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| Liniennetzplan (2007) | |
| Staat | Schweiz, Deutschl., Frankr. |
| Linien | 5 |
| Streckenlänge | 250 km |
| Stationen | 72 |
| Passagiere | 19 Mio. (2007) |
| Betreiber | SBB, SBB GmbH, TER Alsace |
Die Regio-S-Bahn Basel verbindet seit 1997 die trinationale Agglomeration Basel mit der Kernstadt und damit auch drei Länder miteinander. Sie besteht aus fünf S-Bahn-Linien, wovon zwei grenzüberschreitend verkehren. Die Regio-S-Bahn wird von den Schweizerischen Bundesbahnen, deren deutschen Tochtergesellschaft SBB GmbH sowie der französischen TER Alsace betrieben. Partner sind die Deutsche Bahn (DB) und die Französischen Staatsbahnen (SNCF) sowie die Besteller (Kantone Basel-Stadt, Basel-Landschaft, Aargau, Solothurn, Jura; Land Baden-Württemberg; Region Elsass).
Inhaltsverzeichnis |
Aufgrund verschiedener Faktoren ist die Taktfolge der fünf S-Bahn-Linien nicht einheitlich. So verkehren Linien mit grossem Fahrgastaufkommen durchgehend im Halbstundentakt (S1 zwischen Basel SBB und Stein-Säckingen sowie S3 zwischen Olten und Laufen), Linien mit mittlerem Fahrgastaufkommen (S5 und S6) teilweise im Stundentakt, Linien mit geringem Fahrgastaufkommen (S3 zwischen Laufen und Porrentruy sowie S9) im Stundentakt. Aufgrund der trinationalen Lage richtet sich das Angebot aber nicht nur nach der Nachfrage, sondern auch nach den Bestellern.[1]
Auf dem Abschnitt zwischen Basel SBB und Pratteln sowie zwischen Lörrach-Stetten und Steinen entsteht durch Überlagerung zweier Linien ein Viertelstundentakt. Während den Stosszeiten werden auf den meisten Strecken zusätzliche Züge eingesetzt.
Die Linien S3 und S9 verkehren ausschliesslich in der Schweiz, die Linie S1 zwischen der Schweiz und Frankreich, die Linie S6 zwischen der Schweiz und Deutschland, die Linie S5 ausschliesslich in Deutschland.
Das 250 km lange Streckennetz beinhaltet momentan 72 Bahnhöfe bzw. Haltestellen, wovon 47 in der Schweiz, 18 in Deutschland und 7 in Frankreich liegen. Kürzeste Linie ist die S5 (13 km), längste Linie die S3 (105 km).
Zum erweiterten Regionalverkehr der Region Basel zählen auch die Linien Basel SBB – Offenburg (Regional-Express, ehemals S4) und Basel Bad Bf – Waldshut (Regionalbahn, ehemals S7), die jedoch nicht Bestandteil der Regio-S-Bahn sind und daher weder S-Bahn-Liniennummern tragen noch mit dem Logo der Regio-S-Bahn gekennzeichnet sind. Darüber hinaus übernimmt die Schmalspurlinie Liestal – Waldenburg (Waldenburgerbahn) die Versorgung mit Nahverkehr im Waldenburgertal.
Am 19. Dezember 2008 nahm das ausgebaute TNW-Nachtnetz seinen Betrieb auf. Das Nachtnetz, das zuvor bereits in eingeschränkter Form bestand, setzt sich aus Nachtbussen und erstmals auch Nacht-Trams und Nacht-S-Bahnen zusammen, die jeweils während der Wochenendnächte im Raum Basel verkehren. Die Nacht-S-Bahn-Linien tragen zur Unterscheidung zum eigentlichen S-Bahn-Netz SN-Liniennummern. Aktuell verkehren zwei S-Bahn-Linien, drei Tramlinien und 25 Buslinien im Nachtnetz; die meisten Linien mindestens im Stundentakt.
