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Ringo Starr, MBE, (* 7. Juli 1940 in Liverpool als Richard Henry Parkin Starkey Jr.) ist ein britischer Musiker und Schauspieler. Weltweite Bekanntheit erlangte er als Schlagzeuger der Band The Beatles, der er vom 16. August 1962 bis zu ihrer Auflösung 1970 angehörte.
Inhaltsverzeichnis |
Der Dockarbeiter-Sohn Ringo Starr wuchs im Liverpooler Hafenviertel Dingle auf. Seine Eltern, Elsie und Richard Starkey, lieĂen sich scheiden als er drei Jahre alt war. ZusĂ€tzlich wurde seine Kindheit durch zahlreiche Krankheiten erschwert. Bevor er sich den Beatles anschloss, war er von 1959 bis 1962 Schlagzeuger bei der Liverpooler Band Rory Storm & the Hurricanes. Da die Bands sich sowohl in Liverpool als auch bei ihren Auftritten in Hamburg oft ablösten und auch untereinander aushalfen, hatte er bereits in dieser Zeit engen Kontakt mit John Lennon, Paul McCartney und George Harrison.
Als die Beatles im August 1962 ihren Plattenvertrag erhielten und einen neuen Schlagzeuger benötigten, holten sie Ringo Starr fest in die Band. Starr ersetzte den von George Martin als spielerisch zu schwach eingeschĂ€tzten Pete Best.[1] Trotzdem wurde Starr auf Wunsch von George Martin wĂ€hrend der zweiten Aufnahme-Session in den Abbey Road Studios durch den Schlagzeuger Andy White ersetzt, mit dem ebenfalls das Lied Love Me Do eingespielt wurde, das bereits in der ersten Aufnahmesession (4. September 1962) mit Ringo Starr als Schlagzeuger aufgenommen worden war. FĂŒr die Single Love Me Do (erschienen am 5. Oktober 1962) wurde eine Aufnahme mit Ringo Starr verwendet. Auf der LP Please Please Me von 1963 erschien hingegen eine Version mit Andy White am Schlagzeug.
Im Sommer 1964 wurde Starr fĂŒr einige Konzerte durch den Schlagzeuger Jimmie Nicol ersetzt, da Starr sich kurzfristig eine Mandel- und HalsentzĂŒndung zugezogen hatte.
Von allen Beatles schrieb er die wenigsten Lieder. Seine Eigenkompositionen waren Octopusâs Garden (auf Abbey Road) und Donât Pass Me By (auf The Beatles). AuĂerdem war er an den Titeln What Goes On, Flying und Dig It beteiligt. Im Allgemeinen sang er mindestens ein Lied auf jedem Studioalbum; in manchen FĂ€llen schrieben Lennon und McCartney die Liedtexte und Melodie extra fĂŒr ihn, wie beispielsweise Yellow Submarine auf Revolver oder With a Little Help from My Friends auf Sgt. Pepperâs Lonely Hearts Club Band. Die Melodien waren hĂ€ufig eingeschrĂ€nkt, um den Tonumfang von Starrs Stimme nicht zu ĂŒberschreiten. So ist With a Little Help from My Friends weitgehend innerhalb von fĂŒnf Tönen zu singen.
Wenn Starr sich an Textideen und Titeln von Lennon und McCartney beteiligte, geschah das oft unfreiwillig. Eines der berĂŒhmtesten Beispiele dafĂŒr ist der Titel des ersten Filmes der Beatles, A Hard Dayâs Night. Starr war nach einem langen Tag voller Arbeit aus dem Studio gekommen und meinte zu den anderen, es sei âa hard dayâŠâ (ein harter TagâŠ) â bevor er jedoch den Satz beendete, bemerkte er, dass es bereits Abend war und fĂŒgte ââŠ's nightâ (Abend) hinzu. Lennon und McCartney mochten den verdrehten Satz so gerne, dass sie sich entschieden, ihn fĂŒr den noch unbenannten Film zu verwenden. Ein anderes Beispiel ist der Titel zur Lennon-Komposition Tomorrow Never Knows.
