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| Allgemeines | |||||||||||||||||||||
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| Name | SalzsÀure | ||||||||||||||||||||
| Andere Namen |
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| Summenformel | HCl(aq) | ||||||||||||||||||||
| CAS-Nummer | 7647-01-0 | ||||||||||||||||||||
| ATC-Code | |||||||||||||||||||||
| Kurzbeschreibung |
farblose bis gelbliche, stechend riechende FlĂŒssigkeit[1] | ||||||||||||||||||||
| Eigenschaften | |||||||||||||||||||||
| Molare Masse | 36,46 g·molâ1 | ||||||||||||||||||||
| Aggregatzustand |
flĂŒssig | ||||||||||||||||||||
| Dichte |
1,19 g·cmâ3 (37-prozentige Lösung)[1] | ||||||||||||||||||||
| Schmelzpunkt | |||||||||||||||||||||
| Dampfdruck | |||||||||||||||||||||
| Sicherheitshinweise | |||||||||||||||||||||
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| MAK |
2 ml·mâ3 bzw. 3,0 mg·mâ3 [1] | ||||||||||||||||||||
| Soweit möglich und gebrÀuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen. | |||||||||||||||||||||
SalzsĂ€ure (systematischer Name ChlorwasserstoffsĂ€ure) ist eine wĂ€ssrige Lösung von gasförmigem Chlorwasserstoff, der in Oxonium- und Chloridionen dissoziiert ist. Sie ist eine starke, anorganische SĂ€ure und zĂ€hlt zu den MineralsĂ€uren. Ihre Salze heiĂen Chloride, das bekannteste ist das Natriumchlorid (NaCl, Kochsalz).
Inhaltsverzeichnis |
Die Entdeckung der SalzsĂ€ure wird Maria Prophetissa (2. Jahrhundert) und Geber (9. Jahrhundert) zugeschrieben, so dass sie schon den ersten Alchemisten bekannt gewesen sein dĂŒrfte.
In der ersten HÀlfte des 15. Jahrhunderts gewann Basilius Valentinus SalzsÀure durch Reaktion von Halit (Steinsalz) mit Eisenvitriol. Die Herstellung aus Speisesalz und SchwefelsÀure gelang Johann Rudolph Glauber im 17. Jahrhundert. Lavoisier nannte SalzsÀure acide muriatique (lat. muria = Salzlake). Kochsalzhaltige Quellen werden heute noch als muriatische Quellen bezeichnet. In Nordamerika wird SalzsÀure auch muriatic acid genannt.
In der Natur findet sich SalzsĂ€ure in Vulkangasen und stark verdĂŒnnt in Kraterseen. In freier Form kommt sie im Magensaft der Wirbeltiere vor (0,1 bis 0,5 Prozent Massenanteil). Fast unerschöpflich sind die Vorkommen an Salzen der SalzsĂ€ure, als Steinsalz und gelöst im Meerwasser.
SalzsÀure wird im Labor aus konzentrierter SchwefelsÀure und Kochsalz (daher der Name) hergestellt:
Die SchwefelsĂ€ure verdrĂ€ngt den Chlorwasserstoff aus seinem Salz. Da Chlorwasserstoff gasförmig ist, wird es stĂ€ndig dem Gleichgewicht entzogen, welches dadurch nahezu vollstĂ€ndig auf der Seite der Produkte liegt. Das entstandene Natriumhydrogensulfat ist ein saures SchwefelsĂ€uresalz. Das entstandene Chlorwasserstoffgas wird anschlieĂend in Wasser eingeleitet:
SalzsĂ€ure mit höheren Massenanteilen Chlorwasserstoff wird auch als rauchende SalzsĂ€ure bezeichnet, da Chlorwasserstoffgas entweicht und mit dem Wasser aus der Luftfeuchtigkeit wieder SalzsĂ€ure entsteht, so dass sich ĂŒber offenen GefĂ€Ăen ein weiĂer Nebel bildet.
In der chemischen Industrie wird hochreiner Chlorwasserstoff durch die Verbrennung von Wasserstoff mit Chlor gewonnen:
Auch hier lÀsst man den Chlorwasserstoff mit Wasser reagieren.
