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| Wappen | Flagge |
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(Details) |
| Wahlspruch: Multis E Gentibus Vires âStĂ€rke vieler Völkerâ | |
| Lage | |
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| Basisdaten | |
| Amtssprache | Englisch |
| Hauptstadt | Regina |
| GröĂte Stadt | Saskatoon |
| FlĂ€che | 651.036 kmÂČ (7.) |
| Einwohner (2006) | 968.157 (6.) |
| Bevölkerungsdichte | 1,6 Ew./kmÂČ |
| BIP in CAD (2006) | Gesamt: 45,051 Mia. (5.) Pro Kopf: 45.718 (5.) |
| Zeitzone | UTC -6 bis -7 |
| ISO 3166-2 | CA-SK |
| Postalische AbkĂŒrzung | SK |
| Website | www.gov.sk.ca |
| Politik | |
| Beitritt Konföderation | 1. September 1905 |
| Vizegouverneur | Gordon Barnhart |
| Premierminister | Brad Wall |
| Sitze im Unterhaus | 14 |
| Sitze im Senat | 6 |
Saskatchewan [sÉsËkÉtÊivnÌ©] (engl. sĂŠsËkĂŠtÊÉšwÉËn) ist die mittlere der PrĂ€rieprovinzen Kanadas. Sie grenzt im Westen an Alberta, im Osten an Manitoba, im Norden an die Nordwest-Territorien und im SĂŒden an die Vereinigten Staaten. Im Nordosten stöĂt sie auĂerdem an die Grenze des Nunavut-Territoriums. Der Name ist vom Saskatchewan River abgeleitet, der in der Sprache der Cree Kisiskatchewani Sipi, oder schnell flieĂender Fluss, heiĂt.[1]
Inhaltsverzeichnis |
Der Norden Saskatchewans wurde erst um 7000 v. Chr. eisfrei (vgl. Geschichte der First Nations). 1995 fanden sich bei Heron Eden, 13 km sĂŒdlich von Prelate im SĂŒdwesten der Provinz, die Ă€ltesten Spuren einer kill-butchery site, also einer StĂ€tte, an der Jagdtiere getötet und zerlegt wurden.[2] Rund tausend Jahre jĂŒnger sind die Spuren der PalĂ€o-Indianer des so genannten Agate Basin, einer Kultur, die sich etwa von 6000 bis 5000 v. Chr. belegen lĂ€sst. Die sich zeitlich anschlieĂende Shield Archaic Tradition reichte etwa von 4000 bis 2000 v. Chr. Von 1000 bis etwa 500 v. Chr. erstreckte sich die Taltheilei-Tradition, dazwischen liegende Funde werden der Arctic Small Tool Tradition zugeordnet (ca. 2000 bis 1000 v. Chr.). Hinter diesen Bezeichnungen verbergen sich frĂŒhe JĂ€ger-und-Sammler-Kulturen, die sich besonders auf die Karibujagd spezialisiert hatten, und mit den groĂen Herden wohl auch in die spĂ€tere Provinz gekommen waren.
Der nördliche Agate-Basin-Complex ist durch lanzettförmige Projektilspitzen gekennzeichnet, die bis ins 8. vorchristliche Jahrtausend zurĂŒckreichen. Ihre Hersteller waren wohl ursprĂŒnglich BisonjĂ€ger, die ihre Jagdtechnik erfolgreich auf andere Herdentiere ĂŒbertrugen. Dabei ist das Agate Basin ein relativ junger AuslĂ€ufer der palĂ€o-indianischen Kulturen des Nordwestens. Die Funddichte ist viel geringer als in den Nordwest-Territorien, und nur zwei FundstĂ€tten können ihr mit Sicherheit zugewiesen werden: In der NĂ€he des Lake Athabasca eine FundstĂ€tte am Black Lake und eine am Hara Lake, nördlich des Wollaston Lake. Möglicherweise kamen die JĂ€ger nur unregelmĂ€Ăig nach Saskatchewan, je nachdem, wie weit die Tierherden nach SĂŒden zogen. Dazu hat sicher beigetragen, dass die Zeit zwischen 8000 und 5000 v. Chr. milder wurde, zeitweise sogar ein erheblich wĂ€rmeres Klima aufwies als heute. Das hatte wiederum zur Folge, dass die Waldgrenze weiter nördlich verlief und somit den Tieren den Durchzug versperrte. Im SĂŒden ist das Agate Basin durch die FundstĂ€tte Parkhill Site im SĂŒden von Moose Jaw zu deuten. Die fast 7000 Jahre alten Funde gehören zu den Ă€ltesten in der Provinz. Der Ă€uĂerste Norden wurde von dieser Kultur, immer im Gefolge des sich zurĂŒckziehenden Eispanzers, ĂŒber 3000 Jahre spĂ€ter erreicht.