Für die Benützung des Nachtnetzes ist zum Fahrausweis auch ein Nachtzuschlag erforderlich. Dieser beträgt drei Franken für Fahrten innerhalb einer Zone bzw. fünf Franken für Fahrten von zwei oder mehr Zonen. [2]
Die Regio-S-Bahn Basel wird von drei Gesellschaften betrieben:
| Betreiber | Zuständigkeit |
|---|---|
| Schweizerische Bundesbahnen | S1 (Teilstrecke Basel SBB – Frick / Laufenburg), S3, S9 |
| SBB GmbH | S5, S6 |
| TER Alsace | S1 (Teilstrecke Basel SBB – Mulhouse) |
Mit Ausnahme einer Teilstrecke der Basler Verbindungsbahn (Basel SBB – Basel Bad Bf) richten sich die Zuständigkeiten nach den Eigentumsverhältnissen der jeweiligen nationalen Eisenbahngesellschaften:
Das Netz der Regio-S-Bahn Basel verteilt sich auf verschiedene Tarifverbünde. Die meisten Bahnhöfe bzw. Haltestellen in der Schweiz liegen im Tarifverbund Nordwestschweiz (TNW). Einige wenige gehören zum Tarifverbund Jura (CTJU) oder zum Tarifverbund A-Welle (TVA). In Deutschland liegen die Haltestellen vor allem im Regio Verkehrsverbund Lörrach (RVL). Im erweiterten Regionalverkehr quert Regional-Express in Richtung Offenburg außerdem den Regio-Verkehrsverbund Freiburg (RVF) und endet im Tarifverbund Ortenau (TGO), die Regionalbahn nach Waldshut-Tiengen führt in den Waldshuter Tarifverbund (WTV).
In Grenznähe gibt es auch Bahnhöfe und Haltestellen, welche in zwei Tarifverbünden liegen, so u.a. Basel Bad Bf, Riehen und Riehen Niederholz (jeweils im TNW und RVL).
Zwischen TNW und RVL besteht zudem eine gegenseitige Anerkennung von Einzelbilletten und Mehrfahrtenkarten. Diese umfasst die Zone 10 des TNW (Kanton Basel-Stadt sowie umliegende Vororte) sowie das gesamte RVL-Gebiet. FĂĽr die internationale Vernetzung sorgen weitere Angebote wie grenzĂĽberschreitende Verbundabonnements oder Tageskarten.
Nach langer Vorbereitungszeit, in der die durch unterschiedliche rechtliche und technische Voraussetzungen sich ergebenden Probleme gelöst werden konnten, konnte ab 1997 der Betrieb aufgenommen werden. Erste Linien waren ab 1. Juni 1997 die S1 Mulhouse – Basel SBB – Frick / Laufenburg und die S3 Olten – Basel SBB – Laufen. Am 24. Mai 1998 wurde die Zugfolge auf der S1 verdichtet und die S9 Sissach – Läufelfingen – Olten in Betrieb genommen.
Die erste Strecke auf deutschem Gebiet, die S4 von Basel SBB nach Freiburg im Breisgau, ging am 6. Januar 2002 in Betrieb. Aus politischen und definitionsbedingten Gründen wird diese Linie heute nicht mehr zur Regio-S-Bahn Basel gezählt. Dennoch gehört die als Regional-Express bezeichnete Linie zum erweiterten Regionalverkehr der Region Basel.
Am 12. Dezember 2004 wurde die S3 bis nach Porrentruy verlängert. Ebenfalls zu diesem Termin gingen die S5 Weil am Rhein – Lörrach – Steinen und S6 Basel Bad Bf – Lörrach – Zell im Wiesental in Betrieb. Als Eisenbahnverkehrsunternehmen agiert dort seit 15. Juni 2003 die SBB GmbH, eine Tochtergesellschaft der Schweizerischen Bundesbahnen.
Erste grössere Ausbauten zur Aufwertung der Regio-S-Bahn wurden an der Wiesentalbahn vorgenommen: Neue Stationen in Lörrach und Weil am Rhein, Anpassung der Haltekanten an den übrigen Haltestellen, neue Fahrstrassen in Basel Bad Bf, um die Durchbindung der Wiesentalbahn nach Basel SBB zu ermöglichen.
Im September 2005 kamen bei der Regio-S-Bahn Basel erstmals Stadler Flirt zum Einsatz. Die beiden ersten Züge verkehrten auf dem Schweizer Abschnitt der S1.[3] Als erste S-Bahn-Linie wurde die S6 ab Oktober 2005 integral mit FLIRT bedient. Die mit 13 km kürzeste Linie der Regio-S-Bahn Basel besteht aus zwei Fahrzeugen. Während der folgenden Monate wurden die NPZ der S5 schrittweise durch acht FLIRT ersetzt; der integrale Betrieb erfolgte ab 31. März 2006. Im Verlauf des Fahrplanjahrs 2006 erfolgte auch auf der S3 die stufenweise Einführung von Flirt. Bis zum Fahrplanwechsel am 10. Dezember 2006 war schliesslich das gesamte Rollmaterial der S3 durch 20 neue Elektrotriebwagen ersetzt.
