|
|
Lexikon auf Ihrer Homepage |
|
Lexikon als Lesezeichen hinzufügen |
Schienenpersonenfernverkehr (SPFV) ist die Beförderung von Reisenden über längere Strecken mit Eisenbahn-Zügen. Das Gegenstück für kürzere Entfernungen ist der Schienenpersonennahverkehr. Die Reisezeit beträgt meistens über eine Stunde, im Mittel etwa drei Stunden.
Inhaltsverzeichnis |
Die gesetzliche Regelung zieht die Grenze zum Nahverkehr bei einer Reiseentfernung von 50 Kilometern und einer Reisedauer von einer Stunde. Allerdings werden auch kürzere Strecken mit Fernzügen und längere Strecken mit Nahverkehrszügen zurückgelegt. Im Gegensatz zum Nahverkehr, der über Regionalisierungsmittel und Bestellerentgelte der Länder finanziert wird, muss der Fernverkehr in der Regel eigenwirtschaftlich betrieben werden (mit wenigen Ausnahmen, zum Beispiel Anschubfinanzierungen).
Die DB Fernverkehr AG (Tochter der Deutschen Bahn AG) setzt Fernzüge folgender Zuggattungen an, die überwiegend nach einem Taktfahrplan verkehren:
In Zusammenarbeit mit ausländischen Bahnen verkehren:
Die Tochtergesellschaft DB AutoZug GmbH offeriert neben Autozügen (AZ) auch Nachtreisezüge für Reisende ohne Auto:
Im Auftrag von DB Fernverkehr bei der DB Regio verkehrende Züge:
Das Monopol der Eisenbahnen des Bundes ist bei der Bahnreform 1994 gefallen. Private Konkurrenten konnten sich dennoch bislang kaum auf dem Fernverkehrsmarkt etablieren. Es verkehren nur einzelne eigenwirtschaftliche Züge, darunter auch eigenwirtschaftlich handelnde Tochtergesellschaften der DB AG beziehungsweise internationale Kooperationen. Zuvor boten bereits der Reiseveranstalter TUI von 1978 bis 1993 mit dem TUI-FerienExpress und die Lufthansa von 1982 bis 1993 mit dem Lufthansa-Airport-Express alternative SPFV-Produkte mit eigenen Fahrzeugen auf deutschen Schienen an. Chronologisch geordnet seit 1995 handelt es sich um folgende Angebote:
| Unternehmen | Produktname | von | bis |
|---|---|---|---|
| CityNightLine AG | CityNightLine (CNL) | 28. Mai 1995 | heute |
| Westrail International (bis Mai 1999), Thalys International (seit Mai 1999) |
Thalys | 14. Dezember 1997 | heute |
| Cisalpino AG | Cisalpino (CIS) | 1. März 1998 | 9. Dezember 2006 |
| Metropolitan Express Train GmbH | Metropolitan (MET) | 1. August 1999 | 11. Dezember 2004 |
| Georg Verkehrsorganisation GmbH (GVG) | Berlin-Night-Express / Skandinavia-Night-Express | 24. September 2000 | heute |
| eurobahn | Verbindung zwischen Köln und Bielefeld | 1. Dezember 2000 | 28. Januar 2001 |
| DB AutoZug GmbH | AutoZug (AZ) / NachtZug (NZ) / UrlaubsExpress (UEx) |
1. Januar 2002 | heute |
| Connex Verkehr GmbH (bis 5. Mai 2006), Veolia Verkehr GmbH (seit 5. Mai 2006) |
InterConnex (X) / Lausitz-Express (LX) | 1. März 2002 | heute |
| DB / PKP | Berlin-Warszawa-Express (BWE) | Frühjahr 2002 | heute |
| Vogtlandbahn (VBG) | Vogtland-Express (VX) | 12. Juni 2005 | heute |
| Veolia Verkehr Sachsen-Anhalt GmbH | Harz-Berlin-Express (HBX) | 11. Dezember 2005 | heute |
| ÖBB | EuroNight | circa 2007 | heute |
| Alleo | TGV | 10. Juni 2007 | heute |
| Internationale Gesellschaft für Eisenbahnverkehr (IGE) | Mitfahrzug | 25. April 2008 | 2009 |
| Reisezug-Verkehrsgesellschaft mbH | www.nacht-im-zug.de | 26. Juni 2009 | 6. Juli 2009 [1] |
| Westbahn | WB | 11. Dezember 2011 | heute |
| Hamburg-Köln-Express (HKX) | Hamburg-Köln-Express | geplant |
Neben Nahverkehrszügen haben einige Länder auch vollwertige Interregio-Ersatzzüge bei Privatbahnen bestellt, welche alle mit Bistro ausgerüstet sind:
Es gibt Planungen, einige Züge des Arriva-Länderbahn-Express München–Hof als Vogtland-Express bis nach Berlin zu verlängern, so dass sich durchgehende private Fernverkehrszüge Berlin–München ergeben würden.
Der Schienenpersonenfernverkehr in den USA erfolgt seit 1971 durch das halbstaatliche Unternehmen National Railroad Passenger Corporation (Amtrak).