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Heinrich Friedrich Reinhard Kekulé von Stradonitz (* 6. März 1839 in Darmstadt; †23. März 1911 in Berlin) war ein deutscher Klassischer Archäologe.
Inhaltsverzeichnis |
Kekule wurde als Sohn des Darmstädter Hofgerichtsadvokaten Wilhelm Ludwig Kekule (1802–1843), mit adelig böhmischen Vorfahren, geboren. Nach dem Studium der Klassischen Philologie und Archäologie in Erlangen, Göttingen und Berlin wurde er 1861 promoviert und war anschließend zwei Jahre Assistent des Berliner Archäologen Eduard Gerhard. Von 1863 bis 1866 war Kekulé am Deutschen Archäologischen Institut Rom und habilitierte sich 1868 in Bonn. Nach einer kurzen Tätigkeit am Museum für Nassauische Altertümer in Wiesbaden wurde er 1870 Professor für Klassische Archäologie an der Universität Bonn. 1889 ging Kekulé als Direktor der Sammlung antiker Skulpturen und Gipsabgüsse an die Königlichen Museen in Berlin. Ab 1896 war er zudem Leiter des Antiquariums und damit der vereinigten Antikensammlung Berlin. Ab 1890 war Kekulé zugleich Professor für Klassische Archäologie an der Berliner Universität. Dort bekleidete er 1897 das Amt des Dekans und im akademischen Jahr 1901/1902 das Rektorat der Universität.
Seit 1874 war Kekulé Mitglied der Zentraldirektion des Deutschen Archäologischen Institut (DAI). 1898 wurde er als ordentliches Mitglied in die Preußische Akademie der Wissenschaften aufgenommen. Seit 1905 war er Vorsitzender der Archäologischen Gesellschaft zu Berlin. 1895 erfolgte zusammen mit seinem Vetter Friedrich August Kekulé von Stradonitz die Anerkennung des alten böhmischen Adels mit dem Namen Kekule von Stradonitz.
Schwerpunkt von Kekulés Forschungstätigkeit war die antike griechische Plastik. Daneben beschäftigte er sich auch mit Terrakotten; für das DAI gab er die Reihe Die antiken Terrakotten heraus. Als Museumsdirektor setzte er die Ausgrabungen der Berliner Museen vor allem in Kleinasien fort. Die Antikensammlung stellte Kekulé im Alten Museum neu auf. Während seiner Amtszeit wurden die Funde aus Pergamon zeitweilig im ersten Pergamonmuseum ausgestellt.
Lehrstuhl: Reinhard Kekulé von Stradonitz (1870–1889) | Georg Loeschcke (1889–1912) | Franz Winter (1912–1928) | Richard Delbrueck (1928–1940) | Ernst Langlotz (1944–1966) | Nikolaus Himmelmann (1966–1994) | Harald Mielsch (1995–2009) | Frank Rumscheid (seit 2010)
Zweite Professur: Hanns Gabelmann (1973–1996) | Marion Meyer (1997–2003) | Martin Bentz (seit 2004)
Erster Lehrstuhl: Aloys Hirt (1810–1837) | Eduard Gerhard (1843–1867) | Ernst Curtius (1868–1896)
Zweiter Lehrstuhl: Ernst Heinrich Toelken (1823–1869) | Carl Robert (1880–1890) | Reinhard Kekulé von Stradonitz (1890–1911) | Georg Loeschcke (1912–1915) | Ferdinand Noack (1916–1931) | Gerhart Rodenwaldt (1932–1945)
Vorsteher des Antikenkabinetts: Lorenz Beger | Johann Carl Schott
Skulpturensammlung: Friedrich Tieck | Eduard Gerhard | Karl Bötticher | Alexander Conze | Reinhard Kekulé von Stradonitz -> Antikenabteilung
Antiquarium: J.A. Konrad Levezow | Ernst Heinrich Toelken | Karl Friederichs | Ernst Curtius -> Antikenabteilung
Antikenabteilung: Reinhard Kekulé von Stradonitz | Theodor Wiegand | Robert Zahn | Carl Weickert -> Getrennte Ost- und Westberliner Antikensammlung
Auswärtiger Direktor: Carl Humann (Smyrna und Pergamon) | Theodor Wiegand (Smyrna und Konstantinopel)
Antikensammlung Ost: Carl BlĂĽmel | Elisabeth Rohde | Max Kunze -> Wiedervereinigte Antikensammlung
Antikensammlung West: Adolf Greifenhagen | Klaus Vierneisel | Wolf-Dieter Heilmeyer -> Wiedervereinigte Antikensammlung
Wiedervereinigte Antikensammlung: Wolf-Dieter Heilmeyer | Andreas Scholl
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Kekulé von Stradonitz, Reinhard |
| ALTERNATIVNAMEN | Stradonitz, Reinhard Kekulé von; Kekulé von Stradonitz, Heinrich Friedrich Reinhard |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Klassischer Archäologe |
| GEBURTSDATUM | 6. März 1839 |
| GEBURTSORT | Darmstadt |
| STERBEDATUM | 23. März 1911 |
| STERBEORT | Berlin |