âThe truth of this kind of question depends on where youâre looking: on the surface or below the surface. On the surface, Ringo was just some drummer. But there was a hell of a lot more to him than that. For instance, there wouldnât have been A Hard Dayâs Night without him. He had this kind of thing where he moved phrases around. (âŠ) Another of his was Tomorrow never knows. He used to say, âWell, tomorrow never knowsâ. And heâd say it for real.â
â Paul McCartney in einem Interview mit dem Playboy, 1984
Starrs Schlagzeugstil prĂ€gte das Klangbild der Band entscheidend mit. Waren die frĂŒhen Lieder der Beatles noch vom Backbeat geprĂ€gt, wurde ab 1965 der Rhythmus immer anspruchsvoller. Das wird bereits bei der ersten Single dieses Jahres (Ticket to Ride) deutlich. Bis heute nennen viele berĂŒhmte Schlagzeuger Starr als einen ihrer HaupteinflĂŒsse, wie zum Beispiel Max Weinberg von der E Street Band, der sich in seinem Buch The Big Beat 1984 wie folgt Ă€uĂerte:
âD. J. Fontana had introduced me to the power of the big beat. Ringo convinced me just how powerful that rhythm could be. Ringoâs beat was heard around the world and he drew the spotlight toward rock and roll drummer. From his matched grip style to his pioneering use of staggered tom tom fills, his influence in rock drumming was as important and wide spread as Gene Krupaâs had been in jazz.â
â Max Weinberg in The Big Beat, 1984[2]
Phil Collins meinte 1992 in einem Interview fĂŒr die Fernsehdokumentation The Making of Sgt. Pepper:
âI think heâs vastly underrated. The drum fills on A Day in the Life are very complex things. You could take a great drummer today and say, âI want it like thatâ. They wouldnât know what to do.â
âRingo ist stark unterbewertet. Die Drumfills von A Day In The Life sind ausgesprochen komplex. Man könnte einen groĂen Schlagzeuger von heute nehmen und ihm sagen: âSo soll es klingenâ. Sie wĂŒrden nicht wissen, was sie tun sollen.â
â Phil Collins, 1992[3]
Ein anderes Beispiel fĂŒr sein sehr eigenwilliges und schwer imitierbares Schlagzeugspiel ist in dem Lied Come Together zu hören, ein drittes Beispiel ist Strawberry Fields Forever mit seinen komplizierten EinsĂ€tzen.
Der langjÀhrige Beatles-Produzent George Martin, der bei der ersten Aufnahmesession 1962 noch an Starrs FÀhigkeiten gezweifelt hatte, lobte diesen 1994 in seinem Buch Summer of Love:
âRingo always got and still gets a unique sound out of his drums, a sound as distinctive as his voice. [âŠ] Ringo gets a looser deeper sound out of his drums that is unique. [âŠ] This detailed attention to the tone of his drums is one of the reasons for Ringoâs brilliance. Another is that although Ringo does not keep time with a metronome accuracy, he has unrivaled feel for a song. If his timing fluctuates, it invariably does so in the right place at the right time, keep the right atmosphere going on the track and give it a rock solid foundation. This held true for every single Beatles number Richie played. [âŠ] Ringo also was a great tom tom player.â
â George Martin, 1994[4]
Mark Lewisohn, der fĂŒr seine Recherchen die Gelegenheit hatte, sĂ€mtliche Aufnahmen der Beatles in den Archiven der Emi anzuhören, stellte fest:
âIt is true that on only a handful of occasions during all of the several hundred session tapes and thousands of recording hours can Ringo be heard to have made a mistake or wavered in his beat. His work was remarkably consistent and excellent, from 1962 right through 1970.â
â Mark Lewisohn, 1988[5]
Lennon, McCartney und Harrison behaupteten stets, Ringo Starr sei einer der besten Rock-ânâ-Roll-Schlagzeuger der Welt.