Zum gleichen Zeitpunkt wurde die S6 bis zum Bahnhof Basel SBB durchgebunden. Seither enden die meisten Züge des Regional-Express im Badischen Bahnhof. Für die Durchbindung waren grössere Umbauarbeiten im Badischen Bahnhof nötig, um über Weichen die Gleise der Wiesentalbahn mit denen in Richtung Basel SBB zu verbinden (sog. «Mutterspur»).
Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2008 wird die Teilstrecke Basel SBB – Frick / Laufenburg der S1 integral mit Flirt bedient. Auf der Teilstrecke Basel SBB – Mulhouse kommen aufgrund der Zulassungsverzögerung in Frankreich weiterhin NPZ zum Einsatz. Dies bedingt, dass Reisende zur Zeit am Bahnhof Basel SBB auf die jeweiligen anderen Züge umsteigen müssen. [4]
Seit EinfĂĽhrung der Regio-S-Bahn Basel im Jahre 1997 wurden elf neue Haltestellen gebaut:
Weitere Vorarbeiten für eine Weiterentwicklung der Regio-S-Bahn sind zwischen den fünf Bestellerkantonen und den SBB im Gange. Für die Verdichtung des heutigen Angebots hin zu einem Viertelstundentakt im Kernbereich sind jedoch grosse Infrastrukturmassnahmen nötig, deren Realisierung mehrere Jahre benötigen wird.
An einer Medienkonferenz vom 17. Dezember 2008 stellten die kantonalen Direktoren des öffentlichen Verkehrs den neuen Planungsauftrag für die Entwicklung der Regio-S-Bahn Basel vor. Laut diesem soll die Regio-S-Bahn Basel für 540 Mio. Franken mittelfristig massiv ausgebaut werden. Die beteiligten Kantone teilen sich mit den SBB die Gesamtkosten von rund 5,7 Mio. Franken für die Ausarbeitung von weiteren Studien und Vorprojekten.[5]
Die wesentlichen Inhalte bzw. vorgesehenen Zielzustände des Planungsauftrags sind:
Ein grosses Problem der Regio-S-Bahn sind die fehlenden Durchmesserlinien durch das Zentrum sowie die fehlende Erschliessung der Basler Innenstadt. Langfristig soll dies durch den Bau des sogenannten HerzstĂĽckes, einer unterirdischen Verbindung von Basel SBB mit Basel Bad Bf mit Tunnelstationen im Zentrum behoben werden. Hierzu hat der Regierungsrat des Kanton Basel-Stadt im Dezember 2007 einen Beschluss zur Vertiefung und Verifizierung der damaligen Studienarbeiten getroffen.[6]
Auf politischer Ebene ist in den Parlamenten der Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft sowie im Einwohnerrat Allschwil die Forderung nach der Realisierung einer Haltestelle Allschwil / Basel Morgartenring aufgestellt worden.
Auf den meisten S-Bahn-Linien verkehren Niederflur-Triebzüge Stadler Flirt in den Baureihen RABe 521 und/oder RABe 522. Im Gegensatz zur Grundvariante des FLIRT (RABe 523), dessen Einsatzbarkeit sich auf die Schweiz beschränkt, sind die Varianten 521 und 522 für den grenzüberschreitenden Verkehr nach Deutschland bzw. Frankreich konzipiert. Die beiden Schwesterbaureihen unterscheiden sich prinzipiell nur hinsichtlich Traktionsausrüstung und Zugsicherungssystemen für die Nachbarländer.
| Baureihe | Einsatz |
|---|---|
| SBB RABe 521 | S1 (Teilstrecke Basel SBB – Frick / Laufenburg), S3, S5, S6 |
| SBB RABe 522 | S1 (Teilstrecke Basel SBB – Frick / Laufenburg), S3 |
Bis im September 2005 verkehrten auf allen Linien der Regio-S-Bahn Basel Elektrotriebwagen des Typs RBDe 560 oder RBDe 562. Diese wurden seither in mehreren Schritten durch neue Niederflurtriebzüge Stadler Flirt ersetzt. Der integrale Einsatz der neuen Züge erfolgt seit 7. Oktober 2005 auf der S5, seit 31. März 2006 auf der S6, seit 10. Dezember 2006 auf der S3 und seit 14. Dezember 2008 auf dem Schweizer Abschnitt der S1.
Die Elektrotriebwagen RBDe 560 bzw. RBDe 562 kommen heute nur noch auf der S9 und auf einer Teilstrecke der S1 regulär zum Einsatz.
| Baureihe | Einsatz |
|---|---|
| SBB RBDe 560 | Regulärer Einsatz: S9 Reserveeinsatz: S1 (Teilstrecke Basel SBB – Frick / Laufenburg), S3 |
| SBB RBDe 562 | S1 (Teilstrecke Basel SBB – Mulhouse) |