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Die Insel Taiwan hat ein sehr ausgedehntes Eisenbahnnetz von rd. 1.102 km (TRA-Yearbook 2006). Davon sind rd. 654 km zweigleisig und rd. 448 km eingleisig ausgebaut. Obwohl die Eisenbahn nicht mehr eine so große Rolle spielt wie früher, macht Taiwans Bevölkerungsdichte die Eisenbahn zu einem bedeutenden Transportmittel, besonders entlang des dicht besiedelten westlichen Korridors.
Die Eisenbahn wurde vom herrschaftlichen Inspektor der Qing-Dynastie, Liu Mingchuan, im Jahre 1888 nach Taiwan gebracht. Die erste Dampflokomotive war die „Teng Yun“, die ursprünglich auf der Strecke zwischen Shanghai und Wusung lief. 1888 gab Liu Ming Chuan die Anweisung, zwei Lokomotiven nach Taiwan zu bringen. Die „Teng Yun“ trägt die Betriebsnummer 01410 und wurde zusammen mit sieben anderen Lokomotiven durch die Aktiengesellschaft für Lokomotivbau Hohenzollern (Düsseldorf) geliefert. Die „Teng Yun“ lief bis 1924 auf den Strecken in Taiwan und steht heute erhalten als Denkmallok im „Neuen Park“ in Taipeh. Die erste, rd. 29 km lange, Strecke in Taiwan wurde 1887 zwischen Keelung und Taipeh gebaut und ging 1891 in Betrieb. Es folgte 1888 die Strecke zwischen Taipeh und Hsinchu (rd. 78 km), die 1893 in Betrieb ging.
Während der japanischen Herrschaft (1895–1945) wurde die Eisenbahn auf der damals als Formosa bezeichneten Insel weiter ausgebaut. Diese Eisenbahnstrecken dienten vorrangig zum Abtransport von Rohstoffen (insbesondere Holz und Kohle, aber auch Gold).
Da es auf den Inselgruppen Penghu, Kinmen, Matsu und den anderen kleineren zur Republik China gehörenden Inseln keine Eisenbahnen gibt, ist die Hauptinsel Taiwan der einzige Teil der heutigen Republik China mit Eisenbahnverkehr.
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Seit 2007 verkehrt die Taiwan High Speed Rail, ein System von Hochgeschwindigkeitszügen auf Basis der Shinkansen-Technologie, entlang des westlichen Korridors zwischen der Hauptstadt Taipeh im Norden mit der Hafenstadt Kaohsiung im Süden.
Die TRA betreibt den meisten Personen- und Güterverkehr auf der Hauptstrecke Taiwans, die einen geschlossenen Ring um die Insel bildet, sowie auf drei Nebenstrecken (Pinxi-Linie, Neiwan-Linie und JiJi-Linie). Die dritte, bisher ebenfalls von der TRA betriebene Strecke zwischen Hsinchu und Neiwan (Neiwan-Linie) ist seit 2007 zwischen Hsinchu und Jhudong unterbrochen Betrieb. Zwischen den - relativ weit auseinander liegenden - Stationen Hsinchu der TRA und der Taiwan Highspeed Rail soll eine MRT-ähnliche Verbindung gebaut werden. Die Verkehrsverbindung zwischen Hsinchu und der TRA-Station in Jhudong erfolgt derzeit mittels Schienenersatzverkehr. Die überwiegend touristisch bedeutsame Reststrecke zwischen Jhudong und Neiwan wird stündlich mit Dieseltriebzügen bedient. Die Wiederaufnahme des Betriebes zwischen Hsinchu und Jhudong ist inzwischen erst für 2012 geplant. Die früher nur mit Dieseltriebzügen befahrene Strecke an der Ostküste ist von Taipeh bis Hualien elektrifiziert worden. Auf dieser Strecke fahren seit Frühjahr 2007 Fernschnellzüge („Taroko-Express“), die ebenfalls auf der Basis des japanischen Shinkansen entwickelt wurden. Im Gegensatz zur Taiwan High Speed Rail werden diese Fernschnellzüge von der TRA betrieben.
Mit der wachsenden Verstädterung Taiwans sind verschiedene Stadtschnellbahnsysteme entstanden und weitere geplant.
Ursprünglich für den Transport von Industrieprodukten gebaut, sind diese Strecken jetzt zu einer Touristenattraktion geworden.