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| Rothaargebirge | |
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Übersichtskarte über das Rothaargebirge | |
| Höchster Gipfel | Langenberg (843,2 m ü. NN) |
| Lage | Nordrhein-Westfalen, Hessen |
| Teil des | Süderberglandes, Rheinisches Schiefergebirge |
| Koordinaten | 51° 6′ N, 8° 20′ O51.18.33333333333843.2Koordinaten: 51° 6′ N, 8° 20′ O |
| Typ | Mittelgebirge |
| Gestein | geschieferte sandige Tonsteine, Sandsteine, Grauwacken, Quarzite, Vulkangestein |
| Fläche | 2.250 km² |
Das Rothaargebirge ist ein bis 843,2 m ü. NN[1] hohes Mittelgebirge in Nordrhein-Westfalen und Hessen. Es stellt den Höhenschwerpunkt des naturräumlichen Sauerlandes und das im Durchschnitt höchstgelegene und schneereichste Teilgebirge des Rheinischen Schiefergebirges dar. Sein Kerngebirge bilden das Hochsauerland und die sich südwestlich anschließende Rothaar an der Rhein-Weser-Wasserscheide. Die höchste Erhebung ist der Langenberg, der zugleich die höchste Nordrhein-Westfalens ist.
An historischen Landschaften umfasst das Rothaargebirge neben dem Südosten des Sauerlandes, dem Großteil des Wittgensteiner Landes und den höher gelegenen Teilen des historischen Uplandes auch den äußersten Osten des Siegerlandes und den äußersten Nordwesten des Hessischen Hinterlandes.
Der Name des Gebirges leitet sich von „Rod-Hardt-Gebirge“ ab, was in etwa „Gerodetes Wald-Gebirge“ bedeutet – mit der Farbe „rot“ und mit „Haaren“ hat es nichts zu tun. Der Namensbestandteil hard/hardt deutet u. a. auf eine ehemalige „Waldweidewirtschaft“ hin.
Inhaltsverzeichnis |
Die heutige, gleichermaßen scharfe wie weiträumige Grenzziehung des Rothaargebirges hat erst seit den 1950er Jahren Einzug in Fachbücher und Karten gehalten. Bis dato wurde das sauer- und upländische Hochsauerland begrifflich vom Rothaargebirge bzw. von der Rothaar, welches den sich südwestlich anschließenden Kamm an der Grenze zwischen Sauerland und Wittgenstein bezeichnete, getrennt.
Im Jahr 1954 brachte die Bundesanstalt für Landeskunde und Raumordnung unter der Leitung von E. Meynen und J. Schmithüsen eine erste Karte Naturräumliche Gliederung Deutschlands heraus, in welcher unter der Haupteinheit 333: Hochsauerland neben dem eigentlichen Hochsauerland auch das bisher mit Rothaar(gebirge) bezeichnete Gebiet sowie angrenzende Landschaften einbezogen waren. 1957 folgte in der 4. Lieferung des Handbuches der naturräumlichen Gliederung Deutschland eine ausführliche Beschreibung des Gebietes, in der die „Zusammenlegung“ der Gebirgszüge nicht zuletzt dadurch stichhaltig begründet wird, dass es längs des Kammes nie eine scharfe, landschaftlich erkennbare Trennlinie gegeben habe.[2][3]
Die Grenzziehung der Haupteinheit Hochsauerland von 1954 hatte bereits eng an den Grenzen des heutigen Rothaargebirges gelegen, jedoch folgten bis 1960, wo die Haupteinheit mit Hochsauerland (Rothaargebirge) betitelt wurde, noch Korrekturen: [4]
In den Jahren 1960 bis 1972 erschienen in der Reihe "Geographische Landesaufnahme – Die naturräumliche Gliederung Deutschlands" der Bundesanstalt für Landeskunde und Raumordnung die Blätter 125 (Marburg, '60), 111 (Arolsen. '63), 110 (Arnsberg, '69) und 124 (Siegen, '72), in denen die nunmehr in "Rothaargebirge (mit Hochsauerland)" umbenannte Haupteinheit 333 komplett in feinere Naturräume aufgeteilt war.[6]
Entsprechend wird heute die Haupteinheit 333 nur noch selten mit Hochsauerland, sondern fast ausschließlich mit dem kulturell-historisch neutraleren Namen Rothaargebirge bezeichnet. Auch in Karten wird das Rothaargebirge inzwischen in seiner heutigen, deutlich erweiterten Ausdehnung eingezeichnet, und dessen Nordosten mit Hochsauerland, der eigentlichen Bedeutung jenes Begriffes folgend, zusätzlich ausgewiesen.
Das in großen Teilen bewaldete und niederschlagsreiche Rothaargebirge liegt überwiegend in Westfalen, nur die südöstlichen bis nordöstlichen Ausläufer befinden sich auf hessischem Gebiet. Die nordwestlich abfließenden Bäche gehören zu den Einzugsgebieten von Sieg, Lenne und Ruhr, die südöstliche Abdachung entwässert zu Diemel, Eder, Lahn und Dill.
Zentrale Orte sind im Upland im Nordosten Willingen (Landkreis Waldeck-Frankenberg), im zentralen Hochsauerland Winterberg (Hochsauerlandkreis) und im Wittgensteiner Land im Südwesten Bad Berleburg und Erndtebrück (beide Kreis Siegen-Wittgenstein).
An der Westabdachung stößt das Gebirge (von Süd nach Nord) an Burbach, Wilnsdorf, den Osten Netphens, Hilchenbach und Kreuztal (je Kreis Siegen-Wittgenstein), Kirchhundem und den äußersten Osten der Gemarkung von Lennestadt (Kreis Olpe) sowie Schmallenberg und den äußersten Osten der Gemarkung Eslohes (beide Hochsauerlandkreis).
Die Nordgrenze geht vom Osten Eslohes über den Süden der Gemarkungen Meschedes und Bestwigs über Olsberg bis Brilon – alle Hochsauerlandkreis.
Die Ostgrenze wiederum zieht sich vom Diemelsee nach Süden über den Westen der gleichnamigen Gemeinde, den äußersten Osten Willingens und den äußersten Westen der Korbacher Gemarkung (Landkreis Waldeck-Frankenberg) über den Westen Medebachs und Hallenbergs (beide Hochsauerlandkreis), den Westen Bromskirchens und den äußersten Nordwesten der Gemarkung Battenbergs (wieder Waldeck-Frankenberg), den Südosten Bad Berleburgs (Kreis Siegen-Wittgenstein) und Hatzfeld (Waldeck-Frankenberg) über Biedenkopf (Landkreis Marburg-Biedenkopf), Laasphe (Siegen-Wittgenstein) und den äußersten Westen der Gemarkung Breidenbachs (wieder Marburg-Biedenkopf), den äußersten Norden der Gemarkung Eschenburgs und den Nordwesten von Dietzhölztal und Haiger (je Lahn-Dill-Kreis) bis wieder nach Burbach (Siegen-Wittgenstein).