âRingo is a damn good drummer. He is not technically good, but I think Ringoâs drumming is underrated the same way Paulâs bass playing is underrated. [âŠ] I think Paul and Ringo stand up with any of the rock musicians.â
â John Lennon in einem Interview mit dem Playboy, 1980
âRingo could be the best rock ânâ roll drummer â or at least one of the best rock and roll drummers [âŠ] He does fills which crack up people like Jim Keltner. Heâs just amazed because Ringo starts them in the wrong place and all of that, but that is brilliance, thatâs pure feel.â
â George Harrison 1987 in einem Interview mit der Fachzeitschrift Guitar
Anderseits scherzte Lennon auf die Frage, ob Ringo der beste Schlagzeuger der Welt sei, Ringo Starr sei nicht einmal der beste Schlagzeuger der Beatles, womit er auf die Aufnahmesessions im Jahr 1968 zum sogenannten WeiĂen Album anspielte, die Starr im Streit fĂŒr zwei Wochen verlassen hatte, sodass Paul McCartney bei den Aufnahmen zu Back in the U.S.S.R. und Dear Prudence den Schlagzeugpart ĂŒbernahm. McCartney sprang ein weiteres Mal fĂŒr Starr ein, bei den Aufnahmen zu The Ballad of John and Yoko, bei dem auĂer ihm nur Lennon beteiligt war.
Bereits vor der endgĂŒltigen Trennung der Beatles arbeitete Starr an seinem ersten Solo-Projekt Sentimental Journey, fĂŒr das er mehrere alte Standards einspielte und zahlreiche Freunde als Arrangeure gewinnen konnte, darunter auch Paul McCartney, George Martin und Klaus Voormann. 1971 folgte mit Beaucoups of Blues ein Ausflug in die Country & Western-Musik. Den eigentlichen Durchbruch als Solointerpret schaffte er im gleichen Jahr mit seiner ersten Rock-Pop-Single It Donât Come Easy/Early 1970. Beide Lieder waren Eigenkompositionen. Die Platte erreichte sowohl in den USA, in GroĂbritannien und in Deutschland die vorderen PlĂ€tze in den Hitparaden. It Donât Come Easy wurde von George Harrison produziert. An der Gitarre war Stephen Stills zu hören, auf dessen gleichnamigem DebĂŒtalbum Starr 1970 Schlagzeug gespielt hatte.
1972 freundete sich Starr mit Marc Bolan an, der zu dieser Zeit mit seiner Gruppe T. Rex die Nummer Eins der Hitlisten war. Starr kĂŒmmerte sich damals um Apple Films. Im Film Born to Boogie wirkten auĂer Bolan & T.Rex auch Elton John und Ringo Starr selbst mit. Der Film besteht in der Hauptsache aus einem am 18. MĂ€rz 1972 im Londoner âEmpire Poolâ mitgeschnittenem Konzert vor 10.000 Fans. Aber auch zahlreiche Sketche sind enthalten. AuĂerdem wirkte Starr in dem Italowestern Blindman, der Vollstrecker mit. Auch in diesem Jahr erschien eine sehr erfolgreiche Single mit zwei Eigenkompositionen, dem von Marc Bolan inspirierten Back Off Boogaloo und dem von Klaus Voormann produzierten Lied Blindman (das im Film nicht zu hören ist). Produziert wurde Back Off Boogaloo von George Harrison.
1973 erreichte Starrs Solosingle Photograph Platz 1 der Billboard Charts. Dabei handelte es sich um eine Auskopplung aus seinem dritten Soloalbum Ringo, die er gemeinsam mit George Harrison verfasst hatte. Auch die zweite Singleauskopplung des Albums, Youâre Sixteen, erreichte in den USA Platz 1 der Hitparade. Ringo Starr gelang es, fĂŒr dieses Album alle Beatles-Mitglieder zur Mitwirkung zu bewegen. Seit dieser Zeit veröffentlichte er in regelmĂ€Ăigen AbstĂ€nden Alben mit einer groĂen Zahl von befreundeten Gastmusikern. Allerdings wurde kein weiteres Album so erfolgreich wie Ringo 1973.
1974 erschien Goodnight Vienna, dessen Titellied John Lennon geschrieben hatte. Zwei Singles des Albums kamen in die Top-10 der Billboard Charts. Die vorab veröffentlichte Coverversion des Platters-Hits aus den 1950er Jahren Only You (And You Alone), schaffte es bis auf Platz 6, die Single The No No Song erreichte sogar Platz 3. Die dritte Auskoppklung (Itâs All Down to) Goodnight Vienna war weniger erfolgreich und kam ĂŒber Platz 31 nicht hinaus. Als Produzent war wie beim VorgĂ€ngeralbum Richard Perry tĂ€tig. Im Folgejahr erschien das Greatest-Hits-Album Blast From Your Past, dann endete der Vertrag mit Apple und EMI. Starr wechselte die Plattenfirma und unterschrieb 1976 bei Atlantic Records.
