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| Schipkapass | |||
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Schipkapass | |||
| Norden | Süden | ||
| Passhöhe | 1.185 m | ||
| Oblast | Gabrowo | Stara Sagora | |
| Talorte | Gabrowo | Schipka | |
| Ausbau | Passstraße | ||
| Gebirge | Balkangebirge | ||
| Karte (Gabrowo) | |||
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| Koordinaten | 42° 45′ 15″ N, 25° 19′ 7″ O42.754102692525.3187227251185Koordinaten: 42° 45′ 15″ N, 25° 19′ 7″ O | ||
Der Schipkapass ist ein historisch bedeutender Gebirgspass im bulgarischen Balkangebirge. Mit seiner Höhe von 1185 Metern über dem Meeresspiegel ist er der höchstgelegene Pass in Bulgarien überhaupt. Zur Höhe des Passes gibt es um bis zu 150 Meter abweichende Angaben: 1273 (auf einem Bildkalender des Jahres 1927), 1326 m (in einem Reiseführer über Bulgarien), 1333 m (in einem Lexikon[1]).
Inhaltsverzeichnis |
Der Schipkapass ist ein Knotenpunkt zwischen Nord- und Südbulgarien an der Grenze der Regionen Lowetsch und Kaschkowo beziehungsweise den Städten Gabrowo in Nordbulgarien mit Kasanlak in Südbulgarien. Kasanlak wurde im 14. Jahrhundert sogar eigens zum Schutz des Passes gegründet. Die über den Pass verlaufende Straße wurde bereits in früheren Jahrtausenden angelegt und verbindet Thrakien mit der Donauebene.
Der Pass ist nach der kleinen Stadt Schipka (Lage42.711666666725.3333333333548, 548 m) an seinem Südhang benannt. Die relativ gut ausgebaute Passstraße ist leicht passierbar und verkehrsmäßig, vor allem jedoch militärisch, von hoher strategischer Bedeutung. In unmittelbarer Nähe zum Schipkapass verläuft die Europastraße 85 und zweigen die nach Plewen (Плевен), Lowetsch (Ловеч), Sewliewo, Russe über Weliko Tarnowo und Schumen nach Edirne (heute Türkei; bulg. Одрин / Odrin) führenden Verkehrswege ab.
Nachbarorte: Gabrowo, Kasanlak, Plewen (im Norden), Stara Sagora (im Süden)
Über den Schipkapass verläuft der Bergwanderweg Kom–Emine als Teil des Europäischen Fernwanderwegs E3.
Bereits in der Antike war der Pass Schauplatz von Kämpfen zwischen Goten und Römern gewesen. Im 3. Jahrhundert nutzte der Gotenkönig Kniva den strategisch wichtigen Raum für seine Raubzüge in die römischen Provinzen Moesia und Dakien. Im Herbst 377 sperrten die römischen Truppen alle wichtigen Balkanpässe, um ein erneutes Vordringen der Goten von Norden nach Süden über die Donau hinweg auf das römische Reichsgebiet zu vereiteln.[2] Kernpunkt dieser befestigten Verteidigungslinie war der Schipkapass, von dem eine wichtige Straße in das südlich gelegene Tal der Maritza führte. Nachdem der Angreifer noch vor Beginn des gefürchteten Wintereinbruchs damit begann, die Römer einzukesseln, ließ der damalige Oberkommandierende, Frigeridus, die Stellungen räumen und setzte sich zum Pass von Succi ab, um eine neue Verteidigungslinie aufzubauen.[3]
1877 und 1878 fanden dort während des Russisch-Osmanischer Krieg (1877-1878) wichtige Schlachten zur Befreiung Bulgariens statt. Damals wurde der Schipkapass von den Russen, als sie Anfang August aus Rumelien vertrieben wurden und sich auf die Nordseite des Balkangebirges zurückzogen, behauptet und rasch befestigt. Vom 21. bis zum 26. August 1877 versuchte Süleiman Pascha, durch immer neue Angriffe die russische Stellung zu erstürmen, wurde aber unter ungeheuren Verlusten von den Russen unter Führung ihres Generals Fjodor Fjodorowitsch Radezki zurückgeschlagen. Ein zweiter Versuch (9.–17. September 1877) misslang ebenfalls, und die Türken mussten sich auf die Beobachtung und gelegentliche Kanonade der russischen Stellung beschränken, bis die Russen Anfang Januar 1878 wieder zum Angriff übergingen. Am 9. Januar konnte nach heftigem Kampf die ganze türkische Armee (32.000 Mann) gefangen genommen werden und die Russen drangen von neuem in Rumelien ein. – Die verlustreichen Kämpfe am Schipkapass hatten großen Einfluss auf das Werk des russischen Schlachtenmalers Wassili Wassiljewitsch Wereschtschagin, der die Kämpfe beobachtete.