Die der palĂ€o-indianischen folgende Fundgruppe, die durch seitwĂ€rts angebrachte Projektilspitzen gekennzeichnete Shield-Tradition, stellt wohl eher eine technologische Fortentwicklung als einen Wechsel in der Bevölkerung dar. Die Funddichte ist noch geringer, so dass anzunehmen ist, dass durch das warme Klima und die sich nordwĂ€rts ausdehnenden WĂ€lder die Karibuherden weit nach Norden auswichen. FundstĂ€tten wie die Near Norbert site am Haultain River oder die FundstĂ€tte an der MĂŒndung des Umpherville River in den Wollaston Lake belegen eher Sommerlager als Winterdörfer.
Um 1500 v. Chr. begann eine starke AbkĂŒhlung, die Waldgrenze wanderte sĂŒdwĂ€rts. Menschen mit neuem Beutespektrum und neuen Waffen werden fassbar. Ihre Kultur stand jener der arktischen Inuit nahe. Diese als PrĂ€-Dorset-Kultur (vgl. Inuit-Kultur) bezeichnete Bevölkerung benutzte Werkzeuge aus bzw. mit kleinen Steinen und wird daher Small Tool tradition genannt. FundstĂ€tten sind hier der Black Lake und der Athabascasee, aber auch der Rentiersee.
Um 600 v. Chr. erwĂ€rmte sich die Region und indianische Kulturen dominierten wieder. Ăhnlich wie die arktischen JĂ€ger jagten aber auch sie das Karibu. Diese Taltheilei tradition hielt sich bis in historische Zeit. Taltheilei wird traditionell entsprechend der Wandlungen der Steinwerkzeugtypen, der Hauptquelle, in eine frĂŒhe, eine mittlere und eine spĂ€te Phase eingeteilt - mit breiten Ăbergangszeiten um 100 v. Chr. und um 800 n. Chr. Die Kultur bestand im Norden Saskatchewans nördlich des Churchill Rivers.
Der Taltheilei-Tradition gehört der ĂŒberwiegende Teil der 60 bis 70 Felszeichnungen an, die nördlich des 55. Breitengrades gefunden wurden. Die meisten von ihnen befindet sich im Einzugsgebiet des Churchill Rivers, der im Norden den Haupttransportweg darstellte.[3]
Doch die Abfolge ist nicht eindeutig. Immer wieder kam es zur Einwanderung von Gruppen aus den benachbarten Gebieten, wie etwa Funde von Pelican-Lake-Projektilen, die sonst in Alberta verbreitet sind (Black Lake und Lake Athabasca), beweisen. Manche FundstĂ€tten wie die 1957 ausgegrabene Long Creek site weisen eine in diesem Falle sogar 5000-jĂ€hrige Nutzungsdauer auf, die zahlreiche Traditionen reprĂ€sentiert, u. a. Avonlea und Besant (um 625 ± 325 Jahre), Pelican Lake (um 350 ± 100 Jahre), Hanna (um 1360 v. Chr. ± 115 Jahre), Oxbow (ca. 2600 v. Chr.), möglicherweise auch Mummy Cave (ca. 3000 v. Chr. ± 125 Jahre).[4] 3500 Jahre Nutzungsdauer weist eine Gruppe von 13 Lagern an der Mortlach Site im sĂŒdlichen Zentral-Saskatchewan auf, die als erste wissenschaftliche Grabung in der Provinz gilt (1954).[5]
Die spĂ€te Phase, der Clearwater Lake complex, lĂ€sst sich an vielen Stellen am Churchill, Sturgeon-Weir und Reindeer River nachweisen. Dreieckige Pfeilspitzen und TongefĂ€Ăe mit Punktmustern sind ihre Kennzeichen.[6] Es handelt sich vermutlich um die Vorfahren der heutigen Cree-StĂ€mme, die zur Gruppe der Algonkin gehören. Diese Gruppen zogen bis zum Fond du Lac River nordwĂ€rts, ihre Zeitgenossen, die spĂ€teren Anishinabe (auch Chipewyans genannt), lebten zu dieser Zeit noch weiter im Osten. Sie zogen weiter westwĂ€rts und vertrieben Ende des 18. Jahrhunderts die Dakota aus dem heutigen Minnesota. Ab 1840 haben sie sich nördlich des Oberen Sees und des Huronsees sowie in Minnesota, North Dakota, Wisconsin, Manitoba und Saskatchewan niedergelassen. Die Algonkins oder Woodland Cree (auch Kristinaux) lebten bis zur Waldgrenze, wĂ€hrend die Plains Cree in den offenen Park- und Graslandschaften lebten.
