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Samuel Huber

Samuel Huber (* 1547 in Burgdorf; † 23. März 1624 in Osterwieck) war ein Schweizer lutherischer Theologe.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Huber wurde als Sohn des Lehrers Peter Huber geboren. Er studierte er an mehreren deutschen und schweizerischen Universitäten und entschloss sich der lutherischen Theologie zu widmen. Er wurde Pfarrer in Burgdorf und geriet in Streit mit den Schweizer Theologen über das Abendmahl und die Prädestinationslehre.

Bei einem Gespräch in Mömpelgard im Mai 1586, verschärften sich die Auseinandersetzungen. Huber der sich auf die Seite von Jakob Andreae geschlagen hatte, kritisierte vor allem Théodore de Bèze, dessen Lehre er als unchristlich und gräulich titulierte. Dafür wurde er 1587 vom Kirchengericht gemassregelt. Dennoch konnte auch unter Hinzuziehung auswärtiger Theologen, keine Einigung erzielt werden. Um Ruhe zu schaffen, entliess man Huber aus dem schweizerischen Kirchendienst.

Er ging nach Württemberg unterschrieb die Konkordienformel und erhielt eine Stelle in Derendingen. Hier verfasste er einige Streitschriften gegen Jesuiten und Reformierte und ein lateinisches Werk in dem er in 1329 Thesen der calvinistischen Prädestinationslehre widersprach. Dadurch wurde man auf Huber in Sachsen aufmerksam und berief ihn als Professor an die theologische Fakultät der Universität Wittenberg.

Von seiner Berufung erhoffte man sich einen Mitstreiter gegen die Calvinisten und Kryptocalvinisten gefunden zu haben. Daher fand er auch freundlich Aufnahme an der Universität und konnte sich den nötigen Doktorgrad der Theologie am 30. September 1592 unter Polycarp Leyser der Ältere erwerben. Dennoch erwiesen er sich als rechthaberisch und provokativ und geriet dabei vor allem mit Ägidius Hunnius dem Älteren und Salomon Gesner in eine jähe Auseinandersetzung.

Vor allem Hunnius, der die Lutherische Orthodoxie in Wittenberg weiterentwickelt hatte, griff Huber mit seinem zu weitläufig interpretierten Gnadenunversialismus an. Da er von seinem Standpunkt nicht weichen wollte und dadurch die Auseinandersetzungen nicht beigelegt werden konnten, entliess man ihn 1594 aus seinem Amt und wies ihn aus dem Kurfürstentum Sachsen aus. Danach hielt er sich an mehreren Orten auf und verstarb nach unstetiger Wanderschaft im Alter von 77 Jahren in Osterwick in der Nähe von Halberstadt.

Werke

  • Carmen elegiacum, scriptum in honorem nuptiarum M. Sixti Huberi et virginis Magdalenae Schwegerlin, Nürnberg 1583
  • Theses, Jesum Christum esse mortuum pro peccatis totius generis humani, 1590, 1592
  • Widerlegung d. Büchlins, welches Jörg Scherer, ein Jesuit, von einer newen und unerhörten Monstranßen, sampt angehenckten sibenzehen Ursachen, daß man von d. Luther, das heilig Nachtmahl unsers Herrn Jesu Christ nicht empfangen solle, in jüngst verschiner Herbstmeß hat außgehn lassen, Tübingen 1584
  • Beweisung, daß die Heidelberger Theolog. - ihre greuliche Lehre wider d. Leiden unseres Herm verdecken, Tübingen 1590;
  • Gegenstand. der luth., calvinist. zwinglischen Lehre, Tübingen 1591
  • Von der Calvin. Predicanten Schwindelgeist, unnd der gerechten Gericht Gottes über dise sect, Tübingen 1591
  • Beständige Entdeckung d. calvin. Geistes, welcher d. Leiden Christi f. unsere Sünden verleugnet, Wittenberg 1592;
  • Bericht von dem Büchlin, welchs an jüngstuerschiner Fastenmeß, 1591
  • under dem Namen d. Wittemb. Studenten außgegangen, Tübingen 1592
  • Demonstratio fallaciarum Calvini indoctrina de coena domini, Wittemberg 1593
  • Protestation wider Johann Wilhelm Munk zu Zürich, D. Johann Jakob Jetzlern zu Schaffhausen, Wittenberg 1593
  • Beständige Bekenntnis von der Gnadenwahl, 1595
  • Antwort auf Pistorii, 1596
  • Historische Beschreibung des ganzen Streites zwischen Hunn und Samuel Huber, 1597
  • Anti-Bellarminus, Goslar, 1607
  • Bapsts Visierung mit seinem Fegfewer, Goslar 1609

Literatur

Weblinks

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