Am 20. September 1976 erschien Starrs erste Veröffentlichung fĂŒr Atlantic Records: die Vorabauskopplung A Dose of Rock ânâ Roll fĂŒr Starrs neues Album, das in der US-amerikanischen Hitparade nur bis auf Platz 30 kam. Das Album mit dem Titel Ringoâs Rotogravure kam eine Woche spĂ€ter auf den Markt. Das Label und der Produzent â am Mischpult war dieses Mal Arif Mardin verantwortlich â waren neu, das âRezeptâ fĂŒr das Album allerdings ein altes. Wie bei Starrs Erfolgsalbum Ringo gelang es, seine ehemaligen Band-Kollegen zur Mitarbeit zu bewegen. Lennon, McCartney und Harrison steuerten jeweils eine Komposition bei, auĂerdem schrieb Eric Clapton ein StĂŒck fĂŒr das Album. Wie bei Ringo komplettierte die Coverversion eines erfolgreichen Titels von Bruce Channel aus den 1960er Jahren â die zweite, mit Platz 78 noch erfolglosere Singleauskopplung Hey Baby â die Zusammenstellung der Titel des Albums. Die beste Platzierung des Albums in den USA war Platz 28, in GroĂbritannien tauchte es ĂŒberhaupt nicht in der Hitparade auf.
Die mĂ€Ăigen Erfolgszahlen mögen ein Grund fĂŒr den musikalischen Stil des nĂ€chsten Albums, Ringo the 4th, gewesen sein, das wie eine Mischung aus Disco und Pop der 1970er Jahre klang. Produzent war wieder Arif Mardin. Im Gegensatz zu frĂŒheren Alben verzichtete Starr auf die Hilfe prominenter Komponisten und schrieb stattdessen sechs der zehn Titel des Albums selbst in Zusammenarbeit mit dem US-amerikanischen Musiker Vini Poncia. Das Album verkaufte sich noch schlechter und erreichte in den USA nur Platz 162 der Hitparade, in GroĂbritannien verfehlte es wie der VorgĂ€nger den Einzug in die Hitlisten. Die beiden Singleauskopplungen des Albums Drowning in the Sea of Love und Wings kamen nicht in die Hitparaden. Ringo Starr hatte den Tiefpunkt seiner Solokarriere erreicht.
Im Dezember 1977 erschien der Soundtrack zum Kinderhörspiel mit Musik Scouse the Mouse, in dem Ringo Starr die Titelrolle der Maus sprach und sang.
Nach zwei Misserfolgen trennte sich Atlantic von Ringo Starr, der ein neues Label suchte und es bei Portrait Records, damals ein Unterlabel von CBS Records, fand. Dort erschien im April 1978 sein Album Bad Boy.
Um das Album zu vermarkten, war ein Musical-Film mit dem Titel Ringo fĂŒr die Ausstrahlung im US-amerikanischen Fernsehen produziert worden. Der Film war von Mark Twains Prinz und Bettelknabe inspiriert und erzĂ€hlte die Geschichte eines reichen Pop-Stars (Ringo Starr), der den Erfolgsdruck nicht mehr aushĂ€lt und den Platz mit einem armen Burschen namens âOgnir Rratsâ tauscht. Ringo Starr spielte eine Doppelrolle: sich selbst und âOgnir Rratsâ. Trotz namhafter Schauspieler, wie Carrie Fisher, Vincent Price und John Ritter sowie der Mitwirkung George Harrisons in der Funktion des ErzĂ€hlers war die Sendung kein Erfolg und eine positive Werbewirkung fĂŒr das Album blieb aus. Bad Boy war musikalisch ausgereifter als sein VorgĂ€nger, fiel aber bei Kritikern und KĂ€ufern durch und kam in den USA mit Platz 97 nur knapp in die Top 100. Die beiden Singleauskopplungen des Albums Lipstick Traces (on a Cigarette) und Heart on my Sleeve verfehlten den Einzug in die Hitparaden.