Im Uhrzeigersinn wird das Gebirge von außen in etwa durch folgende Orte und Flusstäler begrenzt, beginnend im äußersten Südosten:
Das Rothaargebirge in seinen heutigen Grenzen umfasst die komplette, einen nach Osten offenen Bogen im Gegenuhrzeigersinn bildende Rhein-Weser-Wasserscheide zwischen Brilon-Petersborn im Norden und der Sackpfeife (673,3 m) im Süden, dessen nördlicher Teil über Langenberg (843,2 m) bis zum Kahlen Asten (841,9 m) traditionell dem Hochsauerland zugerechnet wird, während der sich vom Asten nach Südwesten bis zum Riemen (677,7 m) ziehende Mittelteil die Rothaar bzw. das Kern-Rothaargebirge darstellt, wie es bis in die 1950er Jahre eingegrenzt wurde.
Ferner enthält das Rothaargebirge die östliche Wasserscheide der Sieg zwischen dem Massiv des Hohen Waldes (656,2 m) im nördlichen Siegerland und dem der Kalteiche (579,9 m) an der südwestlichen Nahtstelle zum Westerwald
Die Fläche des Rothaargebirges ist nicht deckungsgleich mit dem Naturpark Rothaargebirge, welcher sich eher nach Kreis- und Gemeindegrenzen richtet. So hat das Rothaar über den gleichnamigen Naturpark hinaus im Nordosten auch Anteil am Naturpark Diemelsee und im Südosten am Naturpark Lahn-Dill-Bergland. Auch werden die im Norden jenseits der Naturparkgrenze liegenden Teile des Hochsauerländer Schluchtgebirges zwischen dem mittleren Tal der Wenne und dem Oberlauf der Hoppecke zum Rothaargebirge gezählt, wohingegen Teile der Saalhauser Berge und der Medebacher Bucht zwar zum Naturpark Rothaargebirge gehören, nicht aber zum Naturraum Rothaargebirge zählen.
Absolute Höhenschwerpunkte des Gebirges sind der Naturraum Langenberg um den Langenberg (843,2 m), wo sich die überwiegende Mehrheit der 800er Gipfel findet, und das Massiv des Kahlen Astens (841,9 m), von dem jene von Hunau (818,5 m) und Ziegenhelle (815,9 m) abzweigen. Zum Außenrand hin flachen die Gipfelhöhen je auf gut 600 m ab.
Seine stärksten Höhenunterschiede erreicht das Gebirge u.a. im Norden der Ramsbecker Höhen (bei Bestwig-Ramsbeck und Olsberg), wo die bis 745 m hohen Gipfel von Bastenberg, Stüppel, Wiedegge und Heidkopf die bloß je anderthalb Kilometer entfernten Flusstäler der Ruhr und ihrer Nebenflüsse um gut 350 Meter überragen.
Darüber hinaus finden sich Höhenunterschiede von 400 Metern – wenngleich bei mit je etwa 5 Kilometern etwas größerer Entfernung zu den Flusstälern – auch am Ostrand des Gebirges bei Reetsberg, Bollerberg, Heidkopf und Sackpfeife.
Das Kerngebiet des Rothaargebirges ist bewaldet und wird auch forstwirtschaftlich genutzt, wobei die naturnahen Buchenwälder etwa ein Drittel der Fläche einnehmen, während Fichten<b />forste mittlerweile die Mehrheit bilden. Am Rande und inmitten dieser Landschaften finden sich jedoch auch landwirtschaftlich genutzte Teile (Wittgensteiner Kammer, Upland).
Die nördliche Westabdachung des Rothaargebirges bilden die zur Lenne entwässernden Südsauerländer Rothaarvorhöhen (Teil der Haupteinheit 3362), die an den Saalhauser Bergen immerhin 688 m erreichen. Sie sind durch die Täler von Hundem und Olpe vom Rumpf des Rothaargebirges getrennt, während im unmittelbar süd(west)lichen Anschluss daran das Siegerland (Haupteinheit 331) zur (oberen) Sieg entwässert.
Im östlichen Süden wird das Rothaargebirge durch die naturräumlich bereits zum Westerwald (Haupteinheitengruppe 32) gerechneten Struth (Haupteinheit 321) und Gladenbacher Bergland (320) in vergleichsweise fließendem Übergang abgedacht.
Im nördlicheren Osten des Gebirges brechen die Höhenzüge an Sackpfeife, dem Ziegenhellen-Ostausläufer Heidkopf sowie an Bollerberg, Reetsberg und Schlossberg eher schroff ab. Hier schließt sich der Ostsauerländer Gebirgsrand an.
Im Norden schließen sich an das Rothaargebirge verschiedene Teile des Nordsauerländer Oberlandes (Haupteinheit 334) an.
Folgendermaßen wird das Rothaargebirge naturräumlich gegliedert (verlinkt sind je die kurzen Zusammenfassungen im hiesigen Artikel, von denen aus die Einzelartikel angesteuert werden können):[7][6]
Im Folgenden werden die Teilgebirge, ausgehend vom zentralen Winterberger Hochland, im Gegenuhrzeigersinn, beginnend im Osten, in Kurzform charakterisiert.
Das Winterberger Hochland (333.5) bildet den Gebirgsrumpf und den Höhenschwerpunkt des Rothaargebirges. Die zentrale Erhebung stellt das Astenberg-Massiv des Kahlen Asten (333.54), mit 841,9 m dritthöchste Erhebung des Gebirges (wie auch des gesamten Süderberglandes), dar. Inmitten des Massivs, nordwestlich des Hauptgipfels, liegt der Ort Altastenberg auf 740 bis 790 m Höhe.
Nach Nordwesten zweigt das 818,5 m hohe Massiv des Hunau (333.55), nach Südsüdosten das der 815,9 m hohen Ziegenhelle (333.51) ab beide haben, wie auch der Asten, Schildform mit langen Nebenrücken, die sich sternförmig von der Basis in alle Richtungen ziehen, und sind weitgehend bewaldet. An der Wilden Struth (333.50) ziehen sich Ausläufer der Ziegenhelle nach Südwesten bis unmittelbar zum Tal der Eder. Die Bewaldung ist, vor allem am Tal der Elsoff mit den Orten Wunderthausen, Diedenshausen und Alertshausen, vielerorts für Siedlungen und Grünland gerodet.
Nach Südwesten geht der Astenberg über das nur sporadisch bewaldete Skigebiet Langewiese (333.53) mit den bis über 700 m hoch gelegenen Wintersportorten Mollseifen, Neuastenberg, Langewiese und Hoheleye in die praktisch durchgängig bewaldete, am Albrechtsberg 770,8 m und am Großen Kopf immerhin noch 740,3 m hohe Kühhuder Rothaar (333.52) über, die sich, bis auf den durch die Latrop<b />schlucht (333.521) bei Latrop separierten Nordwestabzweig zur Schmallenberger Höhe (668,2 m, 333.522), weitgehend unverzweigt darstellt und strikt der Rhein-Weser-Wasserscheide nach Südwesten folgt. Die Wasserscheide ist gleichzeitig die historische Grenze vom Fredeburger Land zur Grafschaft Wittgenstein, heute Kreisgrenze zwischen Hochsauerlandkreis und Kreis Siegen-Wittgenstein.
