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RumÀnien

Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter RumĂ€nien (BegriffsklĂ€rung) aufgefĂŒhrt.
RomĂąnia
RumÀnien
Flagge RumÀniens
Wappen RumÀniens
Flagge Wappen
Amtssprache RumÀnisch
Hauptstadt Bukarest
Staatsform semiprÀsidiale Republik
Staatsoberhaupt PrÀsident Traian Băsescu
Regierungschef Premierminister Victor Ponta
FlĂ€che 238.391 kmÂČ
Einwohnerzahl 19.042.936 (Stand 2011)[1]
Bevölkerungsdichte 90,6 Einwohner pro kmÂČ
Bruttoinlandsprodukt
2010 (Quelle: IMF)[2]
  • $ 161,629 Mrd.
  • $ 254,918 Mrd.
  • $ 7.542
  • $ 11.895
Human Development Index 0,781 (50.)[3]
WĂ€hrung 1 Leu (RON) = 100 Bani
1 EUR = 4,3823 RON
UnabhÀngigkeit 9. Mai 1877
Nationalhymne Deșteaptă-te, romĂąne!
Nationalfeiertag 1. Dezember
Zeitzone UTC+2 OEZ
UTC+3 OESZ (MĂ€rz–Oktober)
Kfz-Kennzeichen RO
Internet-TLD .ro
Telefonvorwahl +40
Romania in European Union.svg
ROMANIA Fizic.jpg

RumĂ€nien (rumĂ€nisch RomĂąnia) ist eine semiprĂ€sidentielle Republik im geografischen Grenzraum zwischen Mittel- und SĂŒdosteuropa. Das Land liegt am Schwarzen Meer und erstreckt sich in westlicher Richtung ĂŒber den Karpatenbogen bis zur Pannonischen Tiefebene. RumĂ€nien grenzt an fĂŒnf Staaten: im SĂŒden an Bulgarien, im Westen an Serbien und Ungarn, im Norden sowie im Osten an die Ukraine und im Osten an Moldawien.

Der moderne rumĂ€nische Staat entstand 1859 durch die Vereinigung der FĂŒrstentĂŒmer Moldau und Walachei. 1918 wurde das Staatsgebiet auf SiebenbĂŒrgen (Transsilvanien) ausgeweitet. Nach 1945 war RumĂ€nien wĂ€hrend des Kalten Krieges Teil des Warschauer Paktes. Seit 1989 hat sich RumĂ€nien politisch den westeuropĂ€ischen Staaten angenĂ€hert und wurde Mitglied der NATO (2004) sowie der EuropĂ€ischen Union (2007).

Mit 238.391 kmÂČ verfĂŒgt RumĂ€nien ĂŒber die neuntgrĂ¶ĂŸte FlĂ€che und mit etwa 19 Millionen Einwohnern ĂŒber die siebtgrĂ¶ĂŸte Bevölkerung aller Mitgliedstaaten der EuropĂ€ischen Union.[4] Die rumĂ€nische Hauptstadt Bukarest ist mit 1,68[5] Millionen Einwohnern die achtgrĂ¶ĂŸte Stadt der EU, knapp hinter Wien (1,71 Millionen) und Budapest (1,73 Millionen).

Inhaltsverzeichnis

LĂ€ndername

Der rumĂ€nische Begriff RomĂąnia (RumĂ€nien) kommt von romĂąn (RumĂ€ne), was seinerseits eine Ableitung des lateinischen romanus (Römer, römisch) ist.[6] Im 16. Jahrhundert berichteten italienische Reisende, dass die Bewohner auf dem Gebiet des heutigen RumĂ€niens sich selbst Römer nannten. In einem Brief des Kaufmannes Neacșu von 1521 wird das FĂŒrstentum Walachei als RumĂ€nisches Land (rumĂ€nisch: Țara romĂąnească) bezeichnet. Die moderne Entsprechung RomĂąnia ist seit dem frĂŒhen 19. Jahrhundert gebrĂ€uchlich.

Historische Dokumente weisen die Schreibweisen rumĂąn und romĂąn zur Bezeichnung der RumĂ€nen auf, die ursprĂŒnglich synonym verwendet wurden. Im 17. Jahrhundert nahm die vorherrschende Sprechform rumĂąn die Bedeutung Leibeigener an, wĂ€hrend romĂąn seine Bedeutung als Bezeichnung der RumĂ€nen beibehielt. Nach der Abschaffung der Leibeigenschaft Mitte des 18. Jahrhunderts ging die Form rumĂąn allmĂ€hlich aus der Sprache verloren, ist im Deutschen aber bis heute Wortstamm von RumĂ€nien.

Geografie

Topografie

Historische Regionen RumÀniens

RumĂ€nien liegt in der Übergangszone zwischen Mittel-, SĂŒd- und Osteuropa.[7] Die Staatsgrenzen sind insgesamt 3.150 km lang.[7] Davon entfallen 1.817 km auf FlĂŒsse, vor allem auf die Donau, die RumĂ€nien nach SĂŒden gegen Bulgarien und nach SĂŒdwesten gegenĂŒber Serbien abgrenzt. Die rumĂ€nische KĂŒstenlinie am Schwarzen Meer ist 225 km lang.[8] Die Grenze zwischen RumĂ€nien und der Ukraine im Norden und Osten wird durch Moldawien unterbrochen. Eine weitere Außengrenze besteht im Westen zu Ungarn.

RumĂ€niens Landschaft wird etwa zu je einem Drittel von Gebirge, Hochland und Ebene eingenommen.[9] Der prĂ€gende Gebirgszug des Landes sind die Karpaten, welche die drei historischen Regionen Moldau, Walachei und SiebenbĂŒrgen (Transsilvanien) voneinander trennen. Das geografische Zentrum RumĂ€niens ist das SiebenbĂŒrgische Hochland, das im Westen vom Apuseni-Gebirge und ansonsten vom Karpatenbogen umschlossen wird. Die Ostkarpaten bilden die Grenze zum Moldauer Hochland, das im Nordosten RumĂ€niens liegt. Die SĂŒdkarpaten wiederum trennen SiebenbĂŒrgen von der Walachischen Tiefebene. Diese Region lĂ€sst sich in die Kleine Walachei (Oltenien) im Westen sowie die Große Walachei (Muntenien) unterteilen, welche die zentralen und östlichen Anteile umfasst. Die Walachei wird nach Westen durch das Banater Gebirge abgegrenzt. Dieses bildet zusammen mit Apuseni-Gebirge und Poiana–Ruscă–Gebirge die sogenannten RumĂ€nischen Westkarpaten. Diese grenzen die zentralen Regionen RumĂ€niens zur Pannonischen Tiefebene ab. Hier befinden sich die historischen Regionen Banat (SĂŒdwesten), Kreischgebiet (Westen) und Maramureș (Nordwesten). Im Norden RumĂ€niens liegt die Bukowina. Im Osten des Landes grenzt die Dobrudscha ans Schwarze Meer.

Geologie

Das Făgăraș-Gebirge ist mit fĂŒnf Bergen ĂŒber 2.500 m (darunter auch der Moldoveanu) die am höchsten gelegene Region RumĂ€niens.

Fast die gesamte sĂŒdliche HĂ€lfte der Karpaten befindet sich auf rumĂ€nischem Staatsgebiet. Das Gebirge bildete sich wĂ€hrend der Alpidischen Orogenese im Trias und gehört zu einem Gebirgssystem, das sich von den Alpen bis zum Himalaya erstreckt.[7] Zehn Gipfel der Karpaten erreichen Höhen von ĂŒber 2.500 m. Höchster Punkt der SĂŒdkarpaten und ganz RumĂ€niens ist der Moldoveanu mit 2.544 m. Die Ostkarpaten erreichen am Pietros 2.303 m, die RumĂ€nischen Westkarpaten am Curcubăta Mare-Gipfel 1.848 m. Die SĂŒdkarpaten sind am massivsten, wĂ€hrend Ost- und Westkarpaten von Senken und PĂ€ssen durchzogen sind. Teile der Ostkarpaten sind vulkanisch, der Rest der rumĂ€nischen Karpaten besteht aus Schiefer und Kalkstein.

Das SiebenbĂŒrgische Hochland ist zwischen 300 m und 700 m, das Moldauische Hochland 300 m und 500 m hoch. Das kleine Dobrudscha-Hochland erreicht an seinem höchsten Punkt 467 m. Die Pannonische und Walachische Tiefebene (Campia Romana) bleiben unterhalb der Grenze von 200 m.

Hydrologie

Das Eiserne Tor ist ein Durchbruchstal der Donau an der serbisch–rumĂ€nischen Grenze.

Der bedeutendste Fluss RumĂ€niens ist die Donau (rumĂ€nisch Dunărea), die mehr als tausend Kilometer durch oder an RumĂ€nien entlang fließt. Sie stellt einen der wichtigsten Verkehrswege des Landes dar. Die Donau bildet den grĂ¶ĂŸten Teil der rumĂ€nischen SĂŒdgrenze zwischen dem rumĂ€nischen Teil des Banats und Serbien beziehungsweise der Walachei und Bulgarien. Im großen Donaudelta mĂŒndet der Fluss ins Schwarze Meer.

Die ĂŒbrigen wichtigen FlĂŒsse RumĂ€niens gehören direkt oder indirekt zum Einzugsgebiet der Donau und entwĂ€ssern die Ostkarpaten:[7] Die Theiß grenzt RumĂ€nien teilweise nach Norden zur Ukraine ab, der Pruth die rumĂ€nische Region Moldau nach Nordosten zu Moldawien. Der Sereth fließt durch Moldau, der Olt durch die Walachei, der Mureș (Nebenfluss der Theiß) durch SiebenbĂŒrgen.

RumĂ€niens Seen machen 1,1 Prozent der LandesflĂ€che aus.[7] Insgesamt gibt es ĂŒber 3.400 Seen. Am grĂ¶ĂŸten sind die Lagunen Razim mit 41.500 ha und Sinoie mit 17.100 ha.

Klima

RumĂ€nien gehört zur gemĂ€ĂŸigten Klimazone im Bereich der Westwindzone. Durch die natĂŒrliche Barriere der Karpaten unterscheiden sich die einzelnen Landesteile allerdings klimatisch voneinander. SiebenbĂŒrgen (westlich der Karpaten) ist noch vom maritimen Klima der atlantischen Winde geprĂ€gt. Die Karpaten verhindern jedoch, dass diese Luftmassen den Osten und SĂŒden des Landes erreichen. In Moldau (östlich der Karpaten) herrscht ein kontinentales Klima vor. Diese Region ist kalten Luftströmen aus der Ukraine ausgesetzt. In der Walachei (sĂŒdlich der Karpaten) existieren mediterrane EinflĂŒsse; in noch stĂ€rkerem Ausmaß trifft dies auf die Dobrudscha zu.

