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| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Sachsen | |
| Landkreis: | Mittelsachsen | |
| Verwaltungs- gemeinschaft: |
Rochlitz | |
| Höhe: | 163 m ü. NN | |
| Fläche: | 23,74 km² | |
| Einwohner: |
6.216 (31. Dez. 2010)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 262 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 09306 | |
| Vorwahl: | 03737 | |
| Kfz-Kennzeichen: | FG | |
| Gemeindeschlüssel: | 14 5 22 490 | |
| Stadtgliederung: | Kernstadt, 6 Ortsteile | |
| Adresse der Verbandsverwaltung: | Markt 1 09306 Rochlitz | |
| Webpräsenz: | ||
| Oberbürgermeisterin: | Kerstin Arndt (FDP) | |
| Lage der Stadt Rochlitz im Landkreis Mittelsachsen | ||
Rochlitz ist eine Große Kreisstadt im Landkreis Mittelsachsen im Freistaat Sachsen. Sie ist Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Rochlitz mit den Mitgliedsgemeinden Königsfeld, Seelitz und Zettlitz.
Inhaltsverzeichnis |
Die Stadt liegt an der Zwickauer Mulde und ist bekannt durch den Rochlitzer Berg und den dort anstehenden und abgebauten Rochlitzer Porphyr. Von der Jahrhundertflut im August 2002 war die Stadt stark betroffen.
Ortsteile von Rochlitz sind seit 1994 die vorherigen Gemeinden Noßwitz mit ihrem Ortsteil Hellerdorf, Penna mit ihrem Ortsteil Stöbnig sowie der Steudtener Ortsteil Zaßnitz. 1995 kam noch die Gemeinde Breitenborn mit ihrem Ortsteil Wittgendorf hinzu. Die Gemeinde Poppitz wurde bereits 1950 eingegliedert.
Angrenzende Gemeinden sind (im Uhrzeigersinn) Zettlitz, Seelitz, Wechselburg, Narsdorf, Geithain und Königsfeld.
Zu beachten ist dabei, dass trotz der Eingemeindung mehrerer Ortsteile in den 1990er Jahren die Einwohnerzahl kontinuierlich sinkt. Zudem ist Rochlitz mit einem Durchschnittsalter von 48,8 Jahren die Stadt mit den ältesten Einwohnern in Mittelsachsen.
Bereits in mittelslawischer Zeit, das heißt im 9. bis 10. Jahrhundert, bestanden im heutigen Stadtgebiet mehrere dörfliche Siedlungen. Von diesen Siedlungen leitete sich der Ortsname (altsorbischer Name Rochelinzi) ab. Vermutlich am Ende des 11. Jahrhunderts entstand unterhalb der Burg und des östlichen Suburbiums mit der Petrikirche eine Markt- und Kaufmannssiedlung im Gebiet des heutigen Mühlplatz mit dem Hohen Haus, die sicherlich mit der Lage an der Zaßnitzer Furt durch die Mulde in Zusammenhang steht. Noch im 19. Jahrhundert wurde dieser Bereich als Alte Stadt bezeichnet. Ebenfalls im 11. Jahrhundert wurde ein die Reichsburg versorgender Wirtschaftshof im nördlichen Teil des heutigen Stadtgebietes mit dem Burgwall Keßling in Rochlitz-Poppitz angelegt, der später nach Königsfeld verlegt wurde.
Um 1200 wurde unter Graf Dedo V. dem Feisten oder einem seiner Söhne Dietrich (1190–1207) und Konrad (1207–1210), möglicherweise auch erst unter Markgraf Dietrich von Meißen (ab 1210) die Rechtsstadt Rochlitz mit der Stadtkirche St. Kunigunde gegründet. Die Stadtanlage hebt sich insbesondere durch ihren langgestreckten Straßenmarkt heraus, der eine Analogie im nahegelegenen Geithain besitzt. Archäologische Ausgrabungen und erhaltene romanische Reste wie die Fenster am Westturmriegel der Kunigundenkirche ermöglichen Aussagen zu ihrem Ursprungsbau, einer querhauslosen Kurzbasilika der gleichen Zeitstellung. Trotz ihrer zentralen Lage am unteren Marktende fungierte bis zur Reformation die ältere, extra muros (außerhalb der Stadtbefestigung) gelegene St.-Petrikirche ebenfalls als Pfarrkirche für die westlichen Teile der Stadt. Bei stadtarchäologischen Untersuchungen wurden im Gebiet um die Kunigundenkirche Funde aus dem späten 12./frühen 13. Jahrhundert festgestellt, während die weiter westlich gelegenen Gebiete offensichtlich erst mit einiger zeitlicher Verzögerung bebaut worden sind.