Zwischen diesen Gruppen entspannen sich Konflikte, in denen Blackfoot, Atsina, Cree, Assiniboine, Saulteaux, Sioux und Dene beteiligt waren. Ortsnamen wie Battle River erinnern daran. Die StĂ€mme bildeten Konföderationen, wie die Blackfoot Confederacy, die die Gros Ventre aus Saskatchewan verdrĂ€ngten. Woodland Cree und Anishinabe gerieten gleichfalls immer wieder in Konflikte, deren FortfĂŒhrung geradezu eine Tradition wurde.
Der erste EuropĂ€er, der Saskatchewan betrat, war Henry Kelsey im Jahre 1690, der den Saskatchewan River in der Hoffnung auf Pelzhandel mit den Bewohnern der Provinz aufwĂ€rts fuhr. Die erste dauerhaft bewohnte europĂ€ische Siedlung war ein Handelsposten der Hudsonâs Bay Company bei Cumberland House, den Samuel Hearne 1774 grĂŒndete. Bereits 1768 hatten die unabhĂ€ngigen PelzhĂ€ndler François le Blanc und James Finlay Sr. einen Handelsposten am Saskatchewan River, westlich Nipawin, gegrĂŒndet, der allerdings 1773 aufgegeben und niedergebrannt wurde.[7]
1670 verlieh die britische Krone âGovernor and Company of Adventurers of England trading into Hudson's Bayâ das riesige Einzugsgebiet der ZuflĂŒsse der Hudson Bay an die spĂ€ter Hudsonâs Bay Company (HBC) genannte Pelzhandelsgesellschaft. Zahlreiche HĂ€ndler der frankokanadischen North West Company machten ihr Konkurrenz; sie grĂŒndeten eigene Forts, wie 1787 Fort EspĂ©rance. 1821 wurden die beiden Gesellschaften zwangsweise zusammengeschlossen. Von 1824 bis 1856 bestand im zentralen Osten der Provinz Fort Pelly 1, ein Fort, das in den 1970er Jahren ausgegraben wurde.[8]
Nach Cumberland House kamen um 1840 die ersten Missionare. In den spĂ€ten 1850er und frĂŒhen 1860er Jahren erforschten wissenschaftliche Expeditionen, geleitet von John Palliser und Henry Youle Hind, die PrĂ€rieregion der Provinz.
Als das neu gegrĂŒndete Kanada (vgl. Kanadische Konföderation) das riesige Monopolgebiet der HBC ĂŒbernahm, wurde Fort Garry im spĂ€teren Manitoba die erste Hauptstadt der Nordwest-Territorien. Es wurde jedoch 1876/77 von Fort Livingstone in dieser Funktion abgelöst. Doch auch hier, wo schnell errichtete Baracken der North West Mounted Police bestanden, verhinderte ein strenger Winter die dauerhafte Ansiedlung. Vizegouverneur David Laird verlegte die Hauptstadt von 1877 bis 1883 nach Battleford. Am 8. Mai 1882 wurde das riesige Gebiet in vorlĂ€ufige Distrikte aufgeteilt, deren Grenzen sich allerdings noch mehrfach verschoben. Diese Distrikte waren Alberta, Assiniboia, Athabasca und Saskatchewan. Nur der Keewatin-Distrikt galt nicht als vorlĂ€ufig.
