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| Die 5 Säulen des Islam |
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Die Schahāda الشهادة / aš-šahāda auch: taschahhud تشهد / tašahhud aus dem Verb schahida / شهد / šahida /‚bezeugen‘ (auch im juristischen Sinne) abgeleitet, ist das Glaubensbekenntnis des Islams. Sie ist die erste der fünf Säulen des Islam.
Inhaltsverzeichnis |
Der zweite Teil des Glaubensbekenntnisses ist die Bestätigung Mohammeds als Gesandter Gottes:
Somit spricht man im islamischen Recht und in der Theologie von den zwei Glaubensbekenntnissen: asch-schahadatan الشهادتان / aš-šahādatān, oder vom Ausdruck des Monotheismus kalimat at-tauhid / كلمة التوحيد / kalimatu ’t-tauḥīd.[5]
Die Schiiten fügen meist noch einen dritten Satz hinzu:
Die oben dargestellte Form der Schahāda ist allerdings das Ergebnis ritualrechtlicher Kompromisse unter den Gelehrten der Rechtsschulen, denn gemäß Überlieferungen in der Traditionsliteratur soll Mohammed gelehrt haben:
„Die Grüße gelten Gott, wie auch die Segenswünsche und die guten Dinge. Friede sei mit dir, Prophet, und Gottes Erbarmen und sein Segen. Friede sei mit uns und mit den frommen Gottesdienern. Ich bezeuge … usw.[6]“
– al-Buchari:: K. al-Adhān (10), Kap. 148
Die islamischen Rechtsschulen greifen hierbei auf unterschiedliche Überlieferungsvarianten im Wortlaut des angeblichen Prophetenspruches zurück. Sie sind sich aber ritualrechtlich einig darüber, dass die obige Grußform keinen Pflichtteil im Gebetsritual darstellt.[7]
Beim Gebetsruf werden beide Teile dieser ursprünglich asyndetischen Konstruktion im Arabischen mit der Konjunktion wa و („und“) verbunden und mit dem konjugierten Verb: aschhadu an أشهد أن „Ich bezeuge, dass …“ eingeleitet.
Das islamische Glaubensbekenntnis, das jedem Gebet vorausgeht, lautet:
Aschhadu an lā ilāha illā ʾllāh(u) wa-aschhadu anna Muhammadan rasūlu ʾllāh(i): „Ich bezeuge, dass es keinen Gott außer dem (einzigen) Gott gibt, und ich bezeuge, dass Mohammad der Gesandte Gottes ist.“
Die Schahāda erscheint in einem Sakralbau erstmalig in der Außeninschrift am Felsendom aus dem Jahr 691-692 in ihrer Kombination mit der Basmala wie folgt:
لا اله إلا الله وحده لا شريك له محمد رسول الله / lā ilāha illā ʾllāhu waḥdahu lā šarīka la-hu Muḥammadun rasūlu ʾllāh(i) /‚Es gibt keinen Gott außer Gott allein, er hat keinen Teilhaber (an der Herrschaft), Mohammed ist der Gesandte Gottes‘. Einmal mit der Ergänzung durch die gekürzte Eulogie nach: „der Gesandte Gottes“: ṣallā ʾllāhu ʿalaihi: „(Möge) Gott ihn segnen“[8] Der Satzteil „er hat keinen Teilhaber (an der Herrschaft)“ ist koranisch; in Sure 6, Vers 163 heißt es: „Er hat keinen Teilhaber (an der Herrschaft). Dies (zu bekennen) wurde mir befohlen.“
Im profanen Leben erscheint die Schahāda auf umayyadischen Münzen bereits gegen 705-714 und auch etwas später. Auf der Vorderseite (oder am Rand) steht: lā ilāha illā ʾllāh …; auf der Rückseite: Muḥammad rasūlu ʾllāhi; am Rand steht das Prägungsdatum.[9]
Eine Variante der Schahāda ist in einem Protokoll auf Papyrus, aus dem Jahr 705 in folgendem Wortlaut, wie am Felsendom, dokumentiert: lā ilāha illā ʾllāhu waḥdahu lā šarīka la-hu Muḥammadun rasūlu ʾllāhi - dies in Anlehnung an Sure 6, Vers 163: lā šarīka la-hu: „Er hat keinen Teilhaber (an der Herrschaft)“.[10]
Eine ähnliche Variante steht in einem Handschriftenfragment - datiert auf Rabīʿ II. 294 / Januar 907 in der letzten Zeile der Reproduktion -, das in Zeile 6, am Ende des 2. Buches über Zakat, die Schahada mit der Eulogie ergänzt: lā ilāha illā ʾllāh Muḥammadun rasūlu ʾllāhi ṣallā ʾllāhu ʿalaihi wa-sallam.
