen, in denen die Regimenter eigentlich abgeschafft sind, existieren sie weiter, um im Frieden Bataillone gleicher Gattung, die ansonsten gemischten Brigaden unterstellt sind, zusammenzufassen oder in BataillonsstĂ€rke die Bezeichnung aus TraditionsgrĂŒnden fĂŒhren. Dies betrifft insbesondere die British Army, die US-Armee sowie die französische Armee. In der britischen Armee sind Adlige oft Regimentsinhaber, haben aber rein reprĂ€sentative Natur und eher die Aufgabe der Traditionspflege. Die Regimenter der US-Armee stellen demgegenĂŒber vielmehr eine alternative, gattungsreine Organisation der Bataillone dar, die aber hierarchisch nicht unbedingt einer Division unterstehen. In der FĂŒhrungsstruktur unterstehen die Bataillone auch hier direkt den Brigaden.
Bei den LuftstreitkrĂ€ften werden fliegende VerbĂ€nde auf Regimentsebene als Geschwader bezeichnet. Weitere RegimentsĂ€quivalente in der deutschen Luftwaffe sind die Flugabwehrraketengeschwader und die EinsatzfĂŒhrungsbereiche.
In der Marine bezeichnete ein Geschwader meist einen (GroĂ-) Kampfverband, vergleichbar der Regimentsebene.
Mit dem Niedergang der klassischen Feudalheere und der zunehmenden Kommerzialisierung der KriegsfĂŒhrung entwickelte sich zum Ende des 16. Jahrhunderts das Regiment als ein neuer Verbandstyp. Das Regiment war ursprĂŒnglich, wie die Kompanie, eine Verwaltungseinheit und kein taktischer Truppenkörper. Diese wurden damals deutsch mit Gewalthaufen oder Gevierthaufen, ab der Mitte des 17. Jahrhunderts auch international als Bataillon bezeichnet [1] [2].
Die Inhaber eines Regiments waren Kriegsunternehmer, die im Auftrag der kriegfĂŒhrenden FĂŒrsten auf eigene Rechnung Söldner warben, bewaffneten, ausrĂŒsteten und bezahlten, um sie unter ihrem Kommando dann dem Auftraggeber gegen Geld zur VerfĂŒgung zu stellen. Der Regimentschef stellte in der Regel auch die Versorgung seines Regiments auf eigene Rechnung sicher, der Preis fĂŒr Verpflegung und die (ab der zweiten HĂ€lfte des 17. Jahrhunderts ĂŒbliche) Uniformierung wurde dann den Soldaten vom Sold abgezogen. Durch GroĂeinkauf oder eigene Herstellung dieser GĂŒter konnte der Regimentschef erhebliche Preisvorteile erreichen und somit betrĂ€chtliche Gewinne erzielen. Prototyp eines solchen Unternehmers war Wallenstein, der böhmische Feldherr und kaiserliche Generalissimus im DreiĂigjĂ€hrigen Krieg, der fĂŒr den Kaiser sogar ein Heer von 200.000 Mann nach diesem Muster organisierte.
Mit dem Ăbergang zu den stehenden Heeren verfestigte sich diese Regimentswirtschaft, auch wenn der Regimentschef nunmehr primĂ€r ein Offizier seines FĂŒrsten war. Auf Kompanieebene wirtschafteten die Hauptleute als Subunternehmer des Regimentschefs, den man bezeichnenderweise auch Regimentsinhaber nannte. Stieg ein Oberst in den Generalsrang auf, so behielt er in der Regel die Inhaberschaft seines Regiments, da die daraus erzielten EinkĂŒnfte nicht selten den Generalssold ĂŒberstiegen. Das Regiment wurde dann von einem Oberstleutnant kommandiert. Die Inhaberstellen wurden zunehmend auch zivilen Angehörigen der FĂŒrstenhĂ€user oder auslĂ€ndischen Monarchen ehrenhalber ĂŒbertragen, zumal manchmal mit dieser Stellung als Ehrenoberst auch EinkĂŒnfte aus dem Regiment verbunden waren.
FrĂŒher waren Regimenter ein selbststĂ€ndiger, aus Bataillonen (FuĂtruppen), Eskadrons (Kavallerie) bzw. Batterien (Artillerie) bestehender Verband.
Die Infanterieregimenter hatten meist drei Bataillone, die Kavallerieregimenter vier bis sechs (im 18. und 19. Jahrhundert bis zu zehn) Eskadrons, die FuĂ- und Festungsartillerieregimenter zwei Bataillone, die Feldartillerieregimenter zwei bis vier Abteilungen zu je zwei bis vier Batterien. Die einzelnen Bataillone des Regiments wurden von einem Major und seinem Stab gefĂŒhrt. Ein Infanterieregiment der preuĂischen Armee um ca. 1888 hatte eine GesamtstĂ€rke, bei drei Bataillonen, von 2.364 Offizieren, Unteroffizieren und Mannschaften. In dieser Art von Regimentsstruktur war der kommandierende Offizier zumeist ein Oberst mit einem Oberstleutnant als Stellvertreter. Der Stab des Regiments setzte sich des Weiteren aus dem Regimentsadjutanten, einem Oberstleutnant od. Major und mehreren Majoren, sog. âMajore beim Stabeâ, zusammen. Die medizinische/ veterinĂ€rmedizinische Versorgung der Regimentsangehörigen wurde vom Regimentsarzt, einem Oberstabsarzt, und den beigeordneten Stabs-, Ober- und AssistenzĂ€rzten durchgefĂŒhrt. Im Auftrage und in Vertretung des Regimentskommandeurs war der Zahlmeister, in PreuĂen ein MilitĂ€rbeamter, und die Unterzahlmeister, Soldaten, fĂŒr die Versorgung des Regiments und die Besoldung der Soldaten zustĂ€ndig. Die Musik bei MĂ€rschen und zu gesellschaftlichen AnlĂ€ssen wurde von 37 Hoboisten und Hilfshoboisten unter der Leitung eines Stabshoboisten (ab 1908 Musikmeister)gespielt, diese bildeten im Kriegsfalle das SanitĂ€ts- und KrankentrĂ€gerpersonal.
Trupp â
Gruppe/Rotte ââ
Zug/Schwarm/Kette âââ
Staffel ââââ
Kompanie/Staffel/Batterie |
Bataillon/Gruppe/Geschwader || Regiment/Geschwader |||
Brigade x
Division/Wehrbereichskommando/MilitÀrkommando xx
Korps xxx
Armee xxxx
Heeresgruppe xxxxx
Oberkommando xxxxxx