WĂ€hrend dieser Zeit verschwanden die riesigen BĂŒffelherden, und die Indianer wurden gezwungen, ihre Gebiete gegen Lebensmittel und Decken abzutreten. Dazu wurden zwischen 1871 und 1899 acht der insgesamt elf Numbered Treaties unterzeichnet.
Ein bahnbrechendes Ereignis in der Geschichte des westlichen Kanada war 1874 der Marsch nach Westen der von der Bundesregierung neu gegrĂŒndeten North-West Mounted Police. Trotz schlechter AusrĂŒstung und Mangel an Proviant etablierten diese MĂ€nner die PrĂ€senz des Bundes in den neuen Territorien. WĂ€re diese Expedition erfolglos gewesen oder wĂ€re die Canadian Pacific Railway spĂ€ter oder weiter nördlich gebaut worden, wĂ€ren wohl die Vereinigten Staaten in dieses politische Vakuum vorgedrungen und British Columbia wĂ€re möglicherweise den Vereinigten Staaten beigetreten. Die North West Mounted Police grĂŒndete mehrere Posten und Forts in ganz Saskatchewan, einschlieĂlich Fort Walsh in den Cypress Hills und Wood Mountain Post im sĂŒdlichen Zentrum der Provinz, nahe der amerikanischen Grenze.
Die Besiedlung begann mit dem Bau der Canadian Pacific Railway in den frĂŒhen 1880er Jahren. Der Bau der Eisenbahn durch ganz Kanada verĂ€nderte die Siedlungs- und Wirtschaftsstruktur der Region dramatisch. Zum einen lieĂ sich durch die gewĂ€hlte sĂŒdlichere Route die Grenze gegen die USA besser verteidigen und gegen illegale Zuwanderung schĂŒtzen, zum anderen verlagerte sich ab 1882 der wirtschaftliche Schwerpunkt von der Linie BattlefordâEdmonton Richtung Pile OâBones (spĂ€ter Regina)âCalgary. Die Siedlungsstruktur basierte zunehmend auf einer Kette von Siedlungen zu beiden Seiten der Bahnlinien.
Des Weiteren zog es die Zuwanderer in die jeweils bereits vorhandenen GrĂŒndungen ihrer Landsleute, was zu ethnischen Ballungen fĂŒhrte. Eine Besonderheit stellen dabei die von Peter Vasilevich Verigin (1859-1924) gefĂŒhrten Doukobor dar.[9] Sie kamen aus der Ukraine und aus SĂŒdrussland und wichen von dort dem politisch-religiösen Druck nach Kanada aus. Dazu erhielten die ĂŒber 7000 Menschen drei Kolonien, die North Colony in den Distrikten Pelly und Arran, die South Colony in Canora, Kamsack und Veregin und den Good Spirit Lake Annex â zusammen ĂŒber 770.000 Acre. Doch 1918 erhielten viele von ihnen Privatgrund oder gingen nach British Columbia, die Reservate wurden aufgelöst. Um diese Zeit kam eine Gruppe von ihnen aus British Columbia und erwarb Boden im Kylemore District im Umfang von mehr als 11.000 Acre.[10]
Um 1800 verlagerten die MĂ©tis, Nachkommen von Franzosen und Indianern, ihren Siedlungsschwerpunkt in die Region des spĂ€teren Manitoba. Sie waren fĂŒr die Versorgung der Forts mit Pemmikan von gröĂter Bedeutung. Einige Gruppen zogen weiter westwĂ€rts, als in Manitoba die Bisonpopulationen zusammenbrachen, und wurden nach der fast vollstĂ€ndigen Ausrottung der Herden zu ViehzĂŒchtern.[11] Zugleich waren sie nach französischem Vorbild zu Kleinbauern geworden.
Als gröĂte Bedrohung sahen die MĂ©tis schon seit langem die Zuwanderungspolitik der HBC an, die auch ihr zweites wirtschaftliches Standbein, den Landbau, bedrohte. Sie forderten eine eigene Provinz im neu entstandenen Kanada. Die kanadische Regierung setzte die HBC-Politik augenscheinlich fort. So kam es 1869 zur Red-River-Rebellion und 1885 zur Nordwest-Rebellion. 1870 berĂŒcksichtigte der Manitoba Act zwar noch die Forderungen der MĂ©tis, so dass die Rebellion unblutig endete, doch die inzwischen weiter westwĂ€rts nach Saskatchewan ausgewichenen MĂ©tis, vor allem um Batoche, versuchten weiterhin eine eigene Provinz zu erhalten.
