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Die Wortstellung (auch Satzstellung, Topologie, Satzgliedfolge, Wortfolge) ist die Anordnung der Wörter bzw. Satzglieder innerhalb eines Satzes; insbesondere die von Subjekt, Objekt und finiter Verbform (Teil des Prädikats). Diese Anordnung folgt bestimmten Regeln, die in der Grammatik festgelegt sind. Bestimmte topologische Strukturen können durch den semantischen Gehalt, die Motivation des Sprechers und andere Phänomene determiniert werden.
Häufig wird in Grammatiken vornehmlich die Abfolge von Wortgruppen, Wortkonstituenten oder Satzgliedern behandelt und die Wortabfolge innerhalb dieser Elemente vernachlässigt. Die Bezeichnungen Satzgliedfolge und Wortfolge sind demnach genau genommen zwei extreme Betrachtungen von Stellungsregularitäten im Satz. Zwischen ihnen können unterschiedliche Anschauungsebenen (z. B. Satzgliedteile/Attribute) liegen.
Inhaltsverzeichnis |
Die Satzglieder Subjekt (S), Objekt (O) und finite Verbform (V) lassen sich zum Zwecke der syntaktischen Typologie als Hauptkonstituenten ansehen, und man kann dann feststellen, welches ihre gewöhnliche Reihenfolge in einem einfachen Aussagesatz ist, der nur aus diesen drei Bestandteilen besteht. Beispiel: „Peter (S) schreibt (V) Romane (O).“ Die Stellung dieser drei Bestandteile heißt auch die Grundwortstellung. Die Grundwortstellung im Deutschen wäre demnach SVO (genauer: Deutsch hat Verbzweitstellung).
Nun kann man die Sprachen typologisch danach einteilen, welche Grundwortstellung in ihnen vorherrscht. Nach den Regeln der Kombinatorik gibt es insgesamt sechs verschiedene Möglichkeiten für die Stellung von drei Komponenten, die im Folgenden durch Beispiele verdeutlicht werden. Varianten, in denen das Subjekt vor dem Objekt steht, sind dabei in natürlichen Sprachen zahlreicher, aber wie sich anhand der jeweils angegebenen Sprachen erkennen lässt, kommen alle Möglichkeiten vor.
Diese von Joseph Greenberg[1] begründete Version der Wortstellungstypologie ist allerdings in vielfacher Hinsicht problematisch[2]. Folgende Gründe werden dafür angeführt:
Von gewisser Bedeutung ist die Grundwortstellung in der generativen Grammatiktheorie nach Chomsky, die mit der Generativen Transformationsgrammatik begann. Darin geht man davon aus, dass jeder Satz in einer Grundwortstellung erzeugt (basisgeneriert) wird und durch Operationen wie Transformationen oder Bewegung (move α in minimalistischen Theorien) in eine Form gebracht wird, die seiner oberflächlichen Realisierung entspricht.[6] Dies ist eigentlich die zuvor erwähnte, für die Grammatik fundamentale Hauptkonstituentenstellung, die durch die Ableitbarkeit der in verschiedenen Konstruktionen tatsächlich auftretenden Stellungen ermittelt wird, während der S/V/O-Grundwortstellungstyp oft nach der Häufigkeit der jeweiligen Oberflächenfolge ermittelt wird.
Die Wortstellung des Deutschen wird oft mit dem Modell der topologischen Felder beschrieben. Auf Satzebene erfolgt die topologisch relevante Differenzierung in Satzarten: Spannsatz (Verbletzt), Stirnsatz (Verberst) und Kernsatz (Verbzweit). Diese Kategorien hängen von der Stellung der finiten Verbform ab. Im Spannsatz („…, dass Paul bald kommt.“) steht sie an letzter Stelle, im Stirnsatz („Kommt Paul bald?“) führt sie den Satz an, und beim Kernsatz („Paul kommt gleich.“) hält sie die zweite Position.
Viele Grammatiker sehen den Aussagesatz als Prototyp an, von dem sie die anderen Satztypen ableiten. Diesen Aussagesatz zerlegen sie in drei Stellungsfelder, nämlich in ein Vorfeld, ein Mittelfeld (Hauptfeld) und ein Nachfeld. Diese drei Felder weichen in ihrer jeweiligen Besetzung der Feldgliederung jeweils vom Basismodell des Aussagesatzes ab. Der Aussagesatz definiert demnach die Grundwortstellung.
Der linken Satzklammer, bestehend aus dem finiten Verb, geht ein Vorfeld voraus (welchem wiederum eine Konjunktion voranstehen kann), und der rechten Satzklammer, bestehend aus dem hinteren, infiniten Teil des Prädikats, kann ein Nachfeld folgen. Die beiden Verbformen (finit und infinit) grenzen das Mittelfeld ein und bilden eine für das Deutsche typische verbale Klammer, die den Satz in seine drei Felder zergliedert.
Die Nachfeldbesetzung kann als Nachtrag oder Ausklammerung bezeichnet werden, was die untergeordnete, abhängige Rolle des Nachfelds gegenüber dem Mittelfeld zum Ausdruck bringt.
Einige Grammatiker unterscheiden wiederum die doppelte Anzahl von Positionen, da sie das zusammengesetzte Verb als gängigste Verbbildung einstufen, was lediglich eine Verfeinerung des dreigliedrigen Modells darstellt.
Vorfeld und Nachfeld sind typischerweise nur durch ein einziges Satzglied besetzt. Die Beschreibung des Mittelfeldes ist häufig am komplexesten, weil sich dieses in der Regel aus mehreren Satzgliedern zusammensetzt und damit nicht nur dem grammatikalischen Regelwerk, sondern auch der Pragmatik untersteht. Laut Reis ist der Einfluss der Pragmatik jedoch nicht allzu hoch einzuschätzen.