Nach den FehlschlĂ€gen in seiner musikalischen Karriere musste Ringo Starr 1979 mit mehreren weiteren Krisen fertig werden. Im April brach er zusammen und musste sich in Monte Carlo einer Operation unterziehen. Am 28. November 1979 zerstörte ein Feuer sein Haus in Los Angeles. Starr blieb unverletzt, aber ein groĂer Teil seiner gesammelten Andenken aus der Beatles-Zeit ging verloren.
1981 erschien das Album Stop and Smell the Roses, das kein kommerzieller Erfolg wurde, obwohl auch McCartney und Harrison mitwirkten. Ebenfalls mit dabei war erneut Stephen Stills, diesmal als Co-Autor und Produzent des Titels Youâve Got a Nice Way. Auf dem Cover des Albums verarbeitete Ringo Starr seine Trauer um John Lennon. Die folgende LP Old Wave wurde 1983 nur in wenigen LĂ€ndern veröffentlicht (darunter in Deutschland). Danach wirkte Ringo Starr mehrere Jahre nicht mehr als Solo-Interpret, sondern als Gast- und Studio-Musiker, unter anderem bei McCartney und Harrison.
RegelmĂ€Ăig tourte Starr unter dem Namen âRingo and his All Starr Bandâ mit Gruppen wechselnder Besetzung. So trat er mit Musikern wie Jack Bruce, Peter Frampton, Greg Lake, Gary Brooker, Dave Edmunds, Joe Walsh, Randy Bachman, Nils Lofgren, John Entwistle und zahlreichen anderen auf.
1992 erschien nach neunjĂ€hriger Pause Starrs Album Time Takes Time, das gute Kritiken erhielt. An die Verkaufszahlen der frĂŒhen 1970er-Jahre konnte jedoch auch dieses Album nicht anschlieĂen. Die Singleauskopplung daraus war Weight of the World, das es kurzzeitig in die Charts schaffte (USA Platz 43; UK Platz 74).
1998 folgte das kommerziell erfolgreiche Album Vertical Man. Als Gastmusiker wirkten unter anderem Paul McCartney, George Harrison, Ozzy Osbourne, Steven Tyler und Brian Wilson mit. Ein Promo-Auftritt bei Wetten, dass..? folgte und sowohl auf der Single als auch im Video zur Single La De Da wirkte auch McCartney mit. 1999 erschien Starrs Weihnachtsalbum I Wanna Be Santa Claus.
2003 und 2005 erschienen die Alben Ringo Rama und Choose Love, die beide von Mark Hudson produziert wurden. Als Gastmusiker wirkten hier Eric Clapton und Billy Preston mit. Ende 2007 erschien Starrs Album Liverpool 8, das von Dave Stewart produziert wurde. Es stellt eine Hommage an seine Heimatstadt Liverpool dar. Im Vorfeld verkĂŒndete Starr das Ende der Zusammenarbeit mit Mark Hudson und den âRoundheadsâ.
Nach einem gemeinsamen Auftritt mit Paul McCartney bei einem Benefizkonzert in New York am 4. April 2009 wurde berichtet, dass beide wieder musikalisch zusammenarbeiten wollen.[6][7]
Im Januar 2010 erschien Starrs fĂŒnfzehntes Studioalbum Y Not, bei dem er erstmals auch als Produzent fungierte. Am Album wirkten unter anderem Paul McCartney, Joe Walsh, Van Dyke Parks und Joss Stone mit. Bereits im Dezember 2009 war die Single Walk With You â ein Duett von Starr und McCartney â als Vorabauskopplung veröffentlicht worden.
Im Februar 2010 bekam Ringo Starr â nach John Lennon und George Harrison â einen Stern auf dem Walk of Fame in Hollywood.[8]
Im Sommer 2011 ging Starr mit seiner All Starr Band erstmals nach dreizehn Jahren wieder auf Europa-Tournee.[9] Am 7. Juli feierte er seinen 71. Geburtstag in Hamburg mit dem ersten von insgesamt fĂŒnf Deutschlandkonzerten der Tournee.[10]
1965 heiratete Starr seine Freundin Maureen Cox, die er noch aus der Liverpooler Zeit kannte und mit der er die Kinder Zacharias (Zak), Jason und Lee bekam. Zak ist ebenfalls Schlagzeuger; er war fĂŒr kurze Zeit bei Oasis und ist derzeit Mitglied von The Who. Die Ehe wurde 1975 geschieden. 1981 heiratete Ringo Starr die amerikanische Schauspielerin Barbara Bach.
