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Schülerlotse

Briefmarke 1971

Ein Schülerlotse hat die Aufgabe, Schülern das sichere Überqueren einer Straße zu ermöglichen. Am Lotsenpunkt werden die Schüler in kleinen Gruppen über die Fahrbahn geleitet. Hierbei sucht der Verkehrshelfer eine genügend große Lücke im Verkehrsstrom, wobei er sich auch mittels der Schülerlotsenkelle bemerkbar machen kann, bzw. sollte.

Am 14. Januar 1953 wurde die in den USA geborene Idee eines Schülerlotsendienstes auch in der Bundesrepublik Deutschland eingeführt.

Inhaltsverzeichnis

Schülerlotsen in Deutschland

Details

Schülerlotsen agieren vorwiegend vor der Schulzeit (je nach Schule unterschiedlich), an einigen Schulen ist es üblich, dass Schülerlotsen auch nach der Schule ihren Dienst verrichten.

Zur Erkennung der Schülerlotsen dienen seit 1975 normalerweise eine Signalkelle, eine orangefarbene Mütze zusammen mit einer orangefarbenen Weste, welche mit einem Licht reflektierenden Querstreifen versehen ist oder ein auffälliger Mantel, etwa eine signalgelbe Weste (heute noch in Bayern).

Einige Schülerlotsen führen zusätzlich noch ein Schülerlotsenbuch.

Schülerlotse kann in Deutschland als Jugendlicher werden, wer mindestens 13 Jahre alt ist und die 7. Klasse besucht. Der Klassenlehrer soll eine Auswahl vornehmen. Abweichungen davon sind in den Bundesländern möglich. Als Schülerlotsen können sich ferner Erwachsene (zum Beispiel ein Elternteil schulpflichtiger Kinder oder im Ruhestand befindliche Mitbürger) zur Verfügung stellen. Erst nach einer Ausbildung mit Kenntnissen in Verkehrserziehung und Umweltschutz kommt ein Einsatz in Betracht.[1]

Die Deutsche Verkehrswacht betont, dass es in über 50 Jahren Praxisbetrieb an den von Lotsen gesicherten Übergängen keinen einzigen tödlichen Verkehrsunfall gegeben habe.

Seit einigen Jahren werden auf Stadt- oder Kreis-, auf Landes- und Bundesebene Schülerlotsen-Wettbewerbe veranstaltet, bei denen Schülerlotsen in verschiedenen Disziplinen (z. B.: Reaktions-, Argumentations- und Schätzvermögen) ihr Können unter Beweis stellen.

Weitere Initiativen, die Schülern einen sicheren Schulweg ermöglichen sollen, sind beispielsweise Aktionen nach dem Prinzip eines Schulbus zu Fuß (auch „Pedibus“ genannt).

Verkehrszeichen Nummer 356

Verkehrshelfer

→ Hauptartikel: Verkehrshelfer

Schülerlotsen gehören inzwischen zur Gruppe der Verkehrshelfer. Auf den Einsatz von Verkehrshelfern, so die amtliche Bezeichnung in Deutschland laut StVO § 42, wird in gebührender Entfernung durch das blaue Verkehrszeichen 356 hingewiesen. Als Verkehrshelfer werden neben Schülerlotsen auch Schulweghelfer, Schulbuslotsen und Schulbusbegleiter, sowie auch Verkehrskadetten bezeichnet. Verkehrskadetten sind darüber hinaus u. a. auch in praktischer Zeichengebung der Verkehrspolizei ausgebildet und somit theoretisch befähigt, eigenständig den Verkehr zu regeln. Sie dürfen jedoch nicht wie die Verkehrspolizei in den Verkehr eingreifen, sondern lediglich vorhandene Verkehrszeichen (oder polizeiliche Weisungen) unterstützen. Der Vorgänger, das Verkehrszeichen „Schülerlotse“ mit derselben Ordnungsziffer wurde umbenannt, damit es so als Rechtsgrundlage für eine größere Vielfalt von engagierten Helfern im Straßenverkehr dienen kann.

Schülerlotsen in anderen Ländern

In Großbritannien werden Schülerlotsen als „Lollipop-Man/Lady“ bezeichnet, da sie ein mannshohes Stoppschild in der Hand halten, das wie ein riesiger Dauerlutscher (engl. "lollipop") aussieht. Sowohl ihre Uniform wie auch das Schild sind überwiegend in gelber Leuchtfarbe mit weißen Reflektorenstreifen gehalten, was den optischen Eindruck verstärkt. In Großbritannien sind Schülerlotsen häufig verbalen und physischen Attacken durch Autofahrer ausgesetzt. Im Jahr 2007 wurden über 1400 solcher Fälle gemeldet.[2]

In den Vereinigten Staaten, wo die Mehrzahl der Schüler den Schulbus benutzt, werden an den Grundschulen und Middle Schools Hall monitors und Safety patrolers (freiwillige Schüler der oberen Klassenstufen) eingesetzt, um morgens bei Schulbeginn und nachmittags bei Schulschluss erstens auf den Schulfluren Aufsicht zu führen (um zu verhindern, dass die Mitschüler sich ungeordnet und rennend fortbewegen) und zweitens die 5jährigen Kindergardeners sicher zu ihren Unterrichtsräumen bzw. Bussen zu führen. Straßenübergänge im unmittelbaren Schulbereich werden in den USA regelmäßig durch Absenkung der erlaubten Höchstgeschwindigkeit gesichert (in New York z. B. 25 m/h); morgens und nachmittags werden dort zusätzlich erwachsene Lotsen (Crossing guards) eingesetzt.

Einzelnachweise

  1. ↑ Folder 2009 der Deutschen Verkehrswacht, abgefragt am 13. September 2010
  2. ↑ Süddeutsche Zeitung, 2. Mai 2008, Seite 12

Weblinks

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