Im bulgarischen Nationalbewusstsein ist die Schlacht um den Schipkapass tief verankert geblieben als der entscheidende Kampf für die Befreiung Bulgariens vom türkischen Joch. Sie war aber militärisch unbedeutender als die Schlacht von Plewen.
Zum Gedenken an diese wichtige Schlacht in der bulgarischen Geschichte wurde ein Nationaldenkmal in Auftrag gegeben. Das Schipkadenkmal ist ein gewaltiges Feldsteinmonument in Sichtweite des Passes auf dem früheren Schlachtfeld. Es wurde aus Spenden errichtet und am 26. August 1934 eingeweiht. Der pyramidenförmige Turm ist 31,5 m hoch und besteht aus fünf Etagen. In der ersten Etage steht ein Marmor-Sarkophag mit einigen Gebeinen der Kämpfer vom Schipkapass. Auf den anderen Etagen sind Kopien von bulgarischen Truppenfahnen und andere Reliquien ausgestellt. Die oberste Plattform ist nur fußläufig über hunderte von Stufen erreichbar.
Über dem Eingang zum Denkmal steht ein aus Bronze gegossener Löwe von 8 m Länge und 4 m Höhe. Der Löwe ist das Wappentier Bulgariens und symbolisiert auch gleichzeitig Mut und Tapferkeit der Verteidiger. Mit dem Denkmal wird der Helden der (ersten) Schlacht am Schipkapass gedacht (nach gregorianischem Kalender vom 9. bis 11. August 1877). Hier verteidigten sich unter der Führung von General Stoletow 5500 Russen mit 27 Geschützen und bulgarische Freiwillige gegen 27.000 Türken unter Süleiman Pascha.
Das Denkmal ist Teil eines ganzen Museumsparks, in dem außerdem ein Monument für den russischen Zaren Alexander II. errichtet wurde, der persönlich an den Schlachten teilnahm. Historische Kanonen umgeben diesen ebenfalls aus Granitsteinen bestehenden Obelisken.
Im Zuge des Angriffs auf Jugoslawien und Griechenland zu Beginn des Balkanfeldzugs 1941 marschierten deutsche Infanteristen aus ihren Bereitschaftsstellungen über den Schipkapass. Später wurde am Schipkapass eine Funkmessstellung der 3. Ordnung errichtet und mit einem Freya-Gerät ausgestattet.[4] Die Situation änderte sich, als in Rumänien im August 1944 das faschistische Regime gestürzt wurde und sich die führenden Kräfte im Land dem Diktat der Sowjetunion über eine Weiterführung des Krieges gegen Deutschland fügen mußten.
Oberhalb des Ortes Schipka befindet sich eine russisch-orthodoxe-Kirche, die als Gedächtniskirche für die Toten dieser Schlachten gestaltet ist. Sie wurde dem bulgarischen Volk vom russischen Zaren zum Geschenk gemacht.[5]
Wegen der allseits bekannten Vergangenheit in der bulgarischen Geschichte ist Schipka ein wohlklingender Name in Bulgarien. Er wird seit Jahrzehnten als wichtigster Markenname für bulgarischen Schafskäse verwendet. Auch Hotels tragen den Namen Schipka – meist in der engl. Schreibweise Shipka.[6]
Ein kleiner Sofioter Fußballclub trägt den Namen "Schipka".
Diese Kämpfe nahmen andere Länder zum Anlass für Bezeichnungen von Bergen oder Gebirgspässen.