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| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Sachsen | |
| Landkreis: | Mittelsachsen | |
| Verwaltungs- gemeinschaft: |
Roßwein | |
| Höhe: | 204 m ü. NN | |
| Fläche: | 29,16 km² | |
| Einwohner: |
6.923 (31. Dez. 2010)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 237 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 04741 | |
| Vorwahl: | 034322 | |
| Kfz-Kennzeichen: | FG | |
| Gemeindeschlüssel: | 14 5 22 510 | |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Markt 4 04741 Roßwein | |
| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Veit Lindner (parteilos) | |
| Lage der Stadt Roßwein im Landkreis Mittelsachsen | ||
Roßwein ist eine Kleinstadt in Sachsen. Sie liegt ca. 50 km westlich von Dresden in der Nähe der Städte Freiberg und Meißen im Landkreis Mittelsachsen und bildet mit der Gemeinde Niederstriegis die Verwaltungsgemeinschaft Roßwein.
Inhaltsverzeichnis |
Die Stadt Roßwein liegt im Mittelsächsischen Bergland, beiderseits der Freiberger Mulde.
Sie befindet sich an einer Grenze dreier Formen des sächsischen Dialekts: nördlich davon das Nordmeißenische, südlich das Südmeißenische, und östlich stößt das Südostmeißenische an; welche alle drei zu den Meißenischen Dialekten zuzurechnen sind.
Angrenzende Gemeinden sind (im Uhrzeigersinn) Mochau im Landkreis Mittelsachsen, Ketzerbachtal und die Stadt Nossen im Landkreis Meißen, Striegistal, Niederstriegis sowie die Stadt Döbeln im Landkreis Mittelsachsen.
Die Ortsteile sind:
Roßwein wurde um 1200 von dem Markgrafen von Meißen, Dietrich dem Bedrängeten, planmäßig gegründet. Den Namen erhielt die Stadt vermutlich durch seinen Steuereinehmer. In einer Urkunde vom 25. August 1220 wird Berthold von Rossewin erwähnt. Er war ein Schösser (Steuereinnehmer). Als Stadt wurde Roßwein ca. 60 Jahre später im Jahre 1286 genannt. Roßwein wurde durch den Markgrafen Heinrich den Erlauchten (1221-1286) an seinen Enkel Friedrich den Freidigen (den Gebissenen), Pfalzgraf von Sachsen, verpfändet und ging nach dem Tode Heinrichs in den Besitz von Friedrich den Freidigen über. Friedrich der Freidige übergab Roßwein durch Schenkung am 18. Mai 1293 an das Zisterzienserkloster Altzella bei Nossen.
Seit 1360 hatte Roßwein einen Bürgermeister und einen Rat. Die Stadt unterstand nach der Säkularisierung dem Amt Nossen. Rat und Bürgermeister zu Roßwein erhielten die Gerichtsbarkeit sowohl vom Kloster Altzella als auch vom Amt Nossen nur auf Zeit verpfändet. Den Stadtrichter wählte der Rat aus seiner Mitte. Später besaß Roßwein auch eine umringende Stadtmauer von 1.221 m Länge mit durchgezogenem Wehrgang. Vom Marktplatz aus verliefen fünf Straßen zu fünf Stadttoren: dem Kreuztor, dem Bergtor, dem Mühlentor, dem Döbelnschen bzw. Lommatzscher Tor sowie dem Brückentor, welches einen Wachturm trug. Als Baumaterial dienten Bruchsteine aus dem nahen Steinbruch. Auch Steine aus der Freiberger Mulde, die man Katzenköpfe nannte, fanden Verwendung. Torwachen mussten von den Bürgern selbst gestellt werden. Sie erhielten eine Ausbildung in der Waffenführung von Spieß, Armbrust und Schwert. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit verschloss man die Tore. Säumige hatten dann vor den Toren der Stadt ihr Nachtlager zu suchen. Ab 1805 entfiel das Verschließen der Stadttore. Die Torwachen löste man aber erst 45 Jahre später auf.
Um 1550 lebten 259 besessene Mann und 360 Inwohner in Roßwein. 1748 waren es 477 besessene (d.h. grundbesitzende) Bürger und der Ort bestand der Größe nach aus 29 Hufen.
1871 war die Bevölkerung bereits auf 6848 angestiegen.
Roßwein zählte neben Nossen und Siebenlehn zum bedeutendsten Besitz des Klosters. Dadurch hatte aber die Stadt die meisten Abgaben zu leisten. Alle Anlieger waren verpflichtet, für ihren Wohnbereich den Bau auszuführen und zu erhalten.
Auch in Roßwein forderte 1613 die schwarze Pest ihre Opfer. Im Jahre 1834 lebten bereits 4202 Einwohner in Roßwein. 1868 wurde die Eisenbahnverbindung nach Leipzig und Dresden sowie 1874 nach Chemnitz eröffnet. Seit dem 19. Jahrhundert war die Stadt ein wichtiger Industriestandort; hier siedelten sich Metallwaren-, Schuh-, Textil- und Zigarrenfabriken an. Mit Einführung der Allgemeinen Städteordnung erlangte das Stadtgericht 1834 seine Eigenständigkeit. Nach Abtretung an den Staat ging die städtische Gerichtsbarkeit zusammen mit der vom Justizamt Nossen ausgeübten Ober- und Erbgerichtsbarkeit in der Stadt Roßwein und ihren Fluren am 1. September 1853 auf das Königliche Gericht Roßwein über.
Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges von Ende 1944 bis Frühjahr 1945 mussten KZ-Häftlinge des Außenlagers Nossen/Roßwein des KZ Flossenbürg in der Gießerei E. Broer ("Ebro-Werke") Zwangsarbeit verrichten.