Die Indianer in dem riesigen Gebiet waren zu dieser Zeit Ă€uĂerst beunruhigt, da sie wegen des Verschwindens der BĂŒffel ebenfalls unter Hunger litten. Daher zog man Truppen im Osten zusammen. 1885 kam es im Ă€uĂersten Osten der spĂ€teren Provinz Alberta zum Frog-Lake-Massaker. Die anfangs erfolgreiche MĂ©tis-Rebellion brach jedoch mit der Schlacht von Batoche zusammen, und auch die Cree unter Big Bear mussten nachgeben. Einige ihrer Krieger wie Wandering Spirit wurden hingerichtet, genauso wie der MĂ©tisfĂŒhrer Louis Riel.
Die heute 70 anerkannten IndianerstĂ€mme wurden endgĂŒltig in Reservate abgedrĂ€ngt, die MĂ©tis wurden jahrzehntelang misstrauisch beobachtet und erst 1982 als ethnische Gruppe anerkannt.
1905 wurde Regina zur Hauptstadt der neuen Provinz Saskatchewan erhoben. Erster Premierminister war der Liberale Thomas Walter Scott (bis 1916). Eine seiner ersten Taten war es, die Verlegung der Hauptstadt von Regina nach Saskatoon zu verhindern. 1908 begann der Bau des RegierungsgebĂ€udes, der vier Jahre andauerte. Mit dem Rural Municipality Act entstanden 1908 rund 300 lĂ€ndliche Gemeinden, von denen jede 324 Quadratmeilen groĂ war. Sie stellen eine Organisationsform dar, die es ansonsten nur noch in Manitoba gibt. DarĂŒber hinaus förderte die Regierung den Ausbau der Verkehrs- und Kommunikationsnetze. 1909 wurde die UniversitĂ€t der Provinz eröffnet, die University of Saskatchewan in Saskatoon.
Im Streit der Konfessionen und Sprachen, also zwischen frankophonen Katholiken und anglophonen Protestanten, nahm Scott eine gemĂ€Ăigte Position ein. Nachdem Manitoba das Frauenwahlrecht eingefĂŒhrt hatte, gab er seine zögerliche Haltung auf und fĂŒhrte es am Valentinstag 1916 ein. Im Dezember desselben Jahres entschieden sich 80 % der Wahlberechtigten, erstmals unter Einschluss der Frauen, fĂŒr die Alkoholprohibition. Wegen KorruptionsvorwĂŒrfen musste Premierminister Scott seinen RĂŒcktritt einreichen â eine Erscheinung, die sich durch die gesamte Geschichte der Provinz zieht.
Scotts Nachfolger William Melville Martin gelang es, das angeschlagene Image der Liberalen Partei so schnell wieder aufzubessern, dass er die Wahlen von 1917 gewann. Als AuĂenseiter war er frei von KorruptionsvorwĂŒrfen. WĂ€hrend die liberale Partei in ganz Kanada von den Farmerparteien unter Druck gesetzt wurde, gelang es Martin, sie in seine Regierung zu holen. Zugleich gelang es ihm, sich gegen die Progressive Party durchzusetzen. Auf ihn folgte Charles Avery Dunning (bis 1926).
WÀhrend in einigen Provinzen die Farmer der Progressive Party oder den United Farmers zuneigten, gelang es Dunning, sie ebenfalls bei der Stange zu halten. Doch die immer wiederkehrenden Skandale brachten die Liberale Partei, nachdem sich James Garfield Gardiner noch bis 1929 halten konnte, letztlich doch um die politische Macht. Zwar gelang ihm 1934 ein erneuter Wahlsieg, doch schon im nÀchsten Jahr verlieà Gardiner die Provinz Richtung Ottawa.
