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Als Schlüsselindustrien bezeichnet man Industriebranchen, die in Bezug auf bestimmte Kriterien für ein Land von besonderer Bedeutung sind. Welche Kriterien im Einzelfall herangezogen werden, hängt vom jeweiligen Kontext und Diskurs ab, üblich sind bspw. Bedeutung als Zulieferer für andere Branchen, Innovationsstärke, Image des Landes, Versorgungsaspekte oder militärische Gesichtspunkte. Eine objektive Festlegung, ob eine Schlüsselindustrie vorliegt, gibt es daher nicht. Schlüsselindustrien sind in besonderem Maße Gegenstand der Industriepolitik eines Staates.
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In Deutschland werden besonders häufig die Automobilindustrie und der Maschinenbau als Schlüsselindustrien bezeichnet, da sie einen hohen Anteil an der gesamten Wertschöpfung des Landes ausmachen, als Vorzeigebranche für Deutschland angesehen werden, stark als Abnehmer anderer Branchen fungieren und damit auch als Technologietreiber für weitere Branchen gelten (z.B. Elektroindustrie, Mikroelektronik, Optik) und eine hohe Anzahl an Arbeitnehmern beschäftigen. Unter dem Gesichtspunkt der Versorgungssicherheit werden auch Bergbau, Landwirtschaft und Energieversorger als Schlüsselindustrien bezeichnet. Oft werden andererseits eher junge Branchen wie die Biotechnologiebranche, die Mikroelektronik oder die Nanotechnologie als Schlüsselindustrien bezeichnet, weil man erwartet, dass sie in der Zukunft für die Wirtschaft eine hohe Bedeutung erlangen werden und für das Land als Wissensstandort wichtig sind. Energiebezogene Branchen, v.a. mit Bezug zu alternativen Energietechniken, werden wiederum unter dem Gesichtspunkt des Umweltschutzes und des für die Welt bedrohlichen Klimawandels als Schlüsselindustrien bezeichnet. Was jeweils eine Schlüsselindustrie genannt wird, hängt also von der Fragestellung und dem jeweils gewählten Standpunkt ab.