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| Schedewitz Große Kreisstadt Zwickau
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| Koordinaten: | 50° 42′ N, 12° 30′ O50.702222222212.4988888889250Koordinaten: 50° 42′ 8″ N, 12° 29′ 56″ O |
| Höhe: | 250–290 m |
| Fläche: | 23,4 ha |
| Einwohner: | 2.460 (2005) |
| Eingemeindung: | 1. Jan. 1923 |
| Postleitzahl: | 08056 |
| Vorwahl: | 0375 |
Schedewitz ist ein Stadtteil von Zwickau und liegt linksseitig der Zwickauer Mulde.
Inhaltsverzeichnis |
1240 wurde Schedewitz erstmals erwähnt, als die Zisterzienser das Kloster Grünhain anlegten. Dieses besaß fünf Städte und 40 Dörfer, unter anderem auch Schedewitz und Bockwa.
Der Name Schedewitz leitet sich aus dem Sorbischen ab und bedeutet so viel wie „Ort des Graukopfes“. Es wurde also nach einem Familiennamen benannt. Schedewitz wurde am 1. Januar 1923 nach Zwickau eingemeindet. Noch in den 1950er Jahren bildete Schedewitz mit dem Stadtteil Bockwa den bevölkerungsreichsten Stadtteil von Zwickau.
Der Konsumverein zu Schedewitz wurde am 5. Oktober 1868 gegründet. Er gehörte somit zu den ältesten Konsumvereinen Deutschlands, die über Jahrzehnte Bestand hatten. Schon früh galt hier die sozialistische Verbindung von Konsumgenossenschaft, Gewerkschaft und SPD.
Um die Jahrhundertwende des 19./20. Jahrhunderts hatte der Konsumverein zu Schedewitz für die Konsumgenossenschaftsbewegung in ganz Deutschland eine hervorragende Bedeutung. Ihr Geschäftsführer Adolf Gustav Seifert war eine der treibenden Persönlichkeiten für die Gründung einer Einkaufsgesellschaft für die Konsumgenossenschaften. 1894 zeichnete der Konsumverein zu Schedewitz bei der Gründung der Großeinkaufs-Gesellschaft Deutscher Consumvereine m.b.H. (GEG) in Hamburg von den insgesamt 34.500 Mark Stammeinlagen 3.000 Mark. Das war der höchste Betrag, den ein Gesellschafter bei der Gründung einzahlte.
Zwei ihrer Vertreter wurden später Geschäftsführer in dieser Waren- und Wirtschaftszentrale der Konsumgenossenschaftsbewegung der Hamburger Richtung (GEG): Adolf Gustav Seifert von 1902–1920, und Heinrich Lorenz von 1903–1930.
Viele Bergarbeiter, die in den umliegenden Schächten arbeiteten, wohnten und lebten hier.
Um 1920 gab es auf Schedewitzer Gebiet mehrere wichtige Steinkohlenwerke, wie den Erzgebirgischen Steinkohlen-Aktienverein oder den Zwickauer Steinkohlenbauverein. Die Bausubstanz litt durch den Bergbau erheblich. Es kam zu Bergschäden wie Risse in den Wänden und Schieflage der Häuser. Viele Häuser mussten in der Folge abgerissen werden.
Mit der Einstellung des Steinkohlenbergbaus in Zwickau verloren auch Schedewitz und Bockwa ihre Bedeutung. Zu DDR-Zeiten wurde aus dem Erzgebirgischen Steinkohlen-Aktienverein das VEB Steinkohlenwerk „August Bebel“. Nach der Einstellung des Abbaus im Vertrauenschacht 1946 wurde die Kokerei weiterbetrieben, die das Bild des Stadtteils prägte. Dichte Dampfschwaden mit Rußflocken stiegen bei jeder Kokslöschung in den Himmel. Bei niedrigem Luftdruck schlugen sich diese Partikel in der Umgebung nieder, was z. B. dazu führte, dass bei solcher Wetterlage keine Wäsche aufgehängt wurde.
Nach der Wende (1992) wurde die Koksproduktion eingestellt. Teile der Kokerei wie eine (von vier) Koksofenbatterien und die Schachtfeste des Vertrauenschachtes wurden in die Industriedenkmalliste aufgenommen. Das ehemalige Kokereigelände wurde geräumt und saniert. Später wurden dann auch die denkmalgeschützten Bestandteile abgebrochen. Heute befinden sich auf dem ehemaligen Kokerei- und Schachtgelände ein Einkaufszentrum, ein Baumarkt, ein Möbelhaus und die Zwickauer Stadthalle.
In Schedewitz gibt es zwei Muldenbrücken: die Bockwaer oder Alte Schedewitzer Brücke und die Neue Schedewitzer Brücke. Die Straßenbahnlinie 3 der Städtischen Verkehrsbetriebe Zwickau durchfährt den Stadtteil. Sie wurde – allerdings anders trassiert – bereits am 19. Juli 1894 eingeweiht und verband Zwickau über die Bockwaer Brücke mit Wilkau–Haßlau. Als am 29. September 1958[1] die neue Schedewitzer Brücke freigegeben wurde, wurden die Straßenbahn und der Straßenverkehr über diese geführt. 1975 wurde der Straßenbahnverkehr nach Wilkau–Haßlau eingestellt und die Straßenbahn verkehrte für ein dreiviertel Jahr nur noch bis zur Schedwitzer Straße, bevor die Linie 3 am 16. November 1975 ganz eingestellt wurde. Damit war Schedewitz bis zum 1. Oktober 1999, als die neugebaute Linie 3 (fast gänzlich, bis auf die letzten Meter, auf der alten Trasse in der Schneeberger Straße) eröffnet wurde, ohne Straßenbahnanschluss. Die neue Endhaltestelle befand sich bei der ebenfalls neuerrichteten Stadthalle. Mit der Weiterführung der Linie 3 bis nach Neuplanitz am 11. Dezember 2005 erhielt Schedewitz 2 weitere Haltestellen an der neuerbauten Straßenbahn.
Seit 1998 verkehrt die Vogtlandbahn durch Schedewitz bis ins Zwickauer Stadtzentrum. Als Besonderheit ist zu erwähnen, dass sie ab Stadthalle auf einem Dreischienengleis gemeinsam mit der Linie 3 eine Trasse benutzt.
In Schedewitz befindet sich der Haltepunkt Schedewitz der Schwarzenberger Bahn.
Im Ort gab es auch eine Porzellanfabrik und die Zwickauer Kammgarnspinnerei. Beide existieren aber heute nicht mehr.
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