Nach Norden läuft der Asten in die etwas reliefreicheren und dicht bewaldeten Nordheller Höhen (333.57), in denen Silbach liegt, aus. Drei durch die Täler von Neger, Namenloser, Ruhr und Hillebach separierte, nach Norden weisende Rücken sind in ihrer Ausrichtung mit kuppigen Gipfeln besetzt, wobei der längste, zentrale Rücken die namensgebende, 792,2 m hohe Nordhelle und der östliche den 764,5 m hohen Rimberg trägt.
Nach Nordosten flacht das Land am Asten zum Harfeld (333.56, auch bekannt als Winterberger Hochmulde) ab. Die letztgenannte Landschaft ist kaum bewaldet und auffällig reliefarm. Hier liegen die Orte Winterberg und Küstelberg am Südostrand der Wasserscheide auf über 650 m Höhe; nördlich der Wasserscheide liegen Grönebach und Hildfeld auf immerhin noch knapp 600 m.
Nordöstlich von Nordheller Höhen und Harfeld schließt sich im weitgehend bewaldeten Naturraum Langenberg der nordöstliche Höhenschwerpunkt des Hochsauerlandes an, wo mit dem namensgebenden Langenberg (843,2 m) nicht nur die höchste Erhebung des Gebirges überhaupt liegt, sondern in Hegekopf, Clemensberg, Ettelsberg, und Hopperkopf sich gleich vier weitere Gipfel von über 830 m Höhe finden. Die deutliche Auflösung in mehreren Einzelgipfeln unterscheidet diesen Naturraum merklich von den Schildern des Asten, des Hunau und der Ziegenhelle. Der Höhenzug trägt nicht nur die Wasserschweide zwischen Ruhr und Diemel, sondern stellt auch die Kulturscheide zwischen dem Sauerland und dem hessischen Upland dar.
In nördliche Richtungen wird das Harfeld durch die Nordheller Höhen und den Langenberg, die das Tal des Hillebachs noch unmittelbar oberhalb der Mündung in die Ruhr bei Niedersfeld verengen, abgeriegelt, nach Westen durch das Massiv des Asten. Dem gegenüber fällt das Hochland in südwestliche bis südöstlichere Richtungen vergleichsweise schroff ab.
Unmittelbar östlich an das Asten-Massiv, nordöstlich an das der Ziegenhelle und südöstlich ans Haarfeld schließt sich das dicht bewaldete und ausgesprochen reliefreiche Bergland der Hohen Seite (333.7) an, das durch den Oberlauf der Nuhne und das quellnahe Tal der Orke deutlich vom Winterberger Hochland abgesetzt ist und vom weiteren Oberlauf der Orke orografisch in Nordwest-Südost-Richtung in zwei Höhenzüge geteilt wird.
Das südlichere dieser beiden Massive wird vom 757,7 m hohen, kantig-kuppigen Bollerberg, das nördlichere vom sehr breiten Gipfel des 792,2 m hohen Reetsberges und dem nördlich angrenzenden Schlossberg (791,3 m) geprägt.
Östlich bis südöstlich flachen die Höhen stark zur Medebacher Bucht hin ab, während in nordöstliche Richtungen die Abflachung zum Grafschafter Bergland hin etwas sanfter vonstatten geht. Beide Landschaften zählen zum Ostsauerländer Gebirgsrand.
Der quellnahe Oberlauf der Orke mit dem Ort Elkeringhausen im Nordwesten wird ebenso wie der Oberlauf der Nuhne bei Züschen im Südwesten als Unter-Naturraum der Hohen Seite hinzu gerechnet. Das schließt auch die Talung von Ahre (rechter Quellbach der Nuhne) und Brehmke-Bach westlich Züschens, die die Massive von Asten und Ziegenhelle separiert, mit ein.
Das naturräumliche Upland (333.9) weicht in seinen Grenzen deutlich vom historischen Upland ab und enthält insbesondere nicht dessen höchste Erhebungen, welche dem Langenberg und somit dem Winterberger Hochland zugerechnet werden. Das Langenberg-Massiv wirkt nicht nur als Wasserscheide zwischen Rhein und Weser, sondern auch als Kulturscheide des westfälischen Sauerlandes zum waldeckschen Upland.
Das sowohl touristisch als auch per Ackerbau und Grünland stark landwirtschaftlich genutzte Upland zweigt nach Nordosten vom Langenberg-Massiv ab, in dessen Nähe auch die höchsten Höhen erreicht werden, so z. B. im Süden die 775,3 m hohe Kahle Pön. Im zur Diemel entwässernden Inneren Upland (333.90) liegen Willingen und seine Ortsteile Stryck, Usseln, Schwalefeld und Rattlar; in seinem Osten liegt die 726 m hohe Sähre.
Von der Pön aus zieht sich der Vorupländer Rücken (333.91) weit bis zum 634,7 m hohen Widdehagen nach Nordosten, der den Ostsauerländer Gebirgsrand in das Grafschafter Bergland (südlich) und die Adorfer Bucht (nördlich) zerschneidet. Dieser Rücken folgt der Eder-Diemel-Wasserscheide und der südlich davon fließenden Neerdar bis unterhalb des gleichnamigen Ortes Neerdar und entwässert in der Hauptsache über die Letztere zur Eder.
Nordwestlich wird das Innere Upland durch den dichten, zum Hochsauerländer Schluchtgebirge gezählten Schellhorn- und Treiswald zum Sauerland hin verriegelt.
Das Hochsauerländer Schluchtgebirge (333.8) im Norden des Rothaargebirges ist durch die namensgebenden Schluchten an den Tälern der Ruhr, ihrer Nebenflüsse im Oberlauf sowie, östlich der Rhein-Weser-Wasserscheide, denen von Hoppecke und Itter geprägt.
Unmittelbar nördlich an das naturräumliche Upland und das Langenberg-Massiv schließen sich die dicht bewaldeten und durch nach Norden weisende Flusstäler separierten Höhenzüge des Schellhorn- und Treiswaldes (333.82) an.
Unmittelbar nördlich des Uplandes liegt, immer noch auf hessischem Boden, der 738 m hohe Dommel. Nordöstlich dieses Berges beginnt die Grenze zweier Teile des Ostsauerländer Gebirgsrandes (Haupteinheit 332), nämlich der Adorfer Bucht und des sich nördlich anschließenden Diemel-Berglandes. Auf dieser Grenze liegt, unweit des Dommel, der Diemelsee. Westlich des Dommel und durch das Tal der Itter von ihm getrennt zieht sich der Höhenzug Treis (Dreis) vom Langenberg-Massiv über den 805 m hohen Hoppernkopf zum namensgebenden Gipfel. Unmittelbar westlich hiervon, jenseits der Hoppecke, zieht sich, ausgehend vom Hoppernkopf, der Höhenzug des Schellhorn nach Norden, von dem ein westlicher Abzweig zum 728 m hohen Istenberg führt.
