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Ruth Beckermann (* 1952 in Wien) ist eine österreichische Dokumentarfilmerin und Autorin.
Inhaltsverzeichnis |
Ruth Beckermann studierte in Wien und Tel Aviv Publizistik und Kunstgeschichte und promovierte 1977 zum Dr. phil. In New York studierte sie Fotografie an der School of Visual Arts. Während des Studiums arbeitete sie als Redakteurin für die Magazine Die Weltwoche und Trend.
1977 entstand in Zusammenarbeit mit der Videogruppe Arena ihr erster Film. Gedreht auf Video und 16-mm-Film dokumentiert Arena besetzt die Besetzung des ehemaligen Wiener Schlachthofes Arena. Im Folgejahr gründete sie den Filmverleih Filmladen, in dem sie sieben Jahre tätig war. 1978 und 1981 folgen mit Auf amoi a Streik und Der Hammer steht auf der Wiese da draußen zwei kurze Dokumentationen zum Thema Arbeit und Streik, gedreht auf 16-mm-Film. In dieser Zeit entstanden auch ihre ersten Bücher.
1983 setzte sie mit Wien retour den Startpunkt zu einer Filmtrilogie, in der sich die Regisseurin mit jüdischer Identität beschäftigt, auf den Spuren individueller und kollektiver Verbindungslinien quer durch verschiedene Kulturen. Es sind drei Filme – Wien retour, Die papierene Brücke und Nach Jerusalem –, denen in unterschiedlichen Formen das Reisen, das Unterwegssein, formales Prinzip und Inhalt zugleich sind.
1996 folgte Jenseits des Krieges. Ehemalige Wehrmacht-Soldaten berichten über ihre Erlebnisse jenseits des „normalen“ Krieges: ein Film, in dem nicht allein die Zerstörung des Mythos von der „anständigen“ Wehrmacht (im Gegensatz zur verbrecherischen SS) vorangetrieben wird, sondern auch die Konstruktion von Geschichte in der Nachkriegszeit erhellt wird.
1999 machte Ruth Beckermann sich mit Ein flüchtiger Zug nach dem Orient auf die Suche nach Elisabeth, Kaiserin von Österreich, einer Frau, die den Platz im Korsett ihrer Gesellschaft nicht einnehmen wollte und einen Mythos zwischen märchenhafter Cinderella und depressiver Marionette der Monarchie entstehen ließ.
2001 unternahm die Regisseurin eine kleine Reise vor die eigenen Haustür. homemad(e) zeigt, wie im Wien des Jahres 2000 der politische Umbruch im Kaffeehaus reflektiert wird.
2006 begleitete sie in Zorros Bar Mizwa vier Zwölfjährige auf dem Weg zu ihrer Bar Mizwa Der Film feierte im Rahmen der Viennale '06 Premiere und war ein großer Publikumserfolg.
Ihr aktuellster Film American Passages wurde 2011 fertiggestellt und wird im Wettbewerb von Cinéma du réel laufen.[1][2]
Ruth Beckermann ist Mitbegründerin der Interessensgemeinschaft Österreichischer Dokumentarfilmer und war bis 2008 Obfrau derselben.[3]
Sie unterrichtete an der Universität Salzburg, der University of Illinois at Chicago und der Universität für angewandte Kunst Wien. Im Herbst 2007 erschienen ihre Filme gesammelt in einer DVD-Edition.
Ruth Beckermann lebt und arbeitet als freie Autorin und Filmschaffende in Wien und Frankreich.
Bei folgenden Filmen führte Ruth Beckermann Regie, sofern nicht anders angegeben:
Video-/Kurzfilme:
Kinospiel- und -dokumentarfilme:
Buchveröffentlichungen von Ruth Beckermann, geordnet nach Jahr der Erstveröffentlichung:
Beiträge in anderen Publikationen:
| PND: Datensatz zu Ruth Beckermann bei der DNB – keine Treffer 12. Juni 2008
Nicht individualisierter Eintrag zum Namen Ruth Beckermann im Katalog der DNB |
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Beckermann, Ruth |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichische Dokumentarfilmerin und Autorin |
| GEBURTSDATUM | 1952 |
| GEBURTSORT | Wien |