Die jĂ€hrlichen Durchschnittstemperaturen variieren innerhalb RumĂ€niens zwischen 11 Â°C im SĂŒden und 8 Â°C im Norden. KĂ€ltester Monat ist gewöhnlich der Januar, wĂ€rmster Monat der Juli. Im Winter betragen die durchschnittlichen Temperaturen 0 Â°C an der SchwarzmeerkĂŒste und −15 Â°C im Hochgebirge. Im Sommer steigen die durchschnittlichen Temperaturen in den tieferen Regionen des Landes auf mehr als 25 Â°C. Die tiefste jemals gemessene Temperatur wurde mit −38,5 Â°C am 25. Januar 1942 in Bod festgestellt, die höchste mit 44,5 Â°C am 10. August 1951 bei Brăila.[10]

Die NiederschlĂ€ge sind tendenziell am stĂ€rksten im Nordwesten RumĂ€niens und am schwĂ€chsten im SĂŒdosten. Die höchsten jĂ€hrlichen Niederschlagsraten treten mit 1.000 mm im Hochgebirge auf, die geringsten mit 300–400 mm an der SchwarzmeerkĂŒste. Diese kommt auf 2.286 Sonnenstunden im Jahr, gegenĂŒber nur 1.500 in den Gebirgsregionen RumĂ€niens.[10]

Natur

Das Donaudelta ist ein Lebensraum fĂŒr viele Tier- und Pflanzenarten
Ein BraunbĂ€r in den SĂŒdkarpaten

RumĂ€nien ist zu 27 Prozent von Wald bedeckt.[11] Die Waldzone endet bei 1.800 Meter, darĂŒber befinden sich Bergweiden. Innerhalb der Nadelwaldzone (1400–1800 m) wachsen Fichten, Tannen, Kiefern, Eiben und LĂ€rchen. Im Buchenwald (400–1400 m) dominieren zwar Buchen, doch kommen daneben auch Hainbuchen, Ulmen, Eschen und Birken vor. Die unterste Waldzone ist der Eichenwald (150–400 m), wo sich neben Eichen auch Ahorne, Platanen, Weiden, Pappeln und Linden finden lassen.

Im Bărăgan (Teil der Walachischen Tiefebene) und in der Dobrudscha existieren Steppenlandschaften, von denen allerdings große Teile landwirtschaftlich genutzt werden.[11] Ansonsten kommen hier neben vereinzelten LaubbĂ€umen Rosen, Prunus und Weißdorne vor. Im Donaudelta befindet sich eine Sumpflandschaft, die durch Schilfrohr, Rohrkolben, Wasserschierling und Seerosen geprĂ€gt ist.

RumÀniens Tierwelt umfasst 3.600 Arten, bei denen es sich teilweise um in Europa weit verbreitete Gattungen handelt, teilweise aber auch um nur hier vorkommende.[12] Dazu zÀhlen in den Karpaten die GÀmse, Bartgeier, BraunbÀr (ca. 6.600 Exemplare[13]), Wolf (ca. 3.100[14]) und Luchs (ca. 1.500[15]). Daneben finden sich in den höher gelegenen Waldregionen RumÀniens Tiere, die im Rest Europas hÀufiger vorkommen, wie Steinadler, Mönchsgeier, Rothirsch und Rotfuchs, in tiefer gelegenen LaubwÀldern Dachs, Reh und Wildschwein.

In der Walachischen Tiefebene finden sich kleine Populationen der Großtrappe. Das Donaudelta bietet Heimat fĂŒr zahlreiche Arten von Fischen, Amphibien und Zugvögeln. Dazu zĂ€hlt der in Europa nur hier vorkommende Rosapelikan.[12] Daneben leben hier unter anderem der Purpurreiher und der wegen seines Kaviars bekannte Stör.

Naturschutz

Als Mitglied der EU ist RumĂ€nien auch zur Umsetzung des NATURA–2000–Schutzgebietnetzes verpflichtet. Zahlreiche Nationalparks existierten bereits oder wurden nach dem EU-Beitritt des Landes eingerichtet. In RumĂ€nien existieren derzeit 108 Vogelschutzgebiete, die nach NATURA 2000 als besondere Schutzgebiete eingestuft werden. Das entspricht 12 Prozent der rumĂ€nischen LandflĂ€che. Deutschland hat im Vergleich 15,4 Prozent (Stand 11/2011)[16] seiner FlĂ€che nach diesem Kriterium ausgewiesen.

Das Donau-Delta ist Teil des UNESCO-Weltkulturerbes und beherbergt das grĂ¶ĂŸte Schilfrohrgebiet der Welt. RumĂ€nien besitzt mehr biogeographische Regionen als jedes andere EU-Land, aber die Landschaften werden zunehmend von der boomenden und modernisierten Landwirtschaft und dem StĂ€dtewachstum beeinflusst. Das nationale Budget im Sektor des BiodiversitĂ€tsschutzes ist sehr gering und es ist ein fehlt vielfach an Bewusstsein ĂŒber Sinn und Zweck von EU-Naturschutz-Richtlinien. Im Oktober 2007 bekam die Regierung in Bukarest eine schriftliche Verwarnung der EuropĂ€ischen Kommission, da das Land seine Gesetze zur Erhaltung der BiodiversitĂ€t nicht eingehalten habe. Konkret ging es um bestimmte Schutzzonen fĂŒr Zugvögel.[17]

Bevölkerung

Demografie

Einwohnerzahlen RumÀniens seit 1961
Die Altersstruktur RumÀniens

Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm die Bevölkerung RumĂ€niens kontinuierlich zu und ĂŒberschritt schließlich die Grenze von 23 Millionen Einwohnern. Seit der Revolution von 1989 ist diese Zahl aber infolge eines Geburtendefizites leicht gesunken. Heute, nach einem vorlĂ€ufigen Ergebnis einer Volks- und WohnungszĂ€hlung vom 20. Oktober 2011, leben in RumĂ€nien 19 Millionen Menschen.[1] Auf tausend RumĂ€nen kommen jĂ€hrlich 11,8 TodesfĂ€lle, aber nur 10,6 Geburten, was eine Wachstumsrate der Bevölkerung von −0,14 Prozent bedeutet.[18] Die rumĂ€nische Fruchtbarkeitsrate von 1,3 Kindern pro Frau liegt damit deutlich unterhalb der Nettoreproduktionsrate.[19] Dies hat auch Auswirkungen auf die rumĂ€nische Altersstruktur, nach der – fĂŒr Europa typisch – nur 15 Prozent der Einwohner jĂŒnger als 15 Jahre alt sind. Weitere 15 Prozent der Bevölkerung sind Ă€lter als 65, wobei dieser Wert angesichts der zunehmenden Lebenserwartung (72 Jahre) mittelfristig steigen wird. Ebenfalls zur Abnahme der Bevölkerung hat beigetragen, dass RumĂ€nien aufgrund seiner wirtschaftlichen Probleme seit 1945 ein Auswanderungsland gewesen ist, auch wenn sich diese Entwicklung durch die StĂ€rkung der Wirtschaft seit 2002 abschwĂ€cht.[20]

RumĂ€nien hat eine fĂŒr EU-VerhĂ€ltnisse leicht unterdurchschnittliche Bevölkerungsdichte von 90,6 Einwohnern pro kmÂČ. In Bezug auf die einzelnen Landesteile verteilt sich die Bevölkerung relativ ungleichmĂ€ĂŸig.[21] Am wenigsten dicht besiedelt ist das Banat mit 60,2 Einwohner pro kmÂČ. Ebenfalls unter dem rumĂ€nischen Durchschnitt liegen das sĂŒdliche SiebenbĂŒrgen (74,2), die Kleine Walachei (78,5), die Dobrudscha (79,4) und das nördliche SiebenbĂŒrgen (79,9). Relativ dicht besiedelt ist Moldau (101,3), besonders stark die Große Walachei einschließlich der Hauptstadtregion (kombiniert 152,6).

Gemessen am europĂ€ischen Durchschnitt ist der urbane Anteil der rumĂ€nischen Bevölkerung mit 54 Prozent im VerhĂ€ltnis zur ruralen ausgewogen.[19] Allerdings ist der Altersdurchschnitt in den lĂ€ndlichen Gebieten durch die Abwanderung junger RumĂ€nen in die StĂ€dte deutlich höher.[22] Nach 1990 haben sich verstĂ€rkt Einwohner in stadtnahen Gebieten niedergelassen. Als Reaktion auf diese Entwicklung sind seit 2005 mehrere Metropolregionen gegrĂŒndet worden.

Ethnien und Sprachen

Die historischen Siedlungsgebiete der deutschen Minderheit in RumÀnien um 1918

Die RumĂ€nen sind mit 89,5 Prozent deutlich die grĂ¶ĂŸte Bevölkerungsgruppe des Landes.[23] Daneben existieren aber zahlreiche autochthone Minderheiten, die teilweise regional die Mehrheit stellen. Dies gilt insbesondere fĂŒr die Ungarn mit 6,6 Prozent (etwa 1,4 Millionen Menschen) hervorzuheben. Ihre Hauptsiedlungsgebiete befinden sich im SĂŒdosten SiebenbĂŒrgens, dem Szeklerland, sowie im Grenzgebiet zu Ungarn. Das VerhĂ€ltnis zwischen RumĂ€nen und Ungarn ist historisch vorbelastet, da beide Anspruch auf die gemeinsamen Siedlungsgebiete erhoben haben. Seit der Revolution von 1989 hat sich die Beziehung zwischen RumĂ€nen und Ungarn allerdings entspannt. Die Demokratische Union der Ungarn in RumĂ€nien, eine ethnische Sammelpartei, ist seitdem mehrfach Teil der nationalen Regierungskoalition gewesen.

Die drittgrĂ¶ĂŸte Bevölkerungsgruppe in RumĂ€nien sind die Roma (2,5 Prozent), welche keine regionalen Schwerpunkte bewohnen. Sie sind sozial und wirtschaftlich hĂ€ufig schlechter als die ĂŒbrigen Gruppen gestellt und haben im Gegensatz zu den Ungarn auch keine eigene politische Vertretung.[24] Der bis Mitte des 20. Jahrhunderts hohe Anteil der Deutschen ist auf 0,3 Prozent gesunken. Dabei handelt es sich vor allem um SiebenbĂŒrger Sachsen und Donauschwaben (Banat und Nordwesten bei Satu Mare). Der Altersdurchschnitt dieser Gruppen ist jedoch relativ hoch, so dass die Gesamtzahl der RumĂ€niendeutschen von unter 50.000 Menschen[25] weiter sinken wird. Daneben existieren zahlreiche weitere Minderheiten: Ukrainer (0,3 %) in der Bukowina und Maramureș; Russisch-Lipowaner (0,2 %), TĂŒrken (0,2 %) und Tataren (0,1 %) in der Dobrudscha; Serben (0,1 %), Slowaken (0,1 %) und Tschechen (unter 0,1 %) im Banat. Bei Parlamentswahlen werden fĂŒr insgesamt 18 Minderheiten unabhĂ€ngig von den abgegebenen Stimmen jeweils ein Sitz in der Abgeordnetenkammer ausgewiesen.

