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Rudolf "Rudi" Gruber (* 17. Juni 1922 in München-Neuhausen; † 8. Juni 2002 in Kirchseeon) war ein deutscher Tischtennisfunktionär, der in zahlreichen Ehrenämtern und Führungspositionen wirkte. Für seine Verdienste um den Tischtennissport wurde er mit dem ITTF Merit Award und dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse ausgezeichnet.
Inhaltsverzeichnis |
Neben Handball und Turnen betrieb Rudolf Gruber aktiv Tischtennis beim PSV München, wo er 1938 zu den Gründungsmitgliedern der Tischtennisabteilung gehörte, welcher er von 1945 bis 1965 als Abteilungsleiter vorstand. Mit dessen Herrenmannschaft spielte er in der Bayerischen Oberliga, der damals höchsten deutschen Spielklasse. In den 1950er Jahren wurde er im Doppel mit Idel Pfeffer Süddeutscher Vizemeister sowie Zweiter bei den deutschen Hochschulmeisterschaften hinter Dieter Mauritz. Später schloss er sich dem SV Weißblau München und dem DJK München-Ost an, ab 1975 war er beim SC Baldham aktiv.[1]
Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg wirkte er an der Gründung des Bayerischen Tischtennis-Verbandes BTTV mit. Im Laufe der Zeit übernahm er ehrenamtlich Funktionärsaufgaben bei verschiedenen Tischtennisorganisationen. Er prägte die Weiterentwicklung des deutschen Tischtennissports. So arbeitete er mit an der ersten Wettspielordnung[2] – die DTTB-Wettspielordnung basiert auf der von Gruber mitentwickelten bayerischen Spielordnung – sowie der Einführung des Bundesranglistenturniers, der Deutschen Pokalmeisterschaft und der Bundesliga. Laut Hans Wilhelm Gäb war Gruber der "Vater der Bundesliga".[3] Seit Anfang der 1990er Jahre setzte er sich für die Verkürzung der Sätze von 21 auf 11 Punkte ein, welche 2001 in Kraft trat.
1989 wurde Rudolf Gruber als erster Deutscher vom Tischtennisweltverband ITTF mit dem ITTF Merit Award ausgezeichnet.[4] Mitte 1991 erhielt er bei der Bundeshauptversammlung des Deutschen Tischtennis-Bundes DTTB als erster Deutscher den Dr.Dieter-Mauritz-Gedächtnispreis (gestiftet von Dieter Mauritz) für hervorragende Verdienste in verantwortungsvollen Bereichen.[3] Am 19. Februar 1997 überreichte ihm der damalige bayerische Kultusminister Hans Zehetmair das Verdienstkreuz I. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.[5]
Rudolf Gruber machte Abitur am Wittelsbacher-Gymnasium München. 1949 schloss er an der Ludwig-Maximilians-Universität München sein Studium der Nachrichtentechnik mit dem Diplom ab[1] und arbeitete später als Fernmeldetechniker.[6] Im April 1948 heiratete er seine Frau Lieselotte "Lilo"[1] (1923–2009), die bis 1982 Frauenwartin im Bayerischen Tischtennisverband war.[7] Aus dieser Ehe gingen Mitte 1961 Zwillinge hervor.[8]
Um das Andenken an Gruber zu wahren sieht die Ehrenordnung des Bayerischen Tischtennisverbandes den Rudolf-Gruber-Gedächtnispreis vor. Dieser Preis kann verliehen werden
„an langjährige verdiente Mitarbeiter des Verbandes, seiner Gliederungen und seiner Mitglieder oder an Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, die mit richtungsweisenden Ideen und deren Umsetzung die Entwicklung des Tischtennissports in Bayern nachhaltig gefördert und bereichert haben.
Kriterien für die Verleihung sind hohe Verdienste um das Gemeinwesen des BTTV, um die Entwicklung der Satzung und der Ordnungen, um die Anpassung des Spielbetriebs an veränderte Bedingungen und Voraussetzungen, um eine Erweiterung des Wettkampfwesens innerhalb Bayerns und richtungsweisend nach außen, um ein umfassendes Angebot an alle, die an Tischtennis interessiert sind bzw. deren Interesse für diesen Sport dadurch geweckt werden kann.“– Ehrenordnung des BTTV in der Fassung vom 4. Juli 2010 (zuletzt geändert am 10. Juli 2011), Abschnitt G4[9]
Bisherige Preisträger sind Gerhard Schnabel (2005)[10] und Claus Wagner (2007, Präsident des BTTV)[11]
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| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Gruber, Rudolf |
| ALTERNATIVNAMEN | Gruber, Rudi |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Tischtennisfunktionär |
| GEBURTSDATUM | 17. Juni 1922 |
| GEBURTSORT | München-Neuhausen |
| STERBEDATUM | 8. Juni 2002 |
| STERBEORT | Kirchseeon |
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