Eine Stadtmauer umgab Rochlitz wohl erst im späten 13. Jahrhundert, zuvor haben anscheinend lediglich Wall, Graben und Gebück bestanden. 1288 wird dann die Mauer anlässlich eines Teileinsturzes erstmals genannt. Die Stadt Rochlitz selbst wird erst 1336 ersterwähnt, der Rat 1360. Das früheste nachweisbare Siegel der Stadt mit der Umschrift sigillum civitatis rochlizensis hängt an einer Urkunde von 1364. 1367–73 erfolgte die Erneuerung der Stadtmauer beziehungsweise die Errichtung der äußeren Stadtmauer. Vor 1379 erwarb der Rat die niedere Gerichtsbarkeit. 1380 erhielt die Stadt das Bleichprivileg, und es wurde eine zweite Landesbleiche neben Chemnitz eingerichtet. 1430 fielen die Hussiten in der Stadt Rochlitz ein. Im 15. Jahrhundert erlebte die Stadt eine Blütezeit. 1464 erfolgten der Erwerb der Obergerichtsbarkeit und die Erweiterung des Weichbildes. In der Spätgotik wurde die Kunigundenkirche von 1417–1476 unter Einbeziehung romanischer Bausubstanz im Westen neu erbaut. Die beiden Keramikfiguren von Heinrich II. und Kunigunde stammen aus der Zeit um 1476, im Inneren zeigt die Kirche eine Ausstattung des frühen 16. Jahrhunderts. (Schnitzaltar von 1513). Für die Zeit um 1500 wird eine Zahl von etwa 2000 Einwohnern angenommen.
Im Jahr 1537 wurde in Rochlitz durch Herzogin Elisabeth die Reformation eingeführt. Bereits 1534 war der „Alte“ Friedhof mit Beinhaus im Bereich des heutigen Clemens-Pfau-Platzes angelegt worden. 1538 wurde auf dem aufgelassenen Kunigunden-Friedhof mit dem Bau einer Lateinschule (1876 abgebrochen, heute Gebäude der Bibliothek) begonnen, die schon 1595 mit Mitteln Sophies wieder umgebaut wurde. 1563 gesellte sich noch ein Neubau der Hospitalkirche (Heilig-Geist-Kirche) zu dem Ensemble hinzu (Abbruch 1904). In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts entstand auch die östlich des heutigen Marktes und dem Rathaus gelegene „Mittelzeile“, wohl anstelle hölzerner Krambuden, was eine wesentliche Verkleinerung des ehemaligen Untermarktes bedeutete. Am 2. März 1547 fand vor den Toren der Stadt die Schlacht von Rochlitz im Schmalkaldischen Krieg statt, der bedeutendste militärische Erfolg der vereinigten protestantischen Streitkräfte vor der vernichtenden Niederlage in der Schlacht bei Mühlberg.
Im Dreißigjährigen Krieg wurden Stadt und Schloss mehrfach belagert und eingenommen. Außerdem wurde die Stadt 1632 von einem Stadtbrand heimgesucht. Ein weiterer großer Stadtbrand traf die Bürger bereits wieder 1681. Bei dem folgenden Wiederaufbau fand die Firstschwenkung zu traufseitigen Häusern statt. Ab 1682 war Rochlitz Garnisonsstadt einer Infanterie-Einheit. 1691 weilte der Wund- und Augenarzt Johann Andreas Eisenbart (1663–1727) in Rochlitz. Aus dem Jahr 1688/89 stammt die Dreiturmfront der Kunigundenkirche, der barocke Vorbau wurde 1709 angefügt und beherbergte mit der Kunigundenbibliothek die erste öffentliche Bibliothek der Stadt. In der Mitte des 18. Jahrhunderts wurde Rochlitz an das entstehende sächsische Postsystem angeschlossen. Hiervon zeugen zwei rekonstruierte kursächsische Postdistanzsäulen vom ehemaligen Ober- und Untertor (am Obertor nach Unfall schon 1820 erneuert - Originalteil von 1723 im Nachbarort Zettlitz und am Untertor mit wiederentdecktem Originalschriftblock von 1723 nachgebildet), ab 1734 (1743?) bestanden ein Postamt und regelmäßiger Postverkehr. 1769 wurde in Rochlitz eine Wollmanufaktur begründet.