Die Verteilung der Sprachen entspricht weitgehend den einzelnen NationalitĂ€ten.[23] Amtssprache RumĂ€niens ist laut Verfassung RumĂ€nisch (limba romĂąnă), eine der Ostromanischen Sprachen, das von 91 Prozent der Bevölkerung des Landes gesprochen wird. Ungarisch nimmt mit 6,7 Prozent regional ebenfalls eine bedeutende Rolle ein. In den Regionen, in denen jeweils eine der Minderheitensprachen von mehr als 20 Prozent der Bevölkerung gesprochen wird, ist diese offizielle Zweitsprache in Verwaltung, Gerichten und Schulen. Die hĂ€ufigsten Fremdsprachen in RumĂ€nien sind Englisch und Französisch, in SiebenbĂŒrgen und im Banat auch Deutsch.

Religionen

RumĂ€nien hat als sĂ€kulares Land keine Staatsreligion. 86,7 Prozent der Bevölkerung bekennen sich zur RumĂ€nisch-Orthodoxen Kirche.[23] Diese ist eine autokephale Kirche innerhalb der osteuropĂ€ischen Orthodoxie. Die ethnische und sprachliche Teilung RumĂ€niens setzt sich in der Kirchenzugehörigkeit fort, da die Ungarn vorzugsweise anderen Konfessionen als der RumĂ€nisch-Orthodoxen Kirche angehören.

Protestanten machen insgesamt 6,7 Prozent der Bevölkerung aus. Knapp die HĂ€lfte von ihnen gehören der Reformierten Kirche an, die ĂŒbrigen sind Pfingstler, Baptisten, Siebenten-Tags-Adventisten, Unitarier (Unitarische Kirche SiebenbĂŒrgen), Lutheraner (Evangelisch-Lutherische Kirche in RumĂ€nien und Evangelische Kirche A. B. in RumĂ€nien) oder Evangelikale. Ungarn und Deutsche in SiebenbĂŒrgen sind vor allem in den traditionellen protestantischen Kirchen vertreten, wĂ€hrend die RumĂ€nen (sofern sie nicht orthodoxen Glaubens sind) neueren protestantischen Freikirchen angehören. Insgesamt 5,6 Prozent der Bevölkerung sind Katholiken, wovon knapp ein Prozent auf die mit Rom unierte RumĂ€nische Griechisch-Katholische Kirche entfĂ€llt. Der Großteil der Katholiken in RumĂ€nien wird von den ethnischen Ungarn gestellt. Die in der Moldau lebenden Tschangos sind katholisch, ebenso wie die Mehrheit der Donauschwaben.

Muslime in RumĂ€nien machen 0,3 Prozent der Bevölkerung aus, wobei es sich vor allem um TĂŒrken und Tataren in der Dobrudscha handelt. Von den vor 1945 ursprĂŒnglich zahlreichen Juden in RumĂ€nien ist nur eine kleine Minderheit (unter 0,1 Prozent) ĂŒbrig geblieben. Die Anzahl der Konfessionslosen liegt trotz der langen kommunistischen Herrschaft nur bei 0,2 Prozent.

Menschenrechte

Im Zuge der Beitrittsverhandlungen zur EuropĂ€ischen Union stellte die EuropĂ€ische Kommission 2005 fest, dass RumĂ€nien beim Schutz der Menschenrechte Fortschritte gemacht habe. Allerdings ist vor allem der Umgang mit Minderheiten durch den rumĂ€nischen Staat und die rumĂ€nische Bevölkerung immer noch teilweise problematisch. So kommt es nach wie vor zu Diskriminierungen und Übergriffen gegen Angehörige der Volksgruppe der Roma. Auch ist die Situation in Institutionen fĂŒr psychisch kranke Menschen nach wie vor unbefriedigend. Amnesty International weist darauf hin, dass TodesfĂ€lle in psychiatrischen Anstalten weder effektiv noch unparteiisch untersucht wurden. Auch leiden laut Amnesty International nach wie vor Angehörige sexueller Minderheiten unter Diskriminierung und Intoleranz.[26]

Geschichte

→ Hauptartikel: Geschichte RumĂ€niens

Antike

Ethnogenese der RumÀnen

Das Gebiet des heutigen RumĂ€nien wurde laut Herodot mindestens seit dem 5. Jahrhundert v. Chr. von den thrakischen Völkern der Geten und Daker besiedelt.[27] In den folgenden Jahrhunderten kam es regelmĂ€ĂŸig zu militĂ€rischen Konflikten zwischen den Geto-Dakern einerseits und den jeweiligen Völkern sĂŒdlich der Donau (Odrysen, Makedonen, Römer). Seine grĂ¶ĂŸte Ausdehnung erreichte das Dakerreich unter König Burebista (60–44 v. Chr.) durch die Vereinigung mehrerer StĂ€mme. Nach seinem Tod zerfiel der Stammesverbund wieder.

Unter König Decebal kam es zur erneuten Vereinigung der dakischen StĂ€mme. Dieser fiel 85 n. Chr in die römische Provinz Moesia ein. Erst zwischen 101 und 106 wurde er von Kaiser Trajan in zwei FeldzĂŒgen nördlich der Donau besiegt. Decebals Herrschaftsgebiet wurde als Provinz Dacia mit der Hauptstadt Sarmizegetusa ins Römische Reich eingliedert, seine Bevölkerung romanisiert. Die Provinz umfasste in etwa das heutige SiebenbĂŒrgen, das Banat und Oltenien. Aufgrund seiner Goldvorkommen war Dacia fĂŒr die Römer interessant, militĂ€risch war die Provinz allerdings von Anfang an starkem Druck durch die Nachbarvölker ausgesetzt. Daher wurde sie unter Kaiser Aurelian bis 275 wieder aufgegeben und Teile ihrer Bevölkerung sĂŒdlich der Donau angesiedelt.

WĂ€hrend der Völkerwanderung wurde das Gebiet des heutigen RumĂ€niens nacheinander von Goten, Hunnen, Gepiden, Slawen, Awaren, Bulgaren, Ungarn, Petschenegen, Kumanen und schließlich kurzzeitig von den Mongolen kontrolliert. Das Schicksal der romanisierten Bevölkerung in der frĂŒheren Provinz Dacia und der damit zusammenhĂ€ngende Ursprung des rumĂ€nischen Volkes ist unter modernen Historikern umstritten: Die dako-romanische KontinuitĂ€tstheorie besagt, dass auch nach der Aufgabe der Provinz dauerhaft eine dakisch-romanische Bevölkerung nördlich der Donau verblieben sei, aus der zwischen dem 6. und 10. Jahrhundert die heutigen RumĂ€nen hervorgegangen seien. Dem gegenĂŒber steht die Migrationsthese, der zufolge die Ethnogenese der RumĂ€nen sĂŒdlich der Donau stattgefunden habe und diese Bevölkerungsgruppe erst nach dem Ungarneinfall (9. Jahrhundert) nach SiebenbĂŒrgen eingewandert sei. Die zwei Thesen beantworten die Frage nicht, inwieweit diese Bevölkerung sich den Assimilationsdruck im Bulgarischen Reich widersetzt hat.

Mittelalter

Die drei FĂŒrstentĂŒmer wurden durch die Karpaten geteilt: Moldau (rot), Walachei (blau), SiebenbĂŒrgen (gelb)

Ab Mitte des 6. Jahrhunderts gehörten weite Teile des heutigen RumĂ€niens zum Bulgarischen Reich. Auch die Christianisierung der örtlichen Bevölkerung, wie die EinfĂŒhrung des Kyrillischen Alphabets, das bis 1862 in RumĂ€nien verwendet wurde, fand in diesem Zeitraum statt.

In SiebenbĂŒrgen existierten im 12. und 13. Jahrhundert von RumĂ€nen gebildete politische Einheiten, die aber vom ungarischen ÁrpĂĄden-Reich abhĂ€ngig waren.[28] Jenseits der Karpaten etablierte der rumĂ€nische Adlige Basarab I. im frĂŒhen 14. Jahrhundert das FĂŒrstentum Walachei. War Basarab zunĂ€chst nur ein ungarischer Vasall, so wurde er 1330 nach seinem Sieg ĂŒber den König von Ungarn faktisch unabhĂ€ngig. Auf Ă€hnliche Weise wurde das FĂŒrstentum Moldau geschaffen, als der Adlige Bogdan I. seine UnabhĂ€ngigkeit 1365 militĂ€risch gegen Ungarn behauptete. Die beiden rumĂ€nischen FĂŒrstentĂŒmer grenzten sich zusĂ€tzlich vom katholischen Ungarn ab, indem zwei orthodoxe Metropolien in Argeș (1359) beziehungsweise Suceava (1401) eingerichtet wurden. SiebenbĂŒrgen erlangte als FĂŒrstentum innerhalb Ungarns ebenfalls eine gewisse Autonomie. Hier ging die Macht jedoch von den Ungarn und den eingewanderten SiebenbĂŒrger Sachsen aus, wĂ€hrend die orthodoxe rumĂ€nische Bevölkerung seit 1366 – und verschĂ€rft seit 1437 – rechtlich schlechter gestellt war.

Seit dem spĂ€ten 14. Jahrhundert war die Walachei außenpolitisch durch die Nachbarschaft zum expandierenden Osmanischen Reich geprĂ€gt. Bedeutende FĂŒrsten dieser Zeit waren Mircea cel BătrĂąn (Mircea der Alte, 1386–1418) und Vlad III. Drăculea (1456–1462, 1476), die teilweise militĂ€rische Erfolge gegen die TĂŒrken verbuchen konnten. Moldau musste sich wĂ€hrend dieser Epoche sowohl gegen den Einfluss Ungarns als auch Polens wehren. Unter dem FĂŒrsten Ștefan cel Mare (Stephan der Große, 1457–1504) nahm auch Moldau zeitweilig erfolgreich am Abwehrkampf gegen die TĂŒrken teil. Gegen Ende des 15. Jahrhunderts wurden die beiden rumĂ€nischen FĂŒrstentĂŒmer allerdings dem Osmanischen Reich gegenĂŒber tributpflichtig, auch wenn sie ihre politische und religiöse Autonomie bewahrten.

FrĂŒhe Neuzeit

Mitte des 16. Jahrhunderts verschwand das Königreich Ungarn als unabhĂ€ngige politische Macht.[29] Dies fĂŒhrte dazu, dass das FĂŒrstentum SiebenbĂŒrgen faktisch eigenstĂ€ndig wurde. FĂŒr Moldau und Walachei bedeutete der Niedergang Ungarns, dass sie politisch noch stĂ€rker dem Druck des Osmanischen Reiches ausgesetzt waren und schließlich zu dessen Vasallen wurden. Den Versuch einer antitĂŒrkischen Politik unternahm Mihai Viteazul (Michael der Tapfere, 1593–1601), der im Jahr 1600 die drei von RumĂ€nen bewohnten FĂŒrstentĂŒmer gefĂŒhrt hatte. Diese Machtkonzentration dauerte aber nur ein halbes Jahr an, da sie sowohl von den Nachbarstaaten als auch den internen Eliten abgelehnt wurde.