Die Nordwest-Abdachung des Schellhorn- und Treiswaldes an der Nahtstelle zum Briloner Land (Teil des Nordsauerländer Oberlandes, Haupteinheit 334), die am 670,2 m hohen Borberg das Olsberger Stadtgebiet berührt, stellt unter dem Namen Habuch (333.83) einen eigenständigen Naturraum dar.
Westlich des Schellhorn- und Treiswaldes schließt sich die Talsenke des Assinghauser Grundes an, die vom Tal des Gierskoppbachs über das der Ruhr bis zu dem der Neger reicht und nach Norden durch den Heidkopf (s. u.) abgeriegelt wird. Diese Senke ist Teil der durchgehend gerodeten und intensiv landwirtschaftlich genutzten Bödefelder Mulde (333.80), die sich am Assinghauser Grund zunächst entgegen den Fließrichtungen der drei Flüsse von Elleringhausen über Bruchhausen, Assinghausen und Wiemeringhausen bis Siedlinghausen nach Südsüdwesten zieht, bis sie sich als Bödefelder Hochmulde senkrecht zu den am Hunau quellenden Ruhr-Zuflüssen über Altenfeld, Bödefeld und Westernbödefeld bis Frielinghausen nach Westen zieht.
Nördlich der Bödefelder Mulde schließen sich die weitgehend bewaldeten Ramsbecker Rücken und Schluchten (333.81) an, die, durch die Schluchten der Ruhr-Zuflüsse in Süd-Nord-Richtung zertalt, nach Norden in je markanten Gipfeln wie im Osten dem Heidkopf (715,3 m), westlich der Ruhr der Wiedegge (732,3 m), jenseits der Elpe dem Stüppel (731,5 m) sowie jenseits der Valme dem Bastenberg (744,8 m) und dem Sternberg (691,5 m) münden.
In "nahtlosem" Übergang schließen sich nach Südwesten die Henneborner Täler und Rücken (333.84) mit dem Tal der Kleinen Henne, dem Goldenen Strauch (653,6 m), der "Großen" Henne und dem Lumberg (559,2 m) an.
Nordöstlich stoßen die Ramsbecker und Henneborner Rücken an das Oberruhrgesenke, südwestlich des Lumberg-Zuges schließt sich die Fredeburger Kammer an – beides Teile der Sauerländer Senken (Haupteinheit 335).
Der Lennekessel (333.6) ist die fächerförmige Quellmuldenlandschaft des Einzugsgebietes der obersten Lenne bis zur Mündung der Sorpe von rechts im östlichen Stadtgebiet von Schmallenberg. Der Erosionskessel ist halbkreisförmig von Westen gegen Hunau (818,5 m), Kahler Asten (Astenberg; 841,9 m) und Kühhuder Rothaar (am Albrechtsberg 770,8 m) in den Rumpf des Winterberger Hochlandes eingeschluchtet. Die Riedel im Inneren des Kessels erreichen noch Höhen bis 727 m, meistens jedoch um 700 m. Der 657,8 m hohe Wilzenberg am Südwestrand des Kessels wird durch das Tal der Grafschaft von der 11 m höheren Schmallenberger Höhe und damit von der Kühhuder Rothaar getrennt. Hierbei handelt es sich um ein ehemaliges Tal der Lenne.[6]
Die Bewaldung ist entlang der Täler der Sorpe (Rehsiepen und drei weitere, zusammen gerade 100 Einwohner starke Orte), des Nesselbachs (Nordenau) und der Lenne selbst, wo mit Westfeld (Schmallenberg) und Oberkirchen (Schmallenberg) die beiden einzigen größeren Dörfer liegen, gerodet.
Durch die Lage an der Luvseite (Westwetter) des Gebirges fallen die Jahresniederschläge mit 1100 bis 1300 mm kaum niedriger aus als im Winterberger Hochland.[6]
Der Kern der Westrothaarhöhen (333.4) ist die Rüsper Rothaar 333.41, die den Kamm der Kühhuder Rothaar auf der Rhein-Weser-Wasserscheide am Naturschutzgebiet Rothaarkamm am Grenzweg weiter nach Südwesten fortsetzt, wobei die Rüsper Rothaar an der Nahtstelle auffällig um ein kurzes Stück nach Norden versetzt ist.
Auch nach Verlassen des Winterberger Hochlandes erreicht der Hauptkamm in Härdler (756.3 m) und Hoher Hessel (743 m) noch respektable Höhen. Am letztgenannten Berg verlässt die Wasserscheide, an der auch der nah gelegene Rhein-Weser-Turm steht, die Kreisgrenze. Auf der nunmehr in Nord-Süd-Richtung verlaufenden und stets unter 700 m bleibenden Wasserscheide liegen noch bekannte Erhebungen wie der Milsenberg (669,8 m), der Riemen (677,7 m) und der Giller (653,5 m).
Senkrecht zur Linie Milsenberg-Riemen zweigt der Ausläufer der Brachthäuser Hohen Waldberge (333.40) zunächst nach Westen, dann in auffälligem Linksbogen über den Hohen Wald (656,2 m) bis hin zum im Südwesten gelegenen Kindelsberg (618,1 m) bei Kreuztal deutlich ins (historische) Siegerland ab.
Östlich des Rüsper Rothaarkammes zweigt von diesem das Auer Ederbergland (343.42) ab, das im Osten bis über die namensgebende Eder hinweg reicht und von der Wittgensteiner Kammer, der Hochmulde von Wingeshausen und dem Edertal unterhalb Aues halbkreisförmig umschlossen wird.
Im Südwesten des Rothaargebirges, entspringen unter anderen die Flüsse Lahn, Dill, Eder und Sieg im zweigeteilten Rücken des Dill-Lahn-Eder-Quellgebietes (333.0).
Unmittelbar an den Süden der Rüsper Rothaar und an den Südwesten der Wittgensteiner Kammer angrenzend, zieht sich von Oberster Henn (675,9 m) und Ebschloh (686,3 m) südlich Erndtebrücks nach Südsüdosten bis über den Kompass (694,1 m) hinaus der Ederkopf-Lahnkopf-Rücken (333.01). Am Ederkopf, einem südlichen Vor-Gipfel der Henn, entspringt die Eder, südöstlich davon am Jägerhain die Sieg. Noch südlicher und am Ostrand des Rothaargebirges entspringt am Lahnkopf, einem Ostausläufer der 638 m hohen Stiegelburg, die Lahn. Am Jagdberg, einem Südwestgipfel des Kompass, trifft die Wasserscheide zwischen Lahn und Sieg auf die Lahn-interne zwischen Lahn und Dill.
