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Saarlandmuseum

Moderne Galerie, Eingangssituation

Das Saarlandmuseum ist ein Museum in der saarländischen Landeshauptstadt Saarbrücken, das von der Stiftung Saarländischer Kulturbesitz getragen wird. Es hat zurzeit drei Standorte mit jeweils verschiedenen Schwerpunkten.
Direktor des Museums ist der Kunsthistoriker und Generaldirektor des Weltkulturerbes Alte Völklinger Hütte, Meinrad Grewenig. Dessen Vorgänger Ralph Melcher wurde im Oktober 2011 wegen grober Pflichtverletzung mit sofortiger Wirkung fristlos zu entlassen, nachdem die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen ihn wegen Veruntreuung öffentlicher Gelder in die Wege geleitet hatte.[1]

Inhaltsverzeichnis

Museum in der Schlosskirche

Das Museum in der Schlosskirche ist spezialisiert auf sakrale Kunst vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert. Beachtenswert sind auch die barocken Fürstengräber und die farbenprächtigen Fenster von Georg Meistermann. Die Schlosskirche wurde 2004 modernisiert und mit einem neuen gläsernen Erschließungstrakt, der an der Südseite des Chores angebracht ist, mit der „Alten Sammlung“ im Kreisständehaus verbunden. Weiterhin nutzt die Hochschule für Musik Saar die Räumlichkeiten der Schlosskirche als ständige Spielstätte für eigene musikalische Aufführungen.

Alte Sammlung

Die Alte Sammlung ist im Kreisständehaus neben dem Saarbrücker Schloss untergebracht und konzentriert sich auf Künstler des 16. bis 19. Jahrhunderts. Darunter sind überregional bekannte Maler wie Abraham Mignon, Joos de Momper, Gillis van Coninxloo oder Johann Boumann mit Landschaftsbildern und Stillleben aus dem 16. und 17. Jahrhundert vertreten. Daneben sind aber auch regionale Künstler wie Johann Christian von Mannlich zu sehen. Die Sammlung ist thematisch nach verschiedenen Richtungen der Malerei gegliedert. Eine Präsentation von Silber- und Porzellanobjekten, Münzen, Miniaturen und Möbel ergänzen die Sammlung.

Moderne Galerie

Die Moderne Galerie befindet sich in einem 1979 fertiggestellten Bau, der aus drei miteinander verbundenen Pavillons besteht, am Ufer der Saar neben dem Saarländischen Staatstheater. Entworfen und realisiert wurde der Komplex von dem saarländischen Architekten Hanns Schönecker. Ausstellungsschwerpunkt ist die Kunst des 19. Jahrhunderts bis hin zur Gegenwart. In einem Ausstellungspavillon finden regelmäßig Wechselausstellungen mit moderner und zeitgenössischer Kunst statt. Ein anderer Pavillon beherbergt die „Ständige Sammlung“, die in Auswahl einen repräsentativen Überblick über die Eigenbestände des Museums gibt. Die umfangreiche Grafische Sammlung besitzt rund 18.000 Arbeiten auf Papier. Zu den bedeutendsten Werkgruppen zählen Handzeichnungen und Druckgrafiken der Berliner Secession, des Expressionismus und der informellen Kunst. Zum Bestand gehört auch eine Sammlung mit Fotografien, die durch den Nachlass von Monika von Boch, einer Schülerin von Otto Steinert, ihr Profil erhält.[2] Weiterhin besitzt das Saarlandmuseum eine umfangreiche Sammlung mit Werken des Künstlers Alexander Archipenko.

Die Moderne Galerie ist von Februar 2011 bis voraussichtlich Mitte 2012 geschlossen, weil das Gebäude einen Erweiterungsbau, den Vierten Pavillon, erhält. Dieser ist in der Bevölkerung höchst umstritten. In der Planungsphase hat sich eine Bürgerinitiative massiv gegen den Bau gewehrt, für den nach deren Auffassung, neben architekturästhetischer Kritik, eine der in der Stadtmitte Saarbrückens raren Grünflächen irreversibel geopfert werde. Der Anbau hält die Politik in der Landeshauptstadt und im gesamten Saarland in Atem, weil dessen Kosten aufgrund offensichtlicher Fehlkalkulation übermäßig gestiegen sind.[3] Zudem sind durch den Landesrechnungshof des Saarlandes Unregelmäßigkeiten beim Vergabeverfahren gerügt worden.[4]

Sonderausstellungen

  • 2010: Katja Strunz. Im Geviert (3. Juli bis 26. September)
  • 2010: Fotosynthesen. Fotografische Arbeiten von Joachim Lischke und André Mailänder (4. September bis 7. November)
  • 2010:/2011 Karl Schmidt-Rottluff. Landschaften und Stillleben (6. November 2010 bis 23. Januar 2011)

Kataloge (Auswahl)

  • Neuerwerbungen für die Moderne Galerie. Katalog zur Ausstellung im Saarlandmuseum Saarbrücken, 1961.
  • Gerhard Hoehme: L'Etna Mythos und Wirklichkeit. Saarlandmuseum, Saarbrücken, 1990.
  • Ralph Melcher (Hrsg.): Bernard Schultze. Werke aus der Sammlung Rugo und dem Atelier des Künstlers. Saarlandmuseum, Hatje Cantz, Ostfildern 2005, ISBN 978-3-7757-1637-6.
  • Ralph Melcher (Hrsg.): Die Brücke in der Südsee – Exotik der Farbe. Katalog zur Ausstellung im Saarlandmuseum, Saarbrücken 2005, ISBN 978-3-7757-1680-2.
  • Ulrike Rosenbach: figur/natur. Katalog zur Ausstellung im Saarlandmuseum, Zweibrücken 2007.
  • Ralph Melcher (Hrsg.): Die Gemälde der Alten Sammlung im Saarlandmuseum. Saarlandmuseum, Saarbrücken 2009, ISBN 978-3-932036-44-6.

Weblinks

 Commons: Saarlandmuseum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Cathrin Elss-Seringhaus: Melcher fristlos gekündigt. In: Saarbrücker Zeitung vom 15. Oktober 2011, S. B1
  2. http://kulturbesitz.de/main.php?nav=3&lang=1
  3. http://www.sr-online.de/nachrichten/740/1207785.html Bericht des Saarländischen Rundfunks vom 1. April 2011 (gesichtet: 12. August 2011)
  4. http://www.360-grad-blog.de/2010/07/20/ist-das-saarland-provinizell/ Zusammenfassung der Ereignisse auf dem Kunstblog 360°(gesichtet: 12. August 2011)

49.2308336.999916Koordinaten: 49° 13′ 51″ N, 7° 0′ 0″ O

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