Ihm folgte der Liberale William John Patterson, doch mit seinem RĂŒcktritt 1944 gelangte mit Tommy Douglas zum ersten Mal in Nordamerika eine sozialdemokratische Partei an die Macht, die Co-operative Commonwealth Federation (CCF). Sie fĂŒhrte erstmals ein umfassendes Programm der Versicherung gegen Krankheit ein. Douglasâ Nachfolger Woodrow Stanley Lloyd musste sich allerdings 1962 erst gegen einen Ărztestreik durchsetzen (1962) und verlor die Wahlen von 1964.
Mit Ross Thatcher kehrten 1964 die Liberalen zurĂŒck. Nachdem er 1967 wiedergewĂ€hlt worden war, setzte er ein AusteritĂ€tsprogramm durch, das Steuererhöhungen vorsah, GebĂŒhren fĂŒr medizinische Behandlungen, dazu reduzierte er staatliche Dienstleistungen und holte Rohstoffprospektoren verstĂ€rkt in die Provinz. Doch 1971 verlor er die Wahl gegen seine alten Gegner, die inzwischen unter dem Namen Saskatchewan New Democratic Party antraten. Neuer Premierminister war Allan Blakeney. Er förderte die GrĂŒndung einer Crown corporation fĂŒr die Rohstoffindustrie, allen voran einer Gesellschaft zum Abbau von Kaliumcarbonat bzw. Pottasche. Die Regierung grĂŒndete SaskOil, eine staatliche Ăl- und Gasgesellschaft, und wandte sich vehement gegen Einmischungen der Bundesregierung.
Von 1982 bis 1991 regierten erstmals wieder die Konservativen unter der FĂŒhrung von Grant Devine. Er förderte die Rohstoffindustrie durch groĂzĂŒgige Steuerreduzierungen, gab ihr zunehmend freie Hand gegenĂŒber anderen Interessen und verkaufte SaskOil. Auch erhebliche Teile der Infrastruktur, wie der StraĂenbau, wurden privatisiert. Die letzten Jahre von Devines Regierung waren von Skandalen getrĂŒbt, die selbst fĂŒr Nordamerika von ungewöhnlichem AusmaĂ waren.
Die Saskatchewan New Democratic Party, die 1991 die Wahlen gewann, ĂŒbernahm Schulden in Höhe von 14 Milliarden Dollar.[12] Premierminister Roy Romanow sah sich 1999 gezwungen, eine Koalition mit der Saskatchewan Liberal Party einzugehen und mehrere ihrer Mitglieder in sein konservatives Kabinett aufzunehmen. Ihm folgte 2001 bis 2007 sein Parteigenosse Lorne Calvert.
Seit 2007 ist Brad Wall als FĂŒhrer der Saskatchewan Party (SP) Premierminister. Diese Partei entstand 1997 aus einer Verbindung ehemals progressiv-konservativer und liberaler Politiker. ZunĂ€chst jedoch vermutete man angesichts des Ăbergewichts der Konservativen, diese versuchten sich auf diese Art von den Korruptionsskandalen zu befreien. 2003 propagierte die SP einen RĂŒckzug des Staates und Steuersenkungen, bewegte sich aber seitdem in Richtung der politischen Mitte.
Siehe auch: Liste der National Historic Sites of Canada (Saskatchewan)
Saskatchewan ist mit 651.036 kmÂČ[13] etwa so groĂ wie Frankreich, die Benelux-Staaten und die Schweiz zusammen, aber mit nur 1,6 Einwohnern pro kmÂČ (2006) fast so dĂŒnn besiedelt wie Tibet. 13,2 Prozent der Einwohner sind Indianer oder MĂ©tis (2001).[14] Damit hat Saskatchewan unter den kanadischen Provinzen den höchsten Anteil von Indianern an der Gesamtbevölkerung. Sie beherbergt auch Kanadas einzige indianische UniversitĂ€t, die First Nations University of Canada in Regina.
Der Norden der Provinz liegt im Einflussbereich der Hudson Bay und des sie umgebenden Tieflandes, das zwischen rund 200 und 500 m ĂŒber dem Meeresspiegel liegt. Nach SĂŒden und SĂŒdwesten hin steigt das Land jedoch stetig an, bis zu den Cypress Hills im Ă€uĂersten SĂŒdwesten an der Grenze zur Nachbarprovinz Alberta (bis zu 1500 m). In den nördlichen Regionen gibt es vereinzelt HĂŒgelgruppen, die die Tiefebene unterbrechen; der SĂŒden ist hingegen von tief eingeschnittenen FlusstĂ€lern, wie dem nördlichen und sĂŒdlichen Saskatchewan River oder dem Qu'Appelle River gekennzeichnet.