Vom Kompass aus in Südwest-Richtung zieht sich die an der nördlichen Nahtstelle (Nordhöll) 641,1 m hohe, sehr schmalgratige Haincher Höhe mit dem 605,9 m hohen Dillkopf (Quelle des namensgebenden Flusses) bis hin zur 579,9 m hohen Kalteiche. Über den Naturraum Kalteiche (mit Haincher Höhe) (333.00) verläuft über die Lahn-Sieg-Wasserscheide die Landesgrenze zwischen Nordrhein-Westfalen und Hessen.
Insgesamt quellen am Westhang des Ederkopf-Lahnkopf-Rückens von Nord nach Süd die Flüsse Netphe, Obernau, Sieg und Werthenbach, sowie, an der Kalteiche, die Flüsse Weiß, Eisernbach, Wildebach und Heller aus dem System der Sieg.
Am Nordhang des Ederkopf-Lahnkopf-Rückens quellt neben der Eder in unmittelbarer südlicher Nachbarschaft die Benfe, an der im gleichnamigen Benfe auch die einzige Ortschaft des Unter-Naturraumes liegt.
Am Osthang quellen neben der Lahn auch, weiter südlich, deren Zuflüsse Ilse und Banfe, am Osthang der Haincher Höhe schließlich die Dietzhölze und ihr Vorfluter Dill, an deren quellnahem Oberlauf auch in Offdilln und Dillbrecht die einzigen beiden Orte des südlicheren teil-Naturraumes liegen.
Nach Westen stößt das Gebiet ans (naturräumliche) Siegerland (Haupteinheit 331), das in den Siegerländer Rothaar-Vorhöhen an der Alten Burg immerhin 632,9 m erreicht. Die Struth, in die die Haincher Höhe in südöstliche Richtung übergeht, gehört dem gegenüber bereits zum Dilltal (Haupteinheit 321). Nördlich davon geht der Ederkopf-Lahnkopf-Rücken fließend in das Südwittgensteiner Bergland über.
Die Wittgensteiner Kammer (333.1) stellt innerhalb des Rothaargebirges eine naturräumliche Besonderheit dar. Die überwiegend aus landwirtschaftlich genutztem Grünland bestehende Schiefergebirgs-Hochmulde trennt die südöstlichen Teile des Gebirges deutlich von den zentralen und nordwestlichen ab.
Im äußersten Nordosten separiert die schmale Odebornsenke (333.0) am Oberlauf der Odeborn von Girkhausen bis Schüllar und Wemlighausen die am Albrechtsberg 770,8 m, am Großen Kopf 740,3 m hohe Kühhuder Rothaar im Nordwesten vom bis 815,9 m hohen Massiv der Ziegenhelle einschließlich der Wilden Struth im Osten. Südwestlich anschließend, im Mündungsgebiet der Odeborn in die hier von Westen kommende Eder, verbreitert sich die Kammer am Berleburger Grund (333.11) mit Bad Berleburg, Raumland und Berghausen (Bad Berleburg).
Die sich südlich anschließende, jedoch von hier deutlich nach Westen gerichtete Erndtebrücker Leimstruth (333.12) mit den Berleburger Ortsteilen Hemschlar, Rinthe, Weidenhausen und Sassenhausen sowie – mit Ausnahme Benfes – allen Ortsteilen Erndtebrücks erreicht bei Erndtebrück wieder das Tal der Eder, dem es flussaufwärts bis östlich Lützels am Ostrand des historischen Siegerlandes folgt, um westlich von Lützel durch den Giller (653,5 m) an der Nahtstelle zu den Siegerländer Rothaar-Vorhöhen (Haupteinheit 331, Siegerland) verriegelt zu werden.
Das, vom Nordosten und kleinen Randgebieten abgesehen, vollständig zur Lahn entwässernde und fast komplett auf Laaspher Gemarkung liegende Südwittgensteiner Bergland (333.2) schmiegt sich westlich an den Ederkopf-Lahnkopf-Rücken und nördlich an die Wittgensteiner Kammer. Nordöstlich schließt sich dem Gebiet die Sackpfeife (673,3 m) an, im Südosten das Gladenbacher Bergland, während im äußersten Süden das Bergland deutlich zum Dilltal hin abflacht – Letztgenannte beides Teile des naturräumlichen Westerwaldes.
Im Westen des Berglandes ist die Bewaldung an drei Hochmulden unterbrochen. Die nördlichste liegt bei Feudingen, Rüppershausen, Oberndorf und Rückershausen an Lahn und Feudinge, die anderen beiden um Banfe und Herbertshausen (Mitte) sowie um Fischelbach und Hesselbach (Süden) an der Banfe. Auch das Gebiet um Sassenhausen im zur Eder entwässernden Norden ist gerodet.
Bekannte Erhebungen sind der Bärenkopf (680,4 m) im Nordosten, an der Rhein-Weser-Wasserscheide, sowie der Große Ahlertsberg (644,9 m) im Süden, südwestlich von Bad Laasphe.
Das Gebiet um die 673,3 m hohe Sackpfeife (333.3) liegt fast ausschließlich in Hessen. Durch die Flüsse Lahn (bei Biedenkopf, im Süden) und Eder (bei Hatzfeld, im Norden), auf deren Wasserscheide es liegt, wird es vergleichsweise scharf abgegrenzt, während der Übergang nach Westen ins Wittgensteiner Bergland am Bärenkopf vergleichsweise fließend verläuft.
Östlich und südöstlich schließen sich die Sackpfeifen-Vorhöhen an, nördlich das Hatzfelder Ederbergland – beides Teile des Ostsauerländer Gebirgsrandes. Dem gegenüber gehören das Obere Lahntal und der sich südlich anschließende Breidenbacher Grund zum Gladenbacher Bergland.
Über den Hauptkamm des Rothaargebirges verläuft ein Abschnitt der Rhein-Weser-Wasserscheide. Diese verläuft im Bereich des Rothaargebirges von Brilon im Nordosten kommend zunächst nach Süden und, nach einem Südost-Schlenker südlich des Langenberges, schließlich über den Kahlen Asten bis ins östliche Siegerland in südwestliche Richtung. Im Wittgensteiner Land verläuft sie schließlich in östliche Richtung, um das Gebirge hinter der im nördlichen Hessischen Hinterland gelegenen Sackpfeife zu verlassen. (Für die genaue Abfolge der Erhebungen siehe hier.)
Die Wasserscheide bildet die Grenze zwischen den zum Einzugsgebiet der Weser gehörenden Flussgebiete von Diemel und Eder zu denen von Ruhr, Sieg und Lahn, die zum Rhein hin entwässern.
Von Einzugsgebiet und Abfluss (MQ) her sind die Ruhr (auf der Rheinseite) und die Eder (auf der Weserseite) die Hauptflüsse; in zweiter Linie folgen je Lahn bzw. Diemel, während das Flusssystem der Sieg nur in unmittelbaren Quellgebieten am Rothaargebirge Anteil hat.
