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| Roudnice nad Labem | ||||
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| Basisdaten | ||||
| Staat: | Tschechien | |||
| Region: | Ústecký kraj | |||
| Bezirk: | Litoměřice | |||
| Fläche: | 1667 ha | |||
| Geographische Lage: | 50° 25′ N, 14° 15′ O50.423611111114.2538888889195Koordinaten: 50° 25′ 25″ N, 14° 15′ 14″ O | |||
| Höhe: | 195 m n.m. | |||
| Einwohner: | 13.094 (1. Jan. 2011) [1] | |||
| Postleitzahl: | 413 01 | |||
| Verkehr | ||||
| Bahnanschluss: | Prag – Dresden | |||
| Struktur | ||||
| Status: | Stadt | |||
| Ortsteile: | 2 | |||
| Verwaltung | ||||
| Bürgermeister: | Zdeněk Kubínek (Stand: 2007) | |||
| Adresse: | Karlovo náměstí 21 413 01 Roudnice nad Labem | |||
| Gemeindenummer: | 565555 | |||
| Website: | www.roudnicenl.cz | |||
Roudnice nad Labem (deutsch Raudnitz an der Elbe) ist eine Stadt in der nordböhmischen Region Ústecký kraj in Tschechien. Sie liegt am linken Ufer der Elbe in der Nähe des 456 m hohen Říp (Sankt Georgsberg), um den sich die Legende vom Urvater Čech rankt.
Inhaltsverzeichnis |
Die Siedlung Roudnice wurde erstmals 1167 erwähnt. Sie gehörte damals den Prager Bischöfen und erhielt unter Bischof Heinrich Břetislav III. eine romanische Burg nach französischem Vorbild. 1237 erteilte König Wenzel I. Raudnitz das Stadtrecht nach Leitmeritzer Recht. Im 14. Jahrhundert erlebte es eine Blütezeit: Unter Bischof Johann IV. von Dražice wurde mit dem Bau der Wenzelskirche begonnen, ein Kloster der Augustinerchorherren gegründet und eine Steinbrücke über die Elbe errichtet. Erzbischof Ernst von Pardubitz ließ die Stadt befestigen und Erzbischof Johann Očko von Wlašim veranlasste Umbaumaßnahmen an der bischöflichen Burg. Zudem übertrug er kurz vor seinem Tod 1378 die bisherigen Stadtrechte auf die „Neustadt“.
Während der Hussitenkriege wurde Raudnitz 1421 und 1425 niedergebrannt. Nach dem Tod des Erzbischofs Konrad von Vechta, der 1425 seiner Ämter enthoben wurde und 1431 auf der bischöflichen Burg Raudnitz verstarb, wurde das Erzbistum Prag von 1434 bis 1561 von Administratoren verwaltet. Dadurch verlor die bischöfliche Burg an Bedeutung und Raudnitz gelangte während dieser Zeit an häufig wechselnde weltliche Herren.
Im Jahre 1575 verkaufte das Erzbistum Prag Raudnitz an den Oberstburggrafen von Böhmen Wilhelm von Rosenberg, unter dem die verfallene Burg und die Steinbrücke erneuert wurden. Nach seinem Tod 1592 erbte Raudnitz dessen Witwe Polyxena von Pernstein. Sie vermählte sich 1603 mit dem Oberstkanzler von Böhmen Zdeněk Vojtěch Popel von Lobkowitz, der 1615/28 ein Kapuzinerkloster errichten und die Wenzelskirche erneuen ließ. Raudnitz diente nun als Hauptsitz der Herren von Lobkowitz, unter denen es sich zu einem Zentrum der Gegenreformation entwickelte. Nach den Zerstörungen des Dreißigjährigen Krieges wurden die Schäden unter Wenzel Eusebius von Lobkowicz behoben. Zudem begann er ab 1652 mit dem Bau des Schlosses Raudnitz, das nach Entwurf der Baumeister Antonio della Porta und Francesco Caratti auf den Fundamenten der ehemaligen Bischofsburg errichtet wurde und von kunsthistorischer Bedeutung über die Grenze Böhmens hinaus bis nach Franken wurde. Unter Ferdinand August von Lobkowitz (1655–1715) im Jahre 1684 vollendet, wurde es mit einer Gemäldegalerie und anderen Kunstschätzen ausgestattet. Zudem erhielt es eine reiche Bibliothek, in der sich u. a. auch ein Evangeliar aus dem 10. Jahrhundert befand.
Von wirtschaftlicher Bedeutung waren neben der Lobkowitzer Gutswirtschaft seit dem 19. Jahrhundert u. a. chemische und metallverarbeitende Betriebe. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erstarkte in dem überwiegend tschechisch besiedelten Raudnitz eine tschechisch-nationale Bewegung, wobei das Nationaldenkmal des fünf Kilometer südöstlich von Raudnitz gelegenen Říp (Georgsberg) eine Rolle spielte.
Nach der Gründung der Tschechoslowakei 1918 verloren die Lobkowitz durch die Bodenreform von 1920 einen Teil ihrer Besitzungen, und nach dem Zweiten Weltkrieg wurden sie ganz enteignet. Die deutschsprachigen Bewohner wurden 1945 auf Grund der Benesch-Dekrete vertrieben. Das Schloss, dessen wertvolle Innenausstattung verloren ging bzw. zum Teil in andere Schlösser oder Museen verbracht wurde, diente ab 1957 als Militär-Akademie. Nach der Samtenen Revolution erfolgte 1991 eine Restitution durch die damalige Tschechoslowakei an die Familie von Lobkowitz.
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