Der erste Teil des Glaubensbekenntnisses erscheint in einem Schreiben des Statthalters von Ägypten Qurra ibn Scharīk († Oktober-November 714)[11], datiert auf Juli 710 wie folgt: ahmadu ʾllāha alladhī lā ilāha illā huwa / أحمد الله الذي لا إله إلا هو / aḥmadu ʾllāha ʾllaḏī lā ilāha illā huwa /‚ich lobpreise Gott, außer dem es keinen (anderen) Gott gibt‘.[12]
Dass die Schahada im profanen Bereich bis in die letzten Jahrzehnte des 8. Jahrhunderts keine endgültige Form angenommen hatte, zeigt eine Felsinschrift aus dem zentralen Negev, die wie im obigen Protokoll auf Papyrus formuliert und - diesmal mit dem Zusatz: wa-ʿabduhu „sein Diener“ - auf das Jahr 780-781 datiert ist.[13]
Epigraphische Funde südlich von Medina aus dem späten 8. Jahrhundert belegen, dass man die obige Variante der Schahāda auch in der 3. Pers. Sing. formuliert hatte; ihr geht dann der Name des Urhebers voraus. Am Ende wird nach dem Namen des Propheten die Eulogie hinzugefügt:
عتيق بن يعقوب بن صديق بن موسى بن عبد الله بن الزبير يشهد ألا إله إلا الله وحده لا شريك له وأن محمدا رسول الله صلى الله عليه وسلم / ʿAtīq b. Yaʿqūb b. Ṣudaiq b. Mūsā b. ʿAbd Allāh b. az-Zubair yašhadu allā ilāha illā ʾllāh waḥdahu lā šarīka la-hu wa-anna Muḥammadan rasūlu ʾllāh ṣallā ʾllāhu ʿalaihi wa-sallam: ʿAtīq ibn Yaʿqūb … usw. bezeugt, dass … usw. - Der Urheber ist biographisch bekannt, er war einer der Schüler von Malik ibn Anas in Medina.[14]
Die Schahada ist auch der Schriftzug auf der Flagge von Saudi-Arabien, des Staates, dessen Territorium die Heimat des Propheten Mohammed einschließt.
Manche Sufis (islamische Mystiker) lehnen die zwei zusätzlichen Teile ab und übersetzen den ersten Teil mit:
Die meisten Sufis sind allerdings der Ansicht, dass gerade der zweite Teil der Schahāda sehr wichtig ist, weil Schaitan (arabisch für Satan) selbst ebenfalls den ersten Teil der Schahada akzeptiert. Schließlich weiß er selber sehr genau, dass es nur einen einzigen Gott gibt; Mohammed als Prophet lehnt er jedoch ab.
Auf dem Weg von Florenz nach Arezzo in einer kleinen Kirche von San Giovenale a Cascia identifizierte der italienische Denkmalpfleger Luciano Berti ein bis dahin unbekanntes Werk, ein Triptychon des Begründers der Frührenaissance-Malerei Masaccio (*1401, †1428).[15] Einige Jahre später hat man den deutschen Orientalisten Rudolf Sellheim auf das publizierte Bild der Madonna mit dem Heiligenschein aufmerksam gemacht, der möglicherweise orientalische (arabische) Schriftzüge tragen dürfte. Das Phänomen an sich, arabische Schriftzeichen, auch in entfremdeter Form und bis zur Unkenntlichkeit entstellt, zu verwenden, ist seit dem 11. Jahrhundert in der mittelalterlichen Kunst - in der Buch,- Glas,- Tafel- und Wandmalerei bekannt.[16] R. Sellheim stellte fest, dass Masaccio im Heiligenschein der Madonna das islamische Glaubensbekenntnis – allerdings spiegelverkehrt – integriert hatte.[17]
Die Arbeit trägt das Datum 23. April 1422. Es wird angenommen, dass Masaccios Werk ursprünglich in der Brancacci-Kapelle von Santa Maria del Carmine aufgestellt war.[18] Es ist allerdings unklar, wie Masaccio in den Besitz der Motive der Schahada gekommen ist. Sie und die Ligatur von Allah in ihrer Kombination der Buchstaben Alif - Lām - Lām- Hāʾ sind in der Ornamentik jener Zeit mehrfach verwendet worden.[19]