Das Wasser der Ruhr teilt sich hierbei auf in die Hauptarme Obere Ruhr und Obere Lenne. Ruhr und Lenne sind praktisch gleichberechtigte Hauptarme des Flusssystems der Ruhr, was sich auch darin manifestiert, dass sie beim Zusammenfluss je etwa die gleiche Wassermenge mitbringen (Ruhr: 28,8 m³/s – Pegel Villigst, Lenne: 30,1 m³/s – Pegel Hohenlimburg). Da dieser Zusammenfluss deutlich außerhalb des Rothaargebirges stattfindet, sollten hier die beiden Unter-Flusssysteme getrennt betrachtet werden. Analoges gilt auch für Obere Lahn und Obere Dill, deren Flussgebiete durch rund 100 Lahn-km getrennt sind.
Folgende Abflüsse nebst zugehörigen Einzugsgebieten gelten in etwa für das Rothaargebirge:[8][1][9]
Die Diemel entspringt im historischen und gleichzeitig im naturräumlichen Upland, am Westhang der Kahlen Pön. Sie fließt in nordöstliche Richtung ab und wird bei Helminghausen zum Diemelsee gestaut. Westlicher Zufluss des Sees ist die Itter, die am Hopperkopf, im Naturraum Langenberg, entspringt. Beim Zusammenfluss der beiden Flüsse im Diemelsee führt die Itter mit 1176 l/s (MQ) merklich mehr Wasser als die Diemel selber (785 l/s).
Nur rund 400 m nördlich der Itterquelle entspringt am Ostfuße des Clemensberges, ebenfalls Langenberg, die Hoppecke, die durch ein tief eingeschnittenes Tal nach Norden fließt, bevor sie sich südlich von Brilon nach Osten wendet. In Einzugsbereich der Hoppecke befindet sich die Stauanlage Schmala. Die Hoppecke ist im Schellhorn- und Treiswald, dem Ostteil des Hochsauerländer Schluchtgebirges, die Grenze der beiden namensgebenden Höhenzüge. Der östlichste Teil des Schellhorn-und Treiswaldes um die Dommel wird dem gegenüber von der Itter abgetrennt.
Am äußersten (Nord-)Ostrand des Vorupländer Rückens und damit des gesamten Rothaargebirges um den Widdehagen entspringt die Rhene, an dessen Nordostabdachung mit der Twiste der längste und wasserreichste Diemel-Zufluss, welcher aber keinerlei Wasser des naturräumlichen Rothaargebirges aufnimmt.
Die Eder entwässert das südöstlich des Hauptkamms gelegene Gebiet. Sie entspringt am Ederkopf, am Südrand des Massivs der Obersten Henn, und umkreist dieses Massiv zunächst halb im Uhrzeigersinn, wobei sie im Westen unmittelbar den Westrand des Rothaargebirges berührt. Im weiteren Verlauf fließt sie windungsreich nach Osten, wobei ihr zahlreiche größere Nebenflüsse vom Hauptkamm zufließen, während die rechten Nebenflüsse der unmittelbaren Nähe zur Rhein-Weserscheide wegen eher kurz bleiben.
Das Tal der vom Asten-Massiv in Richtung Südwesten fließenden Odeborn längs der B 480 bildet, zusammen mit dem der Eder (im äußersten Oberlauf selber B 62), die Wittgensteiner Kammer. Weiter östlich fließen u.a. Elsoff und Linspherbach vom sich südöstlich an das Asten-Massiv anschließende Massiv der Ziegenhelle ihrem Bestimmungsfluss zu.
Die wiederum vom Asten kommende, nach Südosten abfließende Nuhne bildet in Quell- und Oberlauf an der B 236 die (Nord-)Ostgrenze des Ziegenhellen-Massivs zu dem des Bollerberges, um das Rothaargebirge unterhalb Hallenbergs in zunächst einem deutlichen Ost-Schlenker in Richtung Ostsauerländer Gebirgsrand zu verlassen und erst unterhalb von Frankenberg in die Eder zu münden. Die B 236 kürzt den Weg zur Eder ab und folgt südlich Bromskirchens dem Unterlauf des oben erwähnten Linspherbaches.
Die bei Küstelberg entspringende Orke fließt ebenfalls nach Südosten. Sie umkreist zunächst das Massiv des Reetsberges, an dessen Nordflanke sie entspringt, im Gegenuhrzeigersinn und bildet dessen Südwestgrenze zu dem des Bollerberges, um das eigentliche Rothaargebirge schnell in Richtung Medebacher Bucht zu verlassen. Ihr linker Nebenfluss Wilde Aa, deren Quelle am Osthang des Krutenberges im Naturraum Langenberg liegt, verlässt das "eigentliche" Rothaargebirge gar nach nur einem Kilometer Quellauf in Richtung Gebirgsrand. Von links fließt ihr die Neerdar zu, deren Oberlauf längs der B 251 im naturräumlichen Upland liegt. Ihre Quelle liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zu der der Diemel, am Osthang der Kahlen Pön.
Sechs Kilometer südöstlich der Ederquelle entspringt die Lahn an der Ostflanke der Stiegelburg. Die Lahn fließt zunächst nach Nordosten, später windungsreich nach Osten und verlässt den Bereich des Rothaargebirges. Das Wasser des an der Sackpfeife entspringenden und nördlich parallel fließenden Treisbaches kommt ihm erst östlich des Gebirges über die Wetschaft zu. Von rechts und damit Süden ist die östliche Wasserscheide der Banfe, Hauptfluss des Wittgensteiner Berglandes, zur (jenseitigen) Perf genau die Grenze des Rothaargebirges zum Gladenbacher Bergland, welches in der Folge von der Lahn im Uhrzeigersinn halb eingekreist wird, bis die Lahn etwa 100 Flusskilometer später und 40 km südlich ihres Austrittspunktes über die Dill wieder Wasser aus dem Rothaargebirge aufnimmt.
Die Dietzhölze entspringt unmittelbar südlich der Quellen von Banfe und Lahn an der Haincher Höhe, deren nach Südwesten verlaufende Kammlinie gleichzeitig die Grenze zwischen NRW und Hessen darstellt. Der Kammlinie 5 km weiter folgend findet sich auch die Quelle ihres Mutterflusses Dill, die, genau wie ihr Nebenfluss, das Gebirge alsbald verlässt. Zwischen der zunächst nach Osten fließenden Dietzhölze und der erst nach einem Verlauf in Richtung Süden sich nach Osten wendenden Dill liegt die Struth, ein Höhenzug, der vom Relief her wie ein Ausläufer der Haincher Höhe anmutet, indes bereits zum naturräumlichen Westerwald gezählt wird.
Das Einzugsgebiet des Oberlaufes der Sieg ist fast identisch mit dem naturräumlichen Siegerland, welches das Rothaargebirge nach Westen abdacht. Dennoch verlaufen die Quelläufe der Sieg und einiger ihrer Nebenflüsse zunächst für eine minimale Strecke im Gebirge selber.
