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Regionalpark Rhein-Main

Die Wasserburg in Seligenstadt ist Teil des Regionalparks

Beim Regionalpark Rhein-Main handelt es sich um ein geplantes Netz aus parkartig oder naturnah gestalteten Wegen und Grünflächen im Rhein-Main-Gebiet. Dieses Netz soll die naturnahen Grünzüge zwischen den Siedlungen der Region verbinden und zur Freizeitnutzung erschließen. Derzeit sind lediglich kleine Teilstücke des Vorhabens verwirklicht.

Inhaltsverzeichnis

Ausdehnung

Kernstücke des Regionalparks sind der Frankfurter Grüngürtel sowie der „Grünring“ um Offenbach. Einzelne Projekte in seinem Rahmen befinden sich im Frankfurter und Offenbacher Stadtgebiet sowie in sämtlichen direkt an Frankfurt angrenzenden Landkreisen. Geplant ist, den Regionalpark auf eine Wegelänge von 450 Kilometern auszuweiten. Dann sollen Hessisches Ried, Wetterau, Rheingau und Kinzigtal an das Routennetz angeschlossen sein. Der erste zusammenhängende Abschnitt ist ein 27 Kilometer langes Teilstück im so genannten Pilotgebiet zwischen Hattersheim, Flörsheim und Hochheim. Weitere Wegestrecken sind an der Südseite des Mains zwischen Kelsterbach, Raunheim, Rüsselsheim, Nauheim und der Mainmündung, in den Gemarkungen von Bischofsheim und Ginsheim-Gustavsburg sowie entlang der Hohen Straße im Osten Frankfurts. Neuere Regionalparkrouten sind die Nidda-Opelzoo und die im September 2011 eingeweihte, 190 Kilometer umfassende Regionalpark Rundroute.

Konzept

Ziel des Regionalparks ist die Aufwertung des Rhein-Main-Gebiets als Wohnumfeld und als touristisches Ziel. Die Planer gehen davon aus, dass der Ballungsraum Rhein-Main im Vergleich zu anderen Großstadtgebieten Europas über einen besonders hohen Anteil nicht überbauter Naturflächen verfügt. Dieser Umstand soll durch den Regionalpark besser nutzbar gemacht werden. Zudem bietet das Anlegen von naturnahen Flächen im Rahmen des Regionalparks den beteiligten Kommunen die Möglichkeit, den gesetzlich vorgeschriebenen Ausgleich für den Flächenverbrauch an anderer Stelle zu schaffen. Die Finanzierung übernehmen die beteiligten Kommunen sowohl direkt als auch über kommunale Gesellschaften, die jeweils zur Verwirklichung des Regionalparks gegründet wurden. Weitere Geldgeber sind das Land Hessen und die Fraport AG. Einzelne Teilvorhaben erhalten zudem Geld von der EU sowie von Sponsoren. Nach Angaben der Regionalpark-GmbH hat Fraport aus seinem Umweltfonds seit 1997 rund acht Millionen Euro in den Regionalpark investiert.

Im Wesentlichen besteht das Vorhaben aus den Wegen, die im gesamten Regionalpark nach einem ähnlichen Muster angelegt werden sollen: Ein vorhandener Feldweg wird zu beiden Seiten von Wiesenstreifen sowie von Bäumen und Büschen begleitet. Im Abstand von mehreren hundert Metern sollen entweder parkähnliche Anpflanzungen oder naturnahe Flächen die Gestaltung ergänzen. Zudem sollen Naturschutzgebiete, ökologisch wertvolle Areale, Kunstwerke, Aussichtspunkte und historisch bedeutsame Orte in der Region vom Wegenetz erschlossen werden.

Gesellschafter der Trägergesellschaft sind sämtliche Landkreise im Projektgebiet, der Rheingau-Taunus-Kreis, der Planungsverband Rhein-Main, das Land Hessen sowie die Städte Frankfurt am Main, Offenbach am Main, Hanau, Bad Homburg, Rüsselsheim und Wiesbaden. Geschäftsführer sind Leo Fercher und Dr. Lorenz Rautenstrauch, beide Flörsheim. Vorsitzende des Aufsichtsrates ist Claudia Jäger (CDU), Erste Kreisbeigeordnete des Kreises Offenbach, ihr Stellvertreter ist Thomas Will (SPD), Erster Kreisbeigeordneter der Kreises Groß-Gerau. Das Stammkapital der Gesellschaft beträgt 187.500 Euro. Ihre Geschäftsstelle befindet sich in Flörsheim.

Geschichte

Die Entwicklung des Regionalpark-Vorhabens begann 1994 in der Verwaltung des Umlandverbands Frankfurt. Darauf folgte die Gründung von kommunalen Gesellschaften in den beteiligten Kommunen, die das Projekt umsetzen sollten. 2005 wurde die Dachgesellschaft Regionalpark Ballungsraum RheinMain gemeinnützige GmbH gegründet.

2006 erklärte die Gesellschaft: „Die Knappheit der öffentlichen Haushalte führt dazu, dass die Umsetzung langsamer und sparsamer stattfindet als in den vergangenen Jahren – aber an der Grundidee wird festgehalten.“

2011 ist die Geschäftstelle der Dachgesellschaft in das neue Regionalpark Portal Weilbacher Kiesgruben umgezogen.

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