Der Schreibweise des Ortsnamens Roßwein hat im Laufe seiner Geschichte variiert und es gab verschiedene Schreibweisen. Folgende Schreibweisen sind aus historischen Quellen überliefert [2]:
1952 wurde Ullrichsberg mit Troischau und 1969 Seifersdorf eingemeindet. Am 1. Januar 1994 folgten Gleisberg[3] mit dem seit 1974 zugehörigen Wetterwitz und Haßlau[4] mit dem seit 1950 zugehörigen Naußlitz inklusive Kobelsdorf, Ossig und Zweinig.
Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 1998 31. Dezember)[5]:
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1834 bis 1960
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1990 bis 2002
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2004 bis 2010
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In Roßwein gibt es neben den im Stadtrat und Kreistag vertretenen Parteien eine Ortsgruppe von Die Grünen. Weiterhin ist in Roßwein eine einstmals vom Bürgermeister 2001 ins Leben gerufene „Arbeitsgruppe Stadtgestaltung und Stadtentwicklung“ aktiv, die für alle Roßweiner Bürger offen ist, auf basisdemokratische Weise funktioniert und dem Stadtrat zuarbeitet. FW und FDP sind in Roßwein nicht vertreten.
Bei der Wahl 2009 zog der Roßweiner Henning Homann für die SPD in den Sächsischen Landtag ein.
Seit der Kommunalwahl 2009 sind im Rossweiner Stadtrat folgende Fraktionen vertreten: Die Fraktion der CDU besitzt 10 Mitglieder, von denen allerdings die meisten parteilos sind, die SPD mit 4 Mitgliedern und Die Linke ebenfalls mit 4 Mitgliedern.
Der Bürgermeister Veit Lindner ist parteilos. Er löste 2001 Wolfgang Pieschke (CDU) ab. Lindner war zuvor parteiloses Mitglied der SPD-Fraktion. Bei der Bürgermeisterwahl 2008 siegte er dank Unterstützung von SPD, Linken und Grünen mit 88 % der Stimmen über die CDU-Kandidatin Silvia Meißner, Tochter des früheren Bürgermeisters Pieschke.
Im Jahr 2008 zogen Veit Lindner und Henning Homann auf der Liste der SPD in den Kreistag im neu gegründeten Landkreis Mittelsachsen ein. Für die CDU gehört Michael Klöden und für Die Linke Peter Krause dem Kreistag an.
Es handelt sich um ein so genanntes „redendes Wappen“.
Blasonierung: „Ein weißes Pferd steht mit dem Kopf nach links schauend auf einem grünen „Drei-Berg“ (Berg mit drei Kuppen). Drei Weinreben und sieben Weinblätter sind ebenfalls auf dem Wappen zu sehen.“
Roßwein unterhält eine städtepartnerschaftliche Beziehung mit Freiberg am Neckar im baden-württembergischen Landkreis Ludwigsburg.
Das historische Hallenbad in der Stadtbadstraße wurde im Jahre 1897 eingeweiht. Es handelt sich um das „erste behördlicherseits errichtete Hallenbad Sachsens“, wie der damalige Bürgermeister C.A. Rüder bei der Einweihungsfeier ausführte.
Weitere bauliche Sehenswürdigkeiten sind:
Die mit über 200 Jahren wahrscheinlich zweitälteste Kamelie nördlich der Alpen ist in Roßwein zu finden. Ferner gibt es an der Straße nach Döbeln mit dem Troischaufelsen einen einzigartigen geologischen Aufschluss. Der unter Naturschutz stehende Felsen besteht aus dem in der Region seltenen Gabbro. Bis zum Bau der Döbelner Straße um 1860 wurde an dieser Stelle noch Silber und Kupfer in einem Stollen abgebaut.
Zwei Kilometer östlich von Roßwein befindet sich das Flächendenkmal der vormaligen Bergwerksanlagen von „Segen Gottes Erbstolln“. Seit dem Jahre 1980 betreibt der gemeinnützige Verein „Segen Gottes Erbstolln“ aktive Denkmalspflege an diesem bedeutenden montanhistorischen Denkmal.
Geotop "Gabbrofelsen" in Roßwein
Gabbrogestein in Roßwein
Roßwein liegt im Städtedreieck Chemnitz–Leipzig–Dresden, die Straßenverkehrsanbindungen erfolgt über die nahe gelegene A 4 und A 14 sowie die B 175. Roßwein verfügt weiterhin über einen Bahnhof an der Bahnstrecke Borsdorf–Coswig und war Ausgangspunkt für die unterdessen im Abschnitt Roßwein–Hainichen vom Eisenbahnverkehr freigestellte, umgangssprachlich als Striegistalbahn bekannte, Eisenbahnstrecke Roßwein–Hainichen–Niederwiesa.
Neben einigen regionalen Bauunternehmen wird die Unternehmensstruktur heute von zwei Autozulieferern bestimmt. Im Jahre 2005 siedelte sich der japanische Hitachi-Konzern im Industriegebiet Goldene Höhe an. Er produziert dort Hochdruckpumpen für die Benzineinspritzung. Im ehemaligen Press- und Schmiedewerk werden heute von der Mahle GmbH Pleuelstangen hergestellt.
Die Hochschule Mittweida ist in Roßwein mit zwei Fachbereichen vertreten: Stahl- und Metallbau sowie Soziale Arbeit.
Weitere wichtige Bildungs- und Forschungseinrichtungen:
Roßwein liegt an einer Grenze dreier Formen des sächsischen Dialekts: nördlich davon das Nordmeißenische, südlich das Südmeißenische, und östlich stößt das Südostmeißenische an; welche alle drei zu den Meißenischen Dialekten zuzurechnen sind.
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