Ringo Starr spielte bei seinem Einstieg bei den Beatles 1962 ein Schlagzeug der Marke Premier. Sein Modell â54â (Royal Ace) hatte kleinere Abmessungen: Es verfĂŒgte ĂŒber eine 20 Ă 17"-Bassdrum, ein 12 Ă 8"-HĂ€ngetom, ein 16 Ă 20"-Standtom und eine 14 Ă 4"-Snare. Dieses Set zĂ€hlte zu den gĂŒnstigeren Modellen des Hersteller. ErgĂ€nzt wurde es durch einen Beckensatz der âZynâ-Serie, ebenfalls von Premier.[11]
Gegen Ende April 1963 wollte Starr zu einem besseren Modell wechseln. Die Wahl fĂŒr ein Schlagzeug von Ludwig kam dann eher zufĂ€llig zustande, da das GeschĂ€ft âDrum Cityâ kein schwarzes Schlagzeug vorrĂ€tig hatte. Der VerkĂ€ufer zeigte Starr daraufhin ein Farbmuster von Ludwig in der Farbe âBlack Oyster Pearlâ, das diesem so gut gefiel, dass er sich fĂŒr diesen Hersteller entschied. FĂŒr das neue Ludwig-Set wurden ebenfalls verhĂ€ltnismĂ€Ăig kleine Kessel gewĂ€hlt: Eine 20"-Bassdrum, ein 12 Ă 8"-HĂ€ngetom und ein 14 Ă 14"-Standtom. Der Grund war, dass Ringo Starr hinter einem kleineren Schlagzeug gröĂer wirkte und auf der BĂŒhne besser gesehen werden konnte. Bei Aufnahmen zu einem Fernsehauftritt am 12. Mai 1963 kam das neue Schlagzeug erstmals zum Einsatz.[12]
Mit dem neuen Schlagzeug kam auch das bekannte Logo der Beatles. Brian Epstein war der Schriftzug Ludwig auf der Bassdrum aufgefallen und verlangte, dass der Name The Beatles auch dort stehen mĂŒsse und zwar gröĂer. Ivor Arbiter, der Besitzer von âDrum Cityâ, skizzierte dann einen groben Entwurf fĂŒr ein Logo. Arbiter erinnert sich, dass er den Zeichenmaler Eddie Stokes damit beauftragte, ein Beatles-Logo auf das Trommelfell zu malen. Stokes nahm die Skizze als Anregung und entwickelte daraus das endgĂŒltige Logo.[13]
Im Mai 1964 wechselte Ringo Starr zu gröĂeren Trommeln. Sein neues Set, ebenfalls in der Farbe âBlack Oyster Pearlâ hatte nun eine 22 Ă 14"-Bassdrum, ein 13 Ă 9"-HĂ€ngetom und ein 16 Ă 16"-Standtom.[14] Etwa gegen Ende 1968 wechselte Ringo Starr zu einem Ludwig âHollywoodâ-Set in Holzoptik (Ahornkessel klar lackiert), das nun mit einem zusĂ€tzlichen 12 Ă 8"-HĂ€ngetom ausgestattet war. Der Beckensatz wurde nun durch ein weiteres Becken ergĂ€nzt.[15] Dieses Set spielte Ringo Starr dann spĂ€ter unter anderem bei gemeinsamen Aufnahmen mit Marc Bolans T. Rex, oder Jahrzehnte spĂ€ter bei den Auftritten mit seinen Allstar-Bands.