Das Osmanische Reich sicherte sich mit der Dobrudscha, dem Budschak (1538) und dem Banat (1551) verschiedene rumĂ€nische Territorien. Im 17. und 18. Jahrhundert trat die Habsburgermonarchie dem tĂŒrkischen Herrschaftsanspruch entgegen. Die Situation der rumĂ€nischen FĂŒrstentĂŒmer verschlechterte sich aber, da die Habsburger SiebenbĂŒrgen (1711), das Banat (1718), Oltenien (1718–1739) und die Bukowina (1775) unter ihre Kontrolle brachten. Nach dem Niedergang Polens ĂŒbte das Russische Reich, das sich 1812 in Bessarabien festsetzte, als dritte auslĂ€ndische Großmacht Einfluss auf die rumĂ€nischen FĂŒrstentĂŒmer aus. Auch die Innenpolitik Moldaus und der Walachei waren durch die außenpolitische Lage betroffen, da das Osmanische Reich griechischstĂ€mmige Phanarioten als FĂŒrsten einsetzte.

UnabhÀngigkeit

Carol I. – erster rumĂ€nischer König von 1881 bis 1914

Die Vertreter der Revolution von 1848 forderten eine Vereinigung der FĂŒrstentĂŒmer RumĂ€niens, wozu sich nach der SchwĂ€chung Russlands infolge des Krimkrieges eine außenpolitische Gelegenheit bot.[30] 1859 wurde Alexandru Ioan Cuza (1859–1866) sowohl zum FĂŒrsten der Walachei als auch Moldaus gewĂ€hlt. Am 24. Dezember 1861 schuf er eine Realunion durch die Proklamation des FĂŒrstentums RumĂ€nien (das sogenannte „Altreich“) mit der Hauptstadt Bukarest. Aufgrund innenpolitischer Konflikte wurde Cuza 1866 mit Billigung der GroßmĂ€chte durch die Adligen zur Abdankung gezwungen und durch den deutschen Prinzen Carol I. (Karl I., 1866–1914) aus der Dynastie Hohenzollern-Sigmaringen ersetzt. Im Russisch-Osmanischen Krieg 1877–1878 unterstĂŒtzten die RumĂ€nen Russland, woraufhin ihre UnabhĂ€ngigkeit auf dem Berliner Kongress bestĂ€tigt wurde. ZusĂ€tzlich erhielt RumĂ€nien die Dobrudscha gegen die Abtretung des sĂŒdlichen Bessarabiens an Russland. Am 26. MĂ€rz 1881 wurde das neue Königreich RumĂ€nien ausgerufen.

1913 kĂ€mpfte RumĂ€nien im Zweiten Balkankrieg gegen Bulgarien und sicherte sich im Frieden von Bukarest die sĂŒdliche Dobrudscha. Bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914 wollte Carol I. Partei zugunsten der MittelmĂ€chte ergreifen, setzte sich aber innenpolitisch nicht durch. Unter seinem Neffen und Nachfolger Ferdinand I. (1914–1927) trat RumĂ€nien im Sommer 1916 der Entente bei. Auf dem damit eröffneten neuen Kriegsschauplatz eroberten die RumĂ€nen zunĂ€chst Teile SiebenbĂŒrgens, wurden aber bald zurĂŒckgedrĂ€ngt. Bis Dezember 1916 eroberten und besetzten die MittelmĂ€chte in einer Gegenoffensive die Walachei, woraufhin Ferdinand I. und die Regierung in die Moldau fliehen mussten.

Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs schlossen sich 1918 die mehrheitlich rumĂ€nisch besiedelten Territorien Russlands und Österreich-Ungarns RumĂ€nien an. Dies fĂŒhrte 1919 zum Ungarisch-RumĂ€nischen Krieg, der mit der Besetzung Budapests durch die RumĂ€nen endete. In den FriedensvertrĂ€gen von Versailles 1919 und Trianon 1920 wurden RumĂ€niens neue Grenzen anerkannt: Vom untergegangenen Österreich-Ungarn erhielt es SiebenbĂŒrgen, das östliche Kreischgebiet, die Bukowina und zwei Drittel des Banats; vom bolschewistischen Russland zusĂ€tzlich Bessarabien.

GroßrumĂ€nien

→ Hauptartikel: GroßrumĂ€nien
Die Entwicklung des rumÀnischen Territoriums zwischen 1861 und 1947
Verteilung der Ethnien in den Kreisen GroßrumĂ€niens (VolkszĂ€hlung 1930)

Nach dem Ersten Weltkrieg hatten sich StaatsflĂ€che und Bevölkerungszahl des neuen „GroßrumĂ€niens“ verdoppelt, wodurch es von einem relativ einheitlichen Nationalstaat zu einem Vielvölkerstaat geworden war. Etwa ein Viertel der rumĂ€nischen StaatsbĂŒrger gehörten einer der nationalen Minderheiten wie Ungarn, Deutschen, Ukrainern oder Bulgaren an. Wie andere Staaten Europas war auch RumĂ€nien in der Zwischenkriegszeit von politischer InstabilitĂ€t gekennzeichnet. 1927 wurde Kronprinz Carol zum Thronverzicht gezwungen und sein minderjĂ€hriger Sohn Mihai I. (Michael I., 1927–1930, 1940–1947) wurde König. Sein Vater bestieg jedoch 1930 doch noch als Carol II. (Karl II., 1930–1940) den Thron. Dieser errichtete 1938 eine Königsdiktatur mit der BegrĂŒndung, eine Beteiligung der faschistischen Eisernen Garde an der Regierung zu verhindern.

RumĂ€nien wandte sich außenpolitisch in den 1930ern dem nationalsozialistischen Deutschland zu. Nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs und der sich daran anschließenden territorialen Neuordnung Europas (Hitler-Stalin-Pakt) verlor RumĂ€nien große Gebiete seines Staatsgebietes: Im Sommer 1940 fielen an die Sowjetunion die Nordbukowina, das Herza-Gebiet und Bessarabien; an Bulgarien die SĂŒddobrudscha; an Ungarn das nördliche SiebenbĂŒrgen (Zweiter Wiener Schiedsspruch). Carol II. ging nach diesen Verlusten ins Exil.

Die Macht in RumĂ€nien fiel an den General Ion Antonescu. Dieser errichtete ein faschistisches Regime und trat den AchsenmĂ€chten bei. WĂ€hrend des Zweiten Weltkriegs beteiligte sich RumĂ€nien 1941 am zunĂ€chst erfolgreichen deutschen Feldzug gegen die Sowjetunion, wodurch die ein Jahr zuvor verlorenen Gebiete wieder rumĂ€nisch wurden. Innenpolitisch wurden Juden und Roma vom Antonescu-Regime verfolgt und ermordet.[31] Die erfolgreiche Offensive der Sowjetunion im August 1944 fĂŒhrte zum Sturz Antonescus und zum Frontwechsel RumĂ€niens. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs erhielt es zwar NordsiebenbĂŒrgen von Ungarn zurĂŒck, doch kamen Bessarabien, das Herza-Gebiet und die Nordbukowina wieder unter sowjetische Herrschaft. Der Hauptteil dieses Gebietes bildet heute den eigenstĂ€ndigen Staat Moldawien, der Rest ist Teil der Ukraine.

Volksrepublik und Sozialistische Republik

Nicolae Ceaușescu – rumĂ€nischer Autokrat von 1965 bis 1989

Nach dem Zweiten Weltkrieg geriet RumĂ€nien unter sowjetischen Einfluss. Die Eliten des alten Systems und politische Gegner wurden enteignet, verschleppt oder ermordet. 1947 wurden alle bĂŒrgerlichen Parteien verboten, König Mihai I. wurde abgesetzt. Die Sozialdemokraten wurden mit der zuvor unbedeutenden Partidul Comunist din RomĂąnia (PCR) zwangsvereinigt, woraus ab MĂ€rz 1948 die Partidul Muncitoresc RomĂąn (PMR, deutsch RumĂ€nische Arbeiterpartei) hervorging. Diese rief die Volksrepublik RumĂ€nien aus, in der Gheorghe Gheorghiu-Dej der bestimmende Mann war. 1948 erfolgte eine letzte territoriale Abtretung, als die Schlangeninsel der Sowjetunion ĂŒbergeben wurde.

Staat und Wirtschaft RumĂ€niens wurden systematisch nach kommunistischen Vorstellungen umgeformt: 1948 wurde die Industrie verstaatlicht, ab 1950 auch die Landwirtschaft. Mitte der 1950er verbesserte sich die wirtschaftliche Versorgungslage in RumĂ€nien, was die innenpolitische Lage stabilisierte. Um den ethnischen Gegensatz mit den Ungarn innerhalb RumĂ€niens abzuschwĂ€chen, wurde 1952 in deren Hauptsiedlungsgebiet das autonome Szeklerland eingerichtet. Außenpolitisch strebte Gheorghiu-Dej eine vorsichtige EigenstĂ€ndigkeit gegenĂŒber der Sowjetunion an, dennoch trat RumĂ€nien 1949 dem Rat fĂŒr gegenseitige Wirtschaftshilfe und 1955 dem Warschauer Pakt bei.

Die rumÀnische Revolution im Dezember 1989

Am 21. August 1965 wurde unter der FĂŒhrung der sich nun Partidul Comunist RomĂąn (PCR) nennenden RumĂ€nischen Kommunistischen Partei die Sozialistische Republik RumĂ€nien ausgerufen. FĂŒhrender Mann des Landes wurde Nicolae Ceaușescu, der nach dem Tod von Gheorghiu-Dej das Amt des GeneralsekretĂ€rs der Kommunistischen Partei ĂŒbernommen hatte. Ceaușescu unternahm mehrere radikale Einschnitte in die rumĂ€nische Wirtschaft und Gesellschaft: Gesetze zur Förderung des Kinderreichtums und ein Abtreibungsverbot sollten die Bevölkerungszahl RumĂ€niens steigern.[32] Mittels auslĂ€ndischer Kredite und durch die Umsiedlung von Teilen der Landbevölkerung in die StĂ€dte sollte das agrarisch geprĂ€gte Land industrialisiert werden.

Diese Maßnahmen fĂŒhrten jedoch nicht zum gewĂŒnschten Erfolg, sondern seit den 1970er Jahren zu einer Versorgungskrise. Der Zusammenbruch der Volkswirtschaft und die mangelnde BonitĂ€t RumĂ€niens zwang das Regime zum Export von GrundversorgungsgĂŒtern. Dennoch bewahrte Ceaușescu seine Macht durch die Geheimpolizei Securitate und einen ausgeprĂ€gten Personenkult. Nach dem Mauerfall und der Wende 1989 in der DDR und den anderen Staaten des Ostblocks kam es zur RumĂ€nischen Revolution. Demonstrationen forderten das Ende des mit Gewalt regierenden Ceaușescu-Regimes, was zu mehr als tausend Todesopfern fĂŒhrte. Nachdem sich die Armee mit den Demonstranten verbĂŒndet hatte, wurde Ceaușescu am 25. Dezember 1989 vor ein MilitĂ€rgericht gestellt und standrechtlich erschossen.