Ein weiterer Stadtbrand wütete 1802, der Wiederaufbau der Stadt veränderte das Bild stark. Aus dieser Zeit stammen vor allem die Bürgerhäuser am Markt und der Turm der Kunigundenkirche (1804). Er fand seinen Abschluss mit dem Neubau des Rathauses 1826–1828. 1816 wurde eine erste Steinbrücke über die Mulde gebaut, ab 1830 begann der Abbruch der Stadtbefestigungen. 1834 wurde eine allgemeine Städteordnung erlassen. Die Gründerzeit bedeutete auch für Rochlitz einen erheblichen Aufschwung und eine beträchtliche Vergrößerung der Stadt.
Zu nennen sind hier: 1872 Anschluss an das Eisenbahnnetz, 1874–76 Neubau der „1. Bürgerschule“ (Muldenschule), 1885 Abbruch des „Pulverturms“, Stadterweiterungen ab 1889 in Richtung Bahnhof, Anlage der Bismarckstraße, 1889/90 Bau des „Kaiserlichen Hauptpost- und Telegraphenamtes“, 1895 des „Königlich-Sächsischen Lehrerseminars“, 1897 des Kriegerdenkmals auf dem Topfmarkt (bis 1942) etc. In den „Goldenen Zwanzigern“ wurde ab 1922 die Kleinsiedlung („Gartenstadt“) mit der Straße „Am Anfang“ angelegt und 1922/23 ein zweites Rochlitzer Gaswerk am Mönchswinkel errichtet. Eine besondere Sehenswürdigkeit stellt der Marktbrunnen dar, der 1929 von dem bekannten Dresdner Bildhauer Prof. Georg Wrba (1872–1939) geschaffen worden ist.
Im „Dritten Reich“ konnten die Nationalsozialisten schon frühzeitig im Stadtrat Fuß fassen und 1934 den parteilosen Bürgermeister Dr. Rudolf Herrmann mit Hilfe einer politischen Intrige absetzen. Schon 1933 wurden Adolf Hitler und Paul von Hindenburg Ehrenbürger der Stadt. 1933/34 wurde die heutige Muldenbrücke errichtet und nach dem Reichsstatthalter Martin Mutschmann benannt. 1936 feierte man das „Fest der Landschaft Rochlitz – 1000 Jahre deutsch“. Der umständliche Titel verrät, dass es sich dabei um ein historisches Konstrukt handelt. Tatsächlicher Anlass war aber weniger das sehr weit hergeholte historische Ereignis – das Rochlitzer Gebiet war spätestens unter dem 936 verstorbenen König Heinrich I. unter deutsche Herrschaft geraten – als konkrete wirtschaftliche Gründe, vor allem die Förderung des Fremdenverkehrs. Die Initiative dazu ist jedoch nicht von den nationalsozialistischen Machthabern, sondern vom Vorsitzenden des Rochlitzer Geschichtsvereins und ehrenamtlichen Leiter des Museums, Studienrat Dr. Albert Bernstein, ausgegangen. Ab 1938 hielt mit der „Mechanik GmbH“ auch die Rüstungsindustrie Einzug in der Stadt, und wahrscheinlich vom 19. September 1944 bis 28. März 1945 wurde hier ein Außenlager als „Außenkommando Rochlitz (Sachsen)“ des KZ Flossenbürg mit etwa 600 inhaftierten jüdischen Frauen betrieben. Für diese Frauen, die in der Mechanik GmbH Zwangsarbeit verrichten mussten, gibt es in der Stadt kein Gedenken, die Lagergeschichte wurde jedoch von Pascal Cziborra in der Publikation „Frauen im KZ - Möglichkeiten und Grenzen der historischen Forschung am Beispiel des KZ Flossenbürg und seiner Außenlager“ aufgearbeitet.
