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Ruth Fuchs

Ruth Fuchs 1990
Ruth Fuchs 1980

Ruth Fuchs, geb. Gamm (* 14. Dezember 1946 in Egeln, Sachsen-Anhalt), ist eine deutsche ehemalige Leichtathletin, die – für die DDR startend – zweifache Olympiasiegerin im Speerwerfen wurde. 1990 sowie von 1992 bis 2002 war sie Mitglied des Deutschen Bundestags für die PDS.

Inhaltsverzeichnis

Karriere

Mit der Leichtathletik begann sie auf der Kinder- und Jugendsportschule GĂĽstrow. Nach dem Abitur im Jahr 1964 besuchte sie die medizinische Fachhochschule in Chemnitz (damals Karl-Marx-Stadt), wo sie 1966 den Abschluss als medizinisch-technische Assistentin erhielt. Im selben Jahr heiratete sie zum ersten Mal. Sie begann ein Studium an der Leipziger Sporthochschule DHfK, in welchem sie 1981 den Abschluss als Diplomsportlehrerin und 1984 als Dr. paed. erreichte.

1968 wechselte sie zum SC Motor Jena und trainierte bei Karl Hellmann, den sie später in zweiter Ehe heiratete. 1970 durchbrach sie als erste Speerwerferin die 60-Meter-Marke. 1971 trat sie der SED bei.

In den Jahren 1972 und 1976 wurde sie bei den Olympischen Spielen in MĂĽnchen und in Montreal Olympiasiegerin im Speerwurf. 1971 gewann sie die Bronzemedaille bei den Europameisterschaften, 1974 und 1978 wurde sie jeweils Europameisterin. Bei den Olympischen Spielen 1980 wurde sie Achte. Sie stellte sechs Weltrekorde auf, den letzten 1980 (69,96 m). In ihrer aktiven Zeit war sie 1,69 m groĂź und 72 kg schwer.

Von 1984 bis August 1991 war sie wissenschaftliche Assistentin an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena. Nach der Wiedervereinigung wurde sie von 1991 bis 1992 stellvertretende Vorsitzende des thĂĽringischen Landesverbandes der PDS. Vom 18. März bis zum 2. Oktober 1990 war sie Mitglied der Volkskammer und Vorsitzende des Ausschusses fĂĽr Jugend und Sport. Vom 3. Oktober bis zum 20. Dezember war sie dann Mitglied des Bundestages, welchem sie als NachrĂĽckerin fĂĽr Gerhard Riege seit dem 11. März 1992 wieder angehörte. Nach der Bundestagswahl 2002, bei der die PDS an der FĂĽnfprozenthĂĽrde scheiterte, schied sie aus dem Bundestag aus. Von 2004 bis 2009 war sie Abgeordnete im ThĂĽringer Landtag, 2009 kandidierte sie nicht erneut fĂĽr ein Landtagsmandat.

Sie wurde vom Ministerium für Staatssicherheit als Inoffizieller Mitarbeiter-Vorlauf erfasst, und räumte ein, mit der Stasi über Sportkameraden gesprochen zu haben.[1]

Ruth Fuchs wohnt in Bucha bei Jena.

Sportliche Erfolge

Jahr Platz Wettbewerb Serie
1971 3. Europameisterschaften (56,22 – 56,16 – 53,60 – 59,16 m – ungĂĽltig – 57,38)
1972 Gold Olympische Spiele (57,44 – 60,20 – 50,20 – 61,16 – 63,88 m – 59,16)
1974 1. Europameisterschaften (62,36 – 67,22 m – 60,20 – ungĂĽltig – 49,98 – ungĂĽltig)
1976 Gold Olympische Spiele (65,94 m – 59,58 – 65,06 – 54,48 – 58,82 – 58,44)
1978 1. Europameisterschaften (59,10 – 67,56 – 51,56 – ungĂĽltig – 69,16 m – 62,84)
1980 8. Olympische Spiele (59,90 – ungĂĽltig – 61,48 – ungĂĽltig – 63,94 m – 59,20)

Veröffentlichungen

  • Gott schĂĽtze unser deutsches Vaterland. Erlebnisse einer Volkskammerabgeordneten; Berlin: Dietz, 1990; ISBN 3-320-01747-0

Weblinks

 Commons: Ruth Fuchs â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Hubertus Knabe: Partei der Spitzel; Cicero, Ausgabe vom 30. März 2007
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