RumÀnien seit 1990

In der nachkommunistischen Zeit konnte sich RumĂ€nien nur langsam von den Folgen jahrzehntelanger Diktatur und Misswirtschaft erholen. Vorherrschende Partei in den Jahren nach der Revolution wurde die sozialdemokratische PSD (Partidul Social Democrat) unter dem neuen StaatsprĂ€sidenten Ion Iliescu. Die PSD rekrutierte sich grĂ¶ĂŸtenteils aus den alten kommunistischen Eliten. Dennoch verfolgte RumĂ€nien fortan einen demokratischen und marktwirtschaftlichen Kurs. Außenpolitisch orientierte es sich nach Westen.

1996 wurde Emil Constantinescu neuer StaatsprĂ€sident, seine Partei, die christdemokratische PNȚ-CD, wurde stĂ€rkste Kraft im Parlament. Sie scheiterte jedoch bei den Wahlen 2000 an der FĂŒnfprozenthĂŒrde, was eine RĂŒckkehr der PSD an die Regierung ermöglichte. Iliescu wurde wieder StaatsprĂ€sident, Adrian Năstase neuer MinisterprĂ€sident. Im Jahr 2004 trat RumĂ€nien der NATO bei.

Bei den PrĂ€sidentschaftswahlen 2004 setzte sich Traian Băsescu durch, der sich auf eine Mitte-rechts-Koalition stĂŒtzte. 2007 wurde RumĂ€nien Teil der EuropĂ€ischen Union. Im selben Jahr kam es zu einem Machtkampf zwischen Băsescu und dem MinisterprĂ€sidenten Călin Popescu-Tăriceanu von der nationalliberalen PNL. Băsescu wurde zeitweilig vom Parlament suspendiert, kehrte aber nach einem fĂŒr ihn positiven Referendum in sein Amt zurĂŒck.

Die Parlamentswahlen in RumĂ€nien 2008 fanden erstmals entkoppelt von den PrĂ€sidentschaftswahlen statt. Die PSD und die neu gegrĂŒndete PD-L gingen daraus als Sieger hervor, woraufhin sie eine Regierung unter Emil Boc bildeten.[33]

Politik

Politisches System

Der Parlamentspalast in Bukarest

RumĂ€nien ist eine reprĂ€sentative parlamentarische Demokratie mit einem semi-prĂ€sidentiellen Regierungssystem. Staatsoberhaupt ist der PrĂ€sident (președinte), Regierungschef ist der MinisterprĂ€sident (Prim-ministru). Die gesetzgebende Gewalt liegt bei einem Zweikammerparlament.

Der PrĂ€sident wird direkt vom Volk gewĂ€hlt. ErhĂ€lt kein Kandidat im ersten Durchgang eine absolute Mehrheit, wird eine Stichwahl durchgefĂŒhrt. Die Amtszeit des PrĂ€sidenten betrĂ€gt fĂŒnf Jahre, wobei die Möglichkeit zur einmaligen Wiederwahl besteht. Als Staatsoberhaupt ernennt der PrĂ€sident den MinisterprĂ€sidenten und ist Oberbefehlshaber der StreitkrĂ€fte. Amtierender PrĂ€sident RumĂ€niens ist seit 2004 der ehemalige BĂŒrgermeister von Bukarest, Traian Băsescu.

Sitzverteilung im rumÀnischen Parlament seit 2008

Das Parlament ist fĂŒr die nationale Gesetzgebung zustĂ€ndig. Es besteht aus zwei Kammern: der Abgeordnetenkammer mit derzeit 334 Parlamentariern (Camera Deputaților) und dem Senat (Senatul) mit 137. Die Mitglieder werden in einem gemischten Personen- und VerhĂ€ltniswahlrecht gewĂ€hlt. Eine Legislaturperiode dauert vier Jahre. Parteien ziehen nur in das Parlament ein, wenn sie die Sperrklausel von fĂŒnf Prozent aller abgegebenen Stimmen ĂŒbertreffen. Insgesamt sind achtzehn Sitze fĂŒr Abgeordnete von Minderheitenparteien reserviert.

Seit den Wahlen vom November 2008 bildeten zunĂ€chst die konservative Partidul Democrat Liberal (PD-L) und die sozialdemokratische Partidul Social Democrat (PSD) eine Regierung unter MinisterprĂ€sident Emil Boc. Die Opposition wurde von der liberalen Partidul Național Liberal (PNL) sowie die Demokratischen Union der Ungarn in RumĂ€nien (UDMR) gebildet. Die nationalistische Partidul RomĂąnia Mare verfehlte den Wiedereinzug ins Parlament. Ende 2009 brach die Koalition aus PD-L und PSD auseinander; seitdem regieren die PD-L und die UDMR in einer Minderheitsregierung, erneut unter FĂŒhrung von Emil Boc.

Außen- und Sicherheitspolitik

RumÀnische Soldaten in Afghanistan (2003)

RumĂ€nien ist in die bedeutenden europĂ€ischen und transatlantischen StaatenbĂŒnde integriert. Es trat am 1. Januar 2007 unter Auflagen der EuropĂ€ischen Union bei. Die EU verlangt allerdings von RumĂ€nien, dass es die Korruption bekĂ€mpft, eine unabhĂ€ngige Justiz aufbaut und funktionierende Behörden schafft.[34] Im Zuge der NATO-Osterweiterung wurde RumĂ€nien am 29. MĂ€rz 2004 Mitglied der NATO und ist seitdem in die transatlantische Sicherheitsstruktur eingebunden. 2004 und 2005 war RumĂ€nien nichtstĂ€ndiges Mitglied im UN-Sicherheitsrat, im Juli 2004 und im Oktober 2005 fĂŒhrte es den Vorsitz.

Die Armata RomĂąnă (RumĂ€nische Armee) sind die StreitkrĂ€fte RumĂ€niens. Sie setzt sich aus 75.000 Berufssoldaten und 15.000 zivilen Mitarbeitern zusammen. Das Verteidigungsbudget macht ungefĂ€hr zwei Prozent des Bruttoinlandprodukts aus.[35] RumĂ€nien nimmt an den NATO-Missionen in Bosnien (SFOR) und dem Kosovo (KFOR) teil. Außerdem unterstĂŒtzt die Armee die militĂ€rischen Operationen der Vereinigten Staaten in Afghanistan und dem Irak. Die rumĂ€nische Regierung hat allerdings angekĂŒndigt, ihre Truppen aus dem Irak abzuziehen.[36]

Gesundheitspolitik

Das Gesundheitswesen war bis 1996 staatlich gelenkt. Danach wurde eine Pflicht-Krankenversicherung eingefĂŒhrt, ĂŒber die ein Großteil Ă€rztlicher Leistungen sowie Arzneimittel zur Behandlung chronischer Erkrankungen abgedeckt werden. Der derzeitige Beitragssatz von etwa zwölf Prozent wird paritĂ€tisch von Arbeitgebern und Arbeitnehmern finanziert. Kinder und Jugendliche, Behinderte, Veteranen und Arbeitslose sind beitragsbefreit. Die 42 regionalen Krankenkassen schließen mit den Leistungserbringern (KrankenhĂ€user, Ambulanzen, Gesundheitszentren) VertrĂ€ge ab. Seit 2004 gibt es private Zusatzversicherungen. Nach Angaben des nationalen StatistikbĂŒros machen „Selbstzahlungen“ 30 Prozent der Gesamtausgaben fĂŒr Gesundheit aus. Der Anteil der Gesundheitsausgaben am Bruttoinlandsprodukt liegt unter vier Prozent (Deutschland: 10,7 Prozent). Die Ausgaben fĂŒr Gesundheit pro Einwohner betragen jĂ€hrlich etwa 120 Euro (Deutschland: 2.900 Euro). 2007 wanderten vor allem wegen der niedrigen Bezahlung etwa 4000 und damit jeder zehnte Mediziner aus.[37]

Verwaltungsgliederung

Kreise

Die Kreise RumÀniens

Die historischen Regionen haben in RumĂ€nien keine administrative Bedeutung. Der Staat ist in 41 Kreise („județ“, Pl.: „județe“) sowie die Hauptstadt Bukarest unterteilt. Diese zentralistische Verwaltungsgliederung wurde nach dem Vorbild der französischen DĂ©partements im 19. Jahrhundert geschaffen. In den ersten Jahren der kommunistischen Herrschaft wurde diese Ordnung verĂ€ndert, doch kehrte RumĂ€nien 1968 zum ursprĂŒnglichen System zurĂŒck. Davon abweichend wurden 1981 die Kreise Ialomița und Ilfov in die Kreise Călărași, Giurgiu, Ialomița und Ilfov neu organisiert. Bis 1995 war Ilfov kein selbststĂ€ndiger Kreis, sondern von Bukarest abhĂ€ngig.

Im Durchschnitt haben die rumĂ€nischen Kreise (inklusive der Hauptstadt) etwas mehr als 500.000 Einwohner auf 5.676 kmÂČ. Verglichen mit föderalistischen Verwaltungsstrukturen in Deutschland oder den USA, wo einzelne Verwaltungseinheiten andere der gleichen Ebene um mehr als das Zehnfache an GrĂ¶ĂŸe ĂŒbertreffen, weichen die Zahlen in RumĂ€nien nur gering voneinander ab. Abgesehen von der Hauptstadtregion reicht die Bevölkerungsanzahl in den Kreisen von etwa 222.000 (Covasna) bis 829.000 (Prahova). Der flĂ€chenmĂ€ĂŸig grĂ¶ĂŸte Kreis ist Timiș mit 8.697 kmÂČ, der kleinste Ilfov mit 1.593 kmÂČ. Letzterer umgibt Bukarest und ist deutlich kleiner als die ĂŒbrigen Verwaltungseinheiten. Bereits der zweitkleinste Kreis Giurgiu erstreckt sich ĂŒber 3.526 kmÂČ.

Parallel existieren in RumĂ€nien acht Planungsregionen. Diese wurden 1998 im Zuge der Vorbereitung auf den EU-Beitritt geschaffen. Sie haben keine realen Befugnisse und sind somit auch keine juristischen Verwaltungseinheiten. Die Planungsregionen sind allerdings fĂŒr die Zuteilung von EU-Fördergeldern sowie fĂŒr statistische Erhebungen von Bedeutung.