Im Norden erstrecken sich ausgedehnte boreale NadelwĂ€lder, die teilweise in Waldtundren ĂŒbergehen und zwischen denen sich groĂe Seenlandschaften erstrecken, von denen die gröĂten der Athabascasee und der Rentiersee sind. In Zentral-Saskatchewan ist die Landschaft flach und die WĂ€lder weichen weitlĂ€ufigen Acker- und GrasflĂ€chen, die durch Ansiedlung von Bauern entstanden. Nach SĂŒden hin nehmen Dichte und IntensitĂ€t der landwirtschaftlichen Nutzung zu. Hauptprodukte sind Sommerweizen, Roggen, Hafer und Ălsaat, hinzu kommen Fleischviehzucht und Futtermittelanbau.
Im sĂŒdlichen Saskatchewan-Tal und in den Cypress Hills erstrecken sich Grassteppen, wo vorrangig extensive Weidewirtschaft betrieben wird. Nur hart an der Grenze zu den USA wird vom Grasslands-Nationalpark ein letzter Rest der ursprĂŒnglichen PrĂ€rie erhalten. Ein weiterer Nationalpark befindet sich in der Provinzmitte: der Prince-Albert-Nationalpark. Hinzu kommen Provincial Parks, die sowohl dem Naturschutz als auch der Erholung dienen, was hĂ€ufig zu Konflikten fĂŒhrt. In Zentral- und SĂŒdost-Saskatchewan findet sich der ĂŒberwiegende Teil der 602 Indianerreservate, in denen vorwiegend Mitglieder der Cree-Nation leben.
Der wichtigste Fluss ist der Saskatchewan River, der sich in einen nördlichen und einen sĂŒdlichen Arm teilt, die sich im Zentrum der Provinz östlich der Stadt Prince Albert vereinigen.
Die klimatischen Schwankungen halten sich trotz der Ausdehnung der Provinz, sieht man von den Wintertemperaturen ab, in engen Grenzen. Das Klima ist stark kontinental geprĂ€gt, was warme Sommer, ĂŒberaus kalte Winter und wenig Niederschlag (250â500 mm) bedingt. Zudem ist es aufgrund fehlender Gebirge bestĂ€ndig windig. Arktische KaltlufteinbrĂŒche können Temperaturen von bis zu -50 °C bringen. Wehen hingegen die warmen Chinook-Winde, vergleichbar dem Alpenföhn, können die Temperaturen innerhalb kurzer Zeit um bis zu 25 °C steigen. Diese beiden WetterphĂ€nomene können ganzjĂ€hrig auftreten, weswegen es im Sommer leichten Frost aber auch starke Hitzewellen geben kann, in denen bereits Maximaltemperaturen von 44 °C in den sĂŒdlichen Landesteilen gemessen wurden. Die Winde verstĂ€rken die Wahrnehmung der Temperaturen, was zu so genannten Windchill-Temperaturen von bis zu -65 °C, vorzugsweise wĂ€hrend der gefĂŒrchteten Blizzards zwischen Ende Oktober und Mitte April, fĂŒhren kann, Bedingungen, die das öffentliche Leben lahmlegen. Zu den Wetterextremen gehören auch ausgeprĂ€gte GewitterstĂŒrme und Hagelschlag in den Sommermonaten. HĂ€ufiger wird das Land jedoch von Trockenheit betroffen.
