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Bei der Rodung (von „roden“, „reuten“) werden Gehölze, also Bäume und Sträucher, mitsamt ihrer Wurzeln dauerhaft entfernt. Sprachlich verwandt ist das Wort „ausrotten“. Das Hauptziel dieser Maßnahme ist, die Wald- oder Buschvegetation zu beseitigen, um den Boden einer anderen Nutzung (Weidefläche, Ackerbau, Siedlungsbau, Verkehrswegebau) zuführen zu können.
Man unterscheidet sprachlich zwischen Wald- oder Baumrodung, bei der die Bäume samt Stock in einem Arbeitsdurchgang gerodet werden, und der Stock- oder Wurzelrodung, bei der zuerst die Bäume gefällt und im Anschluss die Baumstümpfe gerodet werden.
Kleinere Rodungsflächen werden häufiger auch als Rodungsinseln (isoliert gelegene waldfreie Flächen) oder Rodungsgassen (Rodungen zum Beispiel entlang von Flüssen oder anderen Leitlinien) bezeichnet. Die Rodungsinseln stehen häufig am Anfang einer flächenhaften Kultivierung.
Viele Städte und Dörfer in Mitteleuropa entstanden in der jeweiligen Rodungszeit in Rode- oder Rodungslandschaften als eine Form der Binnenkolonisation. Ein Beispiel hierfür ist die Ansiedlung von Menschen in den Mittelgebirgen in Waldhufendörfern. Sprachliches Zeugnis mittelalterlicher Rodungen in Europa ist die Gruppe der Rodungsnamen.
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Großflächige Rodungen sind seit dem Neolithikum belegt, unter anderem durch Aulehm-Ablagerungen in den Flusstälern und durch Pollenanalysen. Dabei dürfte die Brandrodung vorherrschend gewesen sein, da die Neolithiker kaum zum Zerteilen und Transportieren von Baumriesen befähigt waren. Nach vorhergehender Ringelung der Bäume, die zum Absterben und Austrocknen führt, war eine Brandrodung einfach.
Eine vorgeschichtlich nicht nachzuweisende, heute im Hackbau aber noch angewandte Methode ist das Schwenden. Dabei werden die Bäume gefällt, die aufwendige Entfernung des Wurzelwerks entfällt jedoch. Die Wurzeln halten das Erdreich in abschüssigen Lagen noch fest, insbesondere wenn die Baumart immer wieder austreibt. Ein Hackbau ist zwischen den Stubben zwar möglich, für den Pflugfeldbau war die Methode aber, besonders wegen des hohen Gewichtes der nicht leicht umzusetzenden Pflüge allerdings ungeeignet. Schwendbau mit Mais wird z. B. heute noch in Mittel- und Südamerika als häufiger Felderwechsel (shifting) unter Fällen und Verbrennen des Bewuchses betrieben (im engl. swidden agriculture). Vorteil ist die geringere Erosionsgefahr der so gerodeten Flächen.
Aus den negativen Folgen der Rodungen hat sich die Forstwirtschaft entwickelt. Historische Beschreibungen aus Mitteleuropa decken sich prinzipiell mit heutigen Bildern aus den Tropen. Durch den technischen Fortschritt und höhere Bevölkerungsdichte hat die Geschwindigkeit großflächiger Waldvernichtung allerdings um Größenordnungen zugenommen, zudem sind die Folgen für tropische Primärwaldgesellschaften endgültiger. Weltweit geht der Anteil von Waldflächen an der gesamten Landfläche immer noch zurück.
Heute erfolgt Rodungstätigkeit in Europa zumeist nur noch aufgrund infrastruktureller Baumaßnahmen und ist mit entsprechenden Auflagen zu Neubegrünung verbunden. In anderen Weltgegenden – insbesondere den Taigagürteln Kanadas und Sibiriens, wie auch den tropischen Waldgebieten – ist großflächige Rodung aber üblich.
Holzschlag ohne Rodung, also die Entnahme einzelner Bäume oder Holzlose, nennt man Dauerwaldbau.
Es gibt 3 Arten der Rodung:
Dabei lassen sich folgende Vorgehensweisen unterscheiden:
Eine bekannte Form des Schwendbaus ist die Siegerländer Haubergswirtschaft, in der aufgrund der mageren Böden der Roggenanbau eine untergeordnete Rolle innerhalb des primär auf Holzgewinnung (Eichenrinde zum Gerben) ausgerichteten Systems spielte.