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Rule, Britannia! ist ein patriotisches Lied des englischen Komponisten Thomas Augustine Arne (1710–1778) und der Texter James Thomson und David Mallet. Es hat seinen Ursprung als Schlussgesang des Bühnenstücks Alfred, einer Masque von 1740. Rule Britannia galt und gilt als inoffizielle Nationalhymne des früheren Königreiches Großbritanniens und heute des Vereinigten Königreiches Großbritanniens und Nordirlands (offizielle Nationalhymne dieses und noch einiger anderer Commonwealth-Staaten: God save the [Monarch]) und gehört zum festen Repertoire der Londoner Proms, bei der das wohl bekannteste und populärste Arrangement von Malcolm Sargent vor allem bei der Last Night gespielt wird.
Inhaltsverzeichnis |
Das Libretto von Alfred und somithin auch der Text von Rule, Britannia! wurde von James Thomson und David Mallet geschrieben – man kann heute nicht mehr herausfinden, wer was genau geschrieben hat – und wurde erstmals am 1. August 1740 auf dem Landsitz des Prince of Wales Friedrich Ludwig von Hannover in Cliveden (Buckinghamshire) aufgeführt. Der Originaltitel des Lieds ist A grand ode in honour of Great Britain/ When Britain first at heav'n's command.
Zum Zeitpunkt der Uraufführung teilte sich die britische Marine die Vorherrschaft auf See noch mit Franzosen und Niederländern. Im Pariser Frieden 1763 erhielt das UK Neufrankreich von Frankreich. Zwar gingen nach dem Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg die Dreizehn Kolonien verloren (damit endete das Erste Britische Weltreich), aber 1805 besiegte das UK Napoleon in der Schlacht von Trafalgar, und 1806 bis 1814 trotzte das UK der von Napoleon verhängten Kontinentalsperre. Großbritannien erschloss sich neue Absatzmärkte (insbesondere in Nordamerika) - wieder zeigte sich die Bedeutung der Seefahrt. Nach Napoleons Ende begann Großbritanniens „imperiales Jahrhundert“ (1815–1914). Beim Wiener Kongress wurden einige Kolonien getauscht. Nach dem Sieg über Frankreich hatte Großbritannien keine ernstzunehmenden Rivalen mehr (mit Ausnahme des Russischen Reiches in Zentralasien.[1]) Die auf See uneingeschränkt dominierenden Briten übernahmen die Rolle eines „Weltpolizisten“, eine später als „Pax Britannica“ bezeichnete Staatsdoktrin.[2] Die Außenpolitik war vom Prinzip der „splendid isolation“ geprägt: Andere Mächte waren durch Konflikte in Europa gebunden, während die Briten sich heraushielten und durch die Konzentration auf den Handel ihre Vormachtstellung noch weiter ausbauten.[3] Großbritannien beeinflusste dank der führenden Position in der Weltwirtschaft auch die Innenpolitik zahlreicher nominell unabhängiger Staaten; dazu gehörten China, Argentinien und Siam, die auch „informelles Empire“ genannt werden.[4]
Später beschützte die Seeflotte Britannien vor einer Reihe von „haughty tyrants“ (hochmütigen Tyrannen) und „foreign strokes“ (ausländischen Schlägen), wie im Lied beschrieben.
Rule, Britannia! wird – wie die patriotischen Stücke Land of Hope and Glory und Jerusalem – traditionell von der BBC während der Last Night of the Proms (Abschlussveranstaltung der Promenadenkonzerte) aufgeführt und gewöhnlich von einem Gaststar gesungen, darunter auch schon von Bryn Terfel, Thomas Hampson, Della Jones und Felicity Lott. Nachdem jedoch in vergangenen Jahren das Mitsingen des Liedes und anderer patriotischer Werke und das intensive Fähnchenschwingen des Publikums wiederholt als Sehnsucht nach imperialer Größe und Vergangenheit kritisiert wurden, so auch von Leonard Slatkin, wurde es einige Jahre nur noch in gekürzter Form aufgeführt. 1994 wurde das Lied bei der Last Night of the Proms in der Londoner Royal Albert Hall von Bryn Terfel – dem bekannten walisischen Bass-Bariton – gesungen, der dabei die dritte Strophe zur allgemeinen Überraschung auf walisisch sang (siehe Weblinks). Dies tat er auch, als er das Lied 2008 erstmals wieder in der traditionellen Form aufführte.
Englische Fußballfans singen den Refrain jeweils bei Spielen der Nationalmannschaft.
In den späten 1990er Jahren bezeichnete das Wortspiel Cool Britannia ein wiederbelebtes und jugendliches Vereinigtes Königreich, welches die britischen Medien durch die Wahl der New Labour-Regierung von Tony Blair entstehen sahen.
Englisch[5]
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Wortgetreue Übersetzung
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Gesungen wird der 2. Vers und der 3. Vers jeder Strophe doppelt, teilweise in veränderter Form:
Englisch[5]
Im Gegensatz zum Text von Thomas Arne bei dem im Refrain nur ein langgezogenes „never“ gesungen wird, ist es heute auch üblich, drei schnelle „never, never, never“ zu singen, auch wurde im Refrain will zu shall.[6][7] Der Refrain ist daher meist Rule, Britannia! Britannia rule the waves! / Britons never, never, never shall be slaves..
„When first the South, to fury fanned
Arose and broke the Union's chain,
There was the Charter, the Charter of the land,
And Mr Davis sang this strain:
Rule Slaveownia! Slaveownia rules and raves,
‚Christians ever, ever, ever shall have slaves‘.“