StĂ€dte ĂŒber 200.000 Einwohner, Stand Januar 2009[38]
Rang RumÀnischer
Name
Deutscher
Name
Einwohner
1. București Bukarest 1.944.367
2. Timișoara Temeswar 311.586
3. Iași Jassy 308.843
4. Cluj-Napoca Klausenburg 306.474
5. Constanța Konstanza 302.171
6. Craiova Krajowa 298.928
7. Galați Galatz 291.354
8. Brașov Kronstadt 278.048
9. Ploiești 229.285
10. Brăila 212.501
11. Oradea Großwardein 204.477

StÀdte

Die mit Abstand grĂ¶ĂŸte Stadt RumĂ€niens ist die Landeshauptstadt Bukarest, in der ĂŒber 1,9 Millionen Einwohner leben, was sie zur insgesamt sechstgrĂ¶ĂŸten Stadt innerhalb der EuropĂ€ischen Union macht. Sie ist daneben das Zentrum der Großen Walachei (Muntenien).

Gleich mehrere StĂ€dte liegen etwa um einen Wert von 300.000 Einwohnern herum, wobei es sich meist um die historischen Zentren der rumĂ€nischen Regionen handelt: Das im Banat gelegene Timișoara war Ausgangspunkt der Revolution von 1989. Iași ist die bedeutendste Stadt der Moldau. Cluj-Napoca in SiebenbĂŒrgen verfĂŒgt ĂŒber eine dreisprachige UniversitĂ€t (rumĂ€nisch, ungarisch, deutsch). Constanța in der Dobrudscha ist der wichtigste EU-Hafen am Schwarzen Meer. Craiova ist das Zentrum der Kleinen Walachei (Oltenien). Der bedeutende Binnenhafen Galați liegt am Zusammenfluss von Donau und Sereth. Brașov war eines der historischen Zentren der SiebenbĂŒrger Sachsen.

Insgesamt haben 24 StĂ€dte RumĂ€niens mehr als 100.000, weitere 22 StĂ€dte mehr als 50.000 Einwohner.

Infrastruktur

Die Infrastruktur RumĂ€niens hat gewisse Probleme. RumĂ€nien wird von den paneuropĂ€ischen Verkehrskorridoren Nr. 4 und Nr. 9 durchquert sowie von Nr. 7 (Wasserweg Donau) in seinem SĂŒden begrenzt. Investitionen in den Eisenbahnverkehr sowie den Zustand der Straßen sind dringend nötig.

Obwohl RumÀnien seit 1. Januar 2007 Mitglied der EU ist und dadurch Geld zur Verbesserung und zum Ausbau der Infrastruktur bei der EU beantragt werden kann, geschieht dies nur sehr zögerlich. Der mögliche Rahmen wird bei weitem nicht ausgeschöpft. Ursache ist die ineffiziente Verwaltung welche die Infrastrukturprojekte nicht in angemessener Zeit vorantreibt.

Großprojekte

Projekt Wert Stand 2006 Anmerkung
Transilvanien-Autobahn, (Brașov-Bors), 680 km 2,2 Mrd. Euro, bis 2012 Arbeiten nach Unterbrechung wieder aufgenommen Staatliche Finanzierung; AusfĂŒhrung: Bechtel
Karpaten-Autobahn, (Bukarest-Brașov) rund 1,7 Mrd. Euro. Ausschreibungen laufen; Bau von Anfang 2007 bis 2009 Staatliche Finanzierung oder PPP
StÀdtische Infrastrukturprojekte in Bukarest circa 5,7 Mrd. Euro Ausschreibungen bis 2008 StÀdt. Eurobondanleihe, Bankkredite und private Finanzierungen
Bahnmodernisierung bis 2018 circa 17 Mrd. Euro in Planung EU-Kofinanzierungen angestrebt
Erdölsektor, Raffineriemodernisierung, Tankstellennetzausbau 3 Mrd. Euro bis 2010 in Planung Investor: Petrom/OMV
Erweiterung des KKW in Cernavoda, Block drei und fĂŒnf bis 2011 bzw. 2015 2,2 Mrd. Euro in Vorbereitung Betreiber: Nuclearelectrica S.A.
Metro-Erweiterungsprojekt in Bukarest, Linie V 1 Mrd. Euro in Vorbereitung EIB-Kredit von 370 Mio. Euro genehmigt

Flugverkehr

Es existieren zwei FlughĂ€fen bei Bukarest, weiterhin je einer bei Arad, Baia Mare, Craiova, Sibiu, TĂąrgu Mureș, Constanța, Cluj-Napoca, Timișoara, Oradea, Bacău, Suceava und Iași. Einheimische Fluggesellschaften sind TAROM, Carpatair und die Billigfluggesellschaft Blue Air.

Straßennetz

Um die Autobahnen und Nationalstraßen in RumĂ€nien benutzen zu dĂŒrfen, muss eine Vignette (rovinietă) erworben werden. Es existieren mit der A1 und A2 zwei Autobahnen in RumĂ€nien, doch sind weitere in Planung, um das Land stĂ€rker an die ĂŒbrige EU anzuschließen:

Im Gegensatz zu den relativ gut ausgebauten Autobahnen (Tempolimit: 130 km/h) sind die ĂŒbrigen Straßen – auch die Europastraßen – in einem grĂ¶ĂŸtenteils schlechten Zustand, seit 2007 jedoch werden sehr viele Straßen ausgebaut und/oder renoviert. Auf der Hauptverbindung zwischen Ungarn und Bulgarien (Europastraßen E 68, E 70, E 81 Szeged (Ungarn)–Arad–Deva–Sibiu–Bukarest–Russe (Bulgarien)) ist eine maximale Durchschnittsgeschwindigkeit von 50 bis 60 km/h möglich.

Die Europastraße E 70/E 79 (Calafat–Craiova–Drobeta Turnu Severin–Timișoara–Arad), die als Alternative zur viel befahrenen Strecke durch die Karpaten dienen könnte, wird zurzeit (Oktober 2009) auf der ganzen Strecke ausgebaut. Die zahlreichen Baustellen sind, mit Ampeln abgesichert, einspurig passierbar, deshalb sinkt hier die Durchschnittsgeschwindigkeit auf ca. 30 bis 40 km/h.

Die Hauptstraßen fĂŒhren meist direkt durch Ortschaften, in denen es hĂ€ufig vor Schulen und Zebrastreifen Bremsschwellen gibt. Auch neu asphaltierte Straßen sind aufgrund der Hitze des Sommers oft sehr wellig, was zum Aufschaukeln fĂŒhrt.

Das rumĂ€nische Tankstellen- und WerkstĂ€ttennetz ist gut ausgebaut. Auf Europastraßen sind die ZapfsĂ€ulen meist rund um die Uhr geöffnet. Daneben gibt es zahlreiche RaststĂ€tten und Mini-Markets, die immer geöffnet haben.

Eisenbahn

Das rumÀnische Eisenbahnnetz

Große Teile des Streckennetzes und des rollenden Materials der RumĂ€nischen Staatsbahn (CFR) haben einen starken Modernisierungsbedarf, wobei es in den letzten Jahren punktuelle Verbesserungen gab. So werden seit Anfang 2003 im Fernverkehr moderne Desiro-ZĂŒge (CFR-Baureihe 96) unter dem Namen „Săgeata Albastră“ („Blauer Pfeil“) eingesetzt.

Telekommunikation

In RumĂ€nien verfĂŒgen laut Eurostat nur ca. 22 Prozent der Haushalte ĂŒber einen Internetzugang. Etwa sieben Prozent der Haushalte verfĂŒgen ĂŒber einen Breitbandinternetanschluss. GrĂ¶ĂŸter Anbieter im Festnetzbereich mit drei Millionen FestnetzanschlĂŒssen ist Romtelecom, der privatisierte Nachfolger der RumĂ€nischen Post. Es gibt mehr MobilfunkanschlĂŒsse als FestnetzanschlĂŒsse in RumĂ€nien.

Es gibt folgende Mobilfunknetzbetreiber in RumÀnien

  • Vodafone RumĂ€nien (ca. 8 Millionen Kunden, Stand 2008)
  • Orange RumĂ€nien (ca. 7 Millionen Kunden, Stand 2008)
  • Cosmote (ca. 3,6 Millionen Kunden, Stand 2008)
  • Zapp Mobile

Wirtschaft

→ Hauptartikel: Wirtschaft RumĂ€niens

Zu den BodenschĂ€tzen RumĂ€niens gehören Erdgas, Kohle (vor allem Braunkohle), Salz, Gold und Erdöl. Das Land wird zu 41 Prozent durch Ackerland genutzt, zu 29 Prozent durch Wald, zu 21 Prozent durch Weide und zu 3 Prozent durch permanente Saat. Die ĂŒbrigen geschĂ€tzten 6 Prozent treffen auf andere LĂ€ndereien zu.

RumĂ€nische Nationalbank in Bukarest (Banca Națională a RomĂąniei)

RumĂ€nien erwirtschaftete im Jahr 2010 ein Bruttoinlandsprodukt (BIP) von etwa 161,629 Mrd. US$ , was einem BIP pro Kopf von 7.542 US$ entspricht.[2] Im Vergleich mit dem BIP der EU, ausgedrĂŒckt in Kaufkraftstandards, erreichte RumĂ€nien 2006 einen Index von 38,4 (EU-27 = 100).[39] Trotz der positiven volkswirtschaftlichen Gesamtentwicklung in den Jahren von 2001 bis 2008 (BIP-Wachstum von durchschnittlich 6 Prozent) bedarf die rumĂ€nische Wirtschaft weiterer Reformen. Im Krisenjahr 2009 verringerte sich die Wirtschaftsleistung des Landes um erhebliche 7 Prozent. Im darauffolgenden Jahr 2010 schrumpfte wie Wirtschaft um weitere 1,2 Prozent und fĂŒr das Jahr 2011 rechnet der Internationale WĂ€hrungsfonds mit einer leichten Erholung der Wirtschaft von ca. 1,5 Prozent.[40]</br> Die ZuwĂ€chse stammen aus Landwirtschaft, Industrie und Bauwesen. Der durchschnittliche Bruttolohn erreichte im Jahr 2007 einen Betrag von 781 € (Euro zu KaufkraftparitĂ€t).[41]

Laut SchĂ€tzungen des CIA lag der Anteil des Dienstleistungssektors am BIP 2011 bei 50 Prozent, der Anteil des Industriesektors bei 37,8 Prozent und der Landwirtschaftssektor bei 12,3 Prozent des BIP.[42] Im Jahr 2004 waren mit 22,6 Prozent RekordzuwĂ€chse im Landwirtschaftssektor zu verzeichnen. Die jĂ€hrliche Teuerungsrate ging in RumĂ€nien seit der ersten Welle der EU-Erweiterung 2004 von 9,6 % auf 8,6 % im Jahr 2005 zurĂŒck. Im Jahr 2010 lag die Inflationsrate bei 6,1  Prozent.[43]

Obwohl die Wirtschaft 2005 weiterhin wuchs und auch das Exportvolumen gesteigert werden konnte, hatte RumĂ€nien 2005 eine Steigerung des Außenhandelsdefizits gegenĂŒber dem Vorjahr um 3 Mrd. Euro zu verzeichnen[44], was mit der im VerhĂ€ltnis zur Produktionsleistung ĂŒberproportional gestiegenen Nachfrage nach ImportgĂŒtern zu erklĂ€ren ist, die durch Erleichterungen bei der Kreditvergabe möglich wurde. Das hieraus resultierende Leistungsbilanzdefizit belief sich auf rund 9 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.[44]

Im Juli 2011 hat RumĂ€nien das Zahlungssystem TARGET2 fĂŒr den Euro-Transfer lanciert.[45] Seit 2005 gilt eine Einheitssteuer von 16 %. RumĂ€nien ist einer der grĂ¶ĂŸten Produzenten von Halbleiter-Anwendungen wie PC-Hauptplatinen, Notebooks und WLAN-Komponenten, die unter verschiedensten (konkurrierenden) Marken weltweit abgesetzt werden. Man bezeichnet dieses als Original Equipment Manufacturer (OEM).