Die Heller entspringt der Kalteiche, dem südwestlichsten Massiv des gesamten Rothaargebirges, an dessen Nordhang auch sein Nebenfluss Wildebach sowie, an der unmittelbaren Nahtstelle zur Haincher Höhe, die Weiß entspringt. Ihr gemeinsamer Mutterfluss Sieg entspringt gut 15 km nordöstlich davon am Aukopf, unmittelbar zwischen den Quellen von Eder (nordwestlich) und Lahn (südlich) bei nur je 3 km Entfernung.
Der rechte Sieg-Nebenfluss Ferndorfbach, der den äußersten Westausläufer des Gebirges, das Massiv des Hohen Waldes, nach Süden einrahmt, entspringt gut 10 km nordwestlich der Siegquelle im Westen des Rothaargebirges. Die Quelle seines Nebenflusses Littfe, der die Westgrenze des Gebirges bildet, befindet sich am Südwesthang des Wolfshorns im Norden des erwähnten Massivs.
Das Unter-Flusssystem Ruhr-Lenne entwässert über die Hundem und ihre Nebenflüsse Olpe und Albaumer Bach den Nordwesten des Rothaargebirges, nordwestlich des südwestlichen Hauptkammes. Die bereits außerhalb, am Südfuß des Steinbrink in den Südsauerländer Rothaarvorhöhen, entspringende Olpe rahmt das Gebirge längs der B 517 mehr oder weniger ein und entwässert es über zahlreiche rechte Nebenflüsse. Albaumer Bach und Hundem entspringen dem gegenüber direkt am Hauptkamm an den jeweiligen Nordwestfüßen von Riemen und Hoher Hessel.
Noch weiter nordöstlich, wo der Hauptkamm schon Teil des Winterberger Hochlandes ist, entspringt die Latrop etwa 2 km nordwestlich der Rhein-Weser-Wasserscheide zwischen Saukopf und Albrechtsberg. An der Basis des Kammes, am Kahlen Asten, entspringt die Lenne selber, deren Verlauf die B 236 folgt.
Die Ruhrquelle befindet sich am Ruhrkopf, im Süden der Nordheller Höhen. Das Unter-Flusssystem Obere Ruhr entwässert in der Hauptsache die Höhenschwerpunkte zwischen den Massiven von Hunau, Asten und der Langenberg-Gruppe nach Norden hin durchs westlichere Hochsauerländer Schluchtgebirge (Ramsbecker Höhen), welches durch die namensgebenden Schluchten der Flusstäler zerschnitten wird. Die Wenne entspringt knapp westlich des eigentlichen Gebirges, am Robecker Berg, und rahmt Hunaumassiv und Schluchtgebirge, von denen rechte Nebenflüsse kommen, von Westen ein, wobei die B 517 ihrem Tal folgt. Nach Osten schließen sich Henne, Kleine Henne, Brabecke, Valme, Elpe und Neger an. Rechts der im Oberlauf von der B 480 begleiteten Ruhr, unmittelbar am Langenberg, ist die Quelle des Gierskoppbaches, dessen Tal den Ostteil des Schluchtgebirges, den Schellhorn- und Treiswald, abtrennt.
Die Möhne entspringt nur etwa zwei Kilometer nördlich des Rothaargebirges im Süden Brilons, im Briloner Hochland (landläufig, mit unschärferer Grenzziehung, Briloner Höhen genannt). Nordöstlich jener Quelle findet sich im gleichen Naturraum die der Alme, die bereits zur Lippe entwässert. Beide Flüsse tragen jedoch nicht zur Entwässerung des Rothaargebirges bei.
Im Folgenden werden die Flüsse des Rothaargebirges und der unmittelbar angrenzenden Höhenzüge mit einem Einzugsgebiet von mindestens 30 km², im Uhrzeigersinn geordnet, beginnend an der Nordseite der Rhein-Weser-Wasserscheide, aufgeführt.[8][1][9][10]
Zur besseren Übersicht bzw. zur Sortierung flussabwärts sind, je nach Flusssystem, in die DGKZ-Ziffern nach den Ziffern des jeweiligen Hauptflusses Bindestriche eingefügt.
Kursiv geschriebene und mit Stern (*) markierte Flüsse entspringen knapp außerhalb (bis 4 km), an der äußeren Abdachung des Rothaargebirges (Quell-Naturraum ebenfalls mit Stern), entwässern jedoch über Nebenflüsse das Rothaargebirge.
| Name |
Haupt- fluss |
Ziel- fluss |
Länge [km] |
Einzugsgebiet [km²] |
Abfluss (MQ) [l/s] |
Quellgebiet |
Natur- raum |
DGKZ |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Hoppecke | Diemel | Diemel (l) | 34,7 | 92,4 | 1679 | Langenberg | 333.58 | 44-2 |
| Itter | Diemel | Diemel (l) | 19,3 | 52,1 | 1176 | Langenberg | 333.58 | 44-14 |
| Diemel | Diemel | Weser (l) | 110,5 | 1762,0 | 15732 | Upland | 333.9 | 4-4 |
| Rhene | Diemel | Diemel (r) | 14,9 | 59,3 | 733 | Upland | 333.9 | 44-18 |
| Neerdar | Eder | Wilde Aa (l) | 14,6 | 37,3 | Upland | 333.9 | 42846-4 | |
| Wilde Aa | Eder | Orke (l) | 27,1 | 126,4 | 1815 | Langenberg | 333.58 | 4284-6 |
| Orke | Eder | Eder (l) | 38,2 | 278,9 | 3845 | Reetsberg-Massiv | 333.5? | 428-4 |
| Nuhne | Eder | Eder (l) | 36,9 | 156,9 | 2662 | Asten-Massiv | 333.5? | 428-2 |
| Linspherbach | Eder | Eder (l) | 18,3 | 33,1 | 566 | Wilde Struth (Ziegenhelle-Msv.) | 333.50 | 428-18 |
| Elsoff | Eder | Eder (l) | 19,0 | 48,9 | 948 | Wilde Struth (Ziegenhelle-Msv.) | 333.50 | 428-16 |
| Odeborn | Eder | Eder (l) | 21,2 | 85,1 | Asten-Massiv | 333.5? | 428-14 | |
| Eder | Eder | Fulda (l) | 176,1 | 3361,0 | 34791 | Ederkopf-Lahnkopf-Rücken | 333.01 | 42-8 |
| Treisbach^ | Lahn | Lahn (l) | 26,4 | 196,2 | 1702 | Sackpfeife | 333.3 | 258-18-6 |
| Lahn | Lahn | Rhein (r) | 245,6 | 5924,5 | 49500 | Ederkopf-Lahnkopf-Rücken | 333.01 | 2-58 |
| Banfe | Lahn | Lahn (r) | 11,8 | 38,9 | Wittgensteiner Bergland | 333.2 | 258-12 | |