Die Befreiung vom Nationalsozialismus erlebte die Stadt am 14. April 1945 durch Einheiten der 44.Infanterie- und 6. Panzerdivision der 3. US-Armee. Die Mulde bildete die Demarkationslinie zwischen Amerikanern und Russen bis zum Rückzug der Amerikaner aus dem Stadtgebiet am 30. Juni 1945 und ihrem Rückzug westwärts Richtung Thüringen nach Hessen (Operation Goodbye). Ab Mitte Mai hielten sich Truppen der Roten Armee nahe dem Muldenufer in der Ortschaft Döhlen auf. An der Muldenbrücke wurde im April 2003 eine Gedenktafel angebracht, die an die Befreiung der Stadt, die Besetzung des Gebietes erinnert. Nach dem Krieg wurden ab Juli 1945 die größeren Betriebe enteignet. Aus diesen Betrieben gingen die späteren drei Großbetriebe (VEB Elektroschaltgeräte Rochlitz, VEB Stern Radio Rochlitz und VEB Orsta-Hydraulik) der Stadt hervor.
In der DDR-Zeit erfuhr Rochlitz eine beträchtliche Erhöhung der Einwohnerzahl und Ausbreitung in das Umland durch die Errichtung der Wohngebiete "Am Friedenseck" („Sternsiedlung“) 1955–61, „Am Regenbogen“ 1960–65, „Wilhelm-Pieck-Straße“ 1977/78 und „Am Eichberg“ ab 1982/83 in Poppitz. Die Mehrzahl der Bevölkerung arbeitete in den drei Großbetrieben VEB Elektroschaltgeräte Rochlitz (1952–1991), VEB Stern Radio Rochlitz und VEB Orsta-Hydraulik.
Rochlitz war einige Jahrhunderte lang Sitz von Einrichtungen der Territorialverwaltung.
Durch die "Generalinstruktion an die Kreis- und Amtshauptleute" vom 22. Juni 1816 wurde die Stadt ab 1816 Sitz des Amtes Rochlitz der II. Amtshauptmannschaft der Kreishauptmannschaft Leipzig. Im Zuge der Neugliederung des Königreiches Sachsen benannte man 1835 das Amt Rochlitz in Amtshauptmannschaft Rochlitz um, welches nun Bestandteil der neu benannten Kreisdirektion Leipzig war. Mit dem Organisationsgesetz vom 21. April 1873 wurde 1874 allerdings wieder die Bezeichnung Kreisdirektion abgeschafft und Rochlitz war nun Sitz der Amtshauptmannschaft Rochlitz der Kreishauptmannschaft Leipzig. Im Dritten Reich veränderte man 1939 nochmals die Verwaltungsbezeichnungen. Rochlitz war nun Sitz des Landkreises Rochlitz im Regierungsbezirk Leipzig. Dieser Landkreis war allerdings sowohl von der Bezeichnung als auch der Größe her nur von kurzer Dauer. 1952 wurden in der DDR die Länder aufgelöst und als mittlere Verwaltungsebene die Bezirke eingeführt. Ebenso veränderte sich im Rahmen einer großen Kreisreform der Zuschnitt der ehemaligen Landkreise zum Teil sehr stark. Dabei wurde auch der Kreis Rochlitz mit der Kreisstadt Rochlitz im Bezirk Karl-Marx-Stadt geschaffen. Zuständige Verwaltungsbehörde war nun der Rat des Kreises Rochlitz. Mit dem Beitritt der DDR zur BRD und der Wiedereinrichtung von Ländern und Landkreisen gab es schließlich von 1990 bis 1994 noch ein Landratsamt Rochlitz, welches den Landkreis Rochlitz verwaltete. Mit der Schaffung des Landkreises Mittweida, in dem der Landkreis Rochlitz aufging, endete die jahrhundertealte Bedeutung und Funktion von Rochlitz als Verwaltungssitz.