Infolge der Finanzkrise geriet auch RumĂ€nien Ende 2008 in finanzielle Schwierigkeiten. Mitte MĂ€rz 2009 beschloss der Internationale WĂ€hrungsfonds (IWF) Hilfen von knapp 13 Milliarden Euro in einem zweijĂ€hrigen Stand-by-Kredit fĂŒr RumĂ€nien bereitzustellen, ergĂ€nzt um 5 Milliarden Euro aus dem Notfallfonds der EuropĂ€ischen Kommission und zusĂ€tzlichen 2 Milliarden Euro von weiteren internationalen Organisationen.[46]

Privatisierung und BeschÀftigung

Die Privatisierung der staatlichen Betriebe wird fortgesetzt. Im Juli 2004 erhielt der österreichische Energieversorger OMV die Aktienmehrheit an dem rumĂ€nischen Öl- und Erdgaskonzern PETROM (60.000 Mitarbeiter). Ende 2005 erhielt die österreichische Erste Bank den Zuschlag fĂŒr eine Beteiligung von 61,88 Prozent an der grĂ¶ĂŸten rumĂ€nischen Bank, der Banca Comercială RomĂąnă (BCR). Der Kaufpreis von 3,75 Mrd. EUR war bisher die mit Abstand grĂ¶ĂŸte Direktinvestition in RumĂ€nien. Nach Zahlen der Wirtschaftskammer wurden bisher rund 30 Prozent aller auslĂ€ndischen Investitionen in RumĂ€nien von österreichischen Firmen getĂ€tigt. Betrug die Erwerbslosenquote im Jahr 2005 noch 5,9 %, waren es im September 2007 nur noch 3,9 %.[47] Der Staat schreibt einen gesetzlichen Mindestlohn von etwa 150 Euro vor.[48] Nach wie vor suchen aber viele RumĂ€nen Arbeit im Ausland, vorzugsweise in den MittelmeerlĂ€ndern Italien und Spanien.

Industrie

Die Industrie trĂ€gt zu beinahe 35 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei und beschĂ€ftigt etwa 20 Prozent aller ArbeitskrĂ€fte. Hergestellt werden in RumĂ€nien vor allem Elektronik wie Computer, TelekommunikationsausrĂŒstungen, Unterhaltungselektronik und Halbleiter; daneben Fahrzeuge, Schiffe, Produkte der chemischen Industrie, Stahl und Produkte der Leichtindustrie wie Textilien, Schuhe oder Lebensmittel.

Tourismus

2003 erwirtschaftete der Tourismus 780 Millionen Dollar, 14 Prozent mehr als 2002. Die Zahl der GĂ€ste betrug 5,6 Millionen (davon 1,1 Mio aus dem Ausland), was einem Zuwachs von 15,5 Prozent entsprach.

Zum Herbst des Jahres 2004 war der Baustart fĂŒr das erste von zwei touristischen Großprojekten geplant. Nach einem Fossilienfund entsteht im Kreis Hunedoara ein Dinosaurierpark. Der Baubeginn des zweiten Großprojekts â€“ des Themenparkes Dracula-Park bei Sighișoara (SchĂ€ĂŸburg) â€“ wurde bisher von einer BĂŒrgerinitiative verhindert und soll jetzt in der NĂ€he von Bukarest entstehen.

Mit dem 1. Juli 2005 erfolgte eine WĂ€hrungsumstellung. Der Kurs betrĂ€gt (Stand Januar 2009) 4,22 Lei = 1 Euro. Es wurden neue Geldscheine und auch MĂŒnzen in Umlauf gebracht, die alten Zahlungsmittel haben ihre GĂŒltigkeit verloren (2007).

In RumĂ€nien besteht seit Januar 2005 eine Vignettenpflicht fĂŒr PKW und LKW auf allen Straßen. Die Vignetten („Rovinieta“) sind an den GrenzĂŒbergĂ€ngen und den meisten Tankstellen von OMV, Rompetrol und Petrom erhĂ€ltlich. Bei der Ausreise wird an der Grenze oft kontrolliert, ob die Rovinieta und der dazugehörige Kaufbeleg vorhanden und gĂŒltig sind. Der Preis der Vignette richtet sich seit 2008 nicht mehr nach der Abgaseinstufung (Euronorm), sondern wird pauschal erhoben. Die Preise fĂŒr PKW betragen 2008 fĂŒr die Jahresvignette 28 Euro, fĂŒr eine 30-Tages-Vignette 7 Euro und fĂŒr die 7-Tages-Vignette 3 Euro. Die Vignette wird bisher nicht gelocht oder gestempelt, daher muss der Kassenbeleg unbedingt aufgehoben werden.[49]

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste 2009 Ausgaben von umgerechnet 63,3 Mrd. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 51,4 Mrd. US-Dollar gegenĂŒber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Höhe von 7,3 % des BIP.[8] Die Staatsverschuldung betrug 2009 39,0 Mrd. US-Dollar oder 24,0 % des BIP.[8]

2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:

Korruption als strukturelle Erscheinung

Im Jahr 2011, drei Jahre nach dem Beitritt RumĂ€niens zur EuropĂ€ischen Union, ist laut Meinung der EuropĂ€ischen Kommission nicht viel passiert im Kampf gegen Korruption und organisierte KriminalitĂ€t: RumĂ€nien zeige nicht genĂŒgend politischen Willen zur Reform und liege weit hinter europĂ€ischen Standards zurĂŒck.

In ihrem jĂ€hrlichen Fortschrittsbericht kritisierte die EuropĂ€ische Kommission vor allem RumĂ€nien (und Bulgarien). RumĂ€nien zeige "nicht genĂŒgend politischen Willen zur UnterstĂŒtzung des Reformprozesses". Einen "schweren RĂŒckschritt" sieht die EU-Kommission insbesondere im Streit ĂŒber die nationale Anti-Korruptions-Behörde. Diese Institution soll mögliche FĂ€lle von Betrug durch hochrangige Beamte, Regierungsmitglieder und Parlamentarier aufdecken. Ein verabschiedetes Gesetz, das diese Behörde schwĂ€che, mĂŒsse revidiert werden, forderte ein Kommissionssprecher. "RumĂ€nien bricht hier seine Zusagen aus dem EU-Beitritt."

RumĂ€nien war trotz Zweifeln an seiner Beitrittsreife Mitglied der EuropĂ€ischen Union geworden. Seitdem ĂŒberwacht die EU-Kommission die Reformen. Wann das "Kooperations- und Kontrollverfahren" auslaufen soll, steht noch nicht fest. 2008 hatte die Kommission Zahlungen aus verschiedenen EU-Fonds wegen der Korruption in RumĂ€nien zeitweilig gestoppt.

Der EU-Sprecher sagte, dass dieses Mal zunĂ€chst aber nicht an konkrete Strafen gedacht werde. "Es ist jetzt nicht die Zeit fĂŒr Sanktionen, sondern fĂŒr die Behörden, RumĂ€nien wieder auf die richtige Spur zu bringen." In RumĂ€nien mĂŒsse die öffentliche Auftragsvergabe ĂŒberarbeitet werden. "Sollten wir aber Probleme bei bestimmten EU-Fonds sehen, werden wir angemessene Maßnahmen ergreifen." Es sei "normal", dass sich die Kommission um den Schutz von Steuergeldern kĂŒmmere.[51]

Kultur

Sibiu (Hermannstadt):Brukenthal-Palais, links das „Blaue Stadthaus“, rechts das Rathaus.
Timișoara (Temeswar): PiaĆŁa Unirii mit dem römisch-katholischen Dom und der DreifaltigkeitssĂ€ule.
→ Hauptartikel: RumĂ€nische Kultur

RumĂ€nien teilt die traditionelle Kultur (RumĂ€nische Kultur) mit der von Moldawien. In RumĂ€nien fĂŒllen sich bei Literaturlesungen teilweise Stadien. RumĂ€nische Comics werden Comedie genannt und finden auch in Deutschland zunehmend Fans. Auf der Frankfurter Buchmesse 2003 war RumĂ€nien Gastland.

In RumÀnien existieren in 18 StÀdten 28 professionelle Orchester:

  • 18 philharmonische Orchester
  • 9 Opernorchester
  • 1 Operettenorchester

Im Jahr 2007 war Sibiu (Hermannstadt) Kulturhauptstadt Europas.

Feiertage

Offizielle Feiertage in RumÀnien sind[52]:

1. und 2. Januar Neujahr
2 Ostertage Ostern
1. Mai Tag der Arbeit
1. Dezember Nationalfeiertag
25. und 26. Dezember Weihnachten

Sport

Organisierter Fußball in RumĂ€nien wird seit 1909 in der Divizia A (seit 2006: Liga 1) gespielt, der höchsten nationalen Spielklasse. Im gleichen Jahr ist auch der rumĂ€nische Fußballverband Federația RomĂąnă de Fotbal gegrĂŒndet worden. Seit der kommunistischen Ära wird der nationale Fußball von Steaua Bukarest und Dinamo Bukarest dominiert, die 23 beziehungsweise 18 Meistertitel gewonnen haben, sowie dem 14-maligen Pokalsieger Rapid Bukarest. Den bisher grĂ¶ĂŸten internationalen Erfolg einer rumĂ€nischen Mannschaft errang Steaua Bukarest mit dem Europapokal der Landesmeister 1986. GegenwĂ€rtig (2009/10) steht die rumĂ€nische Liga auf Platz 8 der UEFA-FĂŒnfjahreswertung.

Die RumĂ€nische Fußballnationalmannschaft nahm bisher an sieben Fußball-Weltmeisterschaften und vier Fußball-Europameisterschaften teil. Die beste Platzierung war das Erreichen des Viertelfinales bei der WM 1994 und der EM 2000. Bekanntester rumĂ€nischer Spieler dieser Ära war Gheorghe Hagi, der anlĂ€sslich des UEFA-JubilĂ€ums vom rumĂ€nischen Verband zum besten nationalen Spieler der letzten fĂŒnfzig Jahre benannt wurde.