| Dietzhölze | Lahn-Dill | Dill (l) | 23,7 | 87,2 | 1431 | Kalteiche (mit Haincher Höhe) | 333.00 | 2584-4 |
| Dill | Lahn-Dill | Lahn (r) | 54,0 | 717,7 | 9514 | Kalteiche (mit Haincher Höhe) | 333.00 | 258-4 |
| Heller | Sieg | Sieg (l) | 30,2 | 204,2 | Kalteiche (mit Haincher Höhe) | 333.00 | 272-2 | |
| Wildebach | Sieg | Heller (r) | 11,7 | 30,7 | Kalteiche (mit Haincher Höhe) | 333.00 | 2722-6 | |
| Weiß | Sieg | Sieg (l) | 18,1 | 71,5 | Kalteiche (mit Haincher Höhe) | 333.00 | 272-16 | |
| Sieg | Sieg | Rhein (r) | 155,2 | 2856,9 | 56600 | Ederkopf-Lahnkopf-Rücken | 333.01 | 2-72 |
| Ferndorfbach | Sieg | Sieg (r) | 24,3 | 153,2 | Westliches Rothaargebirge | 333.? | 272-14 | |
| Littfe | Sieg | Ferndorfbach (r) | 12,7 | 37,6 | Westliches Rothaargebirge | 333.? | 27214-6 | |
| Olpe* | Ruhr-Lenne | Hundem (l) | 15,4 | 47,2 | Südsauerl. Rothhaarvorhöhen* | 336.? | 27662-8 | |
| Albaumer Bach | Ruhr-Lenne | Hundem (l) | 13,2 | 32,3 | Südwestlicher Hauptkamm | 333.? | 27662-4 | |
| Hundem | Ruhr-Lenne | Lenne (l) | 14,5 | 128,9 | Südwestlicher Hauptkamm | 333.? | 2766-2 | |
| Latrop | Ruhr-Lenne | Lenne (l) | 11,0 | 30,0 | Südwestl. Winterberger Hochfl. | 333.5? | 2766-19 | |
| Lenne | Ruhr-Lenne | Ruhr (l) | 129,1 | 1353,2 | 30300 | Asten-Massiv | 333.5? | 276-6 |
| Wenne* | Ruhr | Ruhr (l) | 31,3 | 218,6 | 3890 | Südsauerländer Bergland* | 336 | 276-16 |
| Henne | Ruhr | Ruhr (l) | 22,5 | 97,0 | 1740 | Hunau-Massiv | 333.5? | 276-14 |
| Kleine Henne | Ruhr | Henne (r) | 15,3 | 39,8 | 771 | Hunau-Massiv | 333.5? | 27614-6 |
| Brabecke | Ruhr | Valme (l) | 13,6 | 32,4 | 612 | Hunau-Massiv | 333.5? | 27612-2 |
| Valme | Ruhr | Ruhr (l) | 19,7 | 62,7 | Hunau-Massiv | 333.5? | 276-12 | |
| Elpe | Ruhr | Ruhr (l) | 19,7 | 34,4 | Hunau-Massiv | 333.5? | 276-118 | |
| Neger | Ruhr | Ruhr (l) | 17,7 | 53,9 | Asten-Massiv | 333.5? | 276- | |
| Ruhr | Ruhr | Rhein (l) | 219,3 | 4485,4 | 76300 | Nordheller Höhen | 333.5? | 2-76 |
| Gierskoppbach | Ruhr | Ruhr (r) | 13,9 | 35,2 | Langenberg | 333.58 | 276-116 |
(^: Der Treisbach wurde für diese Tabelle um den Mündungslauf der Wetschaft verlängert – was hydrologisch auch insofern sinnvoll ist, als der Treisbach zum Zusammenfluss mit der Wetschaft mehr Wasser mitbringt als diese selber. Unter dem Namen Treisbach ist der Fluss nur 17,2 km lang bei 68,2 km² EZG und 810 l/S MQ!)
Das Rothaargebirge selber verfügt über kaum nennenswerte Seen, jedoch ist seine Abdachung in alle Richtungen reich an solchen:
Zu den bekanntesten (nicht aber unbedingt zu den höchsten) Bergen des Rothaargebirges, die zum Teil aus Porphyr bestehen, gehören inklusive aller „Achthunderter“ – in erster Linie nach Höhenzügen/Naturräumen, in zweiter nach Höhe in Metern über Normalnull (NN) sortiert:
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Winterberger Hochland
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Für eine umfassendere Aufstellung mit diesen und weiteren Bergen im Rothaargebirge siehe die Liste von Bergen des Rothaargebirges.
Im Rothaargebirge bzw. im Naturpark Rothaargebirge oder an deren Rändern befinden sich unter anderen diese Ortschaften
(in Klammern die Landkreise
in NRW – HSK=Hochsauerlandkreis, OE=Olpe, SI=Siegen-Wittgenstein
und Hessen – KB=Waldeck-Frankenberg, MR=Marburg-Biedenkopf):
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Durch das Rothaargebirge führen zahlreiche Wanderwege, unter anderen der Rothaarsteig, ein 154 km langer Höhenwanderweg, und der Waldskulpturenweg, an dem sich zahlreiche Kunstwerke und Skulpturen verschiedener Künstler befinden.
Jeweils im Oktober startet in Fleckenberg der Rothaarsteig-Marathon, bei dem die Läufer einen Höhenunterschied von 838 m zu bewältigen haben.
Im Winter locken zahlreiche Wintersportmöglichkeiten in das Gebirge. Entsprechende Möglichkeiten gibt es unter anderen im Postwiesen-Skigebiet (bei Neuastenberg) Skiliftkarussell Winterberg und in der Snow World Züschen.
Innerhalb oder am Rand des Rothaargebirges befinden sich die Freizeitparks Panorama-Park Sauerland und Fort Fun Abenteuerland.
Auf etwa 4.300 Hektar wurden im März 2010 neun Wisente im Rothaargebirge ausgesiedelt. [11][12] Nach Osten und Westen soll das Areal offengehalten werden, während im Norden eine Abgrenzung in Form eines virtuellen Zauns geplant ist. Im Süden besteht bereits ein Wildschutzzaun.
Arnsberger Wald | Bayerischer Wald | Böhmerwald | Ebbegebirge | Eggegebirge | Eifel | Elbsandsteingebirge | Elstergebirge | Erzgebirge | Fichtelgebirge | Fränkische Alb | Frankenwald | Gladenbacher Bergland | Habichtswald | Harz | Hoher Meißner | Hunsrück | Kaiserstuhl | Kellerwald | Kaufunger Wald | Knüll | Kyffhäuser | Lausitzer Bergland | Lennegebirge | Lipper Bergland | Nordpfälzer Bergland | Oberpfälzer Wald | Odenwald | Pfälzerwald | Rhön | Rothaargebirge | Saalhauser Berge | Schwäbische Alb | Schwarzwald | Siebengebirge | Solling | Spessart | Taunus | Teutoburger Wald | Thüringer Schiefergebirge | Thüringer Wald | Vogelsberg | Wesergebirge | Westerwald | Wiehengebirge | Zittauer Gebirge