Technisch reine SalzsÀure fÀllt hauptsÀchlich als Nebenprodukt bei der Chlorierung organischer Verbindungen an.
| % HCl | g HCl/l | MolaritÀt mol/l | Dichte g/cm³ |
|---|---|---|---|
| 10,5 | 110 | 3,06 | 1,050 |
| 15,5 | 166 | 4,61 | 1,075 |
| 20,4 | 224 | 6,22 | 1,100 |
| 22,3 | 248 | 6,89 | 1,110 |
| 24,3 | 272 | 7,56 | 1,120 |
| 26,2 | 296 | 8,22 | 1,130 |
| 28,2 | 321 | 8,92 | 1,140 |
| 30,1 | 347 | 9,64 | 1,150 |
| 32,1 | 372 | 10,23 | 1,160 |
| 34,2 | 400 | 11,11 | 1,170 |
| 36,2 | 428 | 11,89 | 1,180 |
| 38,3 | 456 | 12,67 | 1,190 |
| 40,4 | 485 | 13,47 | 1,200 |
Chlorwasserstoffgas löst sich sehr gut in Wasser: Bei 0 °C löst 1 Liter Wasser, sofern es dabei noch als flĂŒssige Phase vorliegt, unter WĂ€rmeentwicklung 815 g beziehungsweise 507 Liter Gas. Bei 20 °C enthĂ€lt ein Liter gesĂ€ttigte SalzsĂ€ure 720 g HCl.[3] Die KonzentrationsabhĂ€ngigkeit der Dichte <math>\rho</math> ist in nebenstehender Tabelle gezeigt, wobei zwischen ihr und dem prozentualen Gehalt an Chlorwasserstoff zufĂ€llig ein einfacher rechnerischer Zusammenhang besteht: Die verdoppelten Nachkommastellen entsprechen in etwa der Konzentration, z. B. eine SalzsĂ€ure der Dichte 1,10 g·cmâ3 einem HCl-Gehalt von 20 Prozent.
Das Schmelzâ und Siedeverhalten von SalzsĂ€ure hĂ€ngt stark von der Zusammensetzung ab.[4] In fester Phase werden vier stöchiometrische Hydrate mit definierten Schmelzpunkten gebildet. Das sind ein Monohydrat HCl·H2O mit einem Schmelzpunkt bei â15 °C, ein Dihydrat HCl·2H2O mit einem Schmelzpunkt bei â18 °C, ein Trihydrat HCl·3H2O mit einem Schmelzpunkt bei â25 °C und ein Hexahydrat HCl·6H2O mit einem Schmelzpunkt bei â70 °C. Im Phasendiagramm ergeben sich fĂŒr Zusammensetzungen zwischen den stöchiometrischen Hydraten entsprechende eutektische Schmelzen. Diese liegen fĂŒr ein Gemisch aus Mono- und Dihydrat mit einem Massenanteil Chlorwasserstoff von 57,3 % bei â23 °C, aus Diâ und Trihydrat mit einem Massenanteil von 44,0 % bei â28 °C, aus Triâ und Hexahydrat mit einem Masseanteil von 26,6 % bei â73 °C und aus Hexahydrat und Eis mit einem Massenteil von 23,0 % bei â75 °C. ZusĂ€tzlich wird ein metastabiles Eutektikum zwischen Trihydrat und Eis mit einem Massenanteil von 24,8 % bei â87 °C gebildet. Im Konzentrationsbereich von 0 bis 25 % wird somit ein starkes Absinken des Schmelzpunktes beobachtet. Das Dampf-FlĂŒssig-Phasendiagramm zwischen Chlorwasserstoff und Wasser zeigt ein negatives Azeotrop. Das resultierende azeotrope Siedepunktsmaximum liegt bei Normaldruck mit einem Massenanteil von 20,2 % bei 109 °C. Bei der Verdampfung von SalzsĂ€urelösungen mit von der Azeotropzusammensetzung abweichender Konzentration wird zunĂ€chst bevorzugt die ĂberschuĂkomponente verdampft, d. h. bei SalzsĂ€ure mit einem Massenanteil <20,2 % erfolgt eine Aufkonzentrierung, bei SalzsĂ€ure mit >20,2 % eine Abkonzentrierung, bis die konstant siedende Azeotropzusammensetzung erreicht wird. Die Siedekurve im Phasendiagramm oberhalb der Azeotropzusammensetzung korreliert mit Löslichkeitskurve von Chlorwasserstoff in Wasser. Bei 25 °C ergibt sich ein Massenanteil von 42 %, was der ârauchendenâ SalzsĂ€ure entspricht.
BinĂ€res Fest-FlĂŒssig-Gleichgewicht von Chlorwasserstoff mit Wasser
BinĂ€res Dampf-FlĂŒssig-Gleichgewicht von Chlorwasserstoff mit Wasser
In Wasser dissoziiert Chlorwasserstoff vollstĂ€ndig, konzentrierte SalzsĂ€ure (32 %) hat einen pH-Wert von â1. An feuchter Luft bildet Chlorwassrstoffgas einen Nebel aus feinen SalzsĂ€ure-Tröpfchen. VerdĂŒnnte SalzsĂ€ure ist ein guter elektrischer Leiter.