Die ältesten Aufzeichnungen existieren bisher aus dem Jahre 1436. Sie besagen, dass der Stadtrat Inhaber der höheren und niederen Gerichtsbarkeit sowie Inhaber der Erbgerichtsbarkeit in Köttern, Poppitz und Spernsdorf, den sogenannten Ratsdörfern war. Der nächste Nachweis lässt sich erst aus dem Jahr 1834 erbringen. In diesem Jahr wird mit Einführung der Allgemeinen Städteordnung das Stadtgericht Rochlitz eine eigenständige Behörde neben dem Stadtrat. 1835 entsteht zusätzlich noch ein Ratslandgericht für die gerichtlichen Angelegenheiten der Ratsdörfer. Um 1850 werden im Schloss Rochlitz Räume für die Justiz eingerichtet, wo sie bis 1990 verbleibt. Erweitert wird das Ganze um ein Zellengebäude für die Untersuchungshaftanstalt, welches 1852 auf dem Schloss errichtet wird und bis 1961 in seiner Funktion genutzt wird. Prominentester Gefangener war August Bebel. 1855 gehen Ratslandgericht und 1856 das Stadtgericht in dem neu gegründeten Justizamt Rochlitz auf. Dieses hat jedoch nicht lange Bestand. Schon 1856 wird das Gerichtsamt Rochlitz als Nachfolger des örtlichen Justizamtes auf Grund des Gesetzes über die Einrichtung der Behörden erster Instanz für die Rechtspflege und Verwaltung vom 11. August 1855 eingerichtet. Im selben Jahr wird ebenfalls das Königliche Bezirksgericht Rochlitz mit der Zuständigkeit für die Gerichtsamtsbezirke Rochlitz, Colditz, Geithain, Geringswalde, Hartha, Leisnig und Penig eingerichtet, welches aber nur bis zu seiner Auflösung im Jahre 1860 Bestand hat. Ab Oktober 1879 wird das Amtsgericht Rochlitz als Nachfolger für die juristischen Belange des Gerichtsamtes Rochlitz geschaffen. Nach dem 2. Weltkrieg nimmt das Amtsgericht am 6. Dezember 1945 wieder seine Tätigkeit auf. 1952 wird dann im Rahmen einer Justizreform das Kreisgericht Rochlitz als Nachfolger des ansässigen Amtsgerichts geschaffen. Nach der politischen Wende in der DDR zieht das Kreisgericht 1990 vom Schloss in das frei gewordene Gebäude der ehemaligen SED-Kreisleitung Rochlitz. Mit der Auflösung des Landkreises Rochlitz wird 1994 auch das Amtsgericht Rochlitz aufgelöst.
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1834 | 3.828 |
| 1846 | 4.411 |
| 1858 | 4.596 |
| 1871 | 5.368 |
| 1880 | 5.760 |
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1890 | 6.186 |
| 1910 | 6.363 |
| 1925 | 6.218 |
| 1933 | 6.307 |
| 1939 | 6.154 |
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1981 | 7.700 |
| 1990 | 8.590 |
| 1999 | 7.853 |
| 2005 | 6.712 |
| 2007 | 6.616 |
| 2010 | 6.216 |
Die Kommunalwahl am 7. Juni 2009 lieferte folgendes Ergebnis:
| Parteien und Wählergemeinschaften | % 2009 |
Sitze 2009 |
% 2004 |
Sitze 2004 | |
| FDP | 41,4 | 8 | 35,6 | 6 | |
| CDU | 25,0 | 4 | 27,7 | 5 | |
| Die Linke | 23,3 | 4 | 26,4 | 5 | |
| SPD | 10,3 | 2 | 10,3 | 2 | |
| Gesamt | 100,0 | 18 | 100,0 | 18 | |
| Wahlbeteiligung in % | 53,6 | 48,0 | |||
Da Rochlitz keine Kriegsschäden erlitt, ist die kleine Stadt bis heute in ihrer ursprünglichen Struktur erhalten und trotz Bränden von mittelalterlichen Bauwerken geprägt. Selten für Sachsen ist die ehemalige Stadtgestalt aus einem ringsum umbauten Marktplatz ohne Straßennetz.
Rochlitz war ein Nebenbahnknoten mit Strecken nach Großbothen im Norden und Glauchau im Südwesten (Muldentalbahn), nach Waldheim (Bahnstrecke Waldheim–Rochlitz) im Osten, nach Chemnitz (Muldentalbahn und Chemnitztalbahn) im Süden und nach Narsdorf (Bahnstrecke Rochlitz–Penig) im Westen, doch mittlerweile wurde der Personenverkehr auf allen Strecken eingestellt (nach Waldheim 1997, nach Chemnitz 1998, nach Großbothen 1999, nach Narsdorf 2000, nach Glauchau 2001). Die nächsten Bahnhöfe, die noch bedient werden, sind Geithain und Narsdorf an der Hauptbahn Leipzig–Chemnitz.
In Rochlitz beginnt die Bundesstraße 7 nach Gera. Außerdem verlaufen durch Rochlitz die Bundesstraßen 107 Chemnitz–Grimma und 175 Zwickau–Döbeln.
Die Autobahn 72 von Chemnitz nach Leipzig endet seit dem 22. Dezember 2011 vorläufig an der etwa 9,5 Kilometer südwestlich des Stadtkerns gelegenen Anschlussstelle Rochlitz. Die weitere Streckenführung bis Borna befindet sich derzeit im Bau.
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