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Rosental (Bulgarien)

Lage des Rosentals in Zentralbulgarien (roter Strich)
Rosental mit den Städten Sopot, Karlowo, Kalofer, Kasanlak (rote Vierecke, von links nach rechts)
Lage von Kasanlak in Zentralbulgarien
das Rosental - im Norden das Balkangebirge, im Süden die Sredna Gora
Rosenpflückerinnen bei Kasanlak (1879)

Das Rosental oder Tal der Rosen (bulgarisch Ð Ð¾Ð·Ð¾Ð²Ð° долина; wiss. Transkription: Rozova dolina) ist ein Gebiet in Zentral-Bulgarien, 200 km östlich von Sofia gelegen.

Das Rosental ist für den Freiluft-Anbau von Rosen (weiß, rosa und rot) bekannt, die dort auf kilometerlangen Feldern für industrielle Zwecke wachsen. Dort, im windgeschützen Tal zwischen den beiden in Ost-West-Richtung verlaufenden Gebirgszügen, werden seit Jahrhunderten die sommerblühenden Damaszener-Rosen (Rosa damascena) angebaut, hauptsächlich die Sorte Trigintipetala, synonym Kazanlak, die als „Bulgarische Ölrose“ bereits 1689 erwähnt wird. Aus den Blütenblättern dieser Rose wird mittels Destillation das wertvolle Rosenöl gewonnen, eines der teuersten ätherischen Öle. Rosenöl findet breite Anwendung in der Parfümerie, beim Parfümieren von Lebensmitteln und Genussmitteln und in der Pharmazie.

Inhaltsverzeichnis

Lage

Blick vom Trojan-Pass auf das Rosental

Das Rosental verläuft in Ost-West-Richtung. Das Tal ist relativ breit, fast eine Ebene, die nur im Norden und im Süden von Gebirgen begrenzt wird – im Norden vom zentralen Balkangebirge und im Süden vom östlichen Teil der Gebirgskette Sredna Gora. Das Rosental besteht geologisch gesehen aus zwei Flusstälern – im Westen das Flusstal der Strjama und im Osten das Tal mit dem Fluss Tundscha. Der westliche Teil des Rosentals wird auch als Karlowo-Talkessel (bulg. Карловска котловина; nach der Stadt Karlowo) bezeichnet und der östliche Teil des Rosentals wird als Kasanlak-Talkessel (bulg. Казанлъшкото поле) bezeichnet, benannt nach der nahe gelegenen Stadt Kasanlak.

Geschichte

Im 17. Jahrhundert dehnte sich die Rosenkultivation von Persien nach Indien, Nordafrika und in die Türkei aus. Im Jahr 1710 begann der Rosenanbau in Bulgarien, in Kasanlak. Von 1750 bis in die Gegenwart ist die Region zwischen Kasanlak und Karlowo die bedeutendste Anbauregion zur Gewinnung von Rosenöl. Anfang des 20. Jahrhunderts gab es in Bulgarien noch ca. 2.800 Kleindestillierbetriebe für Rosenöl mit Wasserdampfbehältern für ca. ein bis zehn Tonnen Blüten.

Bulgarien ist der weltgrößte Erzeuger von Rosenöl, es liefert 70 % der Weltproduktion an Rosenöl. Die Rosen dafür werden hauptsächlich im Rosental angebaut. Die Blütenblätter werden sehr früh morgens geerntet, da dann der Ölgehalt in ihnen am größten ist. Aus drei Tonnen Blüten wird ungefähr ein Liter Rosenöl destilliert. Das entspricht einer Ausbeute von lediglich 0,02 bis 0,05 %. Bulgarien produzierte im Jahr 2003 ungefähr 900 kg Rosenöl. Das Zentrum der Rosenölindustrie ist Kasanlak, weitere kleinere Zentren sind Karlowo, Sopot und Kalofer.

Die Saison für das Pflücken der Rosenblätter dauert von Mai bis Juni. In dieser Zeit duftet das ganze Tal nach Rosen und ist von Rosen bedeckt. Das Pflücken der Rosen ist traditionell eine Aufgabe der Frauen, hierfür ist viel Geschick und Ausdauer erforderlich. Die Blüten werden vorsichtig einzeln abgeschnitten, in Weidenkörbe gelegt und zur Destillerie gefahren. Nach dem Ende der Pflücksaison im Juni werden in den Dörfern und Städten Blumenfeiern und Folklorefeste gefeiert. Jedes Jahr wird im Rosental ein Festival der Rosen und des Rosenöls abgehalten.

Neben dem Rosenanbau wird im Rosental auch Weinbau betrieben. Die geographische Herkunft „Rosentaler Kadarka“ ist nach dem Rosental benannt.

Im Rosental gibt es auch einige Grabhügel der Thraker.

Personen

Im Rosental wuchsen auch die Revolutionäre der Bulgarischen Wiedergeburt auf:


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  }} (Karlowo im Westen)

Weblinks

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