Der groĂe Erfolg der Beatles hatte einen positiven Effekt auf die Verkaufszahlen von Ludwig, denn viele Gruppen orientierten sich an den Beatles und benutzten Instrumente derselben Hersteller.[16] So wurde ein Ludwig-Set in den 1960er Jahren und bis in die 1980er Jahre hinein zum gefragtesten und meistgespielten Schlagzeug. FĂŒr seine Verdienste um die Firma Ludwig zeichnete diese Ringo Starr im September 1964 mit einer goldĂŒberzogenen Snare Drum aus.[17] AnlĂ€sslich des 70. Geburtstags von Ringo Starr war diese Trommel vom Juli bis zum Dezember 2010 Teil einer Ausstellung im Museum of Modern Art in New York.[18]
Gleichzeitig mit dem Wechsel von Premier zu Ludwig erfolgte ein Wechsel des Beckenherstellers. Es wurde nun zunÀchst ein Beckensatz der Schweizer Firma Paiste verwendet, bevor Ringo Starr im Februar 1964 wÀhrend der ersten USA-Tour der Beatles die Becken des Herstellers Zildjian entdeckte. Die Paiste-Becken wurden in den folgenden Jahren nach und nach durch Zildjian-Becken ersetzt.
Starr ĂŒbernahm 1973 von John Lennon das Anwesen Tittenhurst Park bei Ascot in England, das mit einem Tonstudio ausgestattet war. Er benannte das Studio in Startling Studios um und stellte es anderen Musikern zur VerfĂŒgung. Unter anderen wurden dort die Alben Unleashed in the East und British Steel von Judas Priest aufgenommen bzw. fertiggestellt. 1988 verkaufte er das gesamte Anwesen an Scheich Zayed bin Sultan Al Nahyan, den Emir von Abu Dhabi.
Starr war Schauspieler in mehreren Filmen wie Candy (1968), The Magic Christian (1969, mit Peter Sellers), Blindman (1971), 200 Motels (1971), Son of Dracula (1974), Sextette (1978, mit Tony Curtis, Keith Moon und Mae West) und Caveman (1981). In diesem Film lernte er auch seine spĂ€tere Frau Barbara Bach kennen. Es folgte ein Mini-Auftritt in Wasser (1985) zusammen mit George Harrison und Eric Clapton. Er arbeitete auch an den Kinderfernsehsendungen Shining Time Station und Thomas the Tank Engine and Friends. In der Zeichentrickserie Die Simpsons tauchte er in der Folge âMarges Meisterwerkâ (orig.: âBrush with Greatnessâ) als er selbst auf.
Veröffentlichungen mit The Beatles: siehe The Beatles/Diskografie
Die folgende Auflistung beschrĂ€nkt sich auf die Singles, die in GroĂbritannien, den USA und Deutschland erschienen sind.
Dabei handelt es sich um Promotion-Singles, die nicht als regulÀre Kaufsingles erschienen sind.
| Jahr | Titel | Chartplatzierungen (n.v. = nicht veröffentlicht) | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| DE [22][23] |
AT [24] |
CH [25] |
UK [26] |
US [27] | ||
| 1970 | Sentimental Journey | â | â | â | 7 | 22 |
| 1970 | Beaucoups of Blues | â | â | â | â | 65 |
| 1973 | Ringo | 28 | â | â | 7 | 2 |
| 1974 | Goodnight Vienna | 39 | 8 | â | 30 | 8 |
| 1975 | Blast from Your Past | â | â | â | â | 30 |
| 1976 | Ringoâs Rotogravure | â | 10 | â | â | 28 |
| 1977 | Scouse the Mouse | n.v. | â | â | â | â |
| 1977 | Ringo the 4th | â | â | â | â | 162 |
| 1978 | Bad Boy | â | â | â | â | 129 |
| 1981 | Stop and Smell the Roses | â | 13 | â | â | 98 |
| 1983 | Old Wave | â | â | â | n.v. | n.v. |
| 1989 | Starr Struck: Best of Ringo Starr, Vol. 2 | n.v. | â | â | n.v. | â |
| 1990 | Ringo Starr and His All-Starr Band | â | â | â | â | â |