SalzsĂ€ure löst die meisten Metalle mit Ausnahme der Edelmetalle und einiger anderer (zum Beispiel Tantal und Germanium) unter Bildung von Chloriden und Wasserstoff, sofern diese nicht durch Passivierung geschĂŒtzt sind.
Sie ist sehr gut geeignet zum Entfernen von Oxidschichten auf Metallen, da Metalloxide mit SalzsÀure zu Chloriden und Wasser reagieren:
Eine Mischung von SalzsĂ€ure und SalpetersĂ€ure wird Königswasser genannt, weil sie auch Gold, den âKönig der Metalleâ, zu lösen vermag. Dazu trĂ€gt neben der oxidierenden Wirkung des Nitrosylchlorids und des nascierenden Chlors auch die Verringerung der effektiven Goldionenkonzentration durch Komplexbildung bei:
SalzsĂ€ure ist eine der wichtigsten Grundchemikalien mit groĂer Bedeutung in der chemischen Industrie als anorganische SĂ€ure. Sie wird beispielsweise bei der Aufarbeitung von Erzen und Rohphosphat eingesetzt. Sie wird zur Stimulation von Erdöl- und Erdgas-Sonden, im Speziellen in KarbonatlagerstĂ€tten, aber auch in SandsteinlagerstĂ€tten verwendet. Mit ihrer Hilfe werden dort auch z. B. Calciumcarbonat-Anlagerungen an GerĂ€tschaften entfernt und Reinigungen nach Gravel-Pack-Bohrungen und an Bohrlöchern selbst durchgefĂŒhrt. In der Metallverarbeitung wird sie beim Beizen, Ătzen und Löten eingesetzt. AuĂerdem wird verdĂŒnnte SalzsĂ€ure im Bauwesen zum Entfernen der Mörtelreste am Mauerwerk benutzt â das sog. AbsĂ€uern.
SalzsĂ€ure ist nicht zuletzt ein wichtiges Reagenz in der chemischen Analyse. Sie vermag eine Gruppe von Metallen, die schwerlösliche Chloride bilden, durch FĂ€llung von anderen Metallen abzutrennen. AnschlieĂend können diese getrennt weiter analysiert werden (siehe SalzsĂ€uregruppe). Die Alkalimetrie ist ein weiteres Verwendungsgebiet von SalzsĂ€ure.
Als Lebensmittelzusatzstoff trÀgt SalzsÀure die Bezeichnung E 507.
In der Pharmaindustrie wird SalzsĂ€ure benutzt, um basische, in Wasser schlecht- oder unlösliche Arzneistoffe (Beispiele: Ciprofloxacin, Citalopram, Clenbuterol, Clindamycin, Dibenzepin) in besser lösliche Hydrochloride zu ĂŒberfĂŒhren.[5]
Bei Mensch und Tier ist die SalzsĂ€ure ein Bestandteil des Magensaftes, wo sie unter anderem die Denaturierung von Proteinen bewirkt, aber auch zum Abtöten von Mikroorganismen vor Eintritt in das weitere Verdauungssystem dient. AuĂerdem schafft sie das saure Milieu, in dem das Verdauungsenzym Pepsin am wirksamsten ist.
SalzsĂ€ure wird zum einen durch ihren SĂ€urecharakter nachgewiesen. ErgĂ€nzend dazu identifiziert man das Chlorid-Anion in stark verdĂŒnnter Lösung (bei einem Ăberschuss an Chloridionen bildet sich ein löslicher Dichloroargentat-Komplex) durch Zugabe von Silbernitratlösung, wobei schwer lösliches Silberchlorid ausfĂ€llt:
Wenn sich der entstandene weiĂe Niederschlag in verdĂŒnntem Ammoniakwasser unter Komplexbildung auflöst, ist der Beweis erbracht, dass es sich um Chloridionen handelte:
Wird SalzsÀure mit Mangandioxid (Braunstein) erhitzt, so entsteht Chlor:
Der SalzsĂ€uregehalt einer Lösung wird durch Titration mit Natronlauge ermittelt (Acidimitrie, MaĂanalyse). Fotometrisch lĂ€sst sich diese Bestimmung sowie die von Chloriden mit Hilfe des Quecksilbersalzes der ChloranilsĂ€ure durchfĂŒhren. Den Gehalt an SalzsĂ€ure im Magensaft bestimmt man mit GĂŒnzburgs Reagenz.
Halogenwasserstoffe: Fluorwasserstoff | Chlorwasserstoff | Bromwasserstoff | Iodwasserstoff | Astatwasserstoff
HalogenwasserstoffsÀuren: FlusssÀure | SalzsÀure | BromwasserstoffsÀure | IodwasserstoffsÀure
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