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Rodopi (Präfektur)

Dieser Artikel beschreibt das griechische Präfekturgebiet Rodopi, zur gleichnamigen bulgarischen Gemeinde siehe Gemeinde Rhodopi.
Präfektur Rodopi
Νομός Ροδόπης
Lage der Präfektur Rodopi innerhalb Griechenlands
Basisdaten (April 2010)[1]
Staat: Griechenland
Verwaltungsregion: Thrakien
Fläche: 2.543 km²
Einwohner: 111.237
Bevölkerungsdichte: -
Präfekturlogo:
Präfekturlogo der Präfektur Rodopi
Hauptstadt: Komotini
Stadtgemeinden (δήμοι): 9
Landgemeinden (κοινότητες): 0
ISO 3166-2 Code: GR-73
NUTS-3-Code: GR134
Kfz-Kennzeichen: KO (Komotini)
Website: ndiamrodopis.gr

Rodopi (griechisch Ροδόπη) war bis 2010 eine der fünf Präfekturen der griechischen Verwaltungsregion Ostmakedonien und Thrakien und bildete zuletzt als Präfekturgebiet (gr. nomarchiako diamerisma) zusammen mit dem östlich benachbarten Evros die Über-Präfektur Rodopi-Evros[2]. Der Verwaltungssitz und Hauptstadt war die Stadt Komotini; sie ist zugleich auch die größte Stadt in dem Gebiet. Mit der Verwaltungsreform 2010 wurde die Präfektur abgeschafft; ihr Gebiet bildet seither den Regionalbezirk Rodopi (gr. Periferiaki Enotita Rodopis) der Region Ostmakedonien und Thrakien, der neun Abgeordnete in den Regionalrat entsendet, aber darüber hinaus keine politische Bedeutung hat.

Rodopi war die einzige griechische Präfektur mit einer muslimischen Mehrheit, die hier ungefähr 55 % der Bevölkerung stellt[3]. Diese Minderheit besteht ihrerseits vorwiegend aus Türken, die aktuell (2009) durch einen Abgeordneten im griechischen Parlament vertreten werden. Die zweitgrößte muslimische Gruppe bilden bulgarischsprachige Pomaken, die in Rodopi ihre traditionellen Siedlungsgebiete haben. Durch die Zusammenlegung mit der Präfektur Evros zu den Präfekten-Wahlen 1994 wurde mit der Über-Präfektur ein Gebiet geschaffen, in dem die Muslime über keine Bevölkerungsmehrheit verfügen[4].

Inhaltsverzeichnis

Geografie und Infrastruktur

Fluss am Rand der Ortschaft Pandrossos

Rodopi liegt an der Ägäis und grenzt an den Regionalbezirk Xanthi im Westen und an Evros im Osten. Im Norden grenzt die Präfektur an den bulgarische Oblast Kardschali. Rodopi ist durch die Autobahn 2 sowie eine Fernbahnlinie erschlossen.

Ausschließlich in Rodopi wird der Wein Ismarikos (franz.: Vin régional d'Ismaros) erzeugt.

Geschichte

Die Präfektur ist nach den Rhodopen (griech. Rodopi) benannt, einem bewaldeten Rumpfgebirge. Die Rhodopen galten als sagenhafte Heimat des Sängers Orpheus.

Nach den Balkankriegen von 1912–13 wurde die Region bulgarisch. Nach dem Griechisch-Türkischen Krieg wurde die Präfektur im Lausanner Vertrag 1923 Griechenland zugesprochen. Sie wurde zur neuen Heimat vieler griechischer Vertriebener, die nach diesem Vertrag Gebiete in der Türkei (u. a. Ostthrakien) verlassen mussten. Die nicht-muslimische bulgarische Bevölkerung hingegen musste diese Gebiete räumen. Während des Zweiten Weltkrieges fiel Rodopi in die bulgarische Besatzungszone und wurde von Bulgarien annektiert. Dies wurde 1945 rückgängig gemacht.

Weblinks

 Commons: Rodopi – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Die Einwohnerzahlen stammen aus einer Broschüre des griechischen Innenministeriums vom Mai 2010 anlässlich der Verwaltungsreform nach dem ‚Kallikratis-Gesetz‘: Elliniki Dimokratia, Ypourgeio Esoterikon, Apokendrosis ke Ilektronikis Diakyvernisis: "Programma Kallikratis," Systasi, syngrotisi Dimon, Periferion ke Apokendromenon Diikiseon gia ti Nea Architektoniki tis Aftodiikisis ke tis Apokendromenis Diikisis, Athen 2010.
  2. Website der Über-Präfektur (griech.)
  3. Zahlen aus einer Studie der Nationalen und Kapodistrias-Universität Athen (engl.)
  4. Christoph Pan: Die Minderheitenrechte in Griechenland, in: Christoph Pan und Beate Sibylle Pfeil: Minderheitenrechte in Europa, Zweite überarbeitete und aktualisierte Auflage (Handbuch der europäischen Volksgruppen, Band 2), Wien 2006, ISBN 978-3-211-35307-3, S. 202
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