| 1992 | Time Takes Time | â | 19 | â | â | â |
| 1993 | Ringo Starr and His All Starr Band Volume 2: Live from Montreux | â | n.v. | n.v. | â | â |
| 1995 | Ringo Starr and His Third All-Starr Band-Volume 1 | n.v. | n.v. | n.v. | n.v. | â |
| 1998 | VH1 Storyteller | â | â | â | â | â |
| 1998 | Vertical Man | 59 | â | â | â | 61 |
| 1999 | I Wanna Be Santa Claus | â | â | â | n.v. | â |
| 2001 | The Anthology⊠So Far | â | n.v. | n.v. | n.v. | â |
| 2002 | King Biscuit Flower Hour Presents Ringo & His New All-Starr Band | â | n.v. | n.v. | n.v. | â |
| 2003 | Extended Versions | n.v. | n.v. | n.v. | n.v. | â |
| 2003 | Ringo Rama | â | â | â | â | 113 |
| 2004 | Tour 2003 | â | n.v. | n.v. | â | â |
| 2005 | Choose Love | â | â | â | â | â |
| 2006 | Ringo Starr and Friends | â | n.v. | n.v. | â | â |
| 2007 | Ringo Starr: Live at Soundstage | â | â | â | â | â |
| 2007 | Photograph: The Very Best of Ringo Starr | â | â | â | 26 | 130 |
| 2008 | Liverpool 8 | 94 | 71 | â | 91 | 94 |
| 2008 | Ringo 5.1: The Surround Sound Collection | n.v. | n.v. | n.v. | n.v. | â |
| 2008 | Ringo Starr & His All Starr Band Live 2006 | â | n.v. | n.v. | â | â |
| 2010 | Y Not | 75 | â | â | â | 58 |
| 2010 | Ringo Starr & His All Starr Band Live at the Greek Theatre 2008 | â | â | â | â | â |
| 2012 | Ringo 2012 | 69 | 75 | â | â | 80 |
| Jahr | Titel | Chartplatzierungen (n.v. = nicht veröffentlicht) | |||
|---|---|---|---|---|---|
| DE [28] |
CH [29] |
UK [26] |
US [30] | ||
| 1970 | Beaucoups of Blues | 43 | â | n.v. | 87 |
| 1971 | It Donât Come Easy | 5 | 5 | 4 | 4 |
| 1972 | Back Off Boogaloo | 12 | 8 | 2 | 9 |
| 1973 | Photograph | 5 | 6 | 8 | 1 |
| 1973 | Youâre Sixteen | 19 | â | 4 | 1 |
| 1974 | Oh My My | 34 | â | â | 5 |
| 1974 | Only You | 28 | â | 28 | 6 |
| 1975 | No No Song/Snookeroo | â | â | â | 3 |
| 1975 | Itâs All Down to Goodnight Vienna/Oo-Wee | â | â | n.v. | 31 |
| 1976 | A Dose of Rock ânâ Roll | â | â | â | 26 |
| 1976 | Hey Baby | â | â | â | â |
| 1977 | Drowning in the Sea of Love | â | â | â | â |
| 1977 | Wings | n.v. | n.v. | n.v. | â |
| 1977 | Sneaking Sally Through the Alley | â | â | n.v. | n.v. |
| 1978 | Lipstick Traces (On a Cigarette) | n.v. | â | n.v. | â |
| 1978 | Tonight | n.v. | â | â | n.v. |
| 1978 | Heart on My Sleeve | n.v. | â | n.v. | â |
| 1981 | Wrack My Brain | â | 10 | â | 38 |
| 1982 | Private Property | â | â | n.v. | â |
| 1983 | In My Car | â | â | n.v. | n.v. |
| 1989 | Act Naturally (mit Buck Owens) | n.v. | â | n.v. | â |
| 1992 | Weight of the World | 51 | 21 | 74 | â |
| 1992 | Donât Go Where the Road Donât Go | â | â | n.v. | n.v. |
| 1998 | La De Da | n.v. | â | â | â |
| 2003 | Never Without You | n.v. | â | n.v. | â |
| 2005 | Fading in and Fading Out | n.v. | â | n.v. | â |
| 2008 | Liverpool 8 | â | â | 99 | â |
| 2009 | Walk with You (feat. Paul McCartney) (Download Single) | â | â | â | â |
| 2012 | Wings (Download Single) | â | â | â | â |
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Starr, Ringo |
| ALTERNATIVNAMEN | Starkey, Richard (Geburtsname) |
| KURZBESCHREIBUNG | britischer Musiker (The Beatles) |
| GEBURTSDATUM | 7. Juli 1940 |
| GEBURTSORT | Liverpool, GroĂbritannien |