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Regionalpartei

Deutschlandlastige Artikel Dieser Artikel oder Absatz stellt die Situation in Deutschland dar. Hilf mit, die Situation in anderen Staaten zu schildern.

Als Regionalpartei werden Parteien aufgefasst, die ausschließlich in einer bestimmten Region oder einem bestimmten Bezirk eines Landes antreten und entsprechend programmatisch ausgerichtet sind. Der wesentlichste Grund für das Entstehen von Regionalparteien liegt in der Prägekraft historisch gewachsener soziokultureller Traditionen in den Regionen (Kulturraum).

Inhaltsverzeichnis

Deutschland

Bereits in der Weimarer Republik gab es eine größere Anzahl von Regionalparteien, beispielsweise die Bayerische Volkspartei, die in Bayern bei allen freien Landtagswahlen stärkste politische Kraft wurde, die Deutsch-Hannoversche Partei, das Sächsische Landvolk oder der Bayerische Bauernbund. Kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs gründeten sich auf dem Gebiet der Bundesrepublik erneut Regionalparteien. Die bedeutendsten sind bis heute die Bayernpartei und der Südschleswigsche Wählerverband.

Einen Sonderfall stellt die CSU dar, die im Gegensatz zu den anderen regionalen christdemokratischen Vorläuferparteien der CDU aufgrund der starken bayerisch-patriotischen Kräfte, derselbigen nicht angeschlossen hat. In den 1960er Jahren bekamen regional-patriotische Bewegungen, vor allem in Südwestdeutschland neuen Auftrieb, die zugleich, den katholischen Werktätigen eine christlich-soziale Alternative zu der als zu wirtschaftsfreundlich geltenden CDU boten, neuen Auftrieb. Auf dieser Linie agierte in Baden die Badische Volkspartei, in Württemberg der wiedergegründete Württembergischer Bauern- und Weingärtnerbund sowie im Saarland die Saarländische Volkspartei.[1]

Anfang des 21. Jahrhunderts gab es eine neue Phase, in der sich weitere Regionalparteien gründeten. Unter anderen sind es die Lausitzer Allianz in Brandenburg und Sachsen und die Partei Die Friesen in Niedersachsen.

Europa

Regionalparteien bestehen auch im europäischen Ausland und sind europaweit in der Europäischen Freien Allianz organisiert, und arbeiten national und international in dortigen Fraktionen mit (z. B. CSU und SVP in der EVP). Einige Regionalparteien (zum Beispiel im spanischen Baskenland) treten mit offen separatistischen Programmen an. In Deutschland trifft dies nur auf die Bayernpartei zu.

Einzelnachweise

  1. Rudolf Heberle: Social Movements. An Introduction to Political Sociology. (1951), ²1970. Kap. 15: The Totalitarian Movements and the New Political ‚Orders‘. S. 331 ff. (dt.: Hauptprobleme der Politischen Soziologie, 1967).

Literatur

  • Lieven de Winter u. a. (Hrsg.): Non-state wide parties in Europe. Barcelona 1995.
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