Wie ĂŒberall in der Provinz sind Dezember, Januar und Februar die kĂ€ltesten Monate. Die mittleren Tag- und Nachttemperaturen liegen zwischen -15 und -21 °C bzw. -8 und -11 °C, doch können die Differenzen auf bis zu 60 °C ansteigen (Februar -49 bis +15 °C oder Oktober -26 und +31 °C). Extremwerte von unter -40 °C traten bisher von November bis MĂ€rz auf und fanden ihren Tiefstpunkt bei -49 °C. Die höchsten Temperaturen in den Wintermonaten liegen bei 9 °C im Januar und 15 °C im Dezember und Februar. Im FrĂŒhjahr steigen die Tagestemperaturen sprunghaft an, wĂ€hrend es in den NĂ€chten noch kalt bleibt (Mai: Tag 19 °C, Nacht 3 °C). Der Sommer reicht von Juni bis Ende August. Oftmals steigt die Temperatur auf ĂŒber 30 °C, im Extremfall bis 44 °C, sie kann aber nachts unter die Frostgrenze fallen. Generell zeichnen sich die Sommer durch hohe Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht aus (Juli 11â27 °C, August 9â26 °C). Im September beginnt der Herbst, im November sinkt das Nachtmittel wieder auf -11 °C.
Die geringen NiederschlĂ€ge (zirka 400 mm), die von November bis MĂ€rz meist in Form von Schnee und an vier bis fĂŒnf Tagen fallen, steigen im Sommer um das Doppelte auf sechs bis acht Regentage pro Monat.
(Stand: 2006)
Siehe auch: Liste der StÀdte in Saskatchewan
Das politische System Saskatchewans basiert auf dem Westminster-System mit einem Einkammernparlament. Die Legislativversammlung besteht aus 58 Mitgliedern, die in ebenso vielen Wahlkreisen nach dem Mehrheitswahlsystem gewÀhlt werden. Der Vizegouverneur, der das Staatsoberhaupt vertritt, kann in Absprache mit dem Premierminister innerhalb eines bestimmten Zeitrahmens das Parlament vorzeitig auflösen und Neuwahlen ansetzen, der britischen Parlamentstradition entsprechend. Premierminister ist stets der Vorsitzende jener Partei, welche die meisten Sitze errungen hat. Dieses Amt hat zurzeit Brad Wall inne, Vizegouverneur ist Gordon Barnhart.
Im kanadischen Unterhaus wird Saskatchewan von 14 Abgeordneten vertreten. GemÀà der kanadischen Verfassung stehen der Provinz sechs Sitze im Senat zu.
â Siehe auch: Liste der Premierminister von Saskatchewan, Liste der Vizegouverneure von Saskatchewan
Saskatchewan's Wirtschaft wird oft mit der Landwirtschaft assoziiert. Die Forstwirtschaft, Fischerei und Jagd machen jedoch nur 6,8% des Bruttoinlandproduktes der Provinz aus. Saskatchewan's Wirtschaft ist stark von der Ăl- und Gasindustrie geprĂ€gt. GroĂe Erdgasvorkommen sind besonders im Westen der Provinz vorhanden.
Folgende Wirtschaftsbereiche tragen zum Bruttoinlandsprodukt bei:
| % Anteil | Sektor |
|---|---|
| 17.1 | Banken, Versicherungen, Immobilien und allg. Finanzdienstleistungen |
| 13.0 | Erdöl- und Erdgasproduktion |
| 11.9 | Gesundheits, Bildungs- und andere Sozialeinrichtungen |
| 11.7 | Handel und Verkaufsdienstleistungen |
| 9.1 | Transport-, Versorgungseinrichtungen (Strom, Wasser, Telekommunikation) |
| 7.7 | Produktionsgewerbe |
| 6.8 | Landwirtschaft (Fischerei, Landwirtschaft, Jagd) |
| 6.5 | Allgemeine Servicedienstleistungen |
| 5.8 | Regierungsdienstleistungen |
| 5.1 | Baugewerbe |
| 5.3 | Allgemeine Dienstleistungen |
Zu den gröĂten Unternehmen in der Provinz gehören die Potash Corporation of Saskatchewan. Das Unternehmen ist weltweit der gröĂte Produzent von Kaliumchlorid. Des Weiteren hat das Unternehmen Federated Co-operatives aus der Petrochemiebranche seinen Hauptsitz in der Provinz. Der schwedische Stahlkonzern SSAB betreibt eine wichtige Niederlassung in der Provinz.
Alberta | British Columbia | Manitoba | New Brunswick / Nouveau-Brunswick | Neufundland und Labrador | Nova Scotia | Nordwest-Territorien | Nunavut | Ontario | Prince Edward Island | Québec | Saskatchewan | Yukon