RumĂ€nien nimmt seit 1900 an Olympischen Spielen teil. Im ewigen Medaillenspiegel gehört es mit 86 Goldmedaillen, die weit ĂŒberwiegend bei Sommerspielen gewonnen wurden, zu den zwanzig erfolgreichsten Nationen. Am erfolgreichsten schnitt die rumĂ€nische Mannschaft bei den Spielen 1984 in Los Angeles ab, an denen sie als einziges Team des Ostblocks teilnahm und zwanzigmal Gold holte. Einzige Medaille bei Winterspielen war Bronze im Zweier-Bob bei den Spielen 1968 in Grenoble.

RumĂ€nische Turnerinnen haben große Erfolge errungen: Nadia Comăneci gewann 1976 und 1980 insgesamt fĂŒnfmal Gold, Simona AmĂąnar 1996 und 2000 insgesamt dreimal.

Die RumĂ€nische Rugby-Union-Nationalmannschaft ist eine der stĂ€rksten Europas außerhalb der Six Nations und hat bisher an jeder Weltmeisterschaft teilgenommen.

In den frĂŒhen 1970ern war Ilie Năstase ein erfolgreicher Tennisspieler, der zwei Grand-Slam-Titel gewann und die Weltrangliste anfĂŒhrte. Die rumĂ€nische Mannschaft erreichte zwischen 1969 und 1972 dreimal das Finale des Davis Cups. Seit 1993 werden in Bukarest die Romanian Open abgehalten.

Weitere Informationen

 Portal:RumĂ€nien – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema RumĂ€nien

Literatur

  • Ion Bulei: Kurze Geschichte RumĂ€niens. Bukarest 1998. ISBN 973-96876-2-8
  • Ronald Bachmann: Romania. A Country Study. Washington 1991.
  • Tom Gallagher: Modern Romania: The End of Communism, the Failure of Democratic Reform, and the Theft of a Nation [Taschenbuch], New York University Press, 2008, ISBN 0-8147-3201-1
  • Thede Kahl, Michael Metzeltin, Mihai Răzvan Ungureanu (Hrsg.): RumĂ€nien. Raum und Bevölkerung – Geschichte und Geschichtsbilder – Kultur – Gesellschaft und Politik heute – Wirtschaft – Recht – Historische Regionen, 2 BĂ€nde, LIT Verlag, 2. Aufl., Wien-Berlin 2008, 976 S., ISBN 978-3-8258-0069-7
  • Thede Kahl, Larisa Schippel (Hrsg.): Kilometer Null. Politische Transformation und gesellschaftliche Entwicklungen in RumĂ€nien seit 1989, Reihe Forum: RumĂ€nien, Band 10, Frank und Timme Verlag, Berlin 2010, 488 S., ISBN 978-3-86596-344-4
  • Michael Metzeltin: RomĂąnia: Stat – Națiune – Limbă, Bucureßti, Editura Univers Enciclopedic, 2002.
  • Steven W. Sowards: Moderne Geschichte des Balkans. Der Balkan im Zeitalter des Nationalismus BoD, Norderstedt 2004 ISBN 3-8334-0977-0
  • Kurt Scharr: Die Karpaten. Balthasar Hacquet und das vergessene Gebirge in Europa. Studien-Verlag, 2004. ISBN 978-3-7065-1952-6
  • Historisches Erbe – Kapital fĂŒr die Zukunft? Deutsche Spuren in RumĂ€nien. Dokumentation des Potsdamer Forums vom 24. April 2003 im Alten Rathaus Potsdam. Deutsches Kulturforum östliches Europa e.V., Potsdam 2003, ISBN 978-3-936168-10-5

Weblinks

Wiktionary Wiktionary: RumĂ€nien â€“ BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
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Wikiatlas Wikimedia-Atlas: RumĂ€nien â€“ geographische und historische Karten
 Wikisource: RumĂ€nien â€“ Quellen und Volltexte

Einzelnachweise

  1. ↑ a b Institutul Național de Statistică: VorlĂ€ufiges Ergebnis der Volks-und WohnungszĂ€hlung - 2011, Pressekonferenz am 2. Februar 2012, abgerufen am 18. Februar 2012 PDF 600,66 KB
  2. ↑ a b World Economic Outlook Database, September 2011. Abgerufen am 12. MĂ€rz 2012.
  3. ↑ [1]
  4. ↑ Einwohner Europas laut SbZ
  5. ↑ Einwohner Europas laut SbZ
  6. ↑ ErklĂ€rendes Wörterbuch der RumĂ€nischen Sprache, 1998; Neues ErklĂ€rendes Wörterbuch der RumĂ€nischen Sprache, 2002
  7. ↑ a b c d e Mircea Buza, Wilfried Schreiber: GrundzĂŒge der rĂ€umlichen Struktur RumĂ€niens. In: Thede Kahl, Michael Metzeltin, Mihai-RĂ€zvan Ungureanu (Hrsg.): RumĂ€nien. Wien 2008, S. 25–37.
  8. ↑ a b c d e The World Factbook
  9. ↑ Kurt Scharr, Rudolf GrĂ€f: RumĂ€nien. Geschichte und Geographie, Wien, Köln Weimar 2008, S. 17.
  10. ↑ a b http://www.hgklein.de – Klima
  11. ↑ a b http://www.hgklein.de – Flora
  12. ↑ a b http://www.hgklein.de – Fauna
  13. ↑ http://www.human-wildlife.info/images/Europa%20Baer.JPG
  14. ↑ http://www.human-wildlife.info/images/Europa%20Wolf.JPG
  15. ↑ http://www.human-wildlife.info/images/Europa%20Luchs.JPG
  16. ↑ http://www.bfn.de/0316_gebiete.html abgerufen 20. November 2011
  17. ↑ http://www.cafebabel.de/article/24553/countdown-fur-die-erde.html
  18. ↑ CIA: The World Factbook 2008
  19. ↑ a b Fischer Weltalmanach 2008
  20. ↑ http://www.focus-migration.de/Rumaenien.2515.0.html
  21. ↑ Eurostat
  22. ↑ Kurt Scharr, Rudolf GrĂ€f: RumĂ€nien. Geschichte und Geographie, Wien, Köln Weimar 2008, S. 27.
  23. ↑ a b c VolkszĂ€hlung 2002 http://www.recensamant.ro/
  24. ↑ Kurt Scharr, Rudolf GrĂ€f: RumĂ€nien. Geschichte und Geographie, Wien, Köln Weimar 2008, S. 23.
  25. ↑  Hannelore Baier, Martin Bottesch: Geschichte und Traditionen der deutschen Minderheit in RumĂ€nien (Lehrbuch fĂŒr die 6. und 7. Klasse der Schulen mit deutscher Unterrichtssprache). Mediaș 2007, S. hier 19-36.</span>
  26. ↑ amnesty international: Jahresbericht RumĂ€nien 2011. Abgerufen am 29. Dezember 2011
  27. ↑ Alexandru Vulpe: Urgeschichte und Antike im Donau-Karpatenraum. In: Thede Kahl, Michael Metzeltin, Mihai-Răzvan Ungureanu (Hrsg.): RumĂ€nien. Wien 2008, S. 171–93.
  28. ↑ Ioan-Aurel Pop: Das Mittelalter. In: Thede Kahl, Michael Metzeltin, Mihai-Răzvan Ungureanu (Hrsg.): RumĂ€nien. Wien 2008, S. 195–220.
  29. ↑ Bogdan Murgescu: Die rumĂ€nischen LĂ€nder in der frĂŒhen Neuzeit. In: Thede Kahl, Michael Metzeltin, Mihai-Răzvan Ungureanu (Hrsg.): RumĂ€nien. Wien 2008, S. 221–235.
  30. ↑ Mihai-Răzvan Ungureanu: Die rumĂ€nischen LĂ€nder in der spĂ€ten Neuzeit. In: Thede Kahl, Michael Metzeltin, Mihai-Răzvan Ungureanu (Hrsg.): RumĂ€nien. Wien 2008, S. 237–250.
  31. ↑ Wolfgang Benz & Brigitte Mihok (Hg): Holocaust an der Peripherie. Judenpolitik und Judenmord in RumĂ€nien und Transnistrien 1940 – 1944 Metropol, Berlin 2009 ISBN 3-940938-34-3
  32. ↑ Kligman, G. (1998): „The Politics of Duplicity. Controlling Reproduction in Ceausescu®s Romania“. Berkeley/Los Angeles: University of California Press; Monica Lataianu: „The 1966 Law Concerning Prohibition of Abortion in Romania and its Consequences – the Fate of a Generation“; Lorena Anton: Abortion and the Making of the Socialist Mother during Communist Romania
  33. ↑ ziua.ro
  34. ↑ Strenge Auflagen fĂŒr Bulgarien und RumĂ€nien. In: SĂŒddeutsche Zeitung, 26. September 2006
  35. ↑ IndexMundi
  36. ↑ www.greenpeace-magazin.de RumĂ€nien zieht sich aus dem Irak zurĂŒck.
  37. ↑ http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?&id=60065, http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?&id=60066
  38. ↑ citypopulation.de, RumĂ€nien, Stand Januar 2009
  39. ↑ Eurostat Pressemitteilung 23/2009: Regionales BIP je Einwohner in der EU27 (PDF-Datei; 360 kB)
  40. ↑ World Economic Outlook Database, September 2011. Abgerufen am 12. MĂ€rz 2012.
  41. ↑ Eurostat: LĂ€nderinformation RumĂ€nien
  42. ↑ CIA - The World Factbook : RumĂ€nien. Abgerufen am 12. MĂ€rz 2012.
  43. ↑ Wirtschaftskammer Österreichs - INFLATIONSRATEN. Abgerufen am 12. MĂ€rz 2012.
  44. ↑ a b LĂ€nderinformationen des AuswĂ€rtigen Amtes zu RumĂ€nien, 27. Dezember 2006
  45. ↑ Allgemeine Deutsche Zeitung fĂŒr RumĂ€nien : Erster Schritt in Richtung Euro-Annahme. Abgerufen am 12. MĂ€rz 2012.
  46. ↑ Tagesschau – Finanzkrise in Osteuropa: EU und IWF stĂŒtzen RumĂ€nien mit 20 Milliarden Euro (nicht mehr online verfĂŒgbar) vom 25. MĂ€rz 2009
  47. ↑ „Makroökonomische Indexe, September 2007“ (auf RumĂ€nisch)
  48. ↑ Eurostat: Hotarare nr. 1507 din 12/12/2007
  49. ↑ www.oeamtc.at
  50. ↑ Der Fischer Weltalmanach 2010: Zahlen Daten Fakten, Fischer, Frankfurt, 8. September 2009, ISBN 978-3-596-72910-4
  51. ↑ spiegel.de, Der Spiegel: EU prangert Korruption in RumĂ€nien und Bulgarien an, 20. Juli 2010
  52. ↑ RumĂ€nisches Arbeitsgesetzbuch

45.866666666725